Benjamin Britten

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    • Benjamin Britten

      Es scheint noch keinen allgemeinen Britten-Thread hier zu geben. Dem muss nun aber dringend abgeholfen werden.

      Edward Benjamin Britten, später Baron Britten, wurde 1913 in Lowestoft in Suffolk geboren und starb 1976 in Aldeburgh, Suffolk.

      Seine Ausbildung erhielt er im Klavierspiel zunächst von seiner Mutter, was Klavier und dann auch Bratsche anging später von Frank Bridge. Komposition studierte er dann in London.

      Erste Kompositionen gibt es bereits aus des Jahr 1921, die 'Simple Symphony', eines der Werke, die auch heute im Konzertsaal immer wieder aufgeführt werden datiert dann aus dem Jahr 1934.

      1937 lernt Britten seinen Lebenspartner und den wohl wichtigsten Interpreten seiner Werke, den Tenor Peter Pears kennen, mit dem er, der erklärte Pazifist, 1939 England in Richtung USA verlässt. 1942 kehren beide zurück und Britten wird (in zweiter Instanz) als Kriegsdienstverweigerer anerkannt.

      Entscheidend für ihn als Komponisten wird dann er 7. Juni 1945. In der wiederaufgebauten 'Sadler's Wells Opera' wird die Oper 'Peter Grimes' uraufgeführt und zu einem durchschlagenden Erfolg.

      In der Folge wird Britten zu dem erfolgreichsten englischen Komponisten nach Purcell und wohl auch zu dem am häufigsten gespielten und aufgeführten nach 1945.

      Bereits 1948 gründete er in Aldeburgh ein Musikfestival, das zunächst ganz auf ihn zugeschnitten war und das bis heute existiert.

      Neben seiner Tätigkeit als Komponist war Britten auch immer ein gefragter Dirigent, Pianist oder Liedbegleiter.

      Auch wenn Britten ein moderner Komponist ist, war er sicherlich kein Komponist der Moderne. Will sagen, dass serielle Musik, Zwölfton oder ähnliches bei ihm nicht oder wohl kaum zu hören ist. Natürlich war er von moderner Musik seiner Zeit nicht unbeeinflusst, aber er entwickelte eine ganz eigene Musiksprache, fern auch von romantischen oder spätromantischen Anklängen. Für mich ist seine Musik ganz stark durch England geprägt. Musikhistorisch (z.B. durch Rückgriffe auf Purcell), aber auch durch eine ganz starke Verbindung zu seiner direkten Heimat. So spielt immer wieder das Meer in seinen Kompositionen eine entscheidende Rolle. Das Meer in all seiner Symbolik oder als gegenwärtig zu empfindende Natur, das eben auch eine ganze Nation geprägt hat. Ein zweiter Strang ist die immer zu spürende Humanität Brittens, sein Glaube und sein Eingebettetsein in englischer Tradition und Lebensart.

      Das bedeutet nicht, dass er ein unkritischer Apologet englischen oder überhaupt des gesellschaftlichen Lebens gewesen wäre. Schon 'Peter Grimes' setzt sich ganz stark mit dem Thema Individuum gegen Menge, Menge gegen Individuum auseinander. Ein Thema, das in seinem Werk immer wiederkehrte.

      Am bekanntesten ist Britten sicherlich für seine Opern, aber auch andere Werke aus anderen Bereichen werden weiterhin ständig in den Konzertsälen gespielt. Sicherlich zunächst sein 'War Requiem', sein 'Young Person's Guide to the Orchestra', seine 'Simple Symphonie' oder sein Klavier- und Cellokonzert.

      Eine erste Adresse für Interpretationen seiner Werke ist er sicherlich selbst. Britten hatte das große Glück (auch das sicherlich ein Zeichen), dass er die wichtigsten seiner Kompositionen selber einspielen konnte. Aber natürlich gibt es noch eine ganze Menge anderer Dirigenten und Interpreten, die mindestens neben ihm bestehen können.

      Zudem war Britten ein exzellenter Interpret der Werke anderer. Hier sei sein Mozart, Schubert (als Dirigent wie auch Pianist) oder auch sein Schumann (Dichterliebe) genannt.

      :hello Falstaff
    • Schon beim 'Peter Grimes' gibt es zwei wirklich überragende Aufnahmen. Einerseits die von Britten selber:



      Und dann die legendäre von Colin Davis, von der auch ein Video existiert :



      Beide sind wirklich von unglaublicher Qualität. Vielleicht ist sogar der wesentliche Unterschied die Besetzung der Hauptpartie. Pears hatte nicht die beste aller Stimmen, war aber immer von einer ganz besonderen Expressivität. Aber er blieb eigentlich ein Mozart-Tenor. Vickers dagegen kam aus dem Heldentenorbereich und hatte von daher ein ganz andere Ausladung.

