Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2017

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      Hallo Satie und Nikolaus, danke für die nette Begrüßung!
      Ich will ja nichts versprechen, gerade in der Weihnachtszeit ist immer sooooooo viel los, aber vielleicht schau ich doch mal wieder öfter rein.

      Ich höre gerade die CD: Giacomo Facco "6 Concerti op.1" aus dieser Box

      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
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      Cetay schrieb:


      Ludwig van Beethoven; Streichquartett Nr. 13 B-Dur, op. 130
      Fine Arts Quartett

      Ausgeglichen, tonal schlank, ohne himmelstürmende Höhen und seelenrührende Tiefen. Mit einer Reinheit wie kühles, frisches, klares Quellwasser. Diese treffende Rezensenten-Metapher gefällt mir so gut wie das Gehörte.
      Auch in dieser vorbildlichen Interpretation werden sich die späten Beethoven-Quartette nicht dauerhaft in meinem Hörkanon etablieren. Und ich frage jetzt mal ketzerisch, wo sie den musikhistorischen Rang als Gipfel eigentlich her haben. Prägnante Themen und Motive sind Mangelware und formale Stringenz sieht anders aus. Nehmen wir nur mal das gerade gehörte Opus 130 als exemplarisches Beispiel: Es gibt 6 Sätze, darunter 2 kurze und der Hauptsatz ist schwerlich in Sonatenform hinein zu argumentieren. Aber die teutonisch-zentrierte Musikgeschichtsschreibung weiß einen Ausweg. Die Genialität besteht halt darin, dass die Begrenzungen der Form überwunden wurden, ja überwunden werden mussten, um die Ausdrucksvielfalt und Tiefe, die diesen Werken innewohnt, erst zu ermöglichen. Interessant: Diejenigen, die das vor ihm gemacht haben, waren noch nicht so weit entwickelt und diejenigen, die das nach ihm gemacht haben, beherrschten die Form unzureichend - sagt man. Noch interessanter: die Sonatenform wurde erstmalig im Todesjahr von Beethoven als theoretisches Modell dargelegt und zwar durch den analytischen Rückblick auf seine frühen Klaviersonaten, die wiederum an Haydn anknüpften. Die Sonate war zu Beethovens Zeit noch kein verbindliches Kompositionsmodell und musste daher nicht "überwunden" werden. Mit gleichem Recht müsste man sonst den beiden letzten Quartetten (D-Dur Hob. III:79 & Es-Dur Hob III:80) aus Haydns Opus 76 den Gipfel zugestehen, denn auch die folgen nicht (mehr) der Sonatenform-Praxis, die Haydn zuvor als Vehikel erschaffen und genutzt hat.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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      Über die letzten Tage verteilt gehört:



      Hector Berlioz: Les Troyens

      Énée - Michael Spyres
      Chorèbe - Stéphane Degout
      Panthée - Philippe Sly
      Narbal - Nicolas Courjal
      Iopas - Cyrille Dubois
      Ascagne - Marianne Crebassa
      Cassandre - Marie-Nicole Lemieux
      Didon - Joyce DiDonato
      Anna - Hanna Hipp
      Hylas - Stanislas de Barbeyrac
      Priam - Bertrand Grunenwald
      Un Soldat/Un Chef grec - Richard Rittelmann
      L'Ombre d'Hector - Jean Teitgen
      Hélénus - Stanislas de Barbeyrac
      Sentinelle I - Jérôme Varnier
      Sentinelle II - Frédéric Caton
      Le dieu Mercure - Jean Teitgen
      Hécube - Agnieszka Sławińska

      Les Chœurs de l'Opéra national de Rhin, Badischer Staatsopernchor, Chœur phiharmonique de Strasbourg
      Orchestre philharmonique de Strasbourg, John Nelson

      Diese noch relativ neue Aufnahme habe ich mir hauptsächlich wegen Michael Spyres zugelegt. Die Oper kannte ich bislang nur in Ausschnitten. Mir gefällt auf jedem Fall, was ich hier höre, insbesondere die angepannte, pessimistische Stimmung der ersten beiden Akte (besonders im Finale des 1. Aktes). Ab dem dritten Akt fand ich es etwas langatmig, im 4. Akt ging dafür mit dem Lied des Iopas (hier wunderschön gesungen von Cyrille Dubois, der mir schon als Muezzin in Davids Le désert sehr gefallen hat) und dem Duett Nuit d'ivresse wieder deutlich bergauf. Im 5. Akt überzeugte mich dann auch Joyce DiDonato, die ich in den vorherigen Akten als eher zurückhaltend empfunden habe. Mal sehen, ob sich meine Eindrücke dann beim wiederholten Hören bestätigen.

