Vivaldi Vier Jahreszeiten Aufnahme

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    • Danke Günter für die Tipps – ich werde mir das auf jeden Fall mal anhören!

      Hörbert schrieb:

      Aus meiner Perspektive hängst du momentan mit deinem Geschmack "zwischen den Stühlen" aber das wird wahrscheinlich nicht so bleiben. Hier wirst du dich wohl irgendwann für ein Genre entscheiden.
      Nein, ich bin wie gesagt mit Prog Rock sehr zufrieden und ich höre auch aus anderen Genres gerne Musik. Es haben ja alle irgendwie was für sich. Ich fände es halt einfach mal interessant und vielleicht würde es auch die Hemmschwelle mancher für die Klassik etwas herabsetzen, wenn man sie ein wenig moderner präsentieren könnte.
      Ich habe jetzt übrigens vier Versionen von den vier Jahreszeiten bestellt:
      Midori Seiler
      Dmitry Sinkovsky
      Ithzak Perlman
      Giardino Armonico

      Die Itzhak Perlman Version konnte ich bereits in Amazonien vorabe runterladen und mir gefällt sehr, was ich höre. Es ist kein fetter, voller Sound, aber der Herr trifft das Tempo für meinen Geschmack super. Das ist viel Wert. Es ist sehr konservativ bis jetzt (Frühling), das ist gut.
    • lineinthesand schrieb:

      Ich fände es halt einfach mal interessant und vielleicht würde es auch die Hemmschwelle mancher für die Klassik etwas herabsetzen, wenn man sie ein wenig moderner präsentieren könnte.
      Ich glaube, dass das ein weitverbreiteter Irrtum ist, ähnlich etwa wie die Begründung vieler Remakes alter Filme, dass man sie durch eine "moderne" Version, durch ein modernes Remake, der jüngeren Generation näherbringen möchte.

      Gerade klassische Musik ist, auch wenn da keine E-Gitarren oder Computersounds dabei sind, eigentlich zeitlos, während die Musikstile im 20. Jahrhundert schnell in Mode kamen und gingen. Die 20er Jahre Musik, die 50er mit Elvis zb., die 60er mit den Beatles, die 70er mit ABBA, die 80er mit Neonfarben und Synth-Sounds, usw.

      Ich halte es sogar für schlecht, wenn man klassische Musik modern aufbereitet, weil die Leute dann eher die moderne Version mögen, sich beim Original, wo keine geilen Drums und Beats dabei sind, langweilen. Bachs Toccata und Fuge als Klingelton auf dem Handy? Super. Das gesamte Stück aber auf der Orgel? Langweilig.

      Natürlich kann es sein, dass mancher Hörer sich durch moderne Versionen für die Originale interessiert und diese dann ebenfalls gerne hört, das schließe ich keinesfalls aus. Aber ich glaube, jede Musik sollte für sich stehen, mit all ihren Eigenschaften, ohne Anbiederungsversuche a la "Mich gibt´s auch noch, hat wer Interesse?". Ich glaube, man "überzeugt" die Leute eher mit klassischer Musik selbst. Entweder gefällt sie ihnen dann, oder halt nicht.



      LG,
      Hosenrolle1
    • Hosenrolle1 schrieb:

      Ich glaube, man "überzeugt" die Leute eher mit klassischer Musik selbst. Entweder gefällt sie ihnen dann, oder halt nicht.
      Ich weiß nicht so recht – wozu gäbe es dann so viele verschiedene Interpretationen? Manche langsam, manche schnell, manche auf historischen Instrumenten, manche auf neuen, manche mit freiem Tempo, manche mit striktem, manche strikt am notierten Material, manche improvisiert? Ich denke, weil es eben verschiedene Geschmäcker gibt. Warum sollte man die nicht auch bedienen? Es muss ja nicht jeder gut finden, aber ich habe schon das Gefühl, dass da auch ein bisschen Überlegenheitsgefühl mitspielt, wenn man sagt: "also nein, da darf doch keine andere als die notierte Instumentierung dabei sein". Ich sähe das nur als etwas Kreatives an, und wenn einer sein Instrument beherrscht, kann da mMn Wunderbares rauskommen. Und ad kleine Nachtmusik mit bumm tschack etc. – nunja, dieser Grundrhythmus wäre in der Tat etwas langweilig, aber mir fielen da durchaus interessante Rhythmen dazu ein die dieses Stück wirklich aufwerten könnten (es gehört eher zu den Mozarthits, die ich nicht so toll finde – Alla Turka gefällt mir persönlich halt um Klassen besser ;) ). Nein ernsthaft, es gibt so geniale Drummer, das ist nicht nur Lärm, wie man vielleicht aus der Ferne meinen könnte.
    • Hosenrolle1 schrieb:

      Bachs Toccata und Fuge als Klingelton auf dem Handy? Super. Das gesamte Stück aber auf der Orgel? Langweilig.
      Du meinst möglicherweise BWV 565?

