KK Nr. 24 c-Moll, KV 491

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    • KK Nr. 24 c-Moll, KV 491

      Hatte mich kurzfristig entschlossen, mich näher mit dem bekannten c-Moll-Konzert zu befassen und selbst zu erarbeiten/spielen. Dazu hörte ich als erste Referenzaufnahme die von Lang Lang und Harnoncourt aus dem Jahre 2014 mit den Wiener Philharmonikern, dann auch Uchida und Gould.

      Nun suchte ich auch eine HIP-Aufnahme, am besten mit OPI. Habe in die beiden von Bilson/Gardiner sowie Brautigam hineingehört und mich dann wegen der übergroßen "Eile" von Brautigam für Bilson entschieden.



      Eine ganz hervorragende Aufnahme, die mit dem Kammerorchester der English Baroque Soloists hervorragend besetzt ist. Am meisten haben mich die Bläser überrascht, aber auch das ganze Orchester spielt außerordnetlich differenziert, und der Klang wird transparent. Fast schon "kontrapunktisch" hört man die einzelnen Stimmen ganz hervorragend heraus.

      monteverdi.co.uk/about/ebs

      Das Fortepiano, ein Nachbau eines "Mozart-Flügels", eines Walter, wurde von Derek Adlam gebaut und von Christopher Hogwood ausgeliehen. Der Klang paßt sich nahtlos ins Orchester ein, ist allerdings bisweilen - so habe ich den Eindruck - ein wenig zu perfekt. Gerade auch die langsamen Sätze der CD (sie enthält die KK Nr. 14, ein selten gespieltes Werk, dann das bekannte A-Dur mit dem berühmten f-Moll-Adagio, und das erwähnte c-Moll-Konzert) erklingen selten "sanft" und "ruhig", wie ich das bisher von Hammerflügeln nicht so gewohnt war.

      Die schnellen Sätze sind natürlich virtuos, da merkt man, daß die Mechanik des Walter-Nachbaus dem Solisten keine unnötigen Steine in den Weg legt. :)
      Dennoch "rast" Bilson hier nicht so durch wie andere (Lang Lang tut dies übrigens bei diesem KK Nr. 24 auch nicht, da stand wohl Harnoncourt Pate!).

      Die Stimmung liegt bei ca. 432 Hz (+/- 1 Hz), also durchaus "HIP". :)

      Absolute Empfehlung für HIP-Liebhaber!
      --
      Günther

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Guenther ()

    • Lieber Guenther,
      besten Dank für diesen Tipp!
      Das C-Moll-Konzert scheint ja allgemein im Schatten des andere Moll-KK von Mozart zu stehen, jenem in D-Moll, dabei ist es ein durchaus sehr interessantes und schönes Werk.
      Ich habe Bilson schon anderweitig sehr positiv erlebt, mit Mozart und Beethoven, daher interessiert mich die Aufnahme sehr. Ich werde sie mir in Kürze zu Gemüte führen.


      Guenther schrieb:



      Am meisten haben mich die Bläser überrascht, aber auch das ganze Orchester spielt außerordnetlich differenziert, und der Klang wird transparent. Fast schon "kontrapunktisch" hört man die einzelnen Stimmen ganz hervorragend heraus.
      Damit ist meiner Meinung nach einer der großen Stärken von HIP allgemein sehr gut beschrieben!

      Herzliche Grüße
      Satie
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Ich muss zugeben, dass bei mir nicht nur das c-Moll Konzert klar im Schatten des d-Moll Konzert steht, sondern ganz banausenhaft die Klavierkonzerte deutlich weniger strömen als die Violin- und die Bläserkonzerte. Ich habe mir dennoch seinerzeit die Nummern 19-27 in HIP-Verkleidung zusammengekauft, um meine bescheidene Sammlung, bestehend aus der -so gut wie nie gehörten- Kompletteinspielung von Perahia und ein paar anderen Einzel-CDs (darunter damals wie heute viel gehört die Nr. 20 d-Moll, KV466 mit Uchida/Tate), mittels dem Interpretations-Zeitgeist entsprechenden, historisch korrekt gespielten Aufnahmen zu aktualisierten. Von Bilson und Gardiner wurden es aus vervollständigungsstrategischen Gründen die Nummern 22+26 -die ich dann so gut wie nie gehört habe- während die Nummer 24 an Robert Levin ging -und dann so gut wie nie gehört wurde. Was mich an KV 491 immer gestört hat, ist die allzu-häufige Wiederholung des Hauptmotivs und allgemein die Länge(n) des Kopfsatzes. Aber es stimmt schon: wenn ich das mal wieder strömen lasse, dann mit Gardiner, der die von SatHIeP zurecht fett herausgestellten Stärken ausspielt, ohne das mit dem bisweilen etwas dünn und blutleer wirkenden Sound der Rivalen Hogwood, Brüggen, Goodman und Norrington erkaufen zu müssen.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Hallo Satie,

      gern!

      Hallo Cetai,

      na, wieder zurück? :)
      Der Kopfsatz ist in der Tat länger als sonst, dafür hat er aber auch einige Besonderheiten: Hier werden bis zu 5 selbständige Gedanken vorgestellt, die man auch als "Themen" ansehen kann. Außerdem ist er in einem 3/4-Takt notiert, was sonst in keinem anderen KK-Kopfsatz Mozarts vorkommt.

      Daß das erste Thema so furchtbar häufig vorkommt, kann ich nicht finden. Im Gegenteil sind es doch 5 Themen, die vorkommen. In der Durchführung kommen Themen 3 und 1 vor, das stimmt. In der Reprise dann wieder alle, allerdings in andere Reihenfolge.
      :)

      Geniales Teil! Kann mich nicht satthören und -spielen daran...
      (leider mit vielen kleinen "Fallen" für den Pianisten...)
      --
      Günther