André Cluytens

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    • Amadé schrieb:

      Daran bin ich auch interessiert, ich zweifele jedoch stark an der Existenz der Kombination Cluytens/Wiener Philharmoniker bei dieser Sinfonie. Mir ist sie noch nirgends begegnet.

      Gruß Amadé
      Sollte ich da tatsächlich Mal eine Rarität entdeckt haben? Das wäre ja...
      Guckt Mal hier:
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Satie schrieb:

      Falstaff schrieb:

      Lieber Satie, Cluytens hat seinen Zyklus um 1958 begonnen. Da war die Zeit noch nicht so revolutionär. :D
      Wirklich? Ich meine, Beethoven war doch schon um 1800 revolutionär...

      Als eine "revolutionär" klingende, wilde Aufnahme aus den frühen 1960ern wird oft die Einspielung von René Leibowitz (1961) gelobt, die aber seinerzeit mW bei den Kritiken keine guten Bewertungen erhielt - der Interpretationsstil sei vom damals Üblichen stark abgewichen und Leibowitz "seiner Zeit voraus gewesen":

      youtube.com/watch?v=ATahcVjxBqI

      Leibowitz war auch ein sehr produktiver, zwölftönig schreibender Komponist.
      zwischen weißem rauschen und nichtton

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    • Hallo, Cetay,

      danke für den Link zu der CD! Kein Zweifel, selbst das Aufnahmedatum stimmt, wie auf der Rückseite ersichtlich.
      Der Inhalt ist identisch mit der MP3-Version, nur ist auf der CD noch eine Berliner Aufnahme von Liszts "Les Prèludes" angefügt. Ob man damals in Wien bewusst nur einzelne Sätze aufgenommen hat, und, wenn ja, zu welchem Zweck? Solche Sammelplatten wurden doch zu dieser Zeit praktisch immer aus vorhandenen Aufnahmen zusammengestellt.
      Cluytens hat ansonsten kaum mit den Wiener Philharmonikern gearbeitet. Mir ist nur eine Aufnahme von "Hänsel und Gretel" aus dem Jahr 1963 bekannt.
    • Das listet Amazon beim Inhalt der CD 38 der Gesamtbox auf:

      Disk: 38
      1. Violin Concerto in D Major, Op. 61: I. Allegro ma non troppo (Cadenza by Kreisler)
      2. Violin Concerto in D Major, Op. 61: II. Larghetto
      3. Violin Concerto in D Major, Op. 61: III. Rondo - Allegro (Cadenza by Kreisler)
      4. Symphony No. 5 in C Minor, Op. 67: I. Allegro con brio
      5. Symphony No. 8 in F Major, Op. 93: II. Allegretto scherzando
      6. Symphony No. 4 in A Major, Op. 90, MWV N 16, "Italian": IV. Saltarello
      7. Serenade in G Major, K. 525, "Eine Kleine Nachtmusik": I. Allegro
      8. Symphony No. 40 in G Minor, K. 550: I. Molto allegro

      Das wird die Aufnahme aus Wien sein. Dazu dann noch einige Sätze, die auf der CD, auf die Satie und Cetay hinwiesen, drauf sind. Der Rest davon wird sich auf anderen CD's der Box verstecken.

      Offensichtlich haben sie damals wirklich Cluytens und die Wiener in's Studio gebeten, nur um populäre Sätze verschiedener Musikstücke aufzunehmen. Was für Zeiten! Was für ein Luxus!

      LG Falstaff
    • Don Perlimplin schrieb:

      In Cluytens' Diskographie ist mir übrigens folgendes aufgefallen: Dort wird nur eine Aufnahme der 7. Sinfonie gelistet, und zwar die aus der GA (Aufnahmeteam: René Challan/Horst Lindner; Electrola, Köln), Februar 1957, Grunewaldkirche Berlin.
      In der von Dir bestellten Kassette sind aber zwei aufgeführt, die von 1957 (CD 32) und eine von 1960 (CD 48). Vielleicht gibt das Booklet der Kassette hier Aufschluss. Jedenfalls ist in der Diskographie von einer 1960er Produktion nicht die Rede.
      Lieber Don Perlimplin, ich werde berichten, sobald man mir die Box in meinen Briefkasten gequetscht hat. ;)

      LG Fastaff
    • Falstaff schrieb:

      Das wird die Aufnahme aus Wien sein. Dazu dann noch einige Sätze, die auf der CD, auf die Satie und Cetay hinwiesen, drauf sind. Der Rest davon wird sich auf anderen CD's der Box verstecken.

