Fast oder zu Unrecht vergessene Sängerinnen: Soprane

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    • Eine Sängerin, die ich seit meinen Anfängen bis heute immer wieder gerne höre, ist die 1926 in Füssen geborene Lotte Schädle. Sie begann a 1954 als Soubrette, eroberte sich aber bald das lyrische und das Koloraturfach. Besonders erfolgreich war sie im Rahmen der heute leider sträflich vernachlässigten deutschen Spieloper. Ihre Marie im "Waffenschmied" oder ihr Ännchen im "Freischütz" waren und bleiben für mich traumhaft. dennoch verfügte sie über ein sehr breites Repertoire. Kaum jemand erinnert sich noch, daß sie auch etliche Male die Lucia di Lammermoor gesungen hat. Aber als Mozart- und Konzertsängerin und durch ihre langjährige Zusammenarbeit mit Karl Richter bleibt sie jedenfalls im Gedächtnis ihrer Anhänger. Ihre Stammhäuser waren München und Nürnberg, doch war sie auch stets gern gesehener Gast im Ausland, in Bayreuth und in Salzburg. 1980 nahm sie ihren Abschied von der Bühne.


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    • Bidu Sayao , eigentlich Balduina de Oliveira Sayao (1902-1999), zählte im zweiten Viertel des 20.Jahrhunderts zu den Allergrößten. Sie ist zwar noch keineswegs vergessen, aber mehr und mehr droht ihr das Versinken im Nebel der Vergangenheit. Nicht nur wegen des wachsenden zeitlichen Abstands, sondern auch, weil es in ihrer Ära noch keine Stereoaufnahmen gab, und viele der jungen Klassikfreunde sich zumindest vorerst mit den reduzierteren technischen Möglichkeiten früherer Jahrzehnte nicht bescheiden wollen.
      Daß eine brasilianische Sängerin eine Weltkarriere auf etlichen großen Bühnen Amerikas und Europas (Met, Scala, Paris...) schafft, und das unter keineswegs günstigen politischen Zeitumständen, ist schon bemerkenswert genug. Sayao war aber auch klug genug, sich allmählich zurückzuziehen, bevor ihre wunderbare Stimme nachließ. Sie war nicht nur eine sehr vielseitige Sängerin, die im italienischen und französischen Fach brillierte, die blendend Mozart sang, aber auch eng mit Heitor Villa-Lobos zusammenarbeitete, sie verstand es auch hervorragend, ihre Figuren zu charakterisieren - legendär etwa ihre Gilda (an der Seite von Jussi Björling).

    • Ganz still geworden ist es um Arlene SAUNDERS. Die 1935 in Cleveland geborene Sängerin trat an fast allen großen Bühnen der Welt auf, ihre Schwerpunkte lagen aber an der New York City Opera und der Staatsoper Hamburg, wo sie 1967 auch zur Kammersängerin ernannt wurde. Relativ früh, schon 1985, zog sie sich nach einer Abschiedsvorstellung als Marschallin in Buenos Aires zurück. Bekannt war sie vor allem durch ihre Mitwirkung in frühen Opernfilmen, ich erinnere nur an ihre seelenvolle Agathe im "Freischütz" unter Leopold Ludwig. Sie sang auch oft und erfolgreich Operetten, ebenso aber auch Modernes (Menotti: "Globolinks"). Es gab zahlreiche Einspielungen mit ihr, derzeit wird davon aber leider kaum etwas angeboten. Das ist mehr als bedauerlich, denn sie gehörte zweifellos in die erste Reihe!

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