Kompositionen für Klavier und Orchester von Fr. Chopin

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    • Kompositionen für Klavier und Orchester von Fr. Chopin

      Da ich mich gerade (ganz praktisch/nachschöpferisch) mit der Musik von Chopin für Klavir und Orchester befasse will ich hier der Reihe nach seine Werke für Klavier und Orchester klangglich vorstellen.

      Sein erstes von Schumann sehr freundlich kritisiertes Werk für Klavier und Orchester ist bekantlich sein wenig bekannter Variationensatz über Mozarts La Ci darem la mano op.2
      So habe ich auch ich damit einfach einmal angefangen. Für einen 17 jährigen Pianisten ein nicht nur beachtlich anspruchsvolles sondern eben auch sehr liebenswertes und ernsthaftes Werk. Ich verstehe Schumann schon.
      Ich hoffe es gefällt euch:
      Fr. Chopin Variationen über La ci darem la mano op.2
      (Fortsetzung folgt...)
    • Gerade online gegangen:
      Frederic Chopin: Concerto Nr.1 e-moll op.11
      Da ich im direkten Vergleich mit etlichen bestehenden Aufnahmen des Konzertes gearbeitet habe erlaube ich mir den unbescheidenen bis frech, arroganten Hinweis (erstmals konsequent) "in den originalen von Chopin angegenenen Tempi" denn tatsächlich sind die ersten beiden Sätze fast von allen von mir gehörten Interpreten (außer Martha Argerich in den 60ern) doch deutlich zu langsam genommen im Vergleich selbst zu der bei Chopin natülich gebotenen romantisch hochflexibelen Aufassung der Tempoangabe. Man scheint vor romantischer Schwelgerei offenbar ziemlich leicht zu vergessen, dass hier ein Allegro und nicht bloß ein Maestoso am Anfang steht und ein Larghetto auch keinesfalls dasselbe ist wie ein Adagio, während sich dagegen wieder kaum einer im letzten Satz die Zeit nimmt tatsächlich die von Chopin vorgeschriebenen tatsächlich eher entspannten 1/4 = 104 zu berücksichtigen und stattdessen, sich fast alle samt und sonders auffühhren, als wenn sie die zuvor "vertrödelte" Lebenszzeit nun auf kosten der Gelöstheit und Charakteristik des Rondos vivace in einem heillosen Wettrenen um die hektischsten 1/16 passagen einholen müssten. (Ok ich bin mal wieder super arrogant und mein Versuch sicher auch nur eine weitere Unvollkommenheit unter vielen anderen), aber dass die Interpretationstradition hier scheinbar ziemlich wenig mit dem Notentext vereinbaren Gewohnheiten entwickelt hat fand ich - unabhängig davon wie schlecht sein mag was ich hier verzapft habe - zumindest erwähnenswert und das original vorgeschriebene Tempo zumindest auch einmal den Hörversuch wert
    • Teil 3 meines Projektes die Kompositionen für Klavier und Orchester aufzunehmen:

      Frederic Chopin: Fantasie sur des airs nationaux polnais op.13

      Im Gegensatz zu den meisten mir bekannten überwiegend deutlich zu langsamen Aufnahmen dieser Musik orientieren sich meine Aufnahmen konsequent an den Tempovorgaben der Sikorski-Chopin-Gesamtausgabe (natürlich ohne auf die gerade bei Chopin besonders wichtige mikroagogischer Tempovariation zu verzichten). Angenommen, das Chopin nicht bloß ein guter Pianist, war, sondern wohl eher ein wirklich außergewöhnlicher Virtuose gewesen gewesen sein muss, erscheint es mir nicht all zu unwahrscheinlich, dass er die Tempoangaben, wie sie in der Partitur stehen auch durchaus ernst gemeint hat und sich die musikalische Vorstellung Chopins in diesem Punkt realisiert, eben wenn man diese Tempoangaben auch tatsächlich berücksichtigt. Viel Spaß mit diesem weniger bekannten Werk für Klavier und Orchester des jungen Chopin.
    • ... hier meine Aufnahme eines seltener gespielten Werk von Chopins für Klavier und Orchester, vielleicht inspiriert vom Rondeau á la Krakowiak seines Lehrers Jozef Elsner.

      Frederic Chopins Krakowiak Grande Rondeau de Concert op.14

      Natürlich wieder konsequent im Originaltempo. Das eigentliche Rondo ist ausdrücklich "Allegro non troppo". Daraus ergibt sich ein eigenartig klangmalerisches Werk Chopins für Klavier und Orchester. Zumindest Claudio Arau, Stefan Askenase und György Cziffra nehmen sich ähnlich viel Zeit, wogegen Tastenlöwen wie Alexis Weissenberg, Bela Davidovitch oder Garrik Ohlsen hier doch deutlich "schneller" fertig werden, als dies nach den vorgeschriebenen Tempi eigentlich überhaupt möglich wäre. Aber die Neigung, um des Tempos wegen aus den eher etwas verhaltenen Krakowiak jeden Charakter herauszuhetzen konnte man ja auch im ebenfalls mit der Tempoangabe 1/4 = 104 versehenen Finale des 1. Klavierkonzert bei vielen Interpreten hören.

