Sinfonien-Gerippe

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen


    • Bohuslav Martinů - Nonett für Violine, Bratsche, Violoncello, Kontrabass. Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott & Horn
      L'Octour de Paris (Es werden 11 Ensemble-Mitgleider genannt. Wer jeweils in welchem der Stücke beteiligt ist, dagegen nicht)
      (LP, Scherzo classic, ca. 1970 (weder Aufnahme- noch Produktionsdatum angegeben))

      Poco allegro 4'31
      Andante 5'30
      Allegretto 4'52

      Der Klappentext betont den Werkcharakter als ein Stück für neun in der Tat konzertierende Solisten.
      Manchmal habe ich etwas Mühe mit Martinus Idiom - so auch hier. Besonders dem Kopf- & dem Finalsatz mit ihrem emsigen neoklassizistischen Geschnurre zu lauschen, finde ich streckenweise anstrengend. Schön dagegen der langsame Satz mit solistischem Cello resp. Flöte.
      Bemerkenswert die ausgefallene, wertige Verarbeitung des Plattencovers.
    • Diese Steilvorlage nutze ich, um auf ein Stück aufmerksam zu machen, das ich bislang vergessen habe. Das Octour de Paris hat ein Stück von Xenakis eingespielt, das zu den intensivsten Erfahrungen in meinem Hörrepertoire gehört: Anaktoria für Streichquartett, Kontrabass, Horn, Klarinette und Fagott. Unter anderem benutzt Xenakis hier die Dichteschwankungen der Luft bei der Schallausbreitung als Kompositionsgrundlage, was zu Resonanzeffekten führt, die manchen Klängen eine unglaubliche subjektive Lautheit verschaffen - die Töne scheinen direkt im Ohr des Hörers anzuschwellen. Das Ganze wird in eine bezwingende Form gegossen, die dieses 13-minütige Klanggetöse fast "klassisch" wirken läßt. Lange vergriffen, wurde es schließlich in der Alpha & Omega Werkschau wieder aufgelegt.

      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)