Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2018

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    • Hallo Gernot,

      herzlich willkommen in unserem kleinen aber feinen Forum. :hello
      Berlioz verirrt sich bei mir nur noch selten in den DAC, aber diese Aufnahme finde ich grandios:


      Hector Berlioz; Grand Messe des Morts
      Robert Murray (Tenor), Chetham’s School of Music Symphonic Brass Ensemble,
      Gabrieli Players and Consort, Wroclaw Philharmonic Choir and Orchestra, Paul McCreesh
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

    • Krzysztof Penderecki - Lukas-Passion

      Stefania Woytowicz, Sopran
      Andrzej Hiolski, Bariton
      Bernard Ladysz, Bass
      Rudolf Jürgen Bartsch, Sprecher
      Tölzer Knabenchor,
      Kölner Rundfunkchor
      Rundfunk-Sinfonie-Orchester Köln - Henryk Czyz
      (2 LPs. dhm, 1967)

      Der Reigen der Passionsmusiken beginnt bei mir dieses Jahr einmal nicht mit den wohlklingenden barocken Schlachtrössern sondern mit dem kargen, spröden Penderecki: Solisten wie Chöre singen, schreien, flüstern, über weite Strecken wird acappella gesungen.
      Die Instrumenten-Stimmen sind so effektiv wie sparsam dosiert.
      Das Erzählte wirkt in seiner Ungeschminktheit schonungslos direkt.
      Gute bis sehr gute Darbietung.
      Festtagsstimmung kommt hier zu keiner Zeit auf. Daran ändert auch der wie ein Fremdkörper klingende triumphale Dur-Dreiklang des Schlussakkords nichts.
    • Sfantu! Ich habe schon befürchtet, du wurdest von einem Vampyr gebissen...

      Hier jetzt:


      Ludwig van Beethoven; Sinfonie Nr. 9 d-Moll, op. 125
      Judith Hellwig, Lydia Kindermann, René Maison, Alexander Kipnis
      Teatro Colon Orchestra & Chorus, Arturo Toscanini (Buenos Aires, 24. Juli 1941)
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)


    • Verdi/Piave/Ghislanzoni: La forza del destino

      Il Marchese di Calatrava - Silvio Maionica
      Donna Leonora di Vargas - Renata Tebaldi
      Don Carlo di Vargas - Ettore Bastianini
      Don Alvaro - Mario Del Monaco
      Preziosilla - Giulietta Simionato
      Il Padre Guardiano - Cesare Siepi
      Fra Melitone - Fernando Corena
      Curra - Gabriella Carturan
      Mastro Trabuco - Piero De Palma
      Un alcalde - Ezio Giordano
      Un chirurgo - Eraldo Coda

      Orchestra e coro dell'Accademia di Santa Cecilia Roma, Francesco Molinari-Pradelli
      Decca 1955

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)


    • Gioachino Rossini/Luca Agolini/Jacopo Ferretti: La Cenerentola, ossia La bontà in trionfo

      Don Ramiro - Francisco Araiza
      Dandini - Domenico Trimarchi
      Don Magnifico - Enzo Dara
      Clorinda - Emilia Ravaglia
      Tisbe - Marilyn Schmiege
      Angelina - Lucia Valentini Terrani
      Alidoro - Alessandro Corbelli

      Georg Fischer: Hammerklavier
      Chor des Westdeutschen Rundfunks
      Cappella Coloniensis, Gabriele Ferro

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)

    • Helmut Lachenmann
      - Allegro sostenuto für Klarinette, Cello & Klavier (1986-88)
      - Pression für einen Cellisten (1969)
      - Dal niente für einen Solo-Klarinettisten (1970)
      - Intérieur 1 für einen Schlagzeugsolisten (1966)

      Eduard Brunner, Klar.,
      Walter Grimmer, Vcl.,
      Massimiliano Damrini, Klav.,
      Johannes Beer, Schlagzeug
      (CD, col legno, 1994)

