Alfredo Kraus

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    • Alfredo Kraus

      „ Der Grandseigneur unter den Tenören "

      Alfredo Kraus,* 24. November 1927 in Las Palmas de Gran Canaria; † 10. September 1999in Madrid

      Jahrzehnte ohne Krisen, ohne Skandale, ohne Absagen. Der Name Alfredo Kraus am Theaterzettel war stets eine mehr als hundertprozentige Garantie für ein unvergessliches künstlerisches Erlebnis.
      Gottfried Cervenka

      Alfredo Kraus bei Wiki

      Sein Bühnendebüt hat Kraus dann 1956 in Kairo als „Rigoletto“-Herzog gefeiert, gelangte dann sehr schnell in die erste Liga.
      1959 sein Debüt an Covent Garden an der Seite von Joan Sutherland, bei deren Debüt als Lucia.
      1960 sein Debüt an der Scala mit dem Elvino. Der Stern eines Tenore di grazia war aufgegangen!
      Kraus hatte ein besonders inniges Verhältnis zur Frankfurter Oper, so kam er sehr oft zu Gastspielen und somit habe ich ihn oft gehört, Werther, La Traviata, Manon, Rigoletto, Faust, zweimal im Recital und einmal im Liederabend, und einigemale in Meisterkursen!
      Eine Anekdote am Rande, beim Gastspiel als Herzog in Rigoletto gab es ein DaCapo bei La donna è mobile und bei dieser Szene saß Kraus so halb auf einem Tisch und spiele mit einem Stapel Karten, die er beim singen wegschnippte, vor dem DaCapo hob er sie alle auf und sang, das Publikum tobte und bat um ein weiteres DaCapo, Kraus kam zur Rampe und sagte er singe gerne die Arie noch einmal, aber die Karten würde er nicht mehr aufheben, der Saal tobte, und so geschah es! :love:
      Ich war damals richtig süchtig nach seiner Stimme, und bin es bis heute.

      Seine Diskographie birgt hervorragender GA von Opern, doch letztendlich wurde er sträflich von der Schallplattenindustrie vernachlässigt, besonders auch im Recitalbereich, so gründete er sein eigenes Label „Carillion" und nahm viele Recitals auf, die er selbst bestimmen konnte.
      Auch eine Konsequenz dessen ist, es gibt eine riesige Fülle von sog.Piratenaufnahmen!
      In den späteren Jahren gab es dann auch nochmal ein paar gute Einspielungen!
      Erst 1994 brachte die Philips ein Recital auf den Markt „ The Incomparable Alfredo Kraus ", und das mit 67 Jahren. :thumbsup:

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von palestrina ()

    • Als erstes muss ich das hier kommentieren, also für mich ist die Schwarzkopf hier als Fiordiligi sensationell gut, die Ludwig eine ganz fantastische Dorabelle, da braucht man nur mal das erste Duett anhören, Alfredo Kraus ein wunderbarer stimmschöner Ferrando, Taddei ein ebensolcher Guglielmo und Berry ein Alfonso mit Biss, die Steffek eine kratzbürstige Despina, und Böhm , dem ich nicht immer sehr gewogen bin, liefert hier eine wunderbare Mozartsche Darbietung ab. Herz was willst du mehr!
      Nichts gegen die Karajan Aufnahme, die vom Ensemble her gesehen ebenfalls spitzenmäßig ist, aber seine Cosi ist mir etwas zu flott und zu schön (da ist zuviel Lack dran), ganz anders dagegen sein Figaro!
      Aber alles ist eine Frage des Geschmacks!

      So nun zum Alfredo, dieses oben schon erwähnte Recital aufgenommen im Januar 1994 in der Brangwyn Hall in Swansea/ Wales, mit dem Orchestra of the Welsh National Opera unter Carlo Rizzi, ist eine Meisterleistung in Sachen Gesang, dies Legato, die Feinheiten, das kommt noch alles wie von selbst, bei den Höhen sind kleine Abstriche zu machen, aber nur kleine, das soll aber erst mal nachgemacht werden im Alter von 67 Jahren, wenn man irgendwo reinhören kann, sollte man sich die Faust Arie zu Gemüte führen.
      :down

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Als erstes Gesammtaufnahmen einer Oper, muss man wohl seinen Rigoletto nennen!

