Rossini: Mosè in Egitto

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    • Rossini: Mosè in Egitto

      An dieser Stelle möchte ich eine meiner Lieblingsopern von Rossini vorstellen: Mosè in Egitto. Die Oper wurde als azione tragico-sacrabezeichnet und ist meines Wissens Rossinis einzige Oper mit einem religiösen Thema. In Neapel, dem Ort der Uraufführung, waren Opern in der Fastenzeit verboten, sodass in dieser Zeit nur geistliche Werke aufgeführt wurden. Durch die Vertonung eines biblischen Stoffes konnte Rossini dieses Verbot umgehen. Das Libretto, geschrieben von Andrea Leone Tottola, mit dem Rossini noch mehrfach zusammenarbeitete (u. a. La donna del lago), basiert allerdings nur lose auf der biblischen Exodus-Erzählung: Im Mittelpunkt der Oper steht eine operntypische Liebesgeschichte.

      Handlung:
      Die Oper spielt zur Zeit der letzten drei bibilischen Plagen in Ägypten.

      1. Akt
      Im Palast
      Ägypten wird von völliger Dunkelheit heimgesucht. Erschrocken lässt der Pharao Mosè und Aronne rufen und verspricht ihnen die Hebräer ziehen zu lassen. Nach einem Gebet kehrt das Licht zurück. Der Sohn des Pharao Osiride ist jedoch in die Hebräerin Elcìa verliebt und verbündet sich daher mit dem ägyptischen Priester Mambre, um den Auszug der Hebräer zu verhindern. In einem Liebesduett verabschiedet sich Elcìa von ihm. Osiride gelingt es, gegen den Widerstand von Amaltea, der Frau des Pharao, seinen Vater umzustimmen.
      Außerhalb der Stadt
      Die Hebräer machen sich bereit zum Aufbruch. Nur Elcìa ist unglücklich, Ägypten verlassen zu müssen. Mosès Schwester Amenofi versucht vergeblich sie zu trösten. Die Hebräer werden von Osiride und Mambre am Auszug gehindert. Der ausbrechende Streit wird durch die Ankunft des Pharao beendet, der entgegen Mosès Warnungen seinen Entschluss bekräftigt, die Hebräer nicht ziehen zu lassen, woraufhin Hagel und Feuer über Ägypten niederregnen.

      2. Akt
      Im Palast
      Angesichts der neuen Plage beschließt der Pharao, die Hebräer nun doch gehen zu lassen. Seinem Sohn kündigt er an, ihn mit einer armenischen Prinzessin zu verheiraten. Amaltea unterstützt die Hebräer und rät Mosè, Ägypten so schnell wie möglich zu verlassen, ehe der Pharao seine Entscheidung erneut zurücknimmt. Mosè erfährt von Aronne, dass Osiride Elcìa entführt habe.
      Unterirdisches Gewölbe
      Osiride will mit Elcìa aus Ägypten fliehen; Elcìa kann sich nicht entscheiden, auf welcher Seite sie stehen soll. Die beiden werden von Aronne und Amaltea gestellt und nach gegenseitigen Anschuldigungen getrennt.
      Im Palast
      Der Pharao hat sich erneut umentschieden und verweigert den Hebräern den Auszug. Mosè droht ihm mit dem Tod aller Erstgeborenen. Daraufhin lässt ihn der Pharao gefangennehmen. Amaltea versucht, ihrem Mann von Osirides Fluchtplan zu erzählen. Der Pharao hört nicht zu und ernennt Osiride zu seinem Mitregenten. Er überlässt ihm die Bestrafung Mosès. Bei der folgenden Zeremonie deckt Elcìa ihre Beziehung mit Osiride auf und bittet ihn, die Hebräer ziehen zu lassen. Als Osiride Mosè töten will, wird er vom Blitz erschlagen.