      Britten als Dirigent empfinde ich um Weniges zurückgenommener als Davis. Aber trotzdem sind beides grandiose Aufnahmen.

      :hello Falstaff
    • Britten ist einer der Komponisten, die ich fast nie höre, aber jedes mal wenn ich sie höre feststelle, dass ich sie eigentlich gut finde und viel öfters hören sollte, was ich dann aber doch nicht tue und sie wieder vergesse, bis ich z. B. durch einen solchen Faden wieder drauf gestoßen werde.

      Daher ist meine Sammlung an CD, Downloads und Offline-Streams sehr überschaubar:



      Ich habe diese CD immer am Stück gehört - deswegen sind die Four Sea Interludes from "Peter Grimes", op. 33 so etwas wie ein Vorspiel zu Beethoven für mich geworden. :ignore Das ist schon klanglich raffiniert gemacht, aber für meine Ohren eine Spur zu plakativ deskriptiv, insbesondere der bei solchen Meeresstücken unvermeidliche Sturm.

      Als Aficionado weiß ich natürlich, dass ich die Streichquartette -da zum Kanon gehörend- viel besser kennen sollte. Ich könnte jetzt aber auf Anhieb kein einziges Thema aus dem Gedächtnis summen. Als Fachfrauen und -männer gelten die Mitglieder des Belcea-Quartetts. Ich kann aber momentan wenig dazu sagen, außer dass ich sie mal wieder hören müsste - vgl. den Anfang des Beitrags.



      Eines der Quartette habe ich mal mit dem von mir eigentlich sehr geschätzten casal-Quartett live gehört, aber das war irgendwie nichts. Ich schrieb damals lediglich dazu: ein ödes Kammerkonzert, bei dem man mit seinen fast 50 Lenzen zu den Jüngsten im Publikum gehört, [ist] einfach nur deprimierend.

      Das Violinkonzert hat sich ebenfalls im Hauptstrom etabliert. Ich kopiere einen Kommentar, den ich Ende letztes Jahres zur Neuaufnahme mit Vilde Frang gemacht habe:



      Das ehemalige Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt hat große Zeiten gesehen, die Mahler- und Bruckner-Zyklen mit Eliahu Inbal sind heute noch in allen Referenzlisten zu finden. 2005 hat man sich umbenannt; im Deutschen mit Zeit-geistiger kleinschreibung beim Anstaltskürzel und international Zeit-geistig ohne sich als "Orchestra" auszuweisen. Wenn's schee macht...
      Spielen können sie immer noch so fantastisch wie anno dazumal und mit der wirklich guten Solistin kann man bei diesem Repertoire nichts falsch machen. Eine dicke Hörempfehlung!

      Fakt ist, dass ich das nach dem Abgeben der Empfehlung nie mehr gehört habe, weil vergessen - vgl. den Anfang des Beitrags.

      Bleibt noch eine Besonderheit zu erwähnen. Ich habe mal -ohne zu wissen, was es ist- ein Stück m Radio gehört, das mir sehr gut gefallen hat - insbesondere die Sopranistin hat mich mit ihrem zurückhaltenden Vortrag, der ihr schönes "öliges" Timbre zur Geltung brachte, regelrecht betört. Dass mir ein Vokalstück mit Sopran wegen der Sängerin gefällt, kommt nur alle paar Schaltjahre vor - wenn mir Vokalmusik mal gefällt, dann in der Regel trotz der Sängerin. Das Stück erwies sich dann als Les illuminations op. 18 und die Sängerin war Juliane Banse. Leider gab es das nicht auf CD und Versuche, das Stück mit anderen Sänger*innen (es gibt auch Aufnahmen mit Tenor) oder die Sängerin mit anderem Repertoire zu hören, provozierten sehr schnell den Druck bzw. Klick auf den Stop-Knopf. Jetzt habe ich mir aus Anlass dieses Fadens nochmal einen Versuch gegönnt und bin fündig geworden. Ann-Catherine Gillet hat diese natürliche, unaufdringliche und "geölte" Vortragsweise, die ich als einzige goutieren mag.