      AD 1963
      Hier gibt es keinen Ausfall in Sachen Gesang, da muss man keine/n hervorheben das ist alles überaus homogen, eine Sternstunde, und Solti legt sich in die Partitur das es eine wahre Freude ist, temperamentvoll und feurig geht es da ab.

      Bei Kraus zeigt sich hier sein Grandezza, die er besonders als Herzog glaubwürdig darstellt!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Hallo palestrina,

      für mich ist Alfredo Kraus der aristokratischste aller Herzöge, in der Solti-Aufnahme (RCA) mehr noch als bei Julius Rudel (EMI). Vor allem stimmt bei Solti, wie Du richtig sagst, das Emsemble perfekt. Anna Moffo ist als Gilda ideal, und Robert Merrill in der Titelpartie, die er bereits mit Björling gesungen hatte, ebenfalls großartig.
      Ich habe Kraus seinerzeit mit dem Solti-Rigoletto kennengelernt, und es war Liebe mit dem ersten Ton, den er gesungen hat. Welch ein wundervoller, schlanker und dabei doch ausdrucksstarker Tenor! Dabei eine lupenreine Aussprache, da stimmt einfach alles. Da können die berühmten "3 Tenöre" nicht mithalten, und erst recht nicht Mario del Monaco und Franco Corelli, die Heldentum immer mit Lautstärke verwechselt haben. "Mit einer lauten Stimme im Hals ist es unmöglich, feine Sachen zu denken" (Friedrich Nietzsche).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cavaradossi ()

    • Auch das ist eine ganz wunderbare Aufnahme mit Alfredo Kraus:



      Bellini: Die Puritaner (mit Montserrat Caballé, Julia Hamari etc., Philharmonia Orchestra, Dir.: Riccardo Muti).

      Und schließlich darf auch diese nicht vergessen werden:

      Verdi: La Traviata (mit Renata Scotto und Renato Bruson, Philharmonia Orchestra, Dir.: Riccardo Muti).

      Bei letzterer Aufnahme hat es Kraus mit starker Konkurrenz zu tun: Carlo Bergonzi (2 x) und Nicolai Gedda, doch er braucht sich hinter diesen beiden Spitzentenören wahrlich nicht zu verstecken.
    • Alfredo Kraus war natürlich auch ein Sänger, der sehr pfleglich mit seinem Material umgegangen ist. Eine Haltung, die leider nicht jedem gegeben ist. Größere Ausflüge in ein schwereres Fach hat er sich eben nicht erlaubt. Sicherlich ein Grund, warum er die Qualität seiner Stimme so lange bewahren konnte.

      Ich habe ihn nach 1992 noch mehrfach in Konzerten, Liederabenden und als Werther auf der Bühne erlebt. Da sang ein junger Mann. Unglaublich. Natürlich war es nicht mehr die Stimme des jungen Kraus, aber die Unterschiede waren, v.a. im Vergleich mit anderen nach einer fast vierzigjährigen Karriere, minimal. Die Häuser tobten jeweils. Und nicht des Namens wegen. Sondern, weil es einfach grandios war.
    • Falstaff schrieb:

      Ich habe ihn nach 1992 noch mehrfach in Konzerten, Liederabenden und als Werther auf der Bühne erlebt.
      Das Glück hatte ich leider nie, ich kenne ihn nur von der Schallplatte bzw. CD. Du bist wahrlich zu beneiden.
      Immerhin konnte ich aber einen anderen meiner Tenor-Lieblinge, Nicolai Gedda, live in einem Konzert erleben, und zwar im Rahmen des "Carinthischen Sommer" in der Stadthalle Villach. Das muß 1980 oder 1981 gewesen sein. Durch das Programm führte damals der legendäre Marcel Prawy, der seinen Lebensabend im Wiener Hotel Sacher verbrachte. Vollständig verarmt, durfte er dort bis zum Lebensende ein Zimmer kostenfrei nutzen. Immerhin war er eine Wiener Institution.
    • Cavaradossi schrieb:

      Auch das ist eine ganz wunderbare Aufnahme mit Alfredo Kraus:



      Bellini: Die Puritaner (mit Montserrat Caballé, Julia Hamari etc., Philharmonia Orchestra, Dir.: Riccardo Muti).

