(Erst)Aufnahmen von Orchesterwerken Carl Friedrich Abels: Sinfonien op.1, Hornkonzert

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    • (Erst)Aufnahmen von Orchesterwerken Carl Friedrich Abels: Sinfonien op.1, Hornkonzert

      Abel war es, der dem 8-9 jährigen Mozart in der Gattung der Symphonie unterrichtete. Dass man Abels Eb-Dur Symphonie as op.7 lange für ein Werk des jungen Mozart hielt, da dieser sie komplett in sein Londoner Notizbuch kopiert hatte ist ein deutliches Zeichen für die Aufmerksamkeit die Abel bei jungen Mozart gerade durch seine ausgesprochen modern Lebndigen Vorklassischen Sinfonien hervorrief.

      Die wenigen Aufnahmen von Abels Sinfonien op.7, op10 und op.17 fanden nicht nur wegen der guten Interpretationen einigen Beifall. Es ist wie mir scheint auch die immer noch packende Musik Abels die hier zurecht gewürdigt und geschätzt wird.

      Grund Genug für mich mir einmal die vorhandenen historischen Drucke des Aufführungsmateials der (meines Wissens) bislang noch nie aufgenommenen Sinfonien op.1 vor zu nehmen. Hier kann man die erste Sinfonie in Bb Dur (KnaA1) hören.

      Ich zumindest habe großen Spaß an dieser herrlich musikantischen Vorklassik gehabt. Natürlich ist das Streicher ensemble mit 44322 eher am Barockensemble orientiert die Oboen Braockoboen und die Hörner Naturnhörner. Ich hoffe ich habe damit und natürlich auch im Detail der gerafften Tempi, von Vibrati möglichst unverzerrten Tongebung und Phrasierun - soweit mir das möglich war- versucht auch die gerade für Musik dieser Epoche wichtigen Anregungen der historisch informierten Interpretation auch für meine Aufnahmen fruchtbar zu machen.

      Vielleicht hat hier ja jemand das Interesse und die Musikalität um darin etwas von der Freude zu finden, die in Abels musikalisches Genie noch immer zu neu entdecken ist.
      Wen es interessiert kann meine Aufnahme hier hören:
      klassik-resampled.de/index.php…-karl-friedrich-1723-1787
    • OK, ich hab drauf geklickt. Ganz nett diese Sinfonie, aber ob der Gang der Welt dadurch, dass sie ins Licht der Öffentlichkeit programmiert wurde, entscheidend verändert wird, will ich bezweifeln. In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind wir bereits mit allerlei als sensationelle Entdeckung angekündigten Ausgrabungen, die nach kurzer Euphorie wieder ins Grab zurück wanderten, beglückt worden. Zudem will sich der gemeine Klassikfreund mit Komponisten, die bei der Kanonisierung aus der Geschichte geschmissen wurden, nicht mal dann beschäftigten, wenn sie zu Lebzeiten nachweislich großmeisterliche Berühmtheiten waren - Boccherini, Pleyel, Spohr. Da erscheint es mir bei aller Anerkennung für das Engagement als verlorene Liebesmüh, jetzt noch einen Arnold oder Tischner zu Tage zu fördern.

      Ich bin jedenfalls bereits mit dem in zwölf Leben nicht zu bewältigenden Repertoire, das bereits von Musikern aus Fleisch und Blut aufgenommen ist, hoffnungslos überfordert, so dass ich künftig nicht mehr drauf klicken werde. Nichts für ungut!
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Na da ist ja mal jemand so richtig interessiert. Na wem das ewig gleiche reicht, für den ist derlei ja nun auch wirklich nicht gedacht. Ich persönlich kenne zwar die "Gemeine Scharfgarbe" und den "Gewöhnlichen Löwenzahn", ein "gemeiner Klassikfreund" ist meiner Nomenklatur allerdings bislang vollkommen entgangen. Und Begriffe wie "Fleisch und Blut" klingen für mich doch etwas zu deftig nach Metzgerweisheit (von dem ähnlich lautenden "Blut und Boden" mal ganz zu schweigen), um darin auch nur irgendetwas musikalisch beseelendes erkennen zu können.
      Ich fürchte, dass es mir sehr schwer fallen wird, derartig amusischer Terminologie irgend eine normative Bedeutung für auch nur irgendetwas zu zumessen.

      Um im Bild zu bleiben der "Gang der Welt" ergibt sich aus denen, die selbst gehen und wohl kaum aus der Frage, welcher Freund wovon auch immer sich dabei für wie "gemein" hält und schon gar nicht daraus was jemand alles nicht tut.