      3. Akt
      Am Roten Meer
      Nach einem Gebet teilt sich das Rote Meer vor den Hebräern und sie können auf die andere Seite fliehen. Als Mambre und der Pharao, der sich für Osirides Tod rächen will, ihnen folgen wollen, schlägt das Wasser über den Ägyptern zusammen.

      Nummern:

      Erster Akt
      Nr. 1. Introduktion Ah!Chi ne aita? (Chor, Osiride, Amaltea, Faraone)
      Nr. 2. Invocazione &Quintett Eterno! Immenso! - Celeste man placata! (Mosè, Aronne, Amaltea, Faraone, Osiride, Chor)
      Nr. 3. Duett Ah se puoi così lasciarmi (Osiride, Elcìa)
      Nr. 4. ArieA rispettarmi apprenda oder Cade dal ciglio (Faraone)
      Nr. 5. InnoAll’etra, al ciel (Chor, Aronne, Amenofi)
      Nr. 6. Duett Tutto mi ride intorno! (Elcìa, Amenofi)
      Nr. 7. FinaleChe narri?- Il ver. (Mosè, Osiride, Mambre, Aronne, Chor, Amenofi, Elcìa, Faraone, Amaltea)
      Zweiter Akt
      Nr. 8. Duett Parlar, spiegar non posso (Osiride, Faraone)
      Nr. 9. ArieLa pace mia smarrita (Amaltea, Chor)
      Nr. 10. Duett & Quartett Dove mi guidi? - Ah mira? Oh ciel (Elcìa, Osiride, Amaltea, Aronne)
      Nr. 11. Quartett Mi manca la voce (Elcìa, Amaltea, Osiride, Aronne)
      Nr. 12. Arie Tu di ceppi oder Dal Re de’ Regi (Mosè)
      Nr. 13. Chor Se a mitigar tue cure
      Nr. 14. Finale Porgi la destra amata (Elcìa, Osiride, Mosè, Aronne, Faraone, Amenofi, Chor, Mambre)
      Dritter Akt
      Nr. 15. Preghiera Dal tuo stellato soglio (Mosè, Amenofi, Chor, Aronne, Elcìa)
      Nr. 16. Finale Son fuggiti... oh ciel! che miro! (Faraone, Mambre)

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Wie bei vielen Opern Rossinis gibt es auch hier zahlreiche, mehr oder weniger stark voneinander abweichende Fassungen. Rossini komponierte zudem nicht alle Nummern selbst: Die Arie des Pharao im 1. Akt A rispettarmi apprenda und mehrere Rezitative stammen von Michele Carafa, die Arie des Mosè voneinem unbekannten Mitarbeiter, Amalteas Arie und ein Chor im 2. Akt sind Übernahmen aus anderen Opern Rossinis. Obwohl die Uraufführung 1818 sehr erfolgreich war, überarbeiteten Rossini und Tottola die Oper mehrfach. Für die Fassung von 1819 komponierte Rossini den ganzen 3. Akt neu, darin auch das Gebet Dal tuo stellato soglio, der bekannteste Teil des Mosè. Der ursprüngliche 3. Akt ist nicht erhalten. Zusätzlich strich er Amalteas Arie. Für die dritte Version 1820 komponierte Rossini die Arie des Pharao und Carafas Rezitative neu. Da die Oper zu diesem Zeitpunkt schon weit verbreitet war, setzten sich diese Änderungen aber nicht durch und die neu komponierte Arie wurde später mehrfach für Mosè im 2. Akt verwendet. 1827 arbeitete Rossini das Werk zu einer 4-aktigen französischen Fassung mit dem Titel Moïse et Pharaon um, die in Handlung und Figurenkonstellation teilweise stark abweicht und auch in italienischer Übersetzung unter dem Titel Mosè kursiert.

