Massenet und seine mehr oder weniger vergessenen Opern!

    • Massenet und seine mehr oder weniger vergessenen Opern!

      Als erste Oper die hier genannt werden soll ist Thaïs, eine Oper die soganz zu dem Klischee des >Fin de siècle< passt.

      Wiki Thaïs

      Libretto, Louis Gallet nach Anatole France

      Es ist die Geschichte der heiligen Hetäre und Athanaël dem jugendlichen Enthusiasten der einem Orden beitritt, und zum religiösen Fanatiker wird. In dieser Funktion will er auch Thaïs retten und auf den rechten Weg bringen, denn sie war der Grund das Athanaël dem Orden beigetreten ist als sie ihn verführen wollte. Bei dem Versuch Thaïs zu bekehren kommt wieder Verführung und Liebe ins Spiel, auch hier kann Athanaël entsagen ,auch Thaïs wird nachdenklich. Er fordert sie auf zur Reue, danach kommt die „ Méditation religieuse", die wohl die meisten kennen, und am Morgen bittet sie Athanaël um geistlichen Rat. Er weist ihr der Weg ins Kloster und das vernichten all ihrer Besitztümer. Nach vielen Strapazen erreichen sie das Kloster und Athanaël lässt Thaïs zurück. Im Orden zurück meidet er die Brüder, durch die Visionen die ihn heimsuchen, in einer dieser Visionen sieht er Thaïs im sterben liegen und er macht sich auf den Weg zu ihr, nachdem sie kurz aus ihrem Bewusstsein aufwacht erkennt sie ihn, er gesteht ihr ungestüm seine Liebe, während sie den Himmel sieht der auf sie wartet haucht sie ihr Leben aus.
      Das war eine Kurzbeschreibung bezogen nur auf die beiden.

      Jede Szene von Thaïs hat ihr spezifischen Motive, die sowohl die Stimmung als auch die Emotionen heraufbeschwört. Die Motive werden normalerweise vom Orchester vorgestellt, während in den Vokalparten Louis Gallets poésie mélique in natürlichen lyrischen Perioden fließt.
      Eine der Visionen von Athanaël z.B. mit Venusberg-artige Zauber.

      Die Uraufführung war im Jahre 1894 am 16.3. in der Opéra, 1910 erreichte sie dort ihre hundertste Aufführung, 1931 die fünfhundertste und blieb bis 1956 als sie sich der siebenhundertsten näherte im Repertoire des Hauses.

      Die erste Thaïs war die schöne Sybil Sanderson, die schon Manon sang und für die Massenet auch die Esclarmonde komponierte.

      Für mich ist die Oper Thaïs ein heiliges Mysterium, ich komme immer wieder mit dem Sujet in Konflikte, allerdings ist die Musik wunderschön und sollte unbedingt gehört werden, nicht nur auf die Méditation reduziert!

      Meine erste Aufnahme war diese ...

      AD 1974

      Die Rolle kam für die Moffo allerdings etwas zu spät, was man auch hie und da hört, trotzdem ist sie für mich das Idealbild der Thaïs geblieben, zusammen mit G. Bacquier als Athanaël, den ich sehr gut in der Rolle finde, und dem jungen Carreras als Nicias ist es auch eine mehr oder weniger gelungene Aufnahme.
      Rudel hat wie immer ein gutes Händchen für die Oper, so auch hier für die französische!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong

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    • Eine dieser verkannten Opern die ich besonders liebe ist Esclarmonde mit einem Libretto von Alfred Blau und Louis -Ferdinand de Gramont das einer altfranzösischen Ritterromanze folgt.
      Massenet bezeichnete sie als „ opéra romanesque " und verwendete in ihr Leitmotive, weniger in der Art von Wagners Musikdramen, eher als Erinnerungsmotive!