      Letzte Woche machte ich zufälig die Bekanntschaft eines Kompositionsschülers von Lachenmann (in den 80ern in Stuttgart). Dies nahm ich zum Anlass, meine einzige Lachenmann-CD nach langer Pause einmal wieder zu "verkosten".
      Bei mir braucht es hierfür immer eine gewisse Einstimmung - mentales Training oder wie auch immer man das nennen mag. Jedenfalls ist das keine Musik zum Nebenbei-Hören. Sie verlangt nach unbedingter Fokussierung. Oft passiert nichts oder kaum Hörbares, dann wieder kommt es zu jähen Ausbrüchen. Die Instrumentalisten realisieren spieltechnische Grenzgänge oder - Überschreitungen. Die Spieldauer der Stücke nehme ich potenziert länger wahr als das tatsächlich in Minuten & Sekunden Messbare.
      In summa: eine Hörhaltung, die erst einmal ausgesprochen herausfordernd ist, im Verlauf aber auch mit Sinneseindrücken der aussergewöhnlichen Art belohnt.

    • Sfantu schrieb:

      Jedenfalls ist das keine Musik zum Nebenbei-Hören. Sie verlangt nach unbedingter Fokussierung. Oft passiert nichts oder kaum Hörbares, dann wieder kommt es zu jähen Ausbrüchen. Die Instrumentalisten realisieren spieltechnische Grenzgänge oder - Überschreitungen. Die Spieldauer der Stücke nehme ich potenziert länger wahr als das tatsächlich in Minuten & Sekunden Messbare.

      In summa: eine Hörhaltung, die erst einmal ausgesprochen herausfordernd ist, im Verlauf aber auch mit Sinneseindrücken der aussergewöhnlichen Art belohnt.
      So ist es. Ich habe einmal das 2. Streichquartett live erlebt. Da schien die Zeit fast stehen zu bleiben. Das war eines meiner intensivsten und am nachhaltigsten wirkenden Konzerterlebnisse überhaupt.

      Hier läuft jetzt die Fünfte aus Toscaninis nie wieder von jemandem auch nur annähernd erreichten 1939er Beethoven Zyklus in der excellenten Restauration von Music & Arts:



      Ludwig van Beethoven; Sinfonie Nr. 5 c-Moll, op. 67
      NBC Symphony Orchestra, Arturo Toscanini
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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    • Gérard Grisey; Vortex temporum für Piccolo/Flöte/Bassflöte, Klarinette/Bassklarinette, Streichtrio & Klavier
      Ensemble Risognanze, Tito Ceccerini

      Wer noch einen Beweis braucht, dass moderne Musik nicht auf populistische Methoden angewiesen ist, um "verständlich" zu sein, höre hier. Ich kriege immer die Krätze, wenn propagiert wird, zeitgenössische Komponisten hätten gefälligst "fasslich" zu schreiben. Man stelle sich vor, Beethoven hätte sich nach solchen Flachköpfen gerichtet. Dann gäb's heute keine Große Fuge zu bestaunen...
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Den Rest des Tages verbringe ich mit extrem hartem Stoff. Allein die Erklärungen im Booklet zu studieren, ist trotz physikalischer Vorbildung eine abendfűllende Angelegenheit. Es geht um die kosmolgische Natur der (höherdimensionalen) Realität, in der wir leben, wahrnehmen, denken und handeln. Das Libretto stammt von einer der führenden theoretischen Physikerinnen unserer Zeit.


      Hèctor Parra; Hypermusic Prologue - A projective opera in seven planes
      Charlotte Ellett (Sopran), James Bobby (Baritone), Ensemble Intercontemporain, Clement Power (Libretto: Lisa Randall)
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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    • Adolf Brunner - Markus-Passion

      Ulrich Studer, Bariton - Christus
      Dieter Agricola, Tenor - Petrus, Hohepriester, Kriegsknecht
      Martin Bruns, Bariton - Hauptmann
      Christoph Näf, Bass - Judas
      Heinz Suter, Bass - Pilatus
      Regula Zimmerli, Sopran - Magd
      Heiner Kühner, Orgel
      Kantoreien & Collegium musicum der Evangelischen Singgemeinde - Klaus Knall
      (3 LPs, ex