      Auffallend an der Oper finde ich, dass die Sympathien nicht, wie man vielleicht erwarten würde, nur bei den Hebräern liegen. Insbesondere aus der Introduktion spricht durchaus Mitleid mit den Ägyptern. Ein anderes Beispiel wäre die Stelle, an der der Pharao über der Leiche seines Sohnes zusammensinkt.
      Interessant ist dabei die Darstellung des Pharao: Während in der Bibel die Motive für seine ständigen Entscheidungsänderungen völlig offen bleiben, wird er in der Oper als schwacher Herrscher gezeigt, der von seinem Sohn und seiner Frau in entgegengesetzte Richtungen gelenkt wird. Der Zurücknahme der Auszugserlaubnis geht zudem immer ein äußeres Ereignis (Aufruhr in der Bevölkerung, militärische Bedrohung durch die Philister) voraus. Zusätzlich wird er als liebender Vater gezeigt, der seinem Sohn quasi blind vertraut, ohne zu erkennen, dass dessen Ratschläge rein egoistischer Natur sind. Der Versuch einer Aussprache scheitert. Aus Osiride, der trotz seiner Rolle des jugendlichen Liebhabers eher unsympathisch erscheint, werde ich indes nicht ganz schlau: Zum einen ist er bereit, mit Elcìa zu fliehen und seine Stellung als Thronfolger aufzugeben (als semplice pastore); andererseits scheint er Mosè so zu hassen, dass er trotz Elcìas Bitten Mosè nicht nur verurteilen, sondern gleich persönlich erstechen will. Da Elcìa sich faktisch schon von ihm losgesagt hat, kann er durch Mosès Tod eigentlich nichts mehr gewinnen. Der Pharao und sein Sohn sind jedenfalls die ambivalentesten Figuren der Handlung.
      Die eigentliche Titelfigur Mosè ist dagegen sehr eindimensional dargestellt. Außer Gebeten und Drohungen hört man nicht viel von ihm. An dem Elcìa-Osiride-Konflikt, der einen Großteil der Oper ausmacht, hat er keinen Anteil. Auch Elcìa bleibt als Charakter relativ blass.

      In Mosè in Egitto spielen Arien eine für Rossini ungewöhnlich geringe Rolle. Von den ursprünglichen gerade einmal drei Arien stammt nur eine von ihm selbst. Auch sind die Arien vergleichsweise schlicht und unscheinbar geraten. Der Schwerpunkt liegt daher ganz auf den Ensembles, die für mich zu Rossinis besten gehören. Auch der Chor spielt hier eine größere Rolle als in den meisten Rossini-Opern.

      Folgende Nummern ragen besonders heraus:

      Introduktion Ah! Chi ne aita?
      Die Musik der Introduktion, in der die Ägypter die Dunkelheit beklagen, ist für Rossini ungewöhnlich traurig geraten. Durch die fehlende Ouvertüre wird man hier unmittelbar ins Geschehen geworfen. Es herrscht eine sehr beklommene Stimmung vor. Müsste ich mein Lieblingsstück von Rossini benennen, wäre es dieser Opernbeginn!

      Mosès Szene Eterno! Immenso! und das folgende Quintett
      Diese Szene ist Mosès eindrücklichster Auftritt: Hier kann man die Autorität, die von dieser Gestalt ausstrahlt, erahnen. Die triumphale Rückkehr des Lichts stellt einen weiteren Höhepunkt da und die gelöste Stimmung, die das folgende Quintett kennzeichnet, erinnert bereits an die Schlussszene des Tell. Schade, dass die Stretta und das folgende Duett dann vergleichsweise konservativ klingen und die Spannung nach diesem überwältigenden Beginn erstmalabfällt.

      Quartett Mimanca la voce!
      Dieses Quartett enthält eine von Rossinis schönsten Melodien, auch wenn die ganze Szene für die Handlung völlig bedeutungslos ist.

      Finale des 2.Akts
      Nach Elcìas Bitte für Mosè folgt ein eher ruhiges Ensemble, woraufhin Osirides Gewaltausbruch und sein jähes Ende den dramaturgischen Höhepunkt markieren. Musikalisch ist die Szene ganz auf Elcìa fokussiert und arienähnlich aufgebaut. Nach Osirides Tod singt sie eine koloraturenreiche Stretta.