      Gerade die Geschichte der Klassische Musik ist ja wohl wesentlich vor allem dadurch bestimmt, dass sehr viele jeweilige Zeitgenossen sehr oft die zahlenmäßige weit überwiegende Mehrheit nie auch nur irgendeinen Zugang auch nur irgend ein Verständnis oder auch nur irgend einen Berührungspunkt mit ihr hatten. Würden wir Bach, Mozart, Haydn, Beethoven und alle ihre begabten Kollegen allein danach bemessen, wer sie alles "nicht" gekannt, "nicht" verstanden und "nicht" gehört hat, blieben wohl auch all deren Leistungen unter einer solchen vermeintlichen Mehrheitsbeschafferlogik vollends"verlorene Liebesmüh".

      Kurz: nur wer lieben kann wird auch ihr Glück erleben können. Da gönne ich jedem sein ganz individuelles Fassungsvermögen.

      Ich zumindest habe in dem Repertoire was ich (eben nicht nur passiv sondern aktiv) bewältige duchaus noch reichlich Platz und Neugier für gute Musik, für die kleinere Fassungsvermögen möglicherweise wirklich nicht den Geist mitbringen. Es ist eben nun auch nicht alles für jeden, das zeigt unsere musikalische Wirklichkeit doch zu genüge.

      Ich zumindest brauche, um nicht vom Standard gelangweilt zu werden auch immer eine gewisse Dosis Überraschung der mir durchaus dann auch wieder mal Laune auf das altbekannte macht. Und werde natürlich wie jeder andere hier über seine musikalischen Interessen und Erfahrungen auch weiter gerne immer wieder berichten ;-).

      Aber jedem das seine, wer zu Interesse in der Lage ist wird das zu erkennen geben, wem das nicht gegeben ist, eben nicht. So ist das nun einmal in der Vielfalt auch für die die davor Angst zu haben scheinen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 10 mal editiert, zuletzt von fahl5 ()

    • Soeben ist die Sinfonie op.1,2 C-Dur online gegangen.
      Auch wenn wie ich das hier lernen durfte fleischig blutige "gemeine Klassikfreunde" davon sehr schnell überfordert sind, ist dies schlicht und einfach herrliche und doch fast nie gehörte vorklassische Musik.

      Vielleicht haben ja zumindest alle - noch etwas des musikalischen Interesse fähigen - "ungemeinen" Klassikfreunde und natürlich auch alle solche, die Herz und Hirn genug haben um einfach mal gerne gute weniger bekannte Musik zu hören, die man bislang fast nirgendwo sonst hören kann - einfach etwas Spaß daran.

      hier kann man nun die ersten beiden Sinfonien aus op.1 hören:
      klassik-resampled.de/abel

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von fahl5 ()

    • fahl5 schrieb:

      Soeben ist die Sinfonie op.1,2 C-Dur online gegangen.
      Auch wenn wie ich das hier lernen durfte fleischig blutige "gemeine Klassikfreunde" davon sehr schnell überfordert sind, ist dies schlicht und einfach offenbar wieder mal die erste Aufnahme dieser Musik.

      Vielleicht haben ja zumindest alle - noch etwas des musikalischen Interesse fähigen - "ungemeinen" Klassikfreunde und natürlich auch alle solche, die Herz und Hirn genug haben um einfach mal gerne gute weniger bekannte Musik zu hören, die man bislang nirgendwo sonst hören kann - einfach etwas Spaß daran.

      hier kann man nun beide Sinfonien hören:
      klassik-resampled.de/abel
      Hier muss dann doch die Korrektheit gewahrt werden. Das hat ein sehr renommiertes Interpreten-Gespann (aus Haut und Knochen) schon aufgenommen:

      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Danke für den Hinweis, Ich habe sofort alle entsprechenden Angaben korrigiert.
      Sapperlot, Da ist doch tatsächlich eine einzige Sinfonie aus op.1 schon einmal zuvor aufgenommen worden.

      Ehrlich gesagt so verknöchert oder fleischhauerisch spielen die Il Fondamento doch gar nicht. Ich finde ehrlich, dass das doch auch wirklich ganz gute Musiker sind, die sich ganz offenbar von Abel nicht sonderlich "überfordert" fühlen, sondern wie ich noch Geist und Engagement genug für dessen Musik finden.

      Den Spaß an Abel teile ich insofern ganz mit ihnen. Auch wenn ich es persönlich hübscher finde wie die Hannover Band oder la stagione zusammenhängende Opera vorzustellen (du ahnst, warum dieses Thema sich in den nächsten Tagen bis Wochen noch einiges vorgenommen hat ;) ) aber das ist Geschmackssache. Es soll ja auch Pianisten geben die ganze CD's nur mit Zugaben vollmachen.

      Aber danke für den hilfreichen Tipp ich habe diese Aufnahme bei meinen Recherchen tatsächlich nich t gefunden. Du kannst ja schon mal nach den anderen 4 Sinfonien aus op.1 suchen, damit ich rechtzeitig orientiert bin wer sich da eventuel mal an einer einzelnen Sinfonie mal probiert hat.