      Offensichtlich haben sie damals wirklich Cluytens und die Wiener in's Studio gebeten, nur um populäre Sätze verschiedener Musikstücke aufzunehmen. Was für Zeiten! Was für ein Luxus!
      Lieber Falstaff,

      ja, davon bin ich inzwischen auch überzeugt. Aber auch mir ist rätselhaft, warum man damals in Wien einzelne Sätze eingespielt hat. Das hört sich ja verdächtig nach Wunschkonzert an! Auf die Auflistung bei Amazon hatte ich gar nicht geachtet, es hätte dies Sache wesentlich erleichtert. Nun ist es geklärt, mit Deiner Hilfe. Vielen Dank!
      Bleibt noch die Erklärung für die 7. Sinfonie von 1960. Da bin ich jetzt wirklich gespannt!

      LG, Perlimplin
    • Don Perlimplin schrieb:

      Aber auch mir ist rätselhaft, warum man damals in Wien einzelne Sätze eingespielt hat. Das hört sich ja verdächtig nach Wunschkonzert an!
      Ja, kaum zu glauben. Übrigens gibt es mit Cluytens und den Berliner Philh. zwei Aufnahmen der 6. Sinfonie, die erste wurde 1955 in Mono eingespielt, noch vor Beginn der Gesamtaufnahme, die zweite 1960 in Stereo. Die Mono-Aufnahme kann heute bei Testament erworben werden, zusammen mit Schuberts Unvollendeter.
      Gruß Amadé
    • Amadé schrieb:

      Übrigens gibt es mit Cluytens und den Berliner Philh. zwei Aufnahmen der 6. Sinfonie, die erste wurde 1955 in Mono eingespielt, noch vor Beginn der Gesamtaufnahme, die zweite 1960 in Stereo.
      Hallo Amadé,

      darauf hatte ich bereits in Beitrag Nr. 13 hingewiesen. Beide Versionen sind auch in der Cluytens-Kassette enthalten, die Mono-Aufnahme von 1955 auf CD 28, die Stereo-Produktion von 1960 auf CD 47.

      Gruß, Perlimplin
    • Hehe, ich bin immer noch ganz überrascht, dass es mir einmal gelungen ist, so ein Kuriosum auszugraben. Nun gut, es hat mich ja eher "angesprungen".

      Immer noch denke ich darüber nach, warum dieser Cluytens Beethoven ganz anders klingen lässt als jener, der die Berliner dirigiert. Die Wiener unter Böhm klingen viel weicher und auch langsamer (um nicht zu sagen nichtssagend...), auch scheint Böhm die 5. nicht gerade oft eingespielt zu haben. Ist es dann Karajans Einfluss? Ruppig genug, zügig und mit einem Drive, den die Berliner nicht mehr an den Tag legen. Ist es eher das, was man da hören kann? Schon eigenartig... Unter wem haben die denn die Symphonie noch gespielt?
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Wer welches Stück mit welchem Orchester einspielen darf, entscheidet in erster Linie der Markt, Böhms Marktwert hatte keineswegs zwischen 1950 und 1960 den Stand wie später, als er mehrmals im Jahr ins Studio gehen durfte. Bei der DGG mischten außer Jochum auch noch andere hochkarätige Dirigenten mit, wie Fritz Lehmann, Paul van Kempen, Ferenc Fricsay. Erst nach dem frühen Tode der Erstgenannten 1956 bzw. 1955 sahen sich die Verantwortlichen nach neuen Talenten um und verpflichteten Lorin Maazel, der bereits 1958 eine fulminante Aufnahme der 5. Sinfonie vorlegte, also während der Zeit, als Cluytens auch die Beethoven-Sinfonien mit demselben Orchester produzierte (allerdings für Electrola).
      Böhm hat m. W. die 5. nur zweimal aufgenommen: 1953 mit den Berlinern und 1970 mit den Wienern (beide DGG).