      Und schließlich darf auch diese nicht vergessen werden:

      Verdi: La Traviata (mit Renata Scotto und Renato Bruson, Philharmonia Orchestra, Dir.: Riccardo Muti).

      Bei letzterer Aufnahme hat es Kraus mit starker Konkurrenz zu tun: Carlo Bergonzi (2 x) und Nicolai Gedda, doch er braucht sich hinter diesen beiden Spitzentenören wahrlich nicht zu verstecken.
      Ja natürlich Cavaradossi, sind beide Aufnahmen spitzenmäßig, obwohl ich die Elvira auch besonders mit der Sutherland liebe ! :D
      Dann habe ich heute morgen die Traviata gehört, und war wiedermal dermaßen fasziniert, das ich sie gleich nochmal hörte, daß dieser Aufnahme nicht der Rang zukommt den sie haben sollte ist für mich ziemlich unverständlich, nicht nur Krauses wegen, nein, die Scotto ist der Knaller der Aufnahme, was sie hier aufbietet ist so facettenreich, und das mit allen Schattierungen die sie zur Verfügung hat, und ich muss zugeben, ich war nie ein Freund ihrer Stimme, aber hier hat sie eine Meisterleistung abgeliefert.
      Natürlich sind wie immer bei ihr auch einige Schärfen zu hören, aber das ist nur nebensächlich!
      Auch Bruson liefert einen noblen Padre Germont ab, natürlich muss man auch im besonderen Muti und das gut aufgelegte Orchester erwähnen, das ist weit davon entfernt eine gewisse humtata Musik :D abzuliefern, die man mitunter bei so mancher Traviata Aufnahme (das hört man oft schon beim Brindisi) zu hören bekommt.

      LG palestrina

      Es gibt ja noch die Aufnahme mit Te Kanawa, muss ich wieder mal reinhören!
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Cavaradossi schrieb:

      Immerhin konnte ich aber einen anderen meiner Tenor-Lieblinge, Nicolai Gedda, live in einem Konzert erleben, und zwar im Rahmen des "Carinthischen Sommer" in der Stadthalle Villach. Das muß 1980 oder 1981 gewesen sein.
      Lieber Cavaradossi, das, leider in diesem Fall zweifelhafte, 'Vergnügen' hatte ich erst, ich glaube Ende der 90iger, bei einem Liederabend in Hamburg. Da war leider gar nichts mehr da. Mir tat es nur leid, dass ein weiterer Künstler nicht rechtzeitig genug abtreten konnte.
      Seine überwältigende Lebensleistung schmälert das natürlich überhaupt nicht.
    • Cavaradossi schrieb:


      Durch das Programm führte damals der legendäre Marcel Prawy, der seinen Lebensabend im Wiener Hotel Sacher verbrachte. Vollständig verarmt, durfte er dort bis zum Lebensende ein Zimmer kostenfrei nutzen. Immerhin war er eine Wiener Institution.
      Hallo Cavaradossi wo hast du das her mit dem völlig verarmt? ?(

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Habe mir heute morgen dieses GA der „ La Traviata " angehört ...




      Diese Aufnahme ist schön mehr nicht, Kraus singt immer noch einen hervorragenden Alfredo, das er kein junger Mann mehr war, wissen wir alle denn zur Zeit der Aufnahme war er 65Jahre, und das entbehrt jede weitere Ausführung über seinen immer noch technisch versierten Gesang.
      Dame Kiri Te Kanawa singt sehr schön mehr nicht, die ganze Gefühlspalette einer Violetta fehlt ihr im großen und ganzen. D.Hvorostovskys Bariton gefällt mir hier nicht so besonders, es gibt Partien in denen er mir wesentlich besser gefällt, die Stimme klingt hier hart und unflexibel.
      Mehtas Dirigat mit dem Orchestra des Maggio Musicale Fiorentino ist sehr gut, obwohl mir einige Tempi zu schnell geraten sind.