      Inhalt bei Klassika Info

      Die Opern von Massenet werden oft als Gesammtwerk zur Opéra lyrique gerechnet was aber im einzelnen nicht zutrifft, sondern man muss da schon stilistisch differenzieren, Opéra lyrique Werther, Manon, Grand Opéra Esclarmonde und Le Cid, La Navarraise schon zum Verismo tendierend und auch einige noch als Reminiszenz an den Belcantostil.
      Esclarmonde die Tochter des Kaisers von Konstantinopel, wie ihr Vater ist auch sie in der Magie kundig.
      Hier geht es um verhüllen enthüllen und die große Liebe, ähnlich Lohengrin, auch das die Horden aus dem Osten aufgehalten werden sollen, hier die Sarazenen die die Stadt Blois, die Heimatstadt Rolands belagern.
      Auch gibt es ein Zauberschwert das Roland unbesiegbar macht.
      Esclarmonde wird von ihrem Vater in Tiefschlaf versetzt ähnlich Brünnhilde, und Roland gewinnt beim Turnier seine Esclarmonde die als Preis dem Gewinner winkt, das alles und noch mehr was man zu einer Ritterromanze braucht, gibt es in dieser Grand Opéra.
      Der Prolog und Epilog spielen jeweils in der Basilika von Byzanz mit gewaltigen Orgelklängen, die Musik dieses Werkes ist so vielfältig und von großem musikalischenm Reichtum das man aus dem staunen nicht herauskommt.
      Die Anforderungen an die Sängerin der Esclarmonde ist enorm mit einer satten Mittellage und höhengespikten Tessitura bis zum hohen F und G, die Sängerin der UA war dann auch wie bei der Thaïs Sybil Sanderson von der Massenet äußerst angetan war. Die Sängerin die es in den siebzigern schaffte die Esclarmonde wieder auf die Bühne zu bringen war Joan Sutherland!

      AD 1975


      Joan Sutherland der große Star dieser Einspielung glänzt hier in allen Schattierungen und bringt die Figur zum leuchten, das ist ganz große Kunst. Auch den typischen Tonfall von Massenet beherrscht sie vortrefflich, anders als die Herren!
      G.Arragal als Roland ist auch auf sehr hohem Niveau angesiedelt, C.Grant als Kaiser prunkt mit sonoren Basstönen und der Bischof von Blois ist mit L.Quilico bestens besetzt.
      Wenn man eine böse Zunge hätte, könnte man fast sagen die Herren sind nur Staffage, so ist es natürlich nicht, aber die Sutherland beherrscht diese Aufnahme schon ohne hörbare Probleme!
      Allerdings meine ich gelesen zu haben das sie die Partie einen Ton tiefer gelegt hat, ob nun F oder G, ihre Spitzentöne kommen wie Raketen!
      Richard Bonynge begleitet seine Gattin aufs trefflichste mit einem gut geführten Orchester.
      Auch hier lohnt allemal ein näheres kennenlernen dieser grandiosen Oper.

      LG palestrina
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      Oolong
    • Falstaff schrieb:

      Schöner Thread, lieber Palestrina.

      Thais selber habe ich noch nie gehört, wie sich überhaupt meine Massenet-Kenntnisse auf Werther, Cid, Manon und Thérèse beschränken. Da habe ich also noch einiges zu entdecken. ;)

      LG Falstaff
      Lieber Falstaff, das ist doch schon mal was, da kannst du ja auch was dazu beitragen, würde mich freuen!

      LG palestrina
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      Oolong
    • Mal so zwischendurch ...



      ...sehr unterhaltsam und lesenswert, er hatte schon ein sehr bewegtes Leben.
      Massenet weiß seine Lebensgeschichte lebendig zu schildern, und er vermittelt als der „ Mucicien de la Belle Epoche " viele teils unbekannte Einsichten in das zeitgenössische Musikleben Frankreichs.

      Es macht ungeheueren Spaß und Freude das mal wieder zu lesen und seine Musik dazu zu hören.

      LG palestrina
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      Oolong
    • Ebenfalls eine der unbekannteren Opern ist „ Le Roi de Lahore " ...
      ...UA 27.April 1877 Opéra, Paris.Das Libretto stammt von dem damals bekanntesten Librettisten Louis Gallet.
      Die Presse schrieb: Das Haus war überfüllt, der Erfolg überwältigend und die Pracht der szenischen Aufführung noch nie soweit getrieben worden!
      Die Sänger der UA, Jean Lassalle als Scindia, Joséphine de Reszké (Schwester der berühmten Brüder) als Sitâ, Marius Solomon als Alim, Auguste Boudouresque als Timour, Jeanne Fouquet als Kaled und Menu .als Indra. Nach diesem Erfolg wurde Massenet der führende Opernkomponist seiner Epoche.

