Operaufnahmen - kurz vorgestellt

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    • Operaufnahmen - kurz vorgestellt

      Sicherlich kollidiert dieser Thread ein wenig mit 'Gerade gehört', doch finde ich, dass dort oftmals nicht der Raum ist, eine Aufnahme genauer vorzustellen und zu diskutieren. Da soll nun dieser hier, wenigstens aus dem Opernbereich, Abhilfe schaffen.



      Dies ist, wie gesagt, eine Aufnahme der Zweitbesetzung der Scala-Ballo-Produktion von 1956 unter Gavazzeni. Die Premiere sangen Callas, Simionato, di Stefano und Bastianini unter dem selben Dirigenten, der leider nicht die Studio-Aufnahme mit der Callas im folgenden Jahr betreuen durfte.

      Den wesentlichen Unterschied machen natürlich die Neubesetzung der beiden Damen aus.

      Stella, deren hier sehr dunkles Timbre mich überrascht hat, kenne ich eigentlich nur aus ihrer DGG-Carlos-Aufnahme. Ich empfinde sie als zuverlässige Sängerin ohne den Glanz des Besonderen. Genau singt sie auch hier. Das ist gut, durchaus engagiert und stimmschön. Was mich aber ganz entschieden stört, sind ihre ständigen Schluchzer und ihr hörbares, Emphase ausdrückendes Atmen. Das ist mir zu viel Verismo und gehört schlichtweg nicht zu Verdi.

      Stignani, bereits 53 Jahre alt, ist dagegen, nein, keine Steigerung zur stimmschön singenden Simionato, aber eine vollgültige Alternative. Fast ein wirklicher Alt, rund und immer noch warm klingend und der Rolle das Quentchen Geheimnis und Fremdheit gebend.

      Di Stefano ist stilistisch von A bis Z kein Riccardo. Passagio-Singen war nicht seine Stärke und auch nicht das Singen in der Maske. Zum Schluss des Duetts dreht er (genauso wie Stella) zu sehr auf, so dass es fast schon kein Singen, eher ein Schreien ist. Verbuchen wir das mal unter Leidenschaft. ;) Aber genau diese Leidenschaft, dieses sich in die Rolle Werfen war eben seine große Stärke und was das angeht, ist es einfach eine tolle Interpretation. Aber ich bin beim nie so richtig objektiv.

      Bastianini - wahrlich kein expressiver Sänger wie Gobbi oder Cappuccilli in dieser Partie. Aber was für ein Wohlklang, was für eine technisch sichere Handhabung und auch trotzdem welch ein Ausdruck! Ein wirklicher Verdi-Bariton. Solch ein reichhaltiges Timbre, dieses Legato! Es ist immer eine Freude und eine Lust ihm zu lauschen.

      Gavazzeni ist ein wunderbarer Begleiter und Gestalter. Ich hatte das große Glück ihn noch zweimal an der Scala live erleben zu können. Und genau wie damals erscheint er mir auch hier. Mitatmen, Mitfühlen mit der Musik, mit den Sängern, Akzente setzend, das richtige Tempo wählend.

      Das ist bestimmt keine der großen Aufnahmen dieses Werkes. Dafür ist die Amelia doch zu schwach besetzt. Aber es ist auch mehr als eine normale Repertoirevorstellung. Ich denke, wir wären alle glücklich, heute noch einmal so etwas erleben zu können. Denn es ist schlichtweg ein packender Theaterabend, fast immer überzeugend, streckenweise großartig gesungen.