      Man sieht schon. Britten existiert in meinem Hörrepertoire als Stückwerk - eine systematische Auseinandersetzung mit diesem Komponisten steht noch aus und ich fürchte, das wird auch so bleiben - vgl. Anfang des Beitrags.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Cetay ()

    • Falstaff schrieb:

      Zudem war Britten ein exzellenter Interpret der Werke anderer.
      Lieber Falstaff,

      mit dem Komponisten Britten kann ich leider nicht viel anfangen. Ich muss aber gestehen, dass ich mich auch noch nie intensiv mit ihm beschäftigt habe. Immerhin schlummern ein paar seiner Werke auf CD in meinem Regal, werde sie demnächst mal raussuchen müssen.
      Der Interpret Britten dagegen ist mir wohlvertraut, sowohl als Klavierbegleiter wie auch als Dirigent. Folgende Aufnahmen begleiten mich seit vielen Jahren:

      Manche lassen sich von dem ungewöhnlichen Timbre von Peter Pears abschrecken, aber ich habe selten eine so intensive, feinsinnige Interpretation der WINTERREISE gehört. Das gilt auch im Prinzip auch für die Müllerin.


      Da ich kein HIP-Anhänger bin, ist für mich diese Aufnahme bis heute erste Wahl, noch vor meiner alten Lieblingsversion mit Yehudi Menuhin und dem Bath Festival Orchestra (EMI). Britten musiziert hier sehr sensibel und führt das vorzügliche English Chamber Orchestra schlank und tonrein.

      Ein wunderbares 2 CD-Album. Britten begleitet Curzon in den Konzerten No. 20 K. 466 und No. 27 K. 595, wieder mit dem ECO, während die übrigen Konzerte von Istvan Kértész dirigiert werden.

      Hier musiziert Britten mit Rostropowitsch. Vor allem die Schubert-Sonate wird wunderbar beseelt gespielt. Die ganze CD ist ein einziger Genuss.

      LG :hello Perlimplin
    • Don Perlimplin schrieb:

      Manche lassen sich von dem ungewöhnlichen Timbre von Peter Pears abschrecken, aber ich habe selten eine so intensive, feinsinnige Interpretation der WINTERREISE gehört. Das gilt auch im Prinzip auch für die Müllerin.
      Lieber Don Perlimplin, das Timbre und auch die deutsche Diktion von Pears war schon besonders, sagen wir mal so. Aber gleichzeitig war er ein ganz markanter und ausdrucksvoller Sänger. Und die Übereinstimmung mit Britten gerade auch bei den Liedaufnahmen ist überwältigend.
      Ganz wunderbar und besonders ist auch ihre gemeinsame 'Dichterliebe'.



      Britten als Pianist ist ebenfalls sehr lohnen, z.B. die Aufnahmen für zwei Klaviere mit Richter:



      LG Falstaff
    • Eine ganz wunderbare Oper ist auch sein 'Billy Budd', basierend auf der gleichnamigen Erzählung von Herman Melville. (Das Libretto hat übrigens u.a. E.M.Forster verfasst.) UA 1951 in Covent Garden.



      (zzgl. die Sonetten von John Donne mit Pears/Britten und Lieder nach William Blake mit Fischer-Dieskau/Britten)

      Britten hält sich eng an die äußerst vielschichtige Vorlage von Melville. Erneut spielt das Meer eine ganz entscheidende Rolle, spiegelt es doch die jeweiligen Gemütszustände der Beteiligten wider.

      Neben der oben genannten Einspielung unter dem Komponisten (mit natürlich Pears, der übrigens nicht den Billy Budd singt, dann u.a. Glossop, Shirley-Quirk, Brannigan, Tear) gibt es in der Zwischenzeit eine Reihe anderer (z.B. Nagano, Runnicles, Nagano). Besonders liebe ich aber einen Live-Mitschnitt aus der MET von 1992 unter Charles Mackerras mit Hampson, Clarke und Morris in den Hauptpartien. Da merkt man, wie theaterwirksam das Stück ist.

      :hello Falstaff
    • Das hier ist übrigens eine meiner liebsten Aufnahmen mit ihm. Brittens und auch Steuart Bedfords Interpretationen von oftmals schlichten, sentimentalen Liedern und Folksong-Bearbeitungen von Percy Grainger. Pears und Shirley-Quirk sind hier die Solisten.



      Das ist sicherlich keine bedeutende Musik, aber für einen Liebhaber von Seestücken wie mich ist es genau richtig. :D

      :hello Falstaff
    • Ein Werk, dass ich auf CD eigentlich immer vermeide, weil es einfach nach einer Darbietung in einem entsprechenden Raum und Rahmen verlangt, ist das 'War Requiem' auf Texten von Wilfred Owen, einem englischen Lyriker, der im I. WK gefallen ist. Von daher kenne ich Brittens eigene Aufnahme nicht.