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
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      Othmar Schoeck - Unter Sternen

      Dietrich Fischer-Dieskau / Hartmut Hoell
      Claves, 1986

      Fi-Di mit Anfang 60 auf der Zielgeraden seiner Karriere - Stimmen-Fans wuerden moeglicherweise sagen: schon beim Ueberschreiten derselben (erinnere mich an teils neckische, teils Leichen fleddernde Rezensionen, bspw. im FonoForum Ende 80er/Anfang 90er).
      In diesem Falle finde ich: der Schmelz ist noch da, die Hoehen vielleicht nicht mehr so strahlend wie einst, die tiefen Lagen waren, wie ich meine, eh nie seine Staerke. Nein, das alles sind kleine bis kleinste Kritikpunkte. Am ehesten faellt noch ein nicht mehr ganz so geschmeidiger Registerausgleich auf. Die Staerken waren 1986 wie eh & je das attraktive Timbre & die vorbildliche Diktion, das wissende Singen, das seine Darbietungen immer zum Ereignis macht. & so war Fi-Di sicher ein Idealtypus fuer diese Musik. Schoeck als der letzte (Spaetest-oder Nach)-Romantiker: alles ist licht, fragil, der Aufloesung nahe, nur selten endet eine Melodielinie wie vom Hoerer vorausgeahnt, es gibt also jede Menge reizvolle Trugschluesse, auch rhythmisch herrscht grosse Freiheit. Hoell gestaltet sensibel mit, die beiden harmonieren quasi blind.
      Klar - 10, 15 Jahre frueher haette der Saenger wohl eine Einsame-Insel-Version erreicht - doch passt das nicht mehr ganz makellos arbeitende Stimmmaterial beinahe ideal zu den lebensweisen, doppelboedigen Versen Gottfried Kellers
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      Cornelius Cardew; Material
      • Autumn 60
        - Jeb Bishop (Posaune), Michael Cameron (Kontrabass), Guillermo Gregorio (Tenorsaxophon), Fred Lonberg-Holm (Violoncello), Jeff Parker (E-Gitarre), Jen Paulson (Viola), Amy Williams (Klavier), Art Lange (Leitung)
      • Treatise
        - Jim Baker (ARP synthesizer), Carrie Biolo (Vibraphon, Perkussion), Fred Lonberg-Holm (Violoncello), Lou Mallozzi (Stimme, Elektronik)
      • Memories Of You
        - Art Lange (Klavier, Gegenstände)
      • Material
        - Carrie Biolo (Vibraphon, Perkussion), Fred Lonberg-Holm (Violoncello), Jeff Parker (E-Gitarre), Amy Williams (Klavier)
      • Octet 61 for Jasper Johns
        - Jim Baker (ARP synthesizer), Carrie Biolo (Vibraphon, Perkussion), Jeb Bishop (Posaune), Michael Cameron (Kontrabass), Guillermo Gregorio (Klarinette), Fred Lonberg-Holm (Violoncello), Lou Mallozzi (Elektronik), Jen Paulson (Viola), Warren Po (Cracklebox), Art Lange (Leitung)
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
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      Neben dem Trompetenkonzert des hier im Forum endlich gewürdigten Dänen (sträflicherweise sein einziges Werk, das auf YouTube vertreten und somit der breiten Masse zugänglich ist) habe ich heute damit begonnen, zum ersten Mal den Karajan-Ring zu hören.


      Richard Wagner: Das Rheingold

      Wotan - Dietrich Fischer-Dieskau
      Donner - Robert Kerns
      Froh - Donald Grobe
      Loge - Gerhard Stolze
      Alberich - Zoltán Kelemen
      Mime - Erwin Wohlfahrt
      Fasolt - Martti Talvela
      Fafner - Karl Ridderbusch
      Fricka - Josephine Veasey
      Freia - Simone Mangelsdorff
      Erda - Oralia Dominguez
      Woglinde - Helen Donath
      Wellgunde - Edda Moser
      Floßhilde - Anna Reynolds

      Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan

      Der erste Eindruck ist sehr positiv, fantastischer Orchesterklang und Idealbesetzungen für Loge und die Riesen. Fischer-Dieskau gefällt mir als Wotan besser als erwartet. Die Stimme klingt zwar sehr hell, aber das viel mir schon nach kurzem Hören nicht mehr auf. Ich bin gespannt auf die Walküre.

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
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      Béla Bartók:

      Concerto for Orchestra Sz 116

      Táncsvit ("Tanzsuite") Sz 77

      Magyar képek ("Bilder aus Ungarn") Sz 97

      Román népi táncok ("Rumänische Volkstänze") Sz 68

      Music for Strings, Percussion and Celesta Sz 106

      Divertimento Sz 113

      Der wunderbare Mandarin - Suite Sz 73

      Chicago Symphony Orchestra/Chicago Symphony Strings, Sir Georg Solti

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
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