Mein Lieblingskomponist: Carl Maria von Weber -- Annäherung, Zugang und Würdigung

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    • Mein Lieblingskomponist: Carl Maria von Weber -- Annäherung, Zugang und Würdigung

      Wie hat eigentlich alles angefangen? Wie wurde aus der Kenntnisnahme weiteres Interesse? -- Dieses und weitere Aspekte zu Leben und Werk des Komponisten werde ich hier ansprechen bis hin zu neueren Ergebnissen der Weber-Forschung...

      :hello LT

      Arm bin ich auf die Welt gekommen,
      alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
      ---
      Beharrlichkeit führt zum Ziel!
      ---
      Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
      sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
      ---
      ... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
      ---
      Soli deo gloria
      (CMvW -- Carl Maria von Weber)
    • Meine Erstbegegnung mit Weber hatte ich durch die Behandlung im Musikunterricht der Schule, eigentlich weniger mit der Person Webers, sondern eher durch den "Freischütz":
      - Ouvertüre
      - Rezitativ und Arie des Max
      - Arie des Kaspar
      - Rezitativ und Arie der Agathe
      - Wolfsschlucht-Szene
      - Jägerchor

      Mich faszinierte sofort die Tonsprache des Komponisten: Wie er Stimmungen in Musik umsetzen konnte, wie er Naturschilderungen mit einbezog. Die Ouvertüre liebte ich auf Anhieb: die langsame Einleitung, dann nicht nur das Aufgreifen unterschiedlicher Motive aus der Oper, sondern quasi der Handlungsablauf der Oper wird hier bereits vorgezeichnet. So etwas hat es vorher noch nie gegeben... und dann dieser tolle Einfall mit der Generalpause.

      Bei den Arien gefiel mir der Ideenreichtum seiner Melodien (nicht nur 2-4 unterschiedliche Melodien pro Rezitativ und Arie), dazu die Stimmungsausmalungen der Protagonisten eingebettet in vorzüglichen musikalischen Naturschilderungen mit ausgeklügelter Instrumentationstechnik und herrlichen Überleitungen. All das zieht mich noch heute in den Bann!

      Und dann diese Wolfschlucht-Szene ist so grandios und einmalig: schon das "Uhui" lässt herrlich musikalisch gruseln. Das Gießen der Freikugeln mit der musikalischen Ausgestaltung der Ereignisse ergreift mich bis zum heutigen Tag.


      :hello LT
      Arm bin ich auf die Welt gekommen,
      alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
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      Beharrlichkeit führt zum Ziel!
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      Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
      sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
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      ... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
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      Soli deo gloria
      (CMvW -- Carl Maria von Weber)
    • Als nächstes kaufte ich mir den "Freischütz"-Querschnitt unter Carlos Kleiber. Diese Aufnahme stand am Anfang meiner Beschäftigung mit klassischer Musik.



      Gefestigt wurde dieses Interesse mit der Beschäftigung mit Beethovens 5. Sinfonie.

      Bei einem Besuch in einem Schallplattenladen fielen mir Webers 2 Klarinettenkonzerte in die Hände, sie wanderten in den Einkaufskorb und wurden daheim so gleich auf den Plattenteller gelegt. Die Musik gefiel mir. Nun wollte ich mehr über Weber erfahren: Eine Biographie musste her:




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      Arm bin ich auf die Welt gekommen,
      alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
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      Beharrlichkeit führt zum Ziel!
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      Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
      sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
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      ... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
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      Soli deo gloria
      (CMvW -- Carl Maria von Weber)
    • Ja und warum war es gerade Weber zu dessen Biographie ich griff?? -- Ganz einfach: Von Beethoven wusste ich einiges, über Weber bis dato nur seinen "Freischütz"-Querschnitt und die Klarinettenkonzerte, sonst nichts! -- Aber der eigentliche Grund war der, dass mich Webers Musik viel mehr ansprach als die Musik Beethovens. Beethovens Musik ist mir (obwohl ich sie gern höre) oft zu kraftvoll, in Marmor gehauen. Weber gestaltet abwechslungsreicher, diffiziler, mit viel mehr Gefühl und mit situationsangepasster Musik (gerade in seinen Opernwerken).

      Mozarts Musik, die ich natürlich auch sehr gern höre, ist mir auf die Dauer zu luftig-leichtfüßig zu wenig wirklich dramatisch.


      :hello LT
      Arm bin ich auf die Welt gekommen,
      alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
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      Beharrlichkeit führt zum Ziel!
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      Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
      sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
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      Soli deo gloria
      (CMvW -- Carl Maria von Weber)

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    • Was ich zu lesen bekam hat mich stark beeindruckt. Da war das Abenteuerliche in seiner Kinder- und Jugendzeit, dass der Adelstitel vom Vater gefälscht worden war, dass der erst relativ spät mit Bildung bedachte Komponist zu einer Persönlichkeit mit hohem Bildungsgrad reifte, dass er ein interessanter Briefschreiber war, dass er stets ein Ziel hatte, von dem er sich nicht abbringen ließ, dass er sich im Leben nie gehen ließ und späterhin in vernünftigen und geordneten Verhältnissen lebte (im Gegensatz zu Beethoven und Schubert), obwohl er nie richtig gesund war und gesundheitlich sehr anfällig und angeschlagen war, dass er kein introvertierter Mann war mit einem großen Freundes- und Bekanntenkreis, dass er um seine Liebe jahrelang kämpfte und hierbei auch den Sieg davon trug ....