      Hier der Inhalt bei Zazzarino und Hier das deutsche Libretto bei Operone

      Geschrieben in der obligatorischen fünfaktigen Form als Grand Opéra, enthält die Oper all den Pomp und all die Masseneffekte die das damalige Pariser Publikum liebte und schätzte, Tempelszenen, Ballett-Einlagen, grandiose Ensembles, einen königlichen Aufmarsch und berauschende Arien und Duette.

      Massenet verschwendete hier seine Einfälle mit üppiger Hand, was überraschende, abwechslungsreiche und effektvolle Einfälle angeht, die Musik hier ist seine reichste Partitur überhaupt. Und doch werden nur wenige dieser Einfälle so entwickelt wie Massenet es in seinen späteren Opern getan hat.
      In den ersten Rezensionen wurde besonders auf Orchestrierung hingewiesen, im besonderen auf die Ouvertüre mit ihrer Eröffnungsfanfare, die Tumult, wilde Flucht und Unheil ankündigt und der darauf folgenden zärtlichen Melodie, die von den Geigen gespielt wir und in der Vision Sitâs wiederkehrt.
      Auch hervorzuheben ist die Ballettmusik mir ihrer langsamen Walzermelodie für Saxophon und der Hindu Melodie für Flöte, die als bezauberndes Juwel an Originalität empfunden wird.

      AD 1979

      Alim Luis Lima
      Sitâ Joan Sutherland
      Scindia Sherrill! Milnes
      Indra Nicolai Ghiaurov
      Timour James Morris
      Kaled Huguette Tourangeau

      National Philharmonic Orchestra
      Richard Bonynge

      Sutherland und Bonynge waren es auch die in Vancouver am 23.9.1977 die Oper der Vergessenheit entrissen haben.

      Gesungen wird hier ganz vortrefflich , und wie nicht anders zu erwarten ist Frau Sutherland der Star der Aufnahme, es ist immer wieder erstaunlich wie sie das alles bewältigt. Der Scindia von Milnes ist ebenfalls zu erwähnen und Lima als Alim hat auch mein Wohlwollen im besonderen, da ich ihn oft Live gehört habe.
      Ghiaurov als Gott Indra verströmt auch hier seine üppige Bassstimme. Tourangeau und Morris tragen ebenfalls zum gelingen dieser Produktion bei!

      für eine italienische Aufführung ( in Italien war die Oper ebefalls ein großer Erfolg ) nachkomponierte Arie der Sitâ „ Viens, ô mon bien aime " , in der die Priesterin den von den Toten in die irdische Wiederkunft auferstandenen Alim voller Ahnung des gemeinsamen Liebestodes erwartet, hat Massenet zum erstenmal eine jener Melodien geschrieben, die sich auf weichem Harmoniegrund wie Arme um einen Nacken schlingen!

      LG palestrina

      Quellen:
      Ulrich Schreiber
      u.Booklet der LP Ausgabe
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong

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    • Falstaff schrieb:

      palestrina schrieb:

      Als erste Oper die hier genannt werden soll ist Thaïs, eine Oper die soganz zu dem Klischee des >Fin de siècle< passt.
      Lieber Palestrina, meine Erstbegegnung mit Thais wird nun, weil preiswert geschossen, diese Aufnahme sein:


      Von der Besetzung her, klingt es mir zunächst recht wenig französisch, aber ich bin trotzdem sehr gespannt. Wie schätzt du diese Aufnahme ein?

      LG Falstaff
      Lieber Falstaff, auch für die Sills kam die Rolle etwas spät, aber es ist definitiv eine der besten/die Beste (lt.div.Medien), ich jedenfalls mag sie beide, denn Gedda ist ebenfalls gut und passt sehr gut zu der Rolle des Nicias, allein Milnes ist nicht so gut wie Bacquier, aber du weißt ja, daß ich mit dem Cowboy immer so meine Probleme habe ;) !
      Maazel hat hier auch mein Wohlwollen, das ist doch ganz inspirierend geraten!