      :hello Falstaff
    • Falstaff schrieb:

      Sicherlich kollidiert dieser Thread ein wenig mit 'Gerade gehört', doch finde ich, dass dort oftmals nicht der Raum ist, eine Aufnahme genauer vorzustellen und zu diskutieren. Da soll nun dieser hier, wenigstens aus dem Opernbereich, Abhilfe schaffen.
      Ich kenne das Dilemma. Manchmal will zu man zu einer gerade gehörten Aufnahme etwas mehr als einen Zweizeiler schreiben, aber es gibt noch keinen Werkthread, wo das hineinpassen würde und im Geradehör-Faden ginge es zu schnell unter. Daher finde ich diese Thread-Idee gut. Allerdings ist mit dem von dir gewählten Titel nicht klar, ob reine Cover-Postings oder Einzeiler nun hier oder dort zu finden sind und ich sehe die Gefahr, dass der andere Faden zerfleddert. Ich empfehle deswegen, den Titel zu ändern um die Kollision zu vermeiden. "Operaufnahmen - kurz vorgestellt" oder "Kurzbesprechungen von gerade gehörten Opernaufnahmen" o. ä.

      Ich hörte gerade:


      John Cage; Europera 5
      Martha Herr (Sopran), Gary Burgess (Tenor)
      Yvar Mikhashoff (Klavier), Jan Williams (Grammophon), Don Metz (Tonband, Radio)

      Cage's letzte Oper ist wie meisten Werke seiner späten Lebensjahre aufs Äußerste reduziert. Die Besetzung wird mit two singers, piano, tape machine operator, and lighting technician angegeben.
      Es handelt sich um eine Mischung aus Live-Darbietung und Konserve unter Nutzung verschiedener Technologien. Die beiden Hauptprotagonisten wählen frei je 5 Arien aus dem Standardopernrepertoire und die Begleitung wird von einem Pianisten, der Ausschnitte aus 6 Lisztschen Transkriptionen/Paraphrasen spielt, übernommen. Dazu kommen Zuspielungen aus 6 historischen Opern-Aufnahmen von einem Grammophon, weiter von einem Tonband mit einem Zusammenschnitt von 100 Opern-Fragmenten, wie sie aus den Radios von vorbeifahrenden Autos wahrgenommen würden, sowie von einem Radio, das auf einen lokalen Jazzsender eingestellt sein soll. Der Einsatz dieser verschiedenen Elemente wurde durch Zufallsoperationen bestimmt, so dass sich alle möglichen Kombination von Stille bis zur tumultartigen Collage ergeben können. Nach dem von Cage häufig angewandten Prinzip 'independent but coexistent" werden die Ereignisse immer wieder einen neuen Kontext gestellt.
      Die Leistung der Sänger vermag ich nicht zu beurteilen, zumal auch nicht klar ist, ob in diesem Umfeld dieselben interpretatorischen Anforderungen wie im Originalzusammenhang gelten.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)


    • Ich muss gestehen, dass die Butterfly in meinem Regal eigentlich recht spärlich vertreten ist. Neben der Callas-Aufnahme und dem Querschnitt mit Lorengar und Wunderlich findet sich eigentlich nur diese hier. Alle weiteren Begegnungen mit dem Werk fanden im Theater statt.

      Während ich Callas und Lorengar immer wieder höre, lege ich die obige Aufnahme doch recht selten auf. Ich weiß gar nicht warum, denn sie gefällt mir, mit einigen Einschränkungen eigentlich recht gut.

      Erste Einschränkung betrifft leider die de los Angeles. Sie trifft zwar genau den Ton für die junge Japanerin, aber ab und an würde ich mir doch einen volleren, runderen, von breiterer Mittellage getragen Ausbruch wünschen. Das ist, um es kurz zu sagen, zu viel Mädchen, zu viel Rolle und zu wenig Verismo.

      Di Stefano hingegen finde ich großartig. Er war auch der Grund, warum ich mir die Aufnahme angeschafft habe. Das ist genau der Typ, bei dem man verstehen kann, dass sie auf ihn hereinfällt. Emphase, Verführung, Charme und trotzdem ein gewisses Maß an Unbeteiligtsein.

      Gobbi überzeugte mich in positiveren Rollen nie so richtig. Ähnlich erging es mir mit Cappuccilli. Trotzdem zeichnet er ein wunderbares Porträt, Singschauspieler, der er war.