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Der erste Herzog des Alfredo Kraus ...



      Diese Aufnahme wurde recht kontrovers beurteilt, die einen hatten an der Scotto, die anderen an Bastianini rumzumäkeln, ich finde es ist eine sehr homogene Aufnahme, bei Bastianini könnte man beanstanden das er manchesmal etwas zum forcieren neigt, die Scotto ist aber voller Charme, wo man meckern könnte wäre, den Schluss hat sie etwas verpeilt, Kraus ist aber schon voll der Charmeur als Herzog. Gavazzeni ist manchesmal etwas träge in seiner Deutung, ein bisschen mehr Schwung könnte die Aufnahme gebrauchen.

      Wer noch keine Lieblingsaufnahme von Giuseppe Verdis Rigoletto hat, der versuche diese: Aus unerfindlichen Gründen unterschätzt und wenig repräsentiert, taucht Gianandrea Gavazzenis Einspielung im Verdijahr wieder auf, wenn auch in einer äußerst sparsamen Ausgabe ohne beigefügtes Libretto, die zudem Ungenauigkeiten im Booklet aufweist. So ist beispielsweise das Produktionsjahr 1969 irreführend, denn da war Ettore Bastianini, der den Rigoletto singt, schon zwei Jahre tot. Vielmehr entstand die Aufnahme schon im Jahre 1960, und die Hauptdarsteller traten demgemäß in bester Verfassung vor die Mikrofone.

      Allen voran ist der spanische Tenor Alfredo Kraus zu nennen, der im Laufe seiner langen Karriere stets gleichbleibend hohe Qualität bot und dabei dennoch immer etwas im Schatten äußerlich spektakulärer Kollegen stand. Seine Umsetzung der Partie des Herzogs in der vorliegenden Einspielung ist stimmlich brillant und darstellerisch vollkommen überzeugend. Nicht weniger atemberaubend präsentiert sich Renata Scotto in der Rolle der Gilda, viel besser übrigens als in der wenige Jahre später entstandenen Kubelik-Einspielung derselben Oper, die allerdings auch noch andere Probleme aufweist. Schließlich muss auch Ettore Bastianini, oft gescholten für die deklamatorische Unart des Aspirierens in melismatischen Partien, für seine Verkörperung der Titelpartie ausdrücklich gelobt werden: Seine kräftige, kernige Baritonstimme ist von der hervorragenden italienischen Qualität eines Gobbi oder Taddei und dient ihm zu einem differenzierten Rollenporträt, das neben der Verzweiflung Rigolettos auch sein anmaßend-selbstgerechtes Wesen hindurchscheinen lässt. Nicht nur im Blick auf die Stimmschönheit der Protagonisten lohnt es sich also, diese Doppelbox zu besitzen, sondern ebenso bezüglich der nuancierten Präsentation der einzelnen Charaktere. --Michael Wersin
      Soweit die Aussage von Michael Wersin!

      Zur Ausgabe muss man sagen, die rechte kenne ich nicht, die erste Ausgabe war von Ricordi, die erste CD Ausgabe kam 1993 heraus von Ricordi, dann wieder in der gleichen Aufmachung 1999 in Italien, nach der Übernahme von BMG mit den wunderschönen Booklets die leider in der Wiederveröffentlichung zum Verdijahr 2013 nicht mehr dabei sind. s.o.
      Der Klang ist bei BMG wunderbar, ich kenne auch von Bekannten die Ricordi Ausgabe von '93, mit einem ziemlich rückständigen Klangerlebnis.