      Wenn ich nicht irre, ist doch BWV 565 gerade für dieses Instrument, ob nun von Herrn Bach oder nicht, komponiert worden, :) . Warum sollte dieses Werk auf, auf der Orgel interpretiert, langweilig sein? Ich kann mir durchaus langweilige, z.B. ausschließlich im Plenum vorgetragene, Lesarten vorstellen, wobei auch dies relativ ist, da sicher einer Vielzahl von Kriterien, gerade auf der Orgel, eine Interpretation ausmachen können. Darüber hinaus gibt es durchaus überzeugende Transkriptionen, wie im übrigen auch von den 4Jahreszeiten.

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    • lineinthesand schrieb:

      Ich weiß nicht so recht – wozu gäbe es dann so viele verschiedene Interpretationen? Manche langsam, manche schnell, manche auf historischen Instrumenten, manche auf neuen, manche mit freiem Tempo, manche mit striktem, manche strikt am notierten Material, manche improvisiert?
      Diese Interpretationen, die du ansprichst, gibt es natürlich; allerdings gibt es einen Unterschied zwischen "Interpretation" und "Bearbeitung". Eine hastig gespielte kleine Nachtmusik sowie eine schleppend langsam gespielte kleine Nachtmusik wären Interpretationen. Sicherlich beide fragwürdig, aber doch Interpretationen.
      Eine kleine Nachtmusik, wo ein Schlagzeug oder ein Klavier oder eine Gitarre mitspielt wäre eine Bearbeitung, also etwas ganz anderes.


      lineinthesand schrieb:

      Es muss ja nicht jeder gut finden, aber ich habe schon das Gefühl, dass da auch ein bisschen Überlegenheitsgefühl mitspielt, wenn man sagt: "also nein, da darf doch keine andere als die notierte Instumentierung dabei sein". Ich sähe das nur als etwas Kreatives an, und wenn einer sein Instrument beherrscht, kann da mMn Wunderbares rauskommen.
      Es gibt natürlich etwa im Barock viele Werke, wo der Komponist in manchen Fällen keine präzisten Angaben bezüglich der Instrumentierung macht, weil er wusste, dass unterschiedliche Orchester je nach Aufführungsort, je nach Räumlichkeit andere Instrumente verwenden mussten. Da kann bei den Vier Jahreszeiten also ein Cembalo die Begleitung spielen, oder auch eine Theorbe.

      Aber es hat nichts mit einem Überlegenheitsgefühl zu tun, wenn man Bearbeitungen ablehnend gegenübersteht. Man darf nicht vergessen, Kompositionen sind Werke, wo alle Instrumente aufeinander abgestimmt sind, wo alles zusammenpasst so wie es ist. Wo bestimmte Klänge durch die Verwendung bestimmter Instrumente in einer bestimmten Lange erzeugt werden. Fügt man da eigenmächtig irgendwelche anderen Instrumente hinzu, wären diese Instrumente Fremdkörper, die nicht dazu passen. Ich persönlich bin schon kein Freund davon, moderne Trompeten, Hörner und Streicher alte Musik spielen zu lassen, weil DIESE Instrumente schon nicht mehr in der Lage sind, diese Klänge zu erzeugen.


      lineinthesand schrieb:

      Nein ernsthaft, es gibt so geniale Drummer, das ist nicht nur Lärm, wie man vielleicht aus der Ferne meinen könnte.
      Ich glaube, ein genialer Drummer weiß, wann er überflüssig ist, und wo er sich zurückhält :)