      Von Gavazzeni bin ich ja nun eigentlich immer begeistert. Er hatte eben ein Händchen für den Verismo. Hier breitet er einen wunderbaren Klangteppich aus ohne ins Vordergründige zu verfallen.

      :hello Falstaff
    • Falstaff schrieb:

      Erste Einschränkung betrifft leider die de los Angeles. Sie trifft zwar genau den Ton für die junge Japanerin, aber ab und an würde ich mir doch einen volleren, runderen, von breiterer Mittellage getragen Ausbruch wünschen. Das ist, um es kurz zu sagen, zu viel Mädchen, zu viel Rolle und zu wenig Verismo.
      Lieber Falstaff,

      gerade deswegen gefällt mir Victoria de los Angeles' Butterfly besonders gut. Für mich kommt sie dem 15-jährigen Mädchen am nächsten. Sie ist eigentlich die einzige Cio-Cio-San, bei der ich nicht sofort meine, eine ältere Frau zu hören. Bei Di Stefano sind wir einer einer Meinung. Größtes Manko dieser Aufnahme ist die Tonqualität (ich habe die Ausgabe von Brilliant). Die spätere Aufnahme der los Angeles mit Jussi Björling und Mario Sereni kenne ich leider noch nicht, die Ausschnitte auf Youtube klingen aber vielversprechend.

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Amonasro schrieb:

      gerade deswegen gefällt mir Victoria de los Angeles' Butterfly besonders gut. Für mich kommt sie dem 15-jährigen Mädchen am nächsten
      Lieber Amonasro, das ist sicherlich der wirklich große Vorteil der de los Angeles. Aber vor dem inneren Ohr höre ich eben immer auch die mehr dramatischere Stimme, was vielleicht zusammen genommen kaum möglich ist. Wobei ich ja finde, dass die Callas diesem Spagat sehr nahe kommt. Aber es ist ihrer Aufnahme eben auch anzuhören, dass sie den mädchenhaften Tonfall imitiert ohne ihn natürlicherweise zu haben. Immerhin macht sie das aber sehr gekonnt.

      LG Falstaff


    • zudem Bruna Baglioni, Carlo Zardo und Carlo del Bosco.

      Eine von den offensichtlich tollen Verdi-Aufführungen der 70iger Jahre hier unter der Verantwortung von Gianandrea Gavazzeni.

      Einziger Schwachpunkt vielleicht gewisse Anlaufschwierigkeiten bei der Caballé in ihrer ersten Arie. Aber es ist halt live. Auch Gavazzeni findet für mein Empfinden erst im Laufe des Abends (allerdings recht bald) zur großen Form.

      Aber ansonsten wirklich packendes Musiktheater, hör- und spürbar selbst auf der Konserve.

      Cappuccilli in bestechender Form, auch die junge Baglioni, Caballé immer besser werdend bis hin zum leidenschaftlichen, überwältigenden Duett mit Rodolfo.

      Und dann natürlich der junge Pavarotti in seinem Glanzjahrzehnt. Ihn in diesen Jahren zu loben hieße irgendwie Eulen nach Athen zu tragen. Das ist schlichtweg ein Genuss. Ein Genuss, diese stimmliche und selbstverständliche Souveränität zu hören, diese Schönheit des noch unverbrauchten Timbres, diese Intelligenz in der Gestaltung und Phrasierung, dieses Gespür für Verdi, dieses Legato und die Spitzentöne sowieso. Und aus allem resultierend eine dramatische Leidenschaftlichkeit, nicht vordergründig dargeboten, sondern aus einer wirklichen Beherrschung der stimmlichen Anforderungen.

      Ein großer Theaterabend voller Dramatik, Leidenschaft, Emotion. Und ein großer Abend für Verdi!

      :hello Falstaff
    • Ich komme nochmal auf die Butterfly zurück ...