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von palestrina ()

    • Der letzte (Platten-)Herzog des Alfredo Kraus:



      mit Beverly Sills (Gilda), Sherrill Milnes (Rigoletto), Samuel Ramey (Sparafucile) u.a., Ambrosian Opera Chorus, Philharmonia Orchestra London, Dir.: Julius Rudel (ca. 1980).

      Vorab: ich kenne sie nicht, nur ein paar kurze Auszüge mit Kraus.
      Die Aufnahme wurde in HiFiStereophonie 1/1981 von Ulrich Schreiber vernichtend beurteilt. Ich erlaube mir, einige Passagen zu zitieren: " .... Rudel führt seine Gilda in einer Weise vor, die an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist. Dafür kann der Dirigent nichts, die Sängerin viel und der Produzent ... alles: Was Beverly Sills, die nie ein Ausbund belcantistischer Tugenden war, nun .... auf den armen Hörer losschießen läßt, dürfte den Tatbestand seelischer Grausamkeit erfüllen." Und weiter heißt es: "Sherrill Milnes bleibt ein recht unbehauener Singklotz .... " und von Rudels Dirigat meint er, daß es "jedes nötige Maß an Selbstkontrolle vermissen" und damit die "seelischen Erschütterungen der Protagonisten als solche nicht mehr wahrnehmbar werden läßt". So verwundert es ihn nicht, daß in derart schlechter Umgebung Alfredo Kraus seine beiden Vorgänger-Aufnahmen unter Gavazzeni und Solti "trotz seiner stilistischen Wendigkeit diesmal bei weitem nicht erreicht."
      So weit, so schlecht. Wie gesagt, ich kann die Aufnahme nicht beurteilen, habe insgesamt 10 Rigolettos in meiner Sammlung, und ich denke, daß die Leistung von Alfredo Kraus in der bekannten Solti-Aufnahme, die meine Lieblingsversion geblieben ist, ohnehin nicht zu toppen ist.
      Auch die von palestrina aufgeführte Aufnahme unter Gavazzeni ist mir nur aus Kritiken bekannt, die, wie er bemerkt, unterschiedlich ausgefallen sind. Die mir bekannten Ausschnitte aus der Rudel-Produktion (es sind die drei bekannten Herzog-Arien) singt Kraus für meine Begriffe ausgezeichnet, ohne allerdings die einzigartige Brillanz unter Solti ganz zu erreichen.

      :hello Cavaradossi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cavaradossi ()

    • palestrina schrieb:

      Hallo Cavaradossi wo hast du das her mit dem völlig verarmt?
      Ich muss gestehen, daß ich im Moment die Information nicht finden kann. Ich hatte sie aus einer Fachzeitschrift, weiß aber nicht mehr, aus welcher. Außerdem ist das sicher 15 Jahre her. Es klang jedenfalls glaubhaft. Vielleicht war es auch ein Nachruf aus einer Wiener Zeitung.
      Sinngemäß hieß es da, daß Prawy schon lange eine Kammer im Sacher bewohne und von der Hotelleitung nicht nur lebenslanges Wohnrecht, sondern auch seine Mahlzeiten kostenfrei erhielte. Die Wohnung im Sacher ermögliche ihm übrigens, im Angesicht seiner geliebten Staatsoper zu wohnen, die er, soweit es seine Gesundheit zulasse, jeden Tag mit einem Besuch beehre.
      Mehr kann ich dazu momentan nicht sagen.

      LG, Cavaradossi

      P.S.: Bei wiki heißt es lediglich, daß er die letzten 10 Lebensjahre im Sacher verbracht habe und man nach seinem Tode seine umfangreiche Dokumentensammlung in über 2000 "Plastiksackerln" der Marken BILLA, SPAR und LÖWA vorgefunden habe. Auch das deutet ja nicht gerade auf komfortable Verhältnisse hin.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Cavaradossi ()

    • Falstaff schrieb:

      das, leider in diesem Fall zweifelhafte, 'Vergnügen' hatte ich erst, ich glaube Ende der 90iger, bei einem Liederabend in Hamburg.
      Daß Nicolai Gedda zu dieser Zeit (immerhin war er ja da bereits über 70) noch öffentlich aufgetreten ist, ist mir neu. Schade, denn dieser außergewöhnliche Sänger hat es verstanden, die Qualitäten seiner Stimme über Jahrzehnte auf ziemlich gleich hohem Niveau zu halten. Von der Bühne hat er sich rechtzeitig zurückgezogen. Was mag ihn nur veranlaßt haben, diesen Liederabend anzusetzen? Eine besondere Affinität zu Hamburg kann es ja wohl kaum gewesen sein.