      EDIT: ich möchte noch zu meinem vorigen Post etwas ergänzen, nämlich, dass ich natürlich nichts gegen die Musik des 20. Jahrhunderts habe. Mit meinem Beispiel (20er Jahre, 50er Jahre etc.) wollte ich nur zeigen, dass sich die Mode, die Musik schneller verändert hat, was aber nicht abwertend gemeint ist!
      Auch da bin ich gegen bestimmte "Remakes".
      Weil ja jetzt bald Weihnachten ist, ein Beispiel: eines meiner Lieblings-Weihnachtslieder aus den 50er Jahren ist "Santa Baby" von Eartha Kitt. Davon gibt es natürlich auch auf YouTube unzählige Coverversionen, mal eine Jazz-Version, mal eine a-capella-Version mit Chor, usw.
      Was ich aber furchtbar finde sind Versionen wie die von dieser Taylor Swift, die eine "moderne" 08/15 Pop-Version von der Stange daraus gemacht hat. Das Tempo ist wesentlich schneller, das Arrangement vertontes Zuckerwasser. Sucht man auf YouTube nun nach "santa baby cover", findet man sehr häufig Jugendliche, die diese fürchterliche Taylor Swift-Version spielen, und vom Original überhaupt nichts halten.

      Andere Versionen sind da kreativer, versuchen nicht krampfhaft zu modernisieren und sich anzubiedern an den heutigen Geschmack. Natürlich alles wie immer Geschmackssache, aber auch hier denke ich, dass diese Modernisierungsversuche alter Klassiker, um sie einer "neuen Generation" schmackhaft zu machen, nicht viel bringen.




      LG,
      Hosenrolle1

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Hosenrolle1 ()

    • ich glaube Hosenrolle meint da eher "was die Leute denken". So wie ich ihn kenne, denkt er selber garantiert nicht so :D

      Weil es oben angesprochen wurde: Diese vier Konzerte sind eigentlich nur die ersten vier eines Zyklus aus 12 Konzerten.


      klassika.info schrieb:



      Die "Vier Jahreszeiten" sind der erste Teil von Vivaldis Opus 8 (RV 269, 315, 293, 297, 253, 180, 242, 332, 236, 362, 210 und 178), eines groß angelegten musikalischen Werkes namens: "Il cimento dell'armonia e dell'invezione" - "Die Erprobung der Harmonie und der Erfindung". Wie alle früheren Werke Vivaldis ist es undatiert, wurde jedoch 1725 in Amsterdam veröffentlicht. Gewidmet wurde "Il cimento" dem böhmischen Grafen Wenzeslav von Morzin, in dessen Dienst Vivaldi mehrere Jahre in Italien stand.
      "Wir können genauso gut unsere Geigen nehmen und sie mit unseren Knien zerbrechen." (Fritz Kreisler über Jascha Heifetz)
    • Wenn Musiker wie Dave Brubeck oder Jacques Loussier Klassikstücke neu interpretieren, sind das für mich neuzeitliche Alternativen, die ich mir immer mal wieder gerne anhöre.

      Sie stehen für sich und bilden keine Konkurrenz zur gewohnten Aufführungspraxis.

      Es sind ernsthafte künstlerische Varianten, die uns zum Nachdenken anregen können.
    • Hosenrolle1 schrieb:

      Nicolas_Aine schrieb:

      Weil es oben angesprochen wurde: Diese vier Konzerte sind eigentlich nur die ersten vier eines Zyklus aus 12 Konzerten.
      Oft wird ja überlegt, ob Vivaldi den Winter mit Schnee überhaupt gekannt hat, dass er ihn so schildern konnte, wie er das in den Vier Jahreszeiten tut. Schneit es etwa in Italien nicht?


