Berlioz, Hector  „ La Damnation de Faust " Einspielungen

    • Berlioz, Hector  „ La Damnation de Faust " Einspielungen

      Legende dramatique " in vier Akten

      So nannte Berlioz sein Werk das nach dem Vorläufer, den „ Huit Scènes de Faust " entstand, quasi waren diese Szenen die Grundlage!
      Text: Gérard de Nerval, Almire Gardonnière und Berlioz nach GGoethes Faust.

      Faust erscheint hier in wechselnden Gestalten, im ersten Teil als Schwärmer, im zweiten als Verführter, im dritten als der Verführer und schließlich als Verdammter.

      Der philosophische Kern des Werkes liegt in der großen Anrufung der Natur, die Fausts Fall vorausgeht, und im Kontrast zwischen ihr und einer zweiten Szene Fausts in Gemeinschaft mit den Elementen : der pastoralen Sinfonie, die das Werk eröffnet. In der früheren Szene schwingt noch Hoffnung, oder zumindest erscheint sie so; und in seiner Kontemplation gerät Faust so in Ekstase, daß er für den Augenblick glauben kann Überdruss und Langeweile seien überwunden. In der Anrufung sehen wir Faust , dem Tode nahe, allein mit einer andersgearteten Natur von unbezähmter Gewalt und ungeheuerlicher Indifferenz: nur in der Erhabenheit der Wälder, im Heulen der Winde, im Brausen der Katarakte und im kalten Glanz der Sterne kann er ein Echo seines einsamen Selbst finden.
      Das ist vertraute romantische Empfindung; aber es hat den Komponisten zu einer zeitlosen Darstellung menschlicher Isolation inspiriert.
      Auch mit der Figur des Faust hat Berlioz die Niederlage des romantischen Traums nachvollzogen.
      Aus „ Faust und die Auflösung des romantischen Traums " von David Cairns

      Berlioz Werk das mit einer solch wundervollen Eröffnung prunkt und des weiteren an Schönheit, Dramatik und wunderschöner Musik nicht verliert, hatte von Anfang an meine ganze Liebe, kennengelernt habe ich Berlioz durch Aufführungen der Troyaner, danach war ich Berlioz süchtig.
      Die „ La Damnation de Faust " verbinde ich von Anfang an mit der genialen und vor allem idiomatischen Interpretationen von Nicolai Gedda, da reicht kaum ein anderer heran, R.Verreau, R.Leech und P.Grooves kommen dem noch am nächsten!

      Falstaff schrieb:

      Nun diese Aufnahme hier:


      Und wieder einmal finde ich bestätigt, je mehr ich von Pretre höre, je mehr schätze ich ihn.

      :hello Falstaff

      Ich habe diese Aufnahme zusammen mit den Trojanern in dieser 4 CD Box....

      AD 11.1.1960 Rom

      Ich finde diese Aufnahme vorzüglich, allerdings hätte man Prétre ein besseres Orchester gewünscht, aber er macht das beste daraus.
      Von den Sängern gibt keine Einwände, bis auf den kleinen, M.Horne singt nicht so ganz idiomatisch, aber sie macht großen Eindruck, Gedda mit viel Emotion was ich gerade drum besonders liebe an solchen Live Aufnahmen und R.Soyer gibt einen hervorragenden Méphistophélès.

      LG palestrina

      ____________________________________________________________________________________________________________________

      Vielleicht postet unser lieber Falstaff noch ein paar Sätze dazu, würde mich sehr freuen! :)
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong

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    • Ich hoffe, ich komme mit meiner Aufnahme nicht zu früh:



      La Damnation de Faust Op.24, Inbal

      Kölner Rundfunkchor,
      Chor des NDR Hamburg,
      Südfunk-Chor Stuttgart,
      Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, Eliahu Inbal
      Alte Oper Frankfurt, 16. - 18. Februar 1989

      Und ich muss gestehen, dass ich sie seit vielen Jahren nicht mehr gehört habe.

      Ich werde mich aber bemühen, dies nachzuholen und dann zu berichten.


