Gundula Janowitz

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    • Gundula Janowitz

      Heute, am 2. August 2017, wird Gundula Janowitz 80 Jahre alt.
      Geboren 1937 in Berlin, wuchs sie zu einer der bedeutendsten Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts heran. Unzählige Aufnahmen und zahlreiche Mitschnitte geben Zeugnis von ihrer einzigartigen Gesangskunst. Sie hatte wahrhaft Gold in der Kehle, was auch Herbert von Karajan schnell erkannte und sie in seinen bedeutenden Produktionen einsetzte, wie z.B. Beethovens Neunte (1962), Missa Solemnis (1964), Brahms' Requiem (1963), Haydns Schöpfung (1968) und Jahreszeiten (1972). Vor allem als Mozart- und Richard-Strauss-Sängerin war sie bekannt und berühmt. Aber auch Wagner stand auf ihrem Programm: Nie habe ich - pace Elisabeth Grümmer - eine vollendetere Elsa gehört wie Gundula Janowitz in der Kubelik-Aufnahme (DGG). Zu Recht legendär ist ihre Agathe in Carlos Kleibers "Freischütz" von 1972, ihre Contessa in Böhms "Le nozze di Figaro" und ihre Ariadne unter Rudolf Kempe. Man kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus ..........

      Aus Anlass ihres Geburtstages hat die Deutsche Grammophon Gesellschaft, ihre langjährige Plattenfirma, eine 14 CD-Kassette herausgebracht:


      die die meisten der Studio-Aufnahmen enthält, die die Künstlerin für diese Firma zwischen 1961 und 1980 aufgenommen hat. Das Album ist mit einem mehrsprachigen, illustrierten Textbuch ausgestattet, und die CD-Hüllen tragen die Original-Cover der ursprünglichen LP-Ausgaben.
      Leider hat man darauf verzichtet, einige berühmte Live-Mitschnitte zu lizensieren, wie z.B. das Verdi-Requiem von der Salzburger Festspielen 1970 unter Karajan oder Verdis DON CARLOS aus der Wiener Staatsoper aus dem gleichen Jahr. Die meisten Janowitz-Fans, zu denen auch ich uneingeschränkt zähle, werden die Aufnahmen längst im Schrank haben. Für diejenigen, welche die große Künstlerin noch nicht näher kennen, ist die Box heiß zu empfehlen. Der Inhalt hat für jeden Freund schönen Gesangs Suchtpotential.

      Liebe Gundula Janowitz, auch von hier aus herzliche Glück- und Segenswünsche, Gesundheit und Wohlergehen - ad multos annos!

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    • Ehrlich gesagt, es erstaunt mich nicht wenig, dass bisher keinerlei Reaktion auf meinen Beitrag zum Geburtstag von Gundula Janowitz erfolgt ist.
      Trotzdem möchte ich noch auf einige herausragende Aufnahmen dieser Jahrhundert-Sängern explizit hinweisen:


      und zuletzt noch die wunderbarste Pamina, die es je gab:

      in Otto Klemperers Aufnahme der "Zauberflöte" von 1964, mit einer auch ansonsten luxuriösen Besetzung.

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    • Hallo Waldi,

      ich hätte sie genannt, wenn sie nicht gar so grauslich klingen und wenn nicht René Kollo die Titelpartie singen würde! Dagegen ist der untadelige Wolfgang Brendel als Wolfram eine tolle Besetzung. Wenn wir aber schon bei Live-Mitschnitten sind, so würde ich spontan die folgenden empfehlen, vor allem, weil es Raritäten sind und Gundula Janowitz als Verdi-Sängerin leider nur wenig dokumentiert ist:

      DON CARLOS: Live-Aufnahme aus der Wiener Staatsoper vom 25.10.1970
      mit Shirley Verrett (Eboli), Franco Corelli (Carlos), Eberhard Waechter (Rodrigo), Nicolai Ghiaurov (Philipp), Dirigent: Horst Stein.
      REQUIEM: Mitschnitt von den Salzburger Festspielen 26.8.1970
      mit Christa Ludwig (Alt), Carlo Bergonzi (Tenor), Ruggero Raimondi (Bass), Dirigent: Herbert von Karajan.
      Der einzige Minuspunkt ist (für mich) Corelli als Don Carlos: zu laut, zu undifferenziert.

      Es freut mich jedenfalls, dass doch noch ein bisschen Bewegung in die Diskussion über Gundula Janowitz zu kommen scheint.

      Gruß, Perlimplin

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Don Perlimplin ()

    • Na, da sollten wir nachdenken , was wir an Janowitz-Verdissimo zustandebringen: Da war z.B. ein "Attila" unter Giuseppe Patané (ich glaube von 1961) mit ihr als Odabella. Leider dürfte die Aufnahme momentan nicht aktuell zu haben sein, nur antiquarisch. Die große Arie der Odabella singt Janowitz auch in einem Konzert unter Berislav Klobucar, das auf Video dokumentiert wurde.