      Preghiera Daltuo stellato soglio
      In diesem Gebet singen Mosè, Aronne und Elcìa jeweils eine Solo-Strophe mit Harfenbegleitung, gefolgt von einem Chorensemble. Eine von Rossinis eindrucksvollsten Chorszenen und mir persönlich deutlich lieber als das vergleichbare Va, pensiero von Verdi.

      Der Schluss
      Die Oper endet, ebenfalls einzigartig bei Rossini, rein instrumental. Nach dem dramatischen Zusammenstürzen der Fluten verklingt die Oper mit einer ganz ruhigen, Hoffnung ausdrückenden Melodie – ein Schluss der mich fast an Wagners Götterdämmerung erinnert.

      Gruß Amonasro :hello
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    • Aufnahmen:



      Die Studioaufnahme unter Claudio Scimone von 1987 überzeugt vor allem durch die Besetzung der Titelrolle: Ruggero Raimondi verleiht Mosè die nötige Autorität und beim Eterno! Immenso! nehmeich ihm den von Gott inspirierten Propheten ohne weiteres ab. Der sehr individuelle Klang seiner Stimme macht die meiner Meinung nach eindimensionale Figur zudem etwas interessanter. Aus den Ensembles ragt er mit großer Stimmschönheit heraus. Siegmund Nimsgern singt einen stimmgewaltigen, aber auch etwas einförmigen Pharao. Ernesto Palacio (Osiride), Zehava Gal (Amaltea) und Salvatore Fisichella (Aronne) lassen keine Wünsche offen. June Anderson höre ich aufgrund ihres Timbres zwar nicht so gerne, das ist aber nur ein kleiner (subjektiver) Kritikpunkt.
      Laut Beiheft wird die zweite Fassung von 1819 gespielt. Aber zumindest die Arie des Pharao ist die von 1820. Die Arien von Amaltea und Mosè sind enthalten, die Rezitative gekürzt. Das Libretto mit englischer Übersetzung liegt bei.



      Auf dieser Blu-ray (auch als DVD erhältlich) ist eine Aufführung vom Rossini-Festival in Pesaro 2011 zu sehen. Es dirigiert Roberto Abbado, Regie führte Graham Vick. Abbados Dirigat empfinde ich als lebhafter als das Scimones. Die Introduktion und die Finali gelingen dramatischer, die „Ruhe nachdem Sturm“ am Schluss klangschöner. Die gesanglichen Leistungen sind denen der Scimone-Aufnahme etwa gleichwertig. Riccardo Zanellato hat eine sehr kraftvolle Stimme,klingt aber weniger individuell als Raimondi. Alex Esposito halte ich stimmlich und schauspielerisch für eine Idealbesetzung des Pharao, die verschiedenen Facetten des einerseits kühlen Herrschers und andererseits liebenden Vaters kommen deutlich zur Geltung. Sonia Ganassi sagt mir mit ihrem dunkleren Klang als Elcìa mehr zu als June Anderson. Die übrige Besetzung (u. a. Dmitry Korchak, Olga Senderskaya, Yijie Shi) überzeugt ebenfalls. Die Arien von Amaltea und Mosè wurden gestrichen, der Pharao singt die Arie von Rossini Cadedal ciglio.
      Die Inszenierung von Graham Vick ist eher provokant und deutlich aufwendiger als andere mir bekannte Inszenierungen aus Pesaro (z. B. Matilde di Shabran von Mario Martone). Der Konflikt zwischen Hebräern und Ägyptern wird als Konflikt zwischen Juden und Arabern/Palästinensern dargestellt (einschließlich Selbstmordattentätern). Die Aufführung fand nicht in einem Opernhaus sondern einer Basketball-Halle statt, eine Bühne im klassischen Sinne gibt es daher nicht. Gesungen und gespielt wurde nicht nur vor, sondern auch seitlich vom Publikum und zwischen den Zuschauerreihen. Das macht es natürlich schwierig, die Inszenierung anhand einer Aufzeichnung nachzuvollziehen - für einen vollständigen Eindruck müsste man dabei gewesen sein. Die Ideen der Inszenierung werden in diesem Making-of wie ich finde nachvollziehbar erläutert: "https://www.youtube.com/watch?v=UrEbx3kFnmE&t=1s" Ich war zuerst skeptisch, allerdings kann ich der Inszenierung durchaus Positives abgewinnen: Die Emotionen der einzelnen Charaktere wurden trotz der Verlegung der Handlung in den Nahostkonflikt sehr überzeugend eingefangen und es wurden einige sehr eindrückliche Bilder geschaffen (z. B. die Schlussszene mit dem Soldat und dem Kind, die offen lässt, ob der Konflikt nun ein Ende hat oder der Schein trügt).