      LG,
      Hosenrolle1
      Aufgewachsen ist Vivaldi in Brescia im Norden, und das ist meines Wissens sogar heute noch ein Skigebiet. Erst mit 10 Jahren ist er von dort weggezogen, also nehme ich mal an, dass er Schnee gekannt hat. Dann hat er nicht nur in Venedig, sondern auch in Mantua gewohnt, da gibt's auch Schneehöhen, in der Lombardei. Aber auch in Venedig fällt durchaus mal Schnee, also kann man wohl annehmen, dass er den Schnee gekannt hat.
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Nun muss ich auch noch meinen Senf zum Schokoladeneis geben in dieser Angelegenheit, denn genau so kommt mir das vor, wenn man verlangen will, klassische Musik mit Schlagzeug zu unterlegen. Um es mal mit den Worten von Gordon Ramsay, dem bekannten Sternekoch zu sagen: " Es gibt einfach Zutaten, die nicht zusammenpassen!"
      Es ist zwar richtig, dass all die alten Sachen keinerlei Schutz mehr genießen und bearbeitet, verwurstet, verändert, gesampelt und was auch immer mit ihnen gemacht werden kann, das heißt aber nicht, dass das einen adäquaten Umgang mit diesem Material darstellt. Die Mona Lisa (ich weiß, ich benutze dieses Veranschaulichkeitsbeispiel inflationär, ist mir aber egal) hat einen Haarschnitt, der auch nicht der heutigen Mode entspricht, und die Klamotten, die sie trägt, könnte man sicherlich durch einen Hosenanzug oder meinetwegen einer Lederjacke und Jeans ersetzen, ein Piercing in der Unterlippe würde sie sicher auch mehr up to date machen in optischer Hinsicht. Warum also nicht, oder, wenn es manchen Leuten gefällt?
      Jeder kann machen, was er will, das ist noch nie der Punkt gewesen. Es fragt sich, ob einem komplexen Werk, das nach allen Regeln der Kunst komponiert wurde, etwas hinzugefügt oder weggenommen werden kann, ohne die Qualität des Werks zu mindern. Sicher wird es hier eine Grenze geben, über die man diskutieren kann. Klassische Musik hat einige Merkmale, die faktisch ausschließen, dass man da einfach en Schlagzeug wie in der Pop- oder Rockmusik hinzufügen kann. Da wäre einmal das vollkommen andere Tempoverständnis, das eben nicht den Beat allein beachtet, sondern auch das Metrum und vor allem auch den Aspekt der Agogik. Das könnte man zwar wie in der Filmmusik über einen Clicktrack lösen, aber ich bezweifle, dass das viel bringen würde. Der viel wichtigere Punkt aber ist, dass klassische Musik von enormer dynamischer Bandbreite bestimmt ist, vom leisesten Pianissimo bis zum Fortissimo, dass im Orchester dieselben Dezibelwerte erreichen kann wie ein startender Düsenjet. Man kann das nicht einfach mal eben normalisieren, damit es wie im Rock konstant auf einem hohen Pegel ist, dadurch würde man das Ganze regelrecht kastrieren. Es geht doch hier nicht nur um eingängige Melodien, sondern um ein Gefüge, das durchaus delikat und zerbrechlich ist.


      lineinthesand schrieb:

      Ich weiß nicht so recht – wozu gäbe es dann so viele verschiedene Interpretationen? Manche langsam, manche schnell, manche auf historischen Instrumenten, manche auf neuen, manche mit freiem Tempo, manche mit striktem, manche strikt am notierten Material, manche improvisiert? Ich denke, weil es eben verschiedene Geschmäcker gibt. Warum sollte man die nicht auch bedienen? Es muss ja nicht jeder gut finden, aber ich habe schon das Gefühl, dass da auch ein bisschen Überlegenheitsgefühl mitspielt, wenn man sagt: "also nein, da darf doch keine andere als die notierte Instumentierung dabei sein". Ich sähe das nur als etwas Kreatives an, und wenn einer sein Instrument beherrscht, kann da mMn Wunderbares rauskommen. Und ad kleine Nachtmusik mit bumm tschack etc. – nunja, dieser Grundrhythmus wäre in der Tat etwas langweilig, aber mir fielen da durchaus interessante Rhythmen dazu ein die dieses Stück wirklich aufwerten könnten (es gehört eher zu den Mozarthits, die ich nicht so toll finde – Alla Turka gefällt mir persönlich halt um Klassen besser ). Nein ernsthaft, es gibt so geniale Drummer, das ist nicht nur Lärm, wie man vielleicht aus der Ferne meinen könnte.
      Interpretation ist Musik generell immanent, ausgeschlossen mal rein elektronische, die einmal produziert sich nicht mehr verändert. Hier stellt sich also keine Warum-Frage.

      "Überlegenheitsgefühl" ist es eben gerade nicht, sondern ein gewisser Respekt und Ehrfurcht vor dieser Musik. Aber eben: es soll auch Leute geben, die sich zwei Würfelzucker in den Rotwein schmeißen, Aber hey, wenn es ihnen schmeckt...