      Vishnevskaya, Pears, Fischer-Dieskau - Britten (UA-Besetzung)

      Gehört habe ich damals im Lübecker Dom eine Aufführung mit Gardiner, die mich sehr erschüttert hat.



      Aber auch sie habe ich seitdem nicht mehr gehört. Ich kann mich einfach nicht dazu durchringen, vielleicht auch aus einer gewissen Angst heraus, eine reine CD-Aufnahme würde diesen Eindruck zerstören. .

      :hello Falstaff
    • Ich selber hatte während meines Auslandsstudiums in einem Pariser Chor die weniger bekannte "Ballad of heroes" mitgesungen, und war außerordentlich beeindruckt. Ich hätte - nach dem was ich bis dahin von ihm kannte - gar nicht gedacht dass Britten derart aufwühlend-dramatisch schreiben konnte. Das Stück wurde im Frühjahr 1939 zu Ehren der (kommunistischen?) britischen Freiwilligen komponiert, die im spanischen Bürgerkrieg gegen die Faschisten kämpften.

      Die Texte stammen von W. H. Auden und Randall Swingler. Vom Aufbau her erinnert das Stück stark an die spätere (aber rein instrumentale) "Sinfonia da Requiem".

      Aufgrund des bellizistischen und antifaschistischen Hintergrunds des Werkes wundert es mich, warum Britten dann wenig später wegen des Kriegseintritts Großbritanniens gegen das nationalsozialistische Deutschland in die USA emigrierte...

      Hier die Aufnahme von Simon Rattle:

      open.spotify.com/track/1uW7SSBnu4PzaOJrOXduwT




      es gibt noch eine Einspielung von Richard Hickox (zusammen mit dem War Requiem auf CD zu haben), die mich beim "Antesten" aber weniger überzeugt hat (z. B. laufen Chor und Orchester im furiosen "Dance of Death" leicht auseinander, was mich persönlich ziemlich stört.)

      Aufgeführt haben wir das Stück damals übrigens u. a. in der "Trinité" - also just in der Kirche, in der der von mir ausnehmend geschätzte Olivier Messiaen von 1931–1992 Titularorganist gewesen war. Diesen Umstand erfuhr ich aber leider erst nachträglich....
      zwischen weißem rauschen und nichtton
    • Falstaff schrieb:

      die Übereinstimmung mit Britten gerade auch bei den Liedaufnahmen ist überwältigend.
      Lieber Falstaff, das empfinde ich genauso. Manche nehmen einfach Anstoß an der deutschen Diktion von Peter Pears, ich gehöre nicht dazu. Bei so viel musikalischem Kunst- und Feinsinn, und dieser unerhörten künstlerischen Übereinstimmung zwischen Sänger und Pianist ist das völlig nebensächlich.
      Übrigens: Neben dem Totenbett von Konrad Adenauer liegen zwei LP, die der alte Kanzler in seinen letzten Lebenstagen sich noch auflegen ließ. Eine davon ist "Die schönen Müllerin" mit Pears und Britten. Bei einem Besuch im Adenauerhaus in Rhöndorf ist mir das vor einigen Wochen ins Auge gefallen.
      Schumanns "Dichterliebe" habe ich in zwei Versionen, einmal mit Fischer-Dieskau und dann die Wunderlich/Giesen-Ausgabe (DGG). Letztere fand ich so gut, dass ich von weiteren Käufen abgesehen habe.

      LG, Perlimplin
    • Ich kenne von Britten bisher nur das War Requiem und ein Violinkonzert. Das War Requiem finde sehr beeindruckend, mehr in Brittens eigener Aufnahme:



      als in der Pappano-Aufnahme:



      Netrebko höre ich generell nicht so gerne, aber auch Bostridge spricht mich weniger als Pears.

      Die Opern kenne ich leider noch gar nicht.

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Danke, für die Empfehlung! Von Peter Grimes scheint es ja eine ganze Reihe hochkarätiger Aufnahmen zu geben, ich habe also die Qual der Wahl. :I

      Zufällig läuft Peter Grimes auch gerade in Frankfurt. Wenn es terminlich passt, könnte ich die Oper also schon bald live kennenlernen.