      Diese Aufnahme aus Bad Wildbad kenne ich noch nicht. Lorenzo Regazzo ist sicher ein sehr guter Mosè. Interessant ist die Aufnahme auch deswegen, weil man sich genau für die Arien entschieden hat, die bei Scimone nicht enthalten sind: Der Pharao singt die Arie von Michele Carafa, Mosè die später von Rossini nach komponierte Arie.

      Zur französischen Bearbeitung Moïse et Pharaon kann ich leider nichts schreiben. Ist sie eine Verbesserung? Gibt es empfehlenswerte Aufnahmen?

      Gruß Amonasro :hello
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    • Beim Hören der Naxos-Aufnahme fiel mir zunächst die verglichen mit anderen Aufnahmen aus Wildbad etwas uneinheitliche Aufnahmequalität auf. Neben dem wie immer hervorragenden Lorenzo Regazzo als Mosè stechen vor allem die Tenöre Filippo Adami (Osiride) und Giorgio Trucco (Aronne) mit sehr schlanken Stimmen und engagierter Interpretation hervor. Akie Amou als Elcìa hat eine schönklingende Stimme, bleibt als Charakter aber zu blass. Die Stimme von Rossella Bevacqua als Amaltea klingt für meine Ohren stellenweise unangenehm schrill. Wojtek Gierlach (Faraone), Giuseppe Fedeli (Mambre)und Karen Bandelow (Amenofi) sind zufriedenstellende Vertreter ihrer jeweiligen Rollen. Der Chor, der in Mosè in Egitto eine sehr wichtige Rolle spielt, klingt relativ klein. Für die Aufnahme sprechen das Dirigat von Antonio Fogliani (besonders im letzten Akt) und die alternativen Arien: Die von Michele Carafa komponierte Arie A rispettarmi apprenda gefällt mir wirklich gut. Im Gegensatz zu Rossinis Arie Cade dal ciglio, durch die sie später ersetzt wurde, ist sie zwar nicht so virtuos, klingt aber auch weniger kämpferisch und passt so besser zur Figur des Pharao, der als ziemlich schwacher Charakter gezeigt wird. In A rispettarmi apprenda spricht er abwechselnd seine Frau und seinen Sohn an, was auch dem Hin- und Herschwenken zwischen deren gegensätzlichen Meinungen, das er im Lauf der Oper an den Tag legt, entspricht. Die Arie Cade dal ciglio wird hier dafür von Mosè mit leicht geändertem Text als Dal Re de' Regi gesungen. Damit ersetzt sie die von einem anonymen Mitarbeiter komponierte Arie Tu di ceppi, die die schwächste Nummer der Oper darstellt, und gibt so der ohnehin stiefmütterlich behandelten Titelfigur wenigsten noch etwas mehr zu singen.

      Die Aufnahme ist gut, kommt aber nicht an die besten Aufnahmen aus Wildbad (wie L'Italiana in Algeri, Semiramide) heran und kann die Scimone-Aufnahme und die Aufführung aus Pesaro nicht ersetzen.

      Gruß Amonasro :hello
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