      Ich muss an dieser Stelle mich mal outen: ich habe Interesse an der klassischen Musik etwa im Alter von 11 Jahren gefunden, und zwar - Achtung, jetzt kommts! - durch James Last. Tatsächlich besaß meine Mutter da so einige Schallplatten von ihm, und dabei waren auch diese klassischen Sachen. Das ist ja genau so etwas, nicht wahr? Klassische Melodien, aber gefällig mit ein wenig Gitarrengeschrubbe und durchaus auch einem dezenten Schlagzeug dazu, tontechnisch zusätzlich weichgespült.
      Ich habe jetzt aber bewusst geschrieben, dass dadurch mein Interesse geweckt wurde, ich habe nicht geschrieben, das habe mir den Zugang zu dieser Musik eröffnet. Den nämlich habe ich mir dann über die originalen Werke erschlossen und sofort(!) instinktiv bemerkt, wieviel reicher das ist und da war James Last sofort nicht mehr interessant. D.h. meine Musikerfahrung damals war die, dass ich im Grunde immer nur Unterhaltungsmusik um mich herum hatte, und dann war da plötzlich etwas, das (für mich) schon etwas mehr Gehalt hatte, eben diese James Last Sachen, und dann kam ich langsam drauf, was mir die klassische Musik zu bieten hat. Daher hat für mich jeder Schritt zurück eine Reduktion des Gehalts dieser Musik zur Folge. Der letzte Satz aus Brahms 1. Symphonie besteht eben nicht nur aus einer Streicherkantilene und ein paar Akkorden, aber darauf wird es bei Last reduziert, und für mich ist das einfach weniger wertvoll. Aber ich würde niemandem verbieten, sich James Last anzuhören, wenn ich mich auch wehren würde, das als gültige Interpretationen der klassischen Werke anzuerkennen.
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Hallo!

      Es gibt und gab zu allen Zeiten populäre Bearbeitungen alter Musik und gerade in der Blütezeit der Rockmusik gab es Formationen wie "Gryphon", "Emerson, Lake and Palmer" sowie einzelne Interpreten wie Isao Tomita die ihre Bearbeitungen alter Werke durchaus verkauft haben aber das interesse daran war halt recht mäßig.

      Leider ist es in der Regel so das eine solche populäre Bearbeitung auf eine Simplifizierung hinausläuft und dem Werk selbst damit kein Gefallen getan wird. Nicht umsonst versanden diese Versuche in aller Regel auch recht schnell wieder.

      M.E. sind es hier unterschiedliche Bedürfnisse die durch die unterschiedlichen Musik-Genres befriedigt werden und die im Grunde nicht vereinbar sind.

      MFG Günther
    • Ich kann mich erinnern, dass ich und restlos alle, mit denen ich damals befreundet war, von "Pictures at an Exhibition" hell begeistert waren. Ich glaube, das Problem ist weniger, dass speziell Bearbeitungen klassischer Musik für Rockmusik-Instrumente uninteressant wären, sondern dass diese Art Musik - die damals auch u.a. Yes bedient haben, man sprach, wenn ich mich richtig erinnere, von "Bombastrock" - heute kaum noch Interesse finden würde. Ich verfolge die aktuelle Musik kaum bis gar nicht, habe aber allgemein das Gefühl, dass der Durchschnittsgeschmack zu einem eher verdünnten Klang geht, verglichen mit der populären Rock- und Popmusik der Siebziger und Achtziger.
    • Hallo!


      Zefira schrieb:

      habe aber allgemein das Gefühl, dass der Durchschnittsgeschmack zu einem eher verdünnten Klang geht, verglichen mit der populären Rock- und Popmusik der Siebziger und Achtziger.

      Hmmm, jein, ich denke mal das die ganze Sache auch einen technischen Aspekt hat, die heutige durchschnittliche Aufnahme- und Wiedergabequalität ist erheblich besser als die damalige und der -so wie ich das ausdrücke- etwas muffelige undurchsichtige Sound mit allseinen Verzerrungen und ungewollten Kompressionen durch Analogplattenspieler und schlechte Lautsprecher gehört nun mal der Vergangenheit an.

      Aber auch die erst jüngst vergangene Techno-Ära hatte solche Rückgriffe auf alte Musik die ebenfalls kein allzu großes Interesse geweckt haben, klar bejubeln die Kids das eine oder andere Stück mit Versatzstücken aus der Klassik aber da erhebt sich für mich immer die Frage: "Deswegen oder Trozdem?"

      MFG Günther