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    • OK, da bin ich wieder: Nach Chopins Kompositionen für Klavier und Orchester op.2,11,13,14 kommt hier nun meine Aufnahme von:

      Frederic Chopins zweiten Klavierkonzertes op.21.


      Wer die gängige Interpretationsgeschichte etwas im Ohr hat, wird wahrscheinlich über das straffe Tempo überrascht sein. Aber das ist tatsächlich genau das was Chopin notiert hat, hier natürlich versehen mit allen agogischen Freiheiten die diese Musik selbstverständlich erfordert, aber doch eben so, dass die Grundlage des Tempos auf das diese Agogik angewendet wird tatsächlich das bleibt, was Chopin vorschreibt.


      Offenbar können oder wollen das die bislang bekannten Interpreten dieses Konzertes nicht. Mir hat es immer eingeleuchtet, wenn Rubinstein Chopin "nicht schneller spielt als sein musikalischer Schutzengel mitdenken kann" das bewahrt ihn vor oft ganz und gar unmusikalischer Raserei, wie man sie doch immer wieder bei weniger inspierierten Interpreten hört.


      Gleichwohl, glaube ich das Chopin als Virtuose auch musikalisch außergewöhnlich genug war, um auch in den von Ihm selbst geforderten Tempi noch bis ins Detail musikalisch empfindungsreich mit zudenken.


      Die sich daraus ergebenden interpretatorische Aufgabe, die vielen melismatischen Aus- und Umspielungen seiner Ideen durch die entsprechende Agogik in einen insgesamt stimmigen musikalisch Fluss einzubinden (was bei starrer metronomischen Richtigkeit vollkommen absurd und unmöglich ist), machten einen nicht geringen Teil des Reizes dieses Projekt für mich.


      Vielleicht hat ja der eine oder andere zu unvoreingenommenen Hören fähige Interessent für Klaviermusik seinen Spaß daran.
    • Hier ist meine neue Aufnahme von

      Frédéric Chopins Andante spianato und Grande Polonaioose brilliante op.22 in der Orchestterfassung:

      Bei dem Andante wie der Polonaise gab es diesmal wirklich endlose Detailarbeit an der Tempokurve (Sollte ich mich
      mal an die Mazurken machen hole ich mir dann wahrscheinlich den
      ultimativen Agogik-Nevenzusammenbruch ;-) )
      ich hoffe es ist trotzdem etwas einigermaßen sinnvolles dabei heraus gekommen ....

      (Hier gibt es übigens auch meine Aufnahme von Chopins viel häufiger gespielte Soloversion desselben Stückes:
      Frederic Chopin: Andante spianato and Grande Polonaise brillante o.22 (Solofassung) )

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    • Zum Abschluss dieses Projektes kommen hier

      Frederic Chopins Allegro de Concert op 46
      und
      Frederic Chopin & Jean Louis Nocodés Fassung des Allegro de Concert op.46 für Klavier und Orchester

      Jean Louis Nicodé bearbeitete 1880 Chopins Allegro de Concert als Satz für Klavier und Orchester im Sinne eines angenommenen aber von Chopin selbst nur nicht fertig gestellten "3. Klavierkonzert".

      Dafür spricht zumindest der Umstand, dass das Allegro de Concert offenbar auf Skizzen zurückgeht die in der Zeit datieren, in denen Chopin auch seine andere Klavierkonzerte schuf.

      Jean Louis Nicodé hat hier nicht nur die Ochesterteile aus dem Allegro selbst entnommen, sondern durch Einfügung einer größeren durchführende Verarbeitung des musikalischen Materials sich selbst auch kompositorisch an der Gestaltung seiner Fassung für Klavier und Orchester betätigt.

      Diese Fassung ist sehr selten gespielt und wenig bekannt, dennoch scheint mir das zugrunde liegende Gedankenexriment und damit diese Partitur durchaus bedenkenswert interessant.
    • Nachdem ich nun auch noch eine kleine Vergleichsrecherche in Bezug auf die Spieldauern traditioneller Interpretationen ausgewertet und grafisch ausgearbeitet habe möchte ich mein Projekt hier noch einmal als ganzes vorstellen.
      Es handelt sich um eine Art Interpretations-Experiment in Bezug Frederic Chopins sämtlichen Werke für Klavier und Orchester unter besonderer Berücksichtigung der originalen Tempovorgaben. Auch wenn Chopins Tempoangeben dabei nie mechanisch starr, sondern mit aller romantischen Flexibilität umgesetzt werden, ergeben sich daraus deutlich kürzere Werkdauern, als dies in der Interpretationstradition üblich ist. siehe: klassik-resampled.de/index.php…ter#4-die-daten-im-detail