      Den betreffenden Ausschnitt sieht man bei YouTube als Einleitung zum Gespräch Janowitz/Ludwig (2015).

      Mein "Tannhäuser"-Exemplar klingt nicht schlecht, vielleicht gibt's da bessere und weniger gute. Für den jungen Kollo war das natürlich eine Grenzpartie. Damals konnte er das noch achtbar bewältigen, aber gut getan hat es seiner Stimme sicher nicht.
    • Ehrlich gesagt, es erstaunt mich nicht wenig, dass bisher keinerlei Reaktion auf meinen Beitrag zum Geburtstag von Gundula Janowitz erfolgt ist.

      Hallo lieber Don, es kommt noch was, die Großnichten und Neffen haben Schulferien und nehmen mich ganz schön in Beschlag :) !

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Eine ganz wichtige Aufnahme habe ich ganz vergessen, diese:

      Da singt sie die Sopran-Partie in wahrhaft illustrer Gesellschaft: Christa Ludwig (Alt), Fritz Wunderlich (Tenor) und Walter Berry (Bariton), mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern (Aufnahme: 1964).

      Bewußt erstmals kennengelernt habe ich die Janowitz allerdings in einer weit weniger spektakulären Produktion, und zwar auf dieser LP von 1970:

      Beethoven: Messe C-dur op. 86 (Dirigent: Karl Richter).
      Da überstrahlt ihr herrlich leuchtender Sopran die übrigen Solisten, den Chor und das Orchester.

      Seitdem bin ich ihrer Stimme regelrecht verfallen, so sehr, dass ich die meisten Stücke, die ich mit ihr kenne, von keiner anderen Sängerin mehr hören mag. Das soll keineswegs als Abwertung für Schwarzkopf, Seefried, Grümmer, Streich verstanden werden, aber mich berührt Frau Janowitz in einer Weise, wie das keiner ihrer Kolleginnen auch nur annährend gelingt.
      Deshalb war es mir eine Herzensangelegenhet, aus Anlass ihres 80. Geburtstages an diese Jahrhundert-Stimme zu erinnern.
    • Leider die einzige Gelegenheit, in der ich die Janowitz einmal live erleben durfte, war die Arabella in Hamburg. Obwohl sie schon längst den Zenit ihres Singens überschritten hatte, war es ein unvergessliches Erlebnis. Der Sängerberuf ist schon sehr ungnädig. Das Eindringen in eine Rolle, die Intensität der Verkörperung nimmt mit dem Lebensalter oftmals immer mehr zu, aber die Stimme, das Stimmvermögen hält nicht mit, ist gerade bei Frauen (Stichwort Menopause) sehr endlich. Trotzdem war jede Minute ihrer Arabella in Hamburg damals ein Genuss.



      Hier nun die DVD ebenfalls in einer Schenk-Inszenierung und mit dem wirklich grandiosen Bernd Weikl als Mandryka. (Oh, was würde ich dafür geben, auch ihn noch einmal in dieser Rolle erleben zu können.)

      :hello Falstaff
    • Es mag vielleicht den einen oder anderen Musikfreund und spezielle Janowitz-Verehrer interessieren:
      Vor wenigen Tagen erschien, quasi als verspäteter Geburtstagsgruß für Gundula Janowitz, die am 2.8.2017 80 Jahre alt wurde, eine CD mit Liedern von Schubert, Schumann und Richard Strauss, mitgeschnitten am 16.9.1999 im "Herodes Atticus Odeon", Athen, lt. Covertext "in memoriam Maria Callas", obwohl doch beide Sängerinnen außer dem Stimmfach wenig gemeinsam hatten. Hier ist sie:

      Zum Zeitpunkt der Aufnahme war die Sängerin 62 Jahre alt. Man merkt es ihrem Gesang nicht an; sie klingt so frisch und rein wie in alten Zeiten. Vielleicht sind ganz minimale Intonationstrübungen zu verzeichnen, aber die fallen angesichts der künstlerischen Gesamtleistung kaum ins Gewicht. Die Klangtechnik ist ebenfalls erstaunlich gut; man glaubt es fast nicht, dass es sich um Live-Mitschnitte handelt.
    • Wie ich einem Kommentar in einem anderen Forum entnehme, wird ein wenig gezweifelt, ob das tatsächlich ein Live-Mitschnitt vor Ort war, denn der müßte, so die geäußerte Meinung, anders klingen. Ich selbst kann natürlich nichts dazu sagen, aber wundern würde es mich nicht, wenn man nachträglich zumindest ein wenig im Studio technisch manipuliert hatt.