Die Meistersinger von Nürnberg - Bayreuth 2017

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    • Die Meistersinger von Nürnberg - Bayreuth 2017

      Gerade ist die Übertragung der Bayreuther Festspieleröffnung, die Neuinszenierung der 'Meistersinger von Nürnberg' durch Barrie Kosky zu Ende gegangen. Leider habe ich nur den 3. Akt gehört und gesehen, so dass ich mir eigentlich kein Urteil erlauben dürfte. Ich tue es aber trotzdem. :D Auch in der Hoffnung, dass noch andere die Übertragung gesehen haben und Weiteres dazu beitragen können.

      Zufälligerweise las ich heute ein Interview mit Kosky, in dem er (sinngemäß) sagte: 'Man müsste nur einmal im Kopf das Wort 'deutsch' durch das Wort 'Wagner' ersetzen.' Für mich ein hochinteressanter Ansatz du seine Umsetzung im 3. Akt fand ich entsprechend faszinierend.

      Wenn man Aufführungsgeschichte im Kopf hat (haben möchte), dann sind die 'Meistersinger' in Bayreuth ja durchaus ein problematisches Werk. Und die Sachs'sche Schlussansprache eben auch. Von daher fand ich die Idee des Tribunals angemessen. Aber ich finde, Kosky, als erster jüdischer Regisseur auf dem 'Grünen 'Hügel' hat dabei in keiner Weise das Werk niedergemacht, es als 'deutschtümelnd' diskreditiert (was so einfach gewesen wäre), sondern hat Wagners Ideen von Kunst, von seiner eigenen Kunst gegen die Rezeptionsgeschichte wunderbar gegen eine einfache Verurteilung gesetzt. (Wohlgemerkt, ich kann nur den 3. Akt beurteilen.)

      Ich habe damals die Katharina-Wagner-Inszenierung der 'Meistersinger' in Bayreuth gesehen und fand sie größtenteils sehr faszinierend (v.a. den 3. Akt). Dies ist nun eine ganz andere Herangehensweise, aber sie macht mich neugierig, mir auch noch die beiden anderen Akte in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks anzuschauen. Ich hoffe, sie werden dort noch auftauchen. :)

      br.de/mediathek/video/video/meistersinger-100.html

      Kommen wir zu den Sängern. In toto war es mit Sicherheit hochkarätiger Wagnergesang heutiger Zeit, in der einen oder anderen Position sicherlich besser zu besetzen. Aber in einer Zeit, in der Wagneropern wahrlich nicht mehr auf höchstem Niveau zu besetzen sind, kann man darüber nicht meckern. Die großen Szenen des Davids habe ich leider nicht gehört, also kann ich zu Behle nichts sagen. Gleiches gilt für Groisböck als Pogner, Lehmkuhl als Magdalene oder Kränzle als Beckmesser. Vogt ist schlichtweg nicht mein Fall als Wagnersänger, von daher schweige ich lieber. Schwanewilms fand ich im 3. Akt ok und ebenso Volle. Beide keine grandiosen Vertreter dieser Partien, ausdrucksmäßig wie auch gesangstechnisch. Aber wie gesagt, in Ermangelung besserer Interpreten heutzutage... wenigstens keine Ausfälle. :)

      Nun bin ich gespannt auf andere, ergänzende oder wie auch immer geartete Beiträge. :)

      :hello Falstaff