Mozart Violinkonzert KV 218 aus Sicht eines Geigers

    • Nicolas_Aine schrieb:

      Aber ich finde, eben das ausgestreckte macht das entspannte! Weil das ist ja die natürliche Haltung, wenn man sich entspannt. Wenn man den Arm beugt, ist er angespannter.
      Wenn ich mich entspanne hängt mein Arm mehr oder minder senkrecht nach unten. ;) Den Arm waagerecht vom Körper wegzustrecken bedeutet dagegen eine Muskelanspannung.

      Als Cellospieler ist dein Arm in der "Froschposition" nun eher in der hängenden, in der "Spitzenposition" eher in der waagerechten Stellung (weil weiter weg vom Körper). Bei am Hals gespielten Geigen und Bratschen, wo sich der Arm ja immer (mehr oder minder) in der Waagerechte befindet, ist das natürlich etwas anderes.
      zwischen weißem rauschen und nichtton

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    • Guenther schrieb:

      Zum Thema Vorschläge vielleicht mal bei "Daddy" nachlesen:


      zeno.org/Musik/M/Mozart,+Leopo…+neunte+Hauptst%C3%BCck/1.
      Leider beschreibt er diesen speziellen Fall des Sechzehntellaufs nicht. Ansonsten ist schon klar, dass das eine der Quellen wäre, die hier zu konsultieren ist. Aber ich schaue Mal weiter...
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Muß er auch nicht, denn er beschreibt ja die "Natur" des abwärtsgehenden Vorschlags ausführlich.


      Die absteigenden Vorschläge sind aber auch zweyerley: nämlich die langen und die kurzen. Der langen sind wieder zwo Gattungen, davon eine länger als die andere ist. Wenn der Vorschlag vor einer Viertheilnote, Achttheilnote oder Sechzehntheilnote stehet, so ist er schon ein langer Vorschlag; er gilt aber nur den halben Theil der Note, die nachkömmt. Man hält also den Vorschlag
      die Zeit, so der halbe Theil der Note beträgt; nachdem aber schleift
      man die Note ganz gelind daran. Was die Note verliert bekömmt der Vorschlag. Hier sind Beyspiele:



      Und er begründet auch, warum man an diesen Stellen überhaupt einen Vorschlag schreibt und nicht die Abwärtslinie direkt ausführt (mit "grossen Noten"):

      Man könnte freylich alle die absteigenden Vorschläge in grosse
      Noten setzen und in den Tact austheilen. Allein wenn ein Spieler
      darüber kömmt, der nicht kennet, daß es ausgeschriebene Vorschläge sind,
      oder der alle Noten zu verkräuseln schon gewohnet hat, wie sieht es
      alsdann sowohl um die Melodie als Har monie aus? Ich wette darauf ein solcher schenket noch einen langen Vorschlag darzu und spielt es also:



      welches doch nimmer natürlich, sondern schon übertrieben und verwirret läßt2. Es ist nur schade, daß Anfänger so leicht in diesen Fehler verfallen.


      S. insbesondere §3:

      zeno.org/Musik/M/Mozart,+Leopo…+neunte+Hauptst%C3%BCck/3.
      --
      "Die grösseste Schwierigkeit eines andern Arbeit auszuführen, bestehet wohl darin, daß eine scharffe Urtheils-Krafft dazu erfordert werde, fremder Gedancken Sinn und Meinung recht zu treffen. Denn, wer nie erfahren hat, wie es der Verfasser selber gerne haben mögte, wird es schwerlich gut heräus bringen, sondern dem Dinge die wahre Krafft und Anmuth offt dergestalt benehmen, daß der Autor, wenn ers selber mit anhören sollte, sein eigenes Werck kaum kennen dürffte."
      (Mattheson)
    • Ok, aber wie müssen die nachfolgenden Noten artikuliert werden? Außerdem bin ich über dieses hier gestolpert:
      haenchen.net/fileadmin/media/pdf/vorschlaege.mozart.pdf

      Dort liest man nämlich:



      Besagtes Beispiel 7 sieht so aus:



      Das bedeutet zumindest, dass hier nicht ganz klar ist, wie die rhythmische Verteilung ist. Da sich über der Figur ein Bogen befindet, ist legato naheliegend. Haenchen, den ich doch für ziemlich kompetent halte, lässt Leopold Mozart denn auch außen vor, da eben nicht genau dieser Fall bei ihm erläutert wird und man nur mutmaßen kann, dass vermutlich die ersten beiden Noten gebunden werden, danach irgendwie abgesetzt werden muss.
      Sehr viel klarer ist hier Türk:





      Bei Türk sind die beiden Lösungen so,wie ich sie bislang kannte. Woher aber kommt das Märchen mit den akkordfremden Tönen? Man möge mir diesen furchtbaren Ausflug ins Off-Topic-Land verzeihen, ich kanns ja später verschieben...
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • In der Tat schreibt Haenchen hier "ist kurz auszuführen", um das später aber gleich wieder selbst zu relativieren (Türk und Hummel lassen beides zu).

      L. Mozart beschreibt diesen Sonderfall tatsächlich nicht als solchen in der Violinschule, was auch wieder interessant ist. Wenn man ihn nämlich gar nicht als solchen betrachten würde, dann würde ja die L. Mozartsche Ausführung gelten (mit einer guten Begründung von ihm selbst).

      Fragen über Fragen...
      ;)
      --
      "Die grösseste Schwierigkeit eines andern Arbeit auszuführen, bestehet wohl darin, daß eine scharffe Urtheils-Krafft dazu erfordert werde, fremder Gedancken Sinn und Meinung recht zu treffen. Denn, wer nie erfahren hat, wie es der Verfasser selber gerne haben mögte, wird es schwerlich gut heräus bringen, sondern dem Dinge die wahre Krafft und Anmuth offt dergestalt benehmen, daß der Autor, wenn ers selber mit anhören sollte, sein eigenes Werck kaum kennen dürffte."
      (Mattheson)
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