      LG, Cavaradossi :hello
    • Cavaradossi schrieb:

      palestrina schrieb:

      Hallo Cavaradossi wo hast du das her mit dem völlig verarmt?
      Ich muss gestehen, daß ich im Moment die Information nicht finden kann. Ich hatte sie aus einer Fachzeitschrift, weiß aber nicht mehr, aus welcher. Außerdem ist das sicher 15 Jahre her. Es klang jedenfalls glaubhaft. Vielleicht war es auch ein Nachruf aus einer Wiener Zeitung.Sinngemäß hieß es da, daß Prawy schon lange eine Kammer im Sacher bewohne und von der Hotelleitung nicht nur lebenslanges Wohnrecht, sondern auch seine Mahlzeiten kostenfrei erhielte. Die Wohnung im Sacher ermögliche ihm übrigens, im Angesicht seiner geliebten Staatsoper zu wohnen, die er, soweit es seine Gesundheit zulasse, jeden Tag mit einem Besuch beehre.
      Mehr kann ich dazu momentan nicht sagen.

      LG, Cavaradossi

      P.S.: Bei wiki heißt es lediglich, daß er die letzten 10 Lebensjahre im Sacher verbracht habe und man nach seinem Tode seine umfangreiche Dokumentensammlung in über 2000 "Plastiksackerln" der Marken BILLA, SPAR und LÖWA vorgefunden habe. Auch das deutet ja nicht gerade auf komfortable Verhältnisse hin.
      Hallo Cavaradossi, ich habe heute Mittag mit einem Opernfreund in Wien telefoniert, der sagte daß er wohl für ein geringeres Entgelt im Sacher wohnte und seine Wohnung auch noch bezahlen musste, die voll war von den Plastiksackerln. Er meinte auch, daß er eine gute Pension erhalten habe von der Staats bezw. von der Volksoper wo er längere Zeit angestellt war als Dramaturg.

      Hier noch ein Link vom Standard!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Danke, palestrina,

      für den Link zum STANDARD. Das klingt da natürlich alles ein bisschen anders. Wie gesagt, ich weiß nicht mehr, woher ich das hatte, aber nach dem Lesen des Interviews denke ich, daß die Wahrheit auch hier - wie so oft - in der Mitte liegt. Daß Marcel Prawy ein durch und durch unpraktischer Mensch war, das liegt wohl auf der Hand, und das Leben im Hotel hat ihn wohl mancher Unannehmlichkeit enthoben. Aber wahr wird sicher sein, daß er sich den "normalen" Sacher-Preis für ein Zimmer nicht leisten konnte.
      Eines steht außer Zweifel: Er war ein liebenswerter Herr und ein begnadeter Kenner der Wiener Oper.

      Gruß, Cavaradossi
    • palestrina schrieb:

      Und nun geht es hier dann weiter mit dem Alfredo!
      Bei mir auch, mit dieser wunderbaren CD:


      prall gefüllt mit Ausschnitten aus italienischen und französischen Opern. Die EMI hatte ein Textheft beigefügt, das alle Arien und Szenen in vier Sprachen enthält, dazu noch einen Lebenslauf des Sängers. Das waren noch Zeiten! Allerdings hat mich die CD damals DM 31,90 gekostet (bei Saturn, Köln, das Preisschildchen klebte noch, deshalb kann ich es so genau sagen). Die Scheibe ist das Geld wert. Aber heute kann man sie für 1 € + Porto über Amazon beziehen ......