      Wie gesagt deinem wiederholten Rekurs auf's physisch Kreatürliche (Fleisch, Blut, Haut Knochen) kann ich allerdings nun wirklich rein gar nichts musikalisch beseelendes entnehmen, mir wäre es (auch wenn ich daran denke welche Gedankenlosigkeit mit derlei Chiffren allzuoft verbrämt wird) intellektuel wie ästhetisch eher sehr unangenehm bis peinlich derlei in Verbindung mit Musik zu bringen. (kleiner Lektüretipp zum "geistigen Gehalt" von "Fleisch, Blut, Haut Knochen" und derlei: Johannes von Tepl's Ackermann aus Böhmen)

      Naja nix für ungut immerhin sprichst du ja noch mit mir ("Und ist man nicht da, wo man am meisten Spricht nicht auch am meisten Mensch?" - ist so oder so ähnlich von Fontane (dem Meister der Literatur gewordenen Tischgespräche). Allso dann bis auf weiteres, jetzt kommt D-Dur dran ;--)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von fahl5 ()

    • Lieber fahl5,

      nun bin ich etwas verwirrt. Warum sollte ich nicht mehr mit dir sprechen sollen?
      Mich beschleicht gerade der unheimliche Verdacht, dass die Tirade in Beitrag 3 möglicherweise gar nicht an den gemeinen, pardon: gewöhnlichen, durchschnittlichen, normalen, am Standard klebenden Klassikfreund im allgemeinen sondern an mich als Person im besonderen gerichtet war. Nein, das kann nicht sein, denn jeder, der hier im Forum ein klein wenig über sein Interessengebiet hinaus mitliest -und davon gehe ich aus bei jemandem, der noch reichlich Platz und Neugier [hat] für gute Musik, für die kleinere Fassungsvermögen möglicherweise wirklich nicht den Geist mitbringen- müsste wissen, dass die Person, die unter dem Pseudonym Cetay schreibt, sich da nicht zugehörig fühlt. Ich kritisiere "kleine Fassungsvermögen" allerdings nicht selbstgefällig und herablassend, sondern versuche, die Motive für eine solche freiwillige Selbstbeschränkung zu ergründen (schau mal in den Spohr-Thread) - meist erfolglos.

      Sei's drum, ich wünsche dir weiter viel Spaß und Erfolg mit dem Projekt, auch wenn meine Skepsis bleibt. Ich habe zwar den Trend zur CD und zum E-Book mitgemacht (letzteren zum Gutteil wieder zurückgenommen), aber zum synthetischen Orchester zur Interpretation von klassischen Werken lasse ich mich für meine Restlebenszeit nicht mehr überreden und dafür kann man mich gerne Kleingeist nennen. Verwendet man es freilich wie weiland Frank Zappa, allerdings zu seiner Zeit noch grauenvoll steril klingend, zur Schaffung von Werken, die für ein mit Menschen (ich hoffe das ist nicht zu viel Rekurs auf's physisch Kreatürliche) besetztes Orchester unspielbar sind, kann das -entsprechendes Fassungsvermögen vorausgesetzt- ganz interessante Ergebnisse bringen.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Also musikalische Gedanken, also irgendetwas, was mit Musik und nicht bloß den verschiedenen Einzelteilen von menschlichen Körpers zu tun hat (Dieses Thema handelt immerhin von Musik C.F.Abels!) , hätten mich persönlich jetzt doch etwas mehr interessiert. Um das auch in meinen anderen Antworten auf deine Beiträge zu lesen, braucht man in meinen Augen eigentlich wiklich weder irgendeinen "Verdacht" noch irgendein "beschleichen". Aber, sei's drum, jeder auf seine Weise.
      Na dann bis demnächst, wenn ich die Nr.3 online habe....
    • Hier kommt die meines Wissens nach erste Aufnahme des ersten der beiden Abel zugeschriebenen Hornkonzerte (KnaA deest) aus den Handschridften Beständen der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe (D-Ka Mus.Ms.1057).

      C.F.Abel: Hornkonzert Eb-Dur (D-Ka Mus.Ms.1057)

      Ungewöhnlich wenn man Mozarts 4 Konzerte damit vergleicht erscheint das Fehlen eines beweggten Kopfsatzes und das große Gewicht auf einen stattdessen am Beginn stehenden langsamen Satz, der als Adagio grazioso wohl auch bei aller Vorliebe für straffe und nicht überdehnte Tempi hier doch wohl kaum rascher genommen werden könnte ohne komplett unvereinbar mit dem Begriff Adagio zu wirken und so alleine schon ansehnliche 9 Minuten dauert.

      Das Allegro ist wie die entsprechenden Ecksätze seiner Sinfonien wieder herrlich lebendig auch wenn das Horn mit der eher bescheidenen ihm möghlichen vielleicht spielerischen Virtuosität überwiegend wohl eher den schönen Ton als atemberaubende Figurationen beisteuern kann. Hier ist natürlich der Zeit gemäß nicht ein Ventilhorn, sondern der Klang eines Naturhorn in Eb zu hören.

      Viel Spaß damit.