Rossinis Opernschaffen im Überblick - Eine Exkursion in die Geschichten der Geschichten

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    • Lieber Amonasro, zunächst ein ziehe ich wirklich den Hut vor diesen tollen, ungemein akribischen, alle Aspekte beleuchteten Arbeit zu den eher unbekannten Rossini-Opern, die du hier einstellst.

      Was für eine Mühe. Aber das Ergebnis ist wirklich :times10 , mindestens. Ganz herzlichen Dank dafür. Ich lese es immer mit großem Vergnügen fast wieder zu einem Rossini-Hörer. Noch ist es ein 'fast', aber wenn das so weiter geht, hast du mich wieder. ;)

      Ich habe früher Rossini wahnsinnig gerne gehört und angeschaut. Leider ist das schon ein wenig länger her. Irgendwie ist er aus meinem Opernrepertoire verschwunden. Ich weiß gar nicht einmal genau warum. Schätze ich ihn doch nach wie vor enorm. Aber wer weiß, er kommt bestimmt irgendwann wieder.

      Leider habe ich die von dir vorgestellten Opern nie gehört bzw. gesehen. Wobei es sein kann, dass ich 'Zelmira' unter Scimone sogar mal besaß. Dann habe ich die CD wieder abgestoßen, mit Sicherheit aus den Gründen, die du oben genannt hast (Matteuzzi eingeschlossen). Seine 'Armida' besaß ich mal und fand sie ebenso undramatisch und nichtssagend.

      Also, bitte nicht mit den Vorstellungen aufhören. Auch wenn ich mich nicht immer dazu äußere, ich lese sie, wie gesagt, mit Begeisterung.

      LG Falstaff
    • Dem kann ich mich nur anschließen. Ich halte ja mit meinen Vorbehalten gegen das Musiktheater und gegen die Epoche der Romantik selten hinter dem Berg und habe mich dennoch unlängst durch diese Beiträge zum CD-Erwerb einer Kombination von beidem überreden lassen. Das darf durchaus als Kompliment verstanden werden.
      :times10
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Cetay schrieb:

      Amonasro schrieb:

      Hier mal etwas Statistik:

      Bei Wikipedia hat sich jemand die Mühe gemacht, die Opern Rossinis nach der Anzahl Produktionen im 19. Jahrhundert in Italien zu sortieren. Ich habe das mal zu einer Liste zusammengefasst:

      Mosè in Egitto/Moise et Pharaon/Mosè > 130*

      (...)

      operabase.com listet für die Spielzeiten 2012/13 bis 2016/17 folgende Anzahl an Inszenierungen (weltweit):

      (...)

      Rest: 10 oder weniger

      Wie man sieht, waren Rossinis drei erfolgreichsten Opern Tragödien, während heute fast nur die Komödien gespielt werden.
      Der ehemalige Champion Mosè bringt es in diesem Zeitraum gerade auf eine Inszenierung. Allerdings scheint es aktuell eine Renaissance zu geben, denn 2018 sind es schon 5 Inszenierungen und eine konzertante Aufführung. Ich hab mal quergehört und fand es gar nicht so übel, vor allem die Chöre machen mächtig Eindruck. Die CD (lokalpatriotisch und die Underdogs unterstützend natürlich mit den Württemberger Philharmonikern) ist bestellt und wird in Ruhe angehört. Eine weitere Chance für die italienische Oper.
      Einfach ein bisschen hochsrollen. :whistling:
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Vielen Dank euch beiden ^^

      Lieber Falstaff, die Armida ist ein gutes Stichwort, die kenne ich auch nur von der Scimone-Aufnahme und finde sie eher uninteressant. Wirkliche Alternativen scheint es aber auch nicht zu geben, sieht man von einem Callas-Mitschnitt ab, bei dem die Tenöre aber angeblich sehr schwach sind. Als Callas-Fan kennst du den doch sicher, oder?

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Amonasro ()

    • Lieber Amonasro, natürlich kenne ich die Callas-Aufnahme :D und trotzdem ist mir die Oper inhaltlich doch sehr fremd geblieben. Das mag auch an den Tenören liegen, die nun wirklich weit, sehr weit davon entfernt sind, was wir seit den 90iger Jahren im Rossini-Gesang erleben durften.

      Aber die Callas ist diese Aufnahme allemal wert, weil sie damit eigentlich als erste Sängerin die Tür wieder öffnete zum eigentlichen Rossini-Gesang. Sie geht halt die Partie als dramatischer Koloratursopran an, mit voller Durchschlagskraft der Stimme bei gleichzeitiger absoluter Beherrschung aller Verzierungen und technischen Vorgaben. Ohne diese Produktion (und die anderen Rossini-Aufnahmen, v.a. dem frühen Recital unter Serafin und der Studio-GA des 'Barbiere'), ohne diese wirkliche Neuentdeckung Rossinis wären wohl eine Sutherland, Caballé und v.a. Horne später nicht denkbar gewesen. Und damit einerseits eine andere Behandlung der Musik Rossinis wie auch andererseits und daraus folgernd eine Repertoireerweiterung.

      Hier mal ein kurzer Einblick:



      Nochmal zu den Tenören. Man muss dem damaligen Intendanten des 'Maggio Musicale' a) wirklich hoch anrechnen, dass er diese Oper auf den Spielplan setzte, dass er mit Callas ja auch z.B. 'Medea' produzierte und b) dass er, was die Wahl der Tenöre angeht, vor einem riesigen Problem stand. Ein Äquivalent zum Gesang der Callas gab es schlichtweg nicht, entsprechende Tenöre, die Rossini in angemessener Weise gesungen hätten, singen hätten können, waren nicht aufzutreiben. So bleibt es eine Aufnahme, die wirklich kippt. Aber insgesamt mit Sicherheit spannender als die Scimone-Sache, der ja eigentlich auf kann andere Sänger zurückgreifen konnte.

      LG Falstaff