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      Arm bin ich auf die Welt gekommen,
      alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
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      Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
      sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
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      ... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
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      Soli deo gloria
      (CMvW -- Carl Maria von Weber)
    • Die Oper stand für Weber stehts im Mittelpunkt, deshalb auch:

      "... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!"

      Quelle: Weber-GA


      Aber es ging ihm dabei nicht nur um die eigenen selbst komponierten Opernprojekte, als Operndirektor in Prag und Dresden brachte er die angesagtesten Opern Europas auf die Bühne. Sie interessierten ihn nicht nur von der Partitur her, sondern halt auch live aufgeführt. Er liebte die Oper als Kunstgattung und als Institution.


      Quelle: tonger.de

      Aber um das umsetzen zu können, benötigte er ein erstklassiges Opernhaus, das er jeweils in Breslau, Prag und Dresden auch gefunden hatte. Hier wollte er weitestgehend alleine schalten und walten, seine Ziele durchsetzen. Er war in allen Bereichen seines Lebens immer ein Vertreter, der alle traditionellen Dinge hinterfragte. Schon 1804 als noch 17jähriger (!) Opernchef in Breslau leitete er sämtliche Neueinstudierungen selbst (keine Assistenten, wie das heute so üblich ist!), dafür ersann er einen ausgeklügelten Probenablauf, der bis heute noch weitgehend weltweit im Opernbetrieb verbreitet ist. Bereits damals veränderte er die Orchestersitzordnung und verfrachtete die Bläser weiter nach hinten, er war damit der Urvater der heutigen deutschen Orchesteraufstellung. Diese neue Sitzordnung musste er immer und immer wieder erneut durchsetzen, weil er auf großen Widerstand der Orchestermitglieder stieß. Er war der erste oder zumindest einer der ersten Dirigenten, die einen Taktstock verwendeten. Außerdem mischte er sich überall ein, was den Opernbetrieb betraf: Sänger, Musiker, Szenerie, Ausstattung, Kulissen, Beleuchtung usw., was völlig neu war und nicht immer auf Gegenliebe stieß. Später in Dresden verfasste er auch kleine Einführungsbeiträge zu den betreffenden Opern-Neueinstudierungen. Er war somit ein ganz neuer Typ eines Opernchefs. Der Biograf Karl Laux bezeichnete Weber aufgrund der richtungsweisenden Modernität seines Wirkens als den defacto ersten deutschen (titellosen) Generalmusikdirektor!


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      sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
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    • Anschaffung in Sachen Weber






      ArtikelBuch - Flexcover
      AutorMarkus Schroer
      TitelCarl Maria von Webers Oberon
      VerlagAgenda Verlag GmbH & Co.
      Erscheinunngsjahr2009
      ISBN-139783896884046
      Preis35,80





      Die triumphale Aufführung des Freischütz am 18. Juni 1821 in Berlin und der Siegeszug dieser Oper bis nach London und Paris hatten Carl Maria von Weber zu einer europäischen Berühmtheit gemacht. So war es nur allzu verständlich, daß Weber aus England ein Angebot erhielt, eine Oper für das Covent Garden Theatre in London zu komponieren. Als er schließlich auf das Angebot einging und man sich auf das Sujet des Oberon geeinigt hatte, war er sich nicht im mindesten bewußt darüber, welch ein künstlerisches Abenteuer ihn erwarten würde. Erst nachdem Weber den gesamten Text des Librettos in Händen hielt ahnte er, daß die englische Oper jener Zeit vollkommen anders gestaltet war als eine kontinentaleuropäische Oper, entsprach doch die englische Oper mehr einem Schauspiel mit Musikeinlagen. Diese Monographie beschäftigt sich mit einem Werk, das in der Geschichte der Gattung Oper wohl einzigartig ist. Dabei soll gerade die Querständigkeit des Oberon zur kontinentaleuropäischen Operntradition zum Anlaß genommen werden, Webers letzte Oper unter Berücksichtigung der unterschiedlichsten Aspekte möglichst umfassend zu beleuchten. Opernforschung versteht sich hier nicht allein als rein musikwissenschaftlich, sondern durchaus als interdisziplinär ausgerichtet: neben musikalischen Fragestellungen spielen in gleichem Maße auch kulturgeschichtliche Aspekte eine wesentliche Rolle. -- 618 Seiten!





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      alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
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      Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
      sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
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      Soli deo gloria
      (CMvW -- Carl Maria von Weber)
    • Am Sonntag erfuhr ich (was ich insgeheim schon vermutet hatte) bei einer Musiksendung auf ARD-alpha, dass Weber mit seiner "Aufforderung zum Tanz" zum Schöpfer des klassischen Konzertwalzers wurde, diese Form wurde dann von Lanner und den Komponisten der Strauß-Familie aufgegriffen und weiterentwickelt.


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      Arm bin ich auf die Welt gekommen,
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      sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
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