Debussy "Pour le piano"

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    • Debussy "Pour le piano"

      Hallo,

      kennt Ihr eine richtig gute Aufnahme von Debussys „Pour le piano“?

      Ich besitze bereits Aufnahmen von Jean-Bernard Pommier (Virgin) und Emil Gilels (Aura). Pommier halte ich schon für grandios, Gilels hier eher für durchwachsen. Wen muss man mit dem Werk noch gehört haben?

      Gruß, Cosima
    • RE: Debussy "Pour le piano"

      Die Aura-Aufnahme von Gilels halte ich für schwach. Wesentlich besser ist jene in der BrilliantClassic Box!

      Besonders großartig: Walter Gieseking! Etwas besseres ist mir bei dieser Komposition noch nicht untergekommen - mit Abstand!

      Gelegentlich höre ich auch gerne, trotz der minderen Tonqualität (wohl sein Revox-Tonband-Gerät) und des eigentümlichen Anschlags, die virtuose, fließende, bezwingende von Friedrich Gulda (Great pianists Serie). Gulda galt ja in frühen Jahren ein Spezialist für die Französische Musik.

      Ich hab' auch die mit Kon Woo Paik, die ich innerhalb des Rahmen seines Konzeptalbums mit Satie-Musik sehr gerne mag; wie überhaupt diesen Piansisten, gleichgültig, wie hoch sein Spiel tatsächlich einzuschätzen sein mag.

      Sehr empfohlen wurde mit Cecile Ousset (ich glaube eher die bei BerlinClassics war gemeint als bei der EMI); aber ich konnte sie noch nicht hören.

      Dieses Werk Debussys gefällt mir übrigens recht wenig im Vergleich zu seinen anderen. (Eine Interpretation durch Glenn Gould hätte mich sehr interessiert: das hätte ihm gelegen haben müssen!)
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

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    • RE: Debussy "Pour le piano"

      Original von ab
      Besonders großartig: Walter Gieseking! Etwas besseres ist mir bei dieser Komposition noch nicht untergekommen - mit Abstand!


      Auf welcher CD wäre denn das Werk zu bekommen? Ich konnte nichts finden eben.

      Kennst Du die Pommier-Aufnahme? Ich frage wegen des Abstands.

      Gruß, Cosima
    • RE: Debussy "Pour le piano"

      Original von Cosima
      Original von ab
      Besonders großartig: Walter Gieseking! Etwas besseres ist mir bei dieser Komposition noch nicht untergekommen - mit Abstand!


      Auf welcher CD wäre denn das Werk zu bekommen? Ich konnte nichts finden eben.

      Kennst Du die Pommier-Aufnahme? Ich frage wegen des Abstands.

      Gruß, Cosima


      Wahrscheinlich hier, liebe Cosima:



      Meine Gieseking-Diskographie sagt allerdings, daß er "Pour le piano" dreimal für EMI aufgenommen hat: 1949, 1951 und 1953. Eine Rundfunkaufnahme gibts auch.

      Gruß,

      Zelenka
    • Original von Cosima
      Das Cover hast Du von jpc heruntergeladen, allerdings finde ich dort die Aufnahme nicht.

      Okay, ich habe sie immerhin bei amazon entdeckt. Ein stolzer Preis. :(

      Gruß, Cosima


      Bin ja auch rot vor Zorn angelaufen wegen des Preises! :S Aber Gieseking ist ja auch nicht irgendwer. :D

      Gruß,

      Zelenka
    • RE: Debussy "Pour le piano"

      Original von Zelenka



      richtig, auf diese bezog ich mich hier. Ein phantastischer Debussy (aber auch Ravel) Interpret, so man seinen Zugang mag: Gieseking empfinde ich wie das impressionistische Nachmerken, Aufnehmen und Spüren jedes Nuance, die im Musikwerk liegt. Ganz intensiv und bewusst in jedem einzelnen Moment. Der äußere Moment steht im Zentrum, nicht eine innere Logik. Entgegen einem subjektiver GefühlsAUSdruck (wie z.B. bei S. Richter) eher die Darstellung eines GefühlsEINdrucks. Kein Horchen nach innen, was in einem vor sich geht, sondern ein Hinhören, was von draußen so kommt. So kommt mir sein Spiel vor. Gieseking sozusagen als Antipode zu ABMs sublimes Erwecken der Musik zu einem lebendigen Lebewesen (um metaphorisch zu sprechen).

      Die Box kann ich (bis auf die Suite bergamasque) nur in aller höchsten Tönen loben.

      Brendel, übrigens, schreibt, dass die frühen Aufnahmen Giesekings wesentlich besser gewesen seien als diese späten Aufnahmen. Ich kenne sie leider nicht.