      , AD 1963

      diese meine allerliebste Madama Butterfly GA, mit zwei ganz hervorragenden Sängern als Butterfly L.Price und R.Tucker als Pinkerton, die Price singt mit allen Facetten und Farben eine zu Herzen gehende Cho-Cho-San, (trotzihrer ehrabschneidenden Verwandtschaft) aber mit den Jahren und Kind wird aus der zarten Kirschblüte eine Frau, die immer noch an die Liebe glaubt und nach Pinkertons Rückkehr bitter enttäuscht wird. Tucker singt mit erlesener Stimme den gleichgültigen aber durchaus auch leidenschaftlichen Pinkerton, für ihn nur ein Abenteuer und doch überMann/t ihn durchaus auch die Leidenschaft und zum Schluss auch so etwas wie Gefühl ? oder ist es doch nur Mitleid!?
      Das alles können beide hervorragend umsetzen!
      Oft wird diese Oper als Kitsch bezeichnet, dann ist hier aber Kitsch Kunst und Kunst kommt bekanntlich von Können, ein Hoch auf Puccini !

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • palestrina schrieb:

      Die Studio GA entstand sogar ein Jahr früher ......
      Ich besaß sie damals als LP, allerdings hat sie es bei mir nie zu CD-Ehren gebracht, was sicherlich nicht an der möglichen Qualität hing. Ich müsste sie wirklich nochmal hören, um einen Vergleich zu haben.

      Danke für deine Einschätzung zu Leinsdorf. Fast hätte ich ihn in Hamburg noch einmal erlebt. Er sagte dann aber wegen Krankheit ab, was ich bis heute bedaure.

      LG Falstaff
    • Auch diese Madama Butterfly gehört zu den besten was vorallem der Scotto und ganz besonders Barbirolli zu verdanken ist ...

      AD 1966

      die Scotto singt eine sehr ausgeglichene Butterfly mit gelegentlich einigen Schärfen, passt aber ganz gut zu der Figur, ich war nie der große Scotto Fan, aber das hier hat mir immer gut gefallen, dagegen fällt der wunderschön singende Bergonzi aus der Rolle, das ist keine Portrait des Pinkerton, sondern nur schön gesungen, aber was Barbirolli hier darbietet ist nicht nur vom feinsten, nein vom allerfeinsten, er hatte auch eine besondere Affinität zur ital.Oper, und das merkt man seinem Dirigat auch an, dafür gibt es eine glatte :times10 .
      Hier muss man auch den Sharpless des Panerei erwähnen und auch die wunderbare Anna di Stasio, die oft leider nur die Nebenrollen gesungen hat, ähnlich wie Piero di Palma.

      Noch eine Butterfly soll wenigstens erwähnt werden ...

      AD 1953

      Feruccio Tagliavini und Clara Petrella geben ein gutes schönstimmiges Paar ab, erreichen aber nicht ganz die ihnen zu gedachte Rollen Gestaltung, das tut aber Giuseppe Taddei als Sharpless. Das Orchester erreicht nicht mehr als Routine, wenn ich hier das Böse Wort vom Kitsch benutze, hier trifft es in gewisser Weise zu. Es war aber beim jetzigen hören doch ganz vergnüglich!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Eben habe ich diese ganz herrliche Luisa Miller gehört ...

      AD hier 1974
      in meiner Aufnahme steht 1969 !?


      Auf jedenfall ist dies Live Aufnahme von ganz erlesener Qualität, es gibt keinen gesanglichen Ausfall, was nicht so oft vorkommt, aber hier kann ich das bescheinigen, die leider etwas unter präsentierte Gilda Cruz Romo singt eine ganz wohltönende Luisa die sich wahrlich nicht zu verstecken braucht, Pavarotti, finde ich, hat wohl ein besonderes Verhältnis zu der Partie denn er singt auch hier sehr ausdrucksvoll und mit erlesenem Timbre einen geradezu fantastischen Rodolfo.
      Der Bass Feruccio Mazzoli, mir ansonsten nicht bekannt, eine prächtigen bösartigen Wurm, Manuguerra als Miller, sowie Raffaele Ariè als Conte gestalten mit wohltuenden Stimmen ihre Rollen perfekt.
      Anna die Stasio s.o., und Cristina Angelakova fügen sich untadelig bestens in das vorzügliche Ensemble.
      Maag hat wohl auch eine besondere Affinität zur dieser Oper, das ist auf hohem Niveau.
      Zu erwähnen wäre noch, es ist bestes Stereo!!!