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Britten ist für mich einer, von dem ich einerseits viel zu wenig kenne, andererseits bei den Stücken, die ich bislang gehört habe, sehr unterschiedliche Eindrücke hinterlassen hat. Da ich kein Opernfan bin, und vor allem mit jedem Gesang, der mir zu sehr vibrierend-belcantoso daher kommt sofort ein Problem habe (ich bin da definitiv sehr auf alte Musik und evtl. schlanken Liedgesang gepolt), war mir hier der Zugang eben auch schnell verbaut, obwohl mir durchaus die Musiksprache an sich gefällt. Die bereits erwähnten Sea Interludes höre ich öfters, sie sind auch wunderbar instrumentiert.
      Definitiv ein weiterer Großer des 20. Jahrhunderts, den ich mir mal richtig vornehmen muss.

      Herzliche Grüße
      Satie
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Was ist eigentlich von dieser Box zu halten?



      The Complete Orchestral & Instrumental Music

      Sie ist immerhin günstig, und ich würde damit erst einmal alles vokale außen vor lassen. Hat jemand die Box/ Aufnahmen daraus?
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Satie schrieb:

      Da ich kein Opernfan bin, und vor allem mit jedem Gesang, der mir zu sehr vibrierend-belcantoso daher kommt sofort ein Problem habe (ich bin da definitiv sehr auf alte Musik und evtl. schlanken Liedgesang gepolt)
      Britten wird - von dem was ich so gehört aber - aber auch nicht "belcantoso" und nicht mit ausartendem Vibrato gesungen. Puccini & Co., wo dieser Gesangsstil wohl eher die Praxis ist, mochte Britten ohnehin überhaupt nicht.
      zwischen weißem rauschen und nichtton
    • Satie schrieb:

      Sie ist immerhin günstig, und ich würde damit erst einmal alles vokale außen vor lassen. Hat jemand die Box/ Aufnahmen daraus?
      Ich kenne die Box nicht, aber die Hauptwerke von Britten sind mE schon eher die Opern bzw. andere Werke mit Gesang.

      Bei der von mir oben geposteten Rattle-Box dominieren allerdings auch eher die instrumentalen Werke (und Ballad auf Heroes ist hauptsächlich mit Chorgesang, erst am Schluss kommt ein Tenorsolo hinzu).
      zwischen weißem rauschen und nichtton
    • EinTon schrieb:

      Satie schrieb:

      Da ich kein Opernfan bin, und vor allem mit jedem Gesang, der mir zu sehr vibrierend-belcantoso daher kommt sofort ein Problem habe (ich bin da definitiv sehr auf alte Musik und evtl. schlanken Liedgesang gepolt)
      Britten wird - von dem was ich so gehört aber - aber auch nicht "belcantoso" und nicht mit ausartendem Vibrato gesungen. Puccini & Co., wo dieser Gesangsstil wohl eher die Praxis ist, mochte Britten ohnehin überhaupt nicht.
      Also, wenn ich mir z.B. den Peter Grimes von 1958 (Covent Garden) anhöre, dann eiert mir das aber noch ganz schön gewaltig... Aber ich vermute mal ganz stark, dass es einfach an den Sängern liegt. Ich habe jetzt mal probeweise in einige Aufnahmen von Peter Grimes hineingehört, manche gefallen mir eher, manche weniger, und natürlich ist die alte Garde der Sänger wohl eher ausufernd vibrierend als die jüngere Generation (oder ist das eine wirre These?).

      Dann frage ich mal ganz anders: gibt es von Brittens Hauptwerken (ich würde allerdings die instrumentalen schon nicht gleich ganz in den Schatten der vokalen Werke stellen, dafür hat er sicher zu viele geschrieben) SCHLANKE Interpretationen, die mir gefallen könnten?
      Ich habe dasselbe Problem mit vielen Werken von Strawinsky, übrigens. Sobald der Gesang schlank ist, gefallen sie mir sofort viel besser.
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      Harry Partch
    • Ich kenne vom "Grimes" jetzt auch nur die Hickox-Aufnahme (von 1996), und habe mal eine zufällig herausgewählte Stelle ("Hi, give us a Hand") mit der Covent-Garden Aufnahme vergleichsgehört, aber so groß ist da der Unterschied nicht, das Vibrato ist hier nicht deutlich geringer als als bei der 58er-Aufnahme. Vielleicht hat aber jemand noch andere Vorschläge.

      Magst Du eigentlich Kunstlieder? Dort wird ja in der Regel ein etwas schlankerer, feinfühligerer Gesangsstil gepflegt, und "Winter Words" kann ich sehr empfehlen!

      An reinen Instumentalwerken vielleicht die Sinfonia da Requiem.
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