      Pommiers Debussy kenne ich bloß von anderen Werken und vom kurzen Hineinhören: Sie hatten, anders als Sviatoslav Richter oder Jean-Rodolphe Kars, keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • liebe Cosima,

      'pour le piano' mag ich sehr ! ein sehr elegantes und pianistisch dankbares werk. die aufnahme des alten emil gilels finde ich nicht durchwachsen sondern exzellent gespielt. außerdem gewinnt diese dokumentation durch den live-eindruck.

      die moravec-aufnahme habe ich auch und finde sie top.

      weitere brilliante alternativen:

      zoltan kocsis (philips, 80er jahre) und michel beroff (emi, 70er jahre).

      top of the top: claudio arrau, 60er jahre live in der schweiz.

      gruß, siamak :engel

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von AcomA ()

    • Original von AcomA
      'pour le piano' mag ich sehr ! ein sehr elegantes und pianistisch dankbares werk. die aufnahme des alten emil gilels finde ich nicht durchwachsen sondern exzellent gespielt.


      Lieber Siamak,

      ja, eben - ein elegantes Werk. Im direkten Vergleich zu Pommier wirkt Gilels etwas hölzern. Pommier hat hier m.E. das bessere Gespür für Rhythmus und leuchtet die Details feinsinniger und eleganter aus.
      Kaiser vergleicht diesen Pianisten mit Samson Francois, nur dass Pommier die sicherere und klarere Technik besitzt. Dem kann ich mich anschließen. Wie dem auch sei, seine Interpretation kommt meiner Ideal-Vorstellung von Debussy jedenfalls sehr viel näher als Gilels’ Aufnahme.

      Gruß, Cosima
    • Original von Cosima
      seine Interpretation kommt meiner Ideal-Vorstellung von Debussy jedenfalls sehr viel näher als Gilels’ Aufnahme.


      Gilels mit seinem kraftbetonten Anschlag mit dem vereinheitlichenden Konzept großer Räumlichkeit ist sicherlich sehr eigenwillig bei Debussy, meine Ideal-Vorstellung ist es auch nicht. Umso mehr würde mich, liebe Carola, Deine Ansicht zu Gieseking interessieren!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Original von ab
      Umso mehr würde mich, liebe Carola, Deine Ansicht zu Gieseking interessieren!


      Du meintest sicherlich mich. :)

      Ja, von Giesekings Debussy (ich kenne und liebe die Aufnahme der Préludes) würde ich auch gern mehr hören. Leider wird sich das in absehbarer Zeit wohl nicht realisieren lassen. Der Preis überschreitet doch deutlich meine Schmerzgrenze.

      Gruß, Cosima
    • hallo ab,

      ich weiß ja nicht, ob gilels wirklich ein 'konzept' und dann noch ein einheitliches besaß ! er spielte mit einem sehr sonoren anschlag. 'pour le piano' ist eher ein spätromantisches werk und verträgt viel gilels. hat man mal gehört, wie debussy selbst eigene werke spielt (casadesus orientierte sich daran), dann erklingen sie viel härter, die strukturen konturieren sich deutlicher, die dissonanzen treten viel deutlicher hervor als bei vielen heutigen interpreten.

      gruß, siamak
    • Original von AcomA
      hat man mal gehört, wie debussy selbst eigene werke spielt (casadesus orientierte sich daran), dann erklingen sie viel härter, die strukturen konturieren sich deutlicher, die dissonanzen treten viel deutlicher hervor als bei vielen heutigen interpreten.


      Allerdings: vergleicht man Debussys Spiel mit seinen schriftlich festgehaltenen Idealvorstellungen der Interpretation seiner Werke, dann muss man sagen dass Debussy überhaupt nicht so gespielt hat, wie man seiner Meinung nach Debussy spielen müsste...
      Auf die Dissonanzen bezieht sich das allerdings nicht, sondern vor allem auf das Rubato-Spiel.
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Original von Satie
      Allerdings: vergleicht man Debussys Spiel mit seinen schriftlich festgehaltenen Idealvorstellungen der Interpretation seiner Werke, dann muss man sagen dass Debussy überhaupt nicht so gespielt hat, wie man seiner Meinung nach Debussy spielen müsste...


      Von keinem Pianisten? Oder wer kommt diesen Idealvorstellungen Deiner Meinung nach am nächsten?

      Gruß, Cosima
    • RE: Debussy "Pour le piano"

      Lieber ab ,

      Friedrich Gulda ist in der Philips-Edition ja auch mit Chopin vertreten . Dieser Chopin führt die Werke aber ad absurdum ! Ist Dir bekannt , warum sich Gulda wohl völlig von der sog. französischen Musik abgewandt hat ? Man muss sich natürlich fragen ob Chopins Werke tatsächlich "französische" Musik waren . Für die Klavierkonzerte ,die frühen Nocturnes oder das h-Moll-Scherzo kann man dies wohl zu Recht bestreiten .Es ist "nur" Chopin und hat mit Frankreich absolut nichts zu tun .

      Grüsse ,

      Frank