      LG palestrina
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      Oolong
    • Verdis Lieschen Müller in dieser Interpretation ...

      AD 1991

      also diese GA reicht nur in Teilen an die Maag Aufnahme heran, was ich für sehr gut halte ist Levines Dirigat, das hat Schwung und Elan wo es hingehört und Emphase im 3 ten Akt.
      Für meine Ohren ist Domingo dem entwachsen was er darstellen sollte, nämlich einen jungen Mann, Aprile Millo singt eine gute Luisa und Florence Quivar ist ebenfalls gut, jedoch sind mir die Stimmen zu ähnlich.
      Punkten können dagegen die restlichen Herren, hervorheben möchte ich besonders Paul Plishka als Wurm, von ironisch bis böse!

      Nicht unbedingt eine Kaufempfehlung! :D

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Falstaff schrieb:

      Danke, lieber Palestrina, für die beiden Vorstellungen. Kennst du eigentlich Carreras in der Partie und wie schätzt du ihn ein?



      Ich habe ihn vor Äonen darin mal live gehört und war damals sehr angetan. Allerdings bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das heute auch noch so hören würde.

      LG Falstaff
      Ich habe diese Aufnahme mit anderem Cover von Legato Classics, dieses Dreigestirn (nicht das Kölner :D )
      ist genau so gut wie das obige mit Maag, allerdings finde ich Bruson als Miller um entscheidendes besser als Manuguerra, besonders stark im letzten Duett! :I
      Die Ricciarelli ist eine gute Luisa, wobei ich hier die Cruz Romo einen Tick besser finde.
      Und Carreras, mein absoluter Liebling, ist am Anfang ein schwärmericher Rodolfo der dann am Schluß an den Intrigen zerbricht!
      Carreras schrieb dazu, dass es ihm leider nicht gegönnt war eine Studio Einspielung zu machen ! :( Schade, so muss man sich mit dieser GA begnügen!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Danke, lieber Palestrina, für diese Einschätzung. In der Tat ist es schade, dass eine Studio-GA mit Carreras nie zustande kam. Ricciarelli ist dagegen ja besser dokumentiert. Ich erinnere mich an ihre Hamburger Luisa schemenhaft. Glaube aber, dass sie damals noch ziemlich gut darin war. Später habe ich ihr Desaster in Mailand erlebt (und es war wirklich ein Desaster), dass ja eigentlich der Anfang vom Ende ihrer Karriere war. Schade, dass sie doch immer wieder zu sehr über ihr eigentliches Fach hinausgegangen ist.

      LG Falstaff
    • Ich habe mir heute mal die Nachfolge Oper von Luisa Miller meinen Ohren gegönnt, nämlich Stiffelio ...

      AD 1980

      Die Frage, welche von Verdis Opern am meisten vernachlässigt worden sei, muss die Antwort Stiffelio heißen.

      Es ist auch die ungewöhnlichste von Verdis Opern, UA 1850 in Triest, aber der Oper war kein Glück beschieden, schon durch die Zensurbehörde wurde das Werk bei der UA arg verstümmelt, und das Publikum stand dem Sujet auch eher ablenend gegenüber, ein protestantischer Pfarrer dessen Ehefrau Ehebruch beging, und das alles im katholischen Italien. ;)
      Auch der Umarbeitung in Aroldo sollte es nicht besser gehen.

      Ich finde die Oper einfach GUT , ein anderer Verdi, aber ein sehr hörenswerter! :thumbsup:
      Und diese Aufnahme ist vortrefflich, Carreras und Sass, hier passt alles wie das Tüpfelchen auf dem i,
      ja sogar Manuguerra gefällt mir ausgesprochen gut hier!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
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