      LG palestrina
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      Oolong

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    • palestrina schrieb:

      Lieber Falstaff, auch für die Sills kam die Rolle etwas spät, aber es ist definitiv eine der besten/die Beste (lt.div.Medien), ich jedenfalls mag sie beide, denn Gedda ist ebenfalls gut und passt sehr gut zu der Rolle des Nicias, allein Milnes ist nicht so gut wie Bacquier, aber du weißt ja, daß ich mit dem Cowboy immer so meine Probleme habe !
      Maazel hat hier auch mein Wohlwollen, das ist doch ganz inspirierend geraten!
      Dank dir, lieber Palestrina, für die Rückmeldung. Ich muss gestehen, dass ich das Hören kurz unterbrochen habe, weil ich den Samson dazwischengeschaltet habe. Ich bin aber weiterhin sehr gespannt. V.a. auf die Sills. Das Gedda seine Sache in dem Bereich gut macht, ist eigentlich fast schon blind zu vermuten. :) Milnes habe ich live in tollen Aufführungen als Jago und Posa erlebt, kann ihn mir aber im französischen Fach auch nicht so richtig vorstellen. Cowboy trifft es schon ganz gut. ;) Morgen komme ich wohl dazu, das ganze Ding durchzuhören.

      LG Falstaff
    • Lieber Palestrina, ich habe 'Thais' mit Sills und Gedda jetzt nahezu beendet. Ich muss gestehen, mit der Oper habe ich mich nun ein wenig schwer getan, weshalb das Durchhören auch so lange dauert. Aber ich bin mir trotzdem sicher, dass es keine Oper ist, die ich beiseite legen werde. Ich muss sie halt häufiger hören, sicherlich auch in anderen Interpretationen.

      Völlig unvertraut mit dem Werk haben mir Sills, Gedda und durchaus auch Milnes schon gefallen, wobei beim Athanael schon noch Luft nach oben ist. Da kann ich mir sehr gut bessere Sänger vorstellen. Dass die Rolle für die Sills ein wenig zu spät kam, ist mir jetzt nicht weiter aufgefallen. Allerdings bin ich mit ihrer Stimme auch viel zu wenig vertraut. Bei beiden störte mich aber durchaus das sehr amerikanische Französisch. :)

      LG Falstaff
    • Da ich die Maazel-Aufnahme der Thaïs vor ein paar Tagen zufällig günstig entdeckt habe, habe ich mich auch mal von diesem Thread anstecken lassen. Die Oper ist mir bisher ebenfalls unbekannt gewesen (außer der Méditation natürlich). Ansonsten kenne ich von Massenet nur die Manon.

      Die Handlung finde ich gewöhnungsbedürftig. Letztlich ist es das in französischen Opern beliebte Motiv einer exotischen femme fatale, die den rechtschaffenen Mann vom rechten Weg abbringt, hier jedoch kombiniert mit einer übertriebenen Religiosität.

      Musikalisch gefällt mir die Oper dagegen gut. Besonders ansprechend finde ich den Monolog Athanaëls über den Zustand Alexandrias im 1. Akt, die erste Szene im 2. Akt (bis zur Méditation) und die Traumszene im 3. Akt, aber auch die exotisch klingenden Stücke wie das Quartett, bei dem Athanaël verkleidet wird, oder die Szene der Charmeuse. Den Schluss finde ich etwas dick aufgetragen. Thaïs' Tod kommt ohnehin völlig unmotiviert. (Erfährt man überhaupt, woran sie eigentlich stirbt?)

      Mit der Aufnahme bin ich soweit ich das beurteilen kann zufrieden. Sills und Gedda nehme ich ihre Figuren ab, Milnes gefällt mir sowieso immer. Unter den Nebenrollen ist die sehr schöne Stimme von Norma Burrowes als La Charmeuse hervorzuheben.

      Ich habe die Aufnahme erst einmal gehört, denke aber, dass ich die Thaïs in Zukunft häufiger hören werde als Manon.