      Gruß Amadé

      p.s. 1:0 für Dich bzgl. Cluytens-WP, wenn es auch nur 1 Satz war.
    • Satie schrieb:

      Offenbar ist das hier mit den Wienern (zumindest zeigt mir Qobuz das so an, leider nicht das Jahr). Das ist völlig anders!! Packend und grell. Wie kommt dieser Unterschied zustande? Haben ihn die Berliner ignoriert oder die Wiener (denen sagt mans ja eher nach...."An Auftakt hat er 'gebn, aba sonst kan nennenswerten Widerstand g'leistet.")??? Verrückt.
      Lieber Satie, heute kam de Box an und ich habe mir gleich einmal die 'Wunschkonzert-5.' aus Wien angehört. Der Unterschied ist in der Tat erstaunlich und bedauert um so mehr, dass er sie dort nicht vollständig eingespielt hat. Allerdings habe ich weiterhin keine Antwort darauf, warum er im selben Jahr sie so unterschiedlich angelegt hat. Im Januar Berlin, im Dezember Wien. Zeitlich umgekehrt könnte ich es mir vielleicht noch erklären, aber so! Es gibt allerdings einen Unterschied bei den Produzenten. Möglicherweise hat Legge in Wien Einfluss genommen. Vielleicht war es aber auch nur schlichte Tagesform oder er wollte sich bei den Wiener, mit denen er zuvor erst eine einzige Studio-Aufnahme gemacht hatte, noch einmal besonders in's Gedächtnis rufen.

      In der Box gibt es noch vollständige Beethoven 6 und 7 jeweils mit den Berlinern, die er jeweils vor dem Zyklus aufgenommen hat. Möglicherweise gibt es da ja auch Unterschiede. Ich werde berichten. :)

      LG Falstaff

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    • Falstaff schrieb:

      Martha Angelici ist mit dabei auf Cluytens Aufnahme der Perlenfischer
      Lieber Don Perlimplin, Cluytens hat offenbar gerne mit der Angelici zusammen gearbeitet. In der Box finden sich neben dem Fauré 'Requiem' (1950) noch Aufnahmen von Maurice Delage 'Quatre Poèmes hindous' und 'Trois Chants de la jungle' (1951) und Debussy 'Le Martyr de saint Sébastien' (1954). Da die Vokalmusik nur einen recht kleinen Teil der Einspielungen ausmacht, ist das schon eine ganze Menge. Jedenfalls eine gute Möglichkeit sie noch weiter kennenzulernen.

      Don Perlimplin schrieb:

      In der von Dir bestellten Kassette sind aber zwei aufgeführt, die von 1957 (CD 32) und eine von 1960 (CD 48). Vielleicht gibt das Booklet der Kassette hier Aufschluss. Jedenfalls ist in der Diskographie von einer 1960er Produktion nicht die Rede.
      Das Booklet ist leider nicht sehr informativ. Er hat die 6. und 7. eben in Berlin damals eingespielt, allerdings in Mono und so wurden sie dann für den Zyklus noch einmal in Stereo wiederholt. Mehr erfährt man auch nicht.

      LG Falstaff
    • Ich muss gestehen, dass Berlioz nie zu meinen Lieblingskomponisten gehörte. Das hat sich in der letzte Zeit ziemlich geändert. Aber das ist natürlich ein Grund dafür, warum ich sammlungstechnisch nicht so richtig gut ausgestattet bin. Dies gilt für die Opern (mit Ausnahmen) wie auch für die 'Symphonie fantastique'.

      Neben der Munch-Aufnahme der 'Symphonie' Haitink und der Cluytens-Aufnahme aus Prag von 1955 klafft da eine ziemliche Lücke. Nun sind da zwei weitere Versionen mit Cluytens hinzugekommen. Einmal Mono, einmal Stereo. Die Stereo-Version habe ich mir nun angehört.



      Und, was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Gut, ich kenne einen Haufen anderer Versionen nicht. Aber hier habe ich a) das Französische, das vordergründlich Leichte, Elegante, aber auch b) trotzdem das tiefer Gehende, das Entdeckende, an der Oberfläche Kratzende. Und vor allem habe ich hier den Fluss, das zueinander Passende, auf einander Abgestimmte. Ich bin jedenfalls ziemlich begeistert.

      :hello Falstaff
    • Falstaff schrieb:

      Ich muss gestehen, dass Berlioz nie zu meinen Lieblingskomponisten gehörte.
      Lieber Falstaff,

      mir ist es ganz ähnlich ergangen .... bis ich noch zu LP-Zeiten auf die Version von Pierre Monteux mit den Wiener Philharmonikern stieß. Sie ist inzwischen, sorgfältig restauriert, auch wieder auf CD erhältlich:




      und das zu einem moderaten Preis. Es ist eine Stereo-Aufnahme aus den Wiener Sofiensälen von 1958, die ursprünglich als RCA-LP erschien und später von DECCA übernommen wurde.

      Monteux ist, wie Cluytens, Franzose. Er spürt mehr den nachdenklichen Passagen des Werks nach und reichert seine wunderbare Interpretation mit echtem französischen Esprit an. :down :down Für mich ist das eine der schlüssigsten Aufnahmen des Werks (von den ca. 10, die ich kenne, darunter Münch, Markevitch, Karajan (3x), Ansermet).

      Gekoppelt ist die Aufnahme mit traumhaften Auszügen aus Mendelssohns Sommernachtstraum-Musik (aufgenommen 1957, ebenfalls Stereo). Eine CD, die ich wärmstens empfehlen kann.

      Daneben gibt es eine weitere, ganz anders geartete, die mir sehr ans Herz gewachsen ist, diese:




      Otto Klemperer mit dem Philharmonia Orchestra London (Aufnahme: 1963).

      Kurz nach der Erstveröffentlichung schrieb Carl-Heinz Mann in FonoForum: " .... die geistige Höhenluft einer großen, einer vollkommenen Aufnahme liegt über dieser Einspielung. Alle Akzente, alle Gestik, alle Ausbrüche dieser zerklüfteten, grellfarbigen Partitur .... sind eingefangen" und spricht weiter von "idealer, überzeitlicher Erfüllung der Musik" und rühmt die "schaurige, echte Größe" von Klemperers Interpretation.

      Für mich ist sie das ideale Gegenstück zu Monteux, der die Partitur ganz anders, mit mehr Eleganz und Farbigkeit, auffasst, während Klemperer, der sicherlich kein geborener Berlioz-Dirigent war, mehr die schroffen, die bizarren Seiten der Musik ausleuchtet. Ich möchte beide Versionen nicht in meiner Sammlung missen.


      Die Cluytens-Aufnahme kenne ich übrigens nicht; zur Zeit ist sie wohl nur zum Mondpreis erhältlich (habe sie aber mal auf meine Wunschliste gesetzt).

      LG :hello Perlimplin

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    • Lieber Falstaff,

      nur kurz zur Information: die Monteux-Aufnahme gibt es noch in einer Billig-Ausgabe auf dem Label "BELART", sie ist identisch mit der eloquence-Ausgabe und sieht so aus:




      Beim großen Urwaldfluss z.Zt. ab € 2,29 erhältlich. Das Cover ist etwas irreführend: Maazel dirigiert den Auszug aus "Romeo & Juliet", Monteux die Sinfonie fantastique.
      Die Klemperer-Aufnahme gibt es auch relativ günstig in folgenden Ausgaben:

      oder:
      Beide sind bei Amazon für unter 8 Euro zu haben (gebraucht). Die heute morgen gezeigte Ausgabe ist ein Japan-Import, dementsprechend teurer.
      Es gibt sogar einen Live-Mitschnitt eines Konzerts vom Januar 1966 aus der Londoner Royal Festival Hall, der also drei Jahre später entstand. Natürlich gehörte Berlioz nicht zu Klemperers Lieblingskomponisten, aber die Fantastique nahm er sich hin und wieder vor. Er selber hatte ja immer wieder manische Schübe, vielleicht konnte er sich deshalb mit dem Werk identifizieren.
      Hier die Live-Version, die bei TESTAMENT erschienen ist:



      Der ist allerdings z.Zt. nur für Leute, die einen Sechser im Lotto gewonnen haben, zu empfehlen.

      Noch einen schönen Abend,
      Perlimplin
    • Falstaff schrieb:

      Meine Regale platzen aus allen Nähten.
      Lieber Falstaff,

      mir geht es genauso! Mein ziemlicher geräumiger Schrank ist randvoll, meine Regale auch, und für ein neues Regal ist nirgendwo mehr Platz. Meine umfangreiche LP-Sammlung schlummert schon seit Jahren (von ein paar Raritäten abgesehen) in Kartons im Keller. Aber "die Katze lässt das Mausen nicht". Immer wieder findet man etwas Interessantes oder wird mit der Nase darauf gestoßen.
      Ich wünsche Dir trotzdem schon jetzt viel Vergnügen beim Hören der "Fantastique" mit Monteux und Klemperer. Vielleicht berichtest Du mal über Deine Höreindrücke, würde mich sehr interessieren.
      Das soll jetzt keine weitere Kaufanregung sein, aber eine herausragende Version habe ich gestern vergessen, diese hier:

      Sir Thomas Beecham mit dem Orchestre National, Paris (Aufnahme: EMI 1959, Stereo).

      Beecham war ja bekanntlich ein Spezialist für französische Musik, und hier ist er ganz in seinem Element. Aber ich denke, wer Münch, Monteux und Klemperer im Regal hat, muss diese nicht unbedingt haben.


      LG, Perlimplin