      Grüße
      Jürgen
    • Für viele Berlioz-Freunde noch immer ein Geheimtipp ist diese Aufnahme:

      Richard Verreau (Faust), Consuelo Rubio (Marguérite), Michel Roux (Mephistophéles), Pierre Mollet (Brander)
      Choeurs Elisabeth Brasseur & Orchestre Lamoureux Paris, Leitung: Igor Markevitch.
      Die Aufnahme ist von 1957 (!), klingt erstaunlich frisch, in guter Stereo-Qualität. Wenn man vom Dirigenten und der Sopranistin absieht, sind hier die Franzosen ganz unter sich.
    • Jürgen schrieb:

      Ich hoffe, ich komme mit meiner Aufnahme nicht zu früh:



      La Damnation de Faust Op.24, Inbal

      Kölner Rundfunkchor,
      Chor des NDR Hamburg,
      Südfunk-Chor Stuttgart,
      Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, Eliahu Inbal
      Alte Oper Frankfurt, 16. - 18. Februar 1989

      Und ich muss gestehen, dass ich sie seit vielen Jahren nicht mehr gehört habe.

      Ich werde mich aber bemühen, dies nachzuholen und dann zu berichten.


      Grüße
      Jürgen
      Hallo lieber Jürgen, ich war am 18. in dieser Aufführung, mir hat damals die Maria Ewing nicht ganz so gut gefallen, da ich mit der Marguerite immer einen Mezzo im Ohr habe, aber ich bin gespannt auf deine Eindrücke!

      Waldi schrieb:



      Diese Aufnahme von 1969 ist angeblich die beste unter den Einspielungen mit Nicolai Gedda. Sie liegt seit ein paar Monaten noch eingepackt bei mir zum Anhören bereit. ich möchte Jürgens Beispiel (in seinem letzten Satz des vorigen Beitrags) bald folgen.
      Mein lieber Waldi bei mir würde sowas nie solange ungehört rumliegen ;) , das ist eine ganz ganz herrliche Aufnahme, ich würde sogar sagen es ist die BESTE, vor allem ist die Baker eine ganz grandiose Marguerite, da ist nichts aufgesetztes das klingt alles natürlich, über Gedda ist alles gesagt :down :down :down , und Bacquier ist ein ganz individueller hervorragender Méphistophélès also, das ganze ist die Einheitlichste Gesammtleistung. Und natürlich mit einem Prétre bei dem man die Liebe zu diesem Werk überall spürt, hätte er dieses Orchester in Rom gehabt!!

      Lieber Waldi auch bin ich gespannt auf die Eindrücke deiner Ohren !

      LG palestrina
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      Oolong
    • Don Perlimplin schrieb:

      Für viele Berlioz-Freunde noch immer ein Geheimtipp ist diese Aufnahme:

      Richard Verreau (Faust), Consuelo Rubio (Marguérite), Michel Roux (Mephistophéles), Pierre Mollet (Brander)
      Choeurs Elisabeth Brasseur & Orchestre Lamoureux Paris, Leitung: Igor Markevitch.
      Die Aufnahme ist von 1957 (!), klingt erstaunlich frisch, in guter Stereo-Qualität. Wenn man vom Dirigenten und der Sopranistin absieht, sind hier die Franzosen ganz unter sich.
      Hallo lieber Don Perlimplin, ich denke so geheim ist die Aufnahme heute bei den Berlioz Freunden nicht mehr ;) , die Aufnahme ist von 12.1955 in Stereo und wurde erst 1960 als LP veröffentlicht, und der „ Harold en Italie " ist von 5.1959 aber in Mono.
      Die Aufnahmen kamen erstmals 2002 als CD auf den Markt, ich z.B. habe lange gehofft das es geschieht!

      Ich habe die Aufnahme bei meiner heutigen Hörsitzung nicht gehört, aber in den nächsten Tagen bestimmt, aber du könntest ja auch liebend gerne deine Höreindrücke hier schildern!!

      LG palestrina
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      Oolong
    • Falstaff schrieb:

      palestrina schrieb:

      das ist eine ganz ganz herrliche Aufnahme, ich würde sogar sagen es ist die BESTE, vor allem ist die Baker eine ganz grandiose Marguerite,
      Bestellt, lieber Palestrina. Langsam wirst du ziemlich teuer. ;) PS: Deine Einschätzung der römischen 'Verdamnis' unterschreibe ich sofort.
      Und die auch noch gleich dazu (Dank an Don Perlimplin für den Tipp):



      LG Falstaff
      Lieber Falstaff, ich bin viel teurer :D aber du wirst deine Freude daran haben.
      Bei der Markevitch Aufnahme bin ich auch auf deine Eindrücke gespannt, na wir werden sehen wer als erster hier postet! :)

      LG palestrina
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      Oolong
    • palestrina schrieb:

      Bei der Markevitch Aufnahme bin ich auch auf deine Eindrücke gespannt, na wir werden sehen wer als erster hier postet!
      Ich werde mich wohl nur anschließen können. Hängt halt von Amazon ab. :D Ich bin aber sehr auf den Tenor gespannt. Gedda setzt schon 'ne Marke. Das muss man erstmal erreichen.

      Gehört habe ich in den letzten Tagen diese Aufnahme nochmal:



      Ich muss sagen, ich höre sie recht gerne, ist sie doch meine (noch) einzige Studioaufnahme. Sie ist gut, ohne Schwachstellen, aber auch ohne großartige Besonderheiten. Eine anständige Produktion wenn auch nicht sehr idiomatisch.

      LG Falstaff
    • Falstaff schrieb:

      Gehört habe ich in den letzten Tagen diese Aufnahme nochmal:



      Ich muss sagen, ich höre sie recht gerne, ist sie doch meine (noch) einzige Studioaufnahme. Sie ist gut, ohne Schwachstellen, aber auch ohne großartige Besonderheiten. Eine anständige Produktion wenn auch nicht sehr idiomatisch.

      LG Falstaff
      In die habe ich auch noch nicht wieder reingehört, aber da ist das Problem wieder mit Edith Mathis, ich bevorzuge einfach einen Mezzo, ich glaube mich zu erinnern daß das Orchester ziemlich fetzig war!?

      LG palestrina
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      Oolong
    • palestrina schrieb:

      Hallo lieber Don Perlimplin, ich denke so geheim ist die Aufnahme heute bei den Berlioz Freunden nicht mehr , die Aufnahme ist von 12.1955 in Stereo und wurde erst 1960 als LP veröffentlicht, und der „ Harold en Italie " ist von 5.1959 aber in Mono.
      Hallo lieber palestrina,

      mit Geheimtipp meinte ich, dass die Aufnahme trotz ihres Alters und vieler neuerer Produktionen noch immer im Gespräch ist. Es gibt Berlioz-Fans, die sie als Nr. 1 bezeichnen. Ich selber besitze sie nur auf LP und kann sie (Plattenspieler ist defekt) momentan nicht hören. Ich habe sie aber in positiver Erinnerung.

      Bei den Aufnahmedaten muss ich Dir aber widersprechen. Ich denke, da ist Dir ein Irrtum unterlaufen: Gemäß Hersteller-Info stammt der "Faust" vom Mai 1959 (Paris, Salle de la Mutualité), während "Harold in Italien" im Dezember 1955 in Berlin eingespielt wurde. Veröffentlicht wurden die Aufnahmen erstmals 1960 (Faust) unter der Nr. SLPM 138099/100 und 1956 (Harold) unter der Nr. LPM 18299.
      Das deckt sich auch mit dem Hinweis, dass die DG erst ab Dezember 1958 Stereo-Platten produziert hat.

      Wie auch immer, ich wünsche viel Freude mit den Aufnahmen; den "Harold" kenne ich allerdings nicht. Als Solist ist Heinz Kirchner vermerkt (mir weiter nicht bekannt).

      LG Don Perlimplin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Don Perlimplin ()

    • Don Perlimplin schrieb:

      palestrina schrieb:

      Hallo lieber Don Perlimplin, ich denke so geheim ist die Aufnahme heute bei den Berlioz Freunden nicht mehr , die Aufnahme ist von 12.1955 in Stereo und wurde erst 1960 als LP veröffentlicht, und der „ Harold en Italie " ist von 5.1959 aber in Mono.
      Hallo lieber palestrina,
      mit Geheimtipp meinte ich, dass die Aufnahme trotz ihres Alters und vieler neuerer Produktionen noch immer im Gespräch ist. Es gibt Berlioz-Fans, die sie als Nr. 1 bezeichnen. Ich selber besitze sie nur auf LP und kann sie (Plattenspieler ist defekt) momentan nicht hören. Ich habe sie aber in positiver Erinnerung.

      Bei den Aufnahmedaten muss ich Dir aber widersprechen. Ich denke, da ist Dir ein Irrtum unterlaufen: Gemäß Hersteller-Info stammt der "Faust" vom Mai 1959 (Paris, Salle de la Mutualité), während "Harold in Italien" im Dezember 1955 in Berlin eingespielt wurde. Veröffentlicht wurden die Aufnahmen erstmals 1960 (Faust) unter der Nr. SLPM 138099/100 und 1956 (Harold) unter der Nr. LPM 18299.
      Das deckt sich auch mit dem Hinweis, dass die DG erst ab Dezember 1958 Stereo-Platten produziert hat.

      Wie auch immer, ich wünsche viel Freude mit den Aufnahmen; den "Harold" kenne ich allerdings nicht. Als Solist ist Heinz Kirchner vermerkt (mir weiter nicht bekannt).

      LG Don Perlimplin
      Hallo lieber Don Perlimplin, es ist schade daß du es jetzt nicht hören kannst !

      Der Irrtum der Daten liegt am Booklet, aber mir kam das Gestern beim posten schon seltsam vor, hinten im Booklet sind beide LP Ausgaben angezeigt und die Daten darunter sind vertauscht! Sorry!!
      Habe dann nach deinem Post im Booklet über die Entstehung gelesen und dort steht es dann richtig!

      Schönen Tag noch und LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • palestrina schrieb:

      es ist schade daß du es jetzt nicht hören kannst
      Das glaube ich gerne, lieber palestrina!
      Ich habe schon mal überlegt, mir einen neuen Plattenspieler zu kaufen, aber ich komme ja kaum zum CD-Hören! Du weißt ja, Rentner haben nie Zeit :I . Bei mir liegen noch mindestens 200 CDs herum, die ich noch nie gehört habe!
      Was die Aufnahmedaten angeht, hatte ich mir schon so was ähnliches gedacht. Die Plattenfirmen sind oft recht schlampig mit ihren Angaben. Da bin ich auch schon mehr als einmal drauf reingefallen.

      Hauptsache ist, dass Dir die alte Aufnahme gefällt. Weiterhin viel Spaß beim Hören!

      LG Don Perlimplin
    • Heute habe ich nun diese Aufnahme nach langer Zeit mal wieder gehört ...

      AD 10.1973 Boston Symphonie Hall

      hier bestätigt sich mein Eindruck über E.Mathis, nicht meine Marguerite, obwohl sie das wahrlich nicht schlecht macht, aber der Clou der Aufnahme ist einmal mehr S.Burrows, ich mag sein Timbre und er setzt Akzente mit weicher Tongebung. Donald McIntyre macht großen Eindruck, jedoch bin ich nicht so ganz von seiner Interpretation überzeugt, daß ist mir zum Teil etwas zu aufgesetzt, und da komme ich auch zum Knackpunkt der Aufnahme, nämlich das Orchester, und das ist mir zu aufgesetzt und vordergründig und vor allem ungeheuer bombastisch wer darauf steht wird hier bestens bedient, mein Gott wie das manchesmal rummst, und der jenige der das Schlagwerk besonders die große Trommel bediente, hatte bestimmt ungeheueren Spaß dabei. :D Auch ist Ozawa in vielem mMn etwas zu schnell, gerade schon am Anfang in der Naturszene.
      Durch die ungeheure Wucht des Orchesters gehen halt viele Feinheiten der Partitur verloren, aber wie gesagt wer es wuchtig liebt hat seine helle Freude daran! ;)

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong


    • Jetzt habe ich gehört und kann mich palestrina voll anschließen. Eine herrlich balancierte Aufnahme mit der richtigen Mischung aus ästhetisierter Dramatik und subtiler Klangschönheit mit perfekten Interpreten. Das gilt auch für "la Mort de Cléopâtre". Alles Grelle wird - für mein Empfinden richtig - vermieden. Gedda war im französischen Fach immer am besten. Auch die kleinen Partien sind hervorragend besetzt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Waldi ()

    • Waldi schrieb:

      Gedda war im französischen Fach immer am besten.
      Das kann man wohl sagen lieber Waldi, denn heute habe ich weitere drei Aufnahmen gehört bei den haben alle Tenöre ein Problem!

      AD 1995/96

      Zuerst möchte ich sagen, auch hier gefällt mir das Orchester nicht so ganz, das ist sehr undifferenziert und kommt dem der Ozawa Aufnahme sehr nahe.
      Fange ich mal bei dem Tenor an, will aber noch einen Eindruck vorausschicken nämlich, daß die meisten Tenöre mit dem Anfang Probleme haben warum, das ist mir noch nicht so ganz klar so auch hier Keith Lewis, das ist wie gesagt am Anfang der Damnation schlichtweg unschön, aber ab dem dritten Teil scheint er wie ausgewechselt, natürlich kann das in einer anderen Aufnahme Sitzung eingespielt worden sein, aber hier ist das sehr auffällig, und die beiden Arien singt er sehr schön auch vom Ausdruck ist da nichts mehr auszusetzen, er singt auch schon in der Osterhymnus Szene viel freier und emotionaler.
      Bryn Terfel als Méphistophélès ist sehr gut, aber zu der Rolle als solche ist er noch nicht ganz vorgedrungen, ich denke schon das er weiß was er singt, aber es hat keine Tiefe, das bleibt alles so an der Oberfläche, ich hatte manchesmal den Eindruck das es lächerlich wirkt bis schmierig.
      Und nun zu Frau von Otter, das ist in meinen Ohren leider gar nicht mein Fall, als allererstes stört mich ihr unangenehmes Vibrato, wie ihr wisst habe ich nichts gegen ein angenehmes, und ihre Ausdrucksmittel sind hier auch sehr begrenzt, das einzige mal wo sie mithält ist im Duett mit Faust, oder soll ich sagen mitgerissen wird! :D Also Ensemble ist das keins, ich denke eher hier versucht jeder sein eigenes Ding zu machen!

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • palestrina schrieb:

      Durch die ungeheure Wucht des Orchesters gehen halt viele Feinheiten der Partitur verloren, aber wie gesagt wer es wuchtig liebt hat seine helle Freude daran!
      Lieber Palestrina, du hast recht, was das Verlorengehen vieler Details angeht. Aber insgesamt empfinde ich die Aufnahme eh als wenig französisch, so dass mich ein 'gröberer Pinsel' hier nicht so stört. V.a. wenn es so ausgezeichnet musiziert wird wie von den Bostonern.

      LG Falstaff
    • Waldi schrieb:

      Jetzt habe ich gehört und kann mich palestrina voll anschließen. Eine herrlich balancierte Aufnahme mit der richtigen Mischung aus ästhetisierter Dramatik und subtiler Klangschönheit mit perfekten Interpreten. Das gilt auch für "la Mort de Cléopâtre". Alles Grelle wird - für mein Empfinden richtig - vermieden. Gedda war im französischen Fach immer am besten. Auch die kleinen Partien sind hervorragend besetzt.
      Heute ist die Aufnahme bei mir eingetroffen und ich kann mich eurer beider Urteile nur anschließen. Vielleicht nimmt Pretre die Arie der Marguerite ein wenig schnell, aber das ist Mäkelei ;) und wohl eher mein eigener Geschmack.

      LG Falstaff
    • Nun habe ich auch den Markevitch gehört und muss sagen, die Aufnahme hat mich wirklich umgehauen, hemmungslos begeistert. In allen Bereichen sogar mehr noch als die Pretre-Version. So klar und durchscheinend, fast ätherisch musiziert. Fanstastisch. Dazu die Sänger, die ich eigentlich durchweg höher einschätze als Gedda, Baker und Bacquier.

      Gut, in diesem Bereich, im Bereich zweier wunderbarer Aufnahmen ist es dann auch Geschmackssache. Und es geht letztlich auch nur um Nuancen. So empfinde ich Verreau doch als ausdrucksvoller. Die Baker ist großartig, wie sie ja überhaupt eine grandiose Sängerin war, nicht nur bei Berlioz. Aber mich hat ihr Timbre nie so angesprochen. Halt Geschmackssache, während die Rubio mich sogleich getroffen hat. Bei Roux oder Bacquier kann ich mich allerdings nicht entscheiden.

      Aber letzten Endes braucht man wohl wirklich beide Aufnahmen.

      :hello Falstaff
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