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Ich möchte einmal zitieren, was Löbl/Werba in ihrem Hermes Handlexikon: Opern auf Schallplatten (1. Auflage 1983) zur Thais mit Sills schrieben:

      "Milnes ist ein herrlicher Stimmprotz auch dort, wo er nicht genau weiß, worum es geht. Die Sills hat nicht den emotionalen Mut den die Moffo in ihren späteren Jahren schon besaß. Ihre Thais ist um Nuancen zu - kalkuliert."

      Da ich die Aufnahme mit der Moffo nicht kenne, kann ich den Vergleich nicht so richtig beurteilen. Aber, lieber Palestrina, dir wird das wohl entgegenkommen. ;)

      LG Falstaff
    • Neu

      'Thérèse' - Oper in 2 Akten, uraufgeführt 1907 in Monte Carlo. Erst vier Jahre später folgte dann die Pariser Erstaufführung an der Opera Comique zusammen mit Ravels 'L'heure espagnole'.

      Die Oper spielt während der französischen Revolution. Thérèse schwankt zwischen ihrem Ehemann, einem Girondisten und ihrem Liebhaber, einem Adligen. Obwohl sie ihrem Liebhaber verspricht, ihm ins Exil zu folgen, steht sie doch zu ihrem Ehemann im Moment seiner Exekution als sie 'Vive le Roi' aus ihrem Fenster in die Menge ruft. Daraufhin wird sie auch zur Guillotine geschleppt und geköpft.

      Seltsamerweise hat sich die Oper nie so richtig durchsetzen können. So fand die amerikanische UA erst 1985 statt und auch die CD-Ausgaben sind sehr überschaubar. Wikipedia (es gibt übrigens keinen deutschen Artikel zu Thérèse) listet nur drei auf: Bonynge, Albrecht und Altinoglu.

      Die vermeintlich oder wirklich fehlende Popularität hängt vielleicht mit der Kürze des Werkes zusammen. Sie passt auf eine CD ( :) ) und ist von daher, wird sie nicht gekoppelt, für einen vollständigen Opernabend doch recht kurz.

      Musikalisch könnte ich mir keine Gründe vorstellen. Bietet sie doch zumindest eine wunderbare Arie der Thérèse (Jour de juin) und ein sehr ergreifendes langes Duett zwischen ihr und ihrem Liebhaber.



      Kennengelernt habe ich das Werk quasi in dieser Einspielung. ;) Sieben Jahre später führte Albrecht es konzertant in Hamburg auf. Baltsa und Fortune waren ebenfalls dabei, nur Richard Leech (und er war großartig) ersetzte Araiza. Albrecht dirigierte zügig, unterstrich dabei die dramatischen Partien (vielleicht ein wenig zu sehr), allerdings fehlte ihm IMO dabei der Sinn für das Lyrische. Insgesamt klang es mir zu hart, was allerdings auch am Hamburger Orchester gelegen haben mag.

      Baltsa, vielleicht keine Sängerin des französischen Repertoires per se, war das, was sie auf der Bühne eigentlich immer war. Überwältigend! Richard Leech, ein Tenor mit wirklichem Händchen für das französische Fach, war an diesem Abend stimmlich ein Genuss und der Baltsa absolut ebenbürtig. Über Fortune kann ich nach all den Jahren nun allerdings nichts mehr sagen. Er war jedenfalls kein Ausfall. :)

      :hello Falstaff
    • Neu

      Hallo lieber Falstaff, oh ja das ist eine kurzweilige tolle Oper diese „ Thérèse " und wie du schreibst, auch ich kann nicht verstehen warum sie so wenig aufgeführt wird! :(
      Oh ja, Leech hätte ich auch gerne gehört, denn auf der CD Ausgabe ist Araiza der kleine Knackpunkt, die Stimme klingt für mich immer belegt und rau, zu Baltsa kan man stehen wie man will, hier macht sie ihre Sache doch ganz gut, und G.Fortune ist gut aber auch nicht so ganz idiomatisch in der Aussprache (ich habe ihn in Berlin noch oft gehört, sein Posa war vortrefflich) .
      Vielleicht komme ich nochmals darauf zurück, ich besitze noch zwei Aufnahmen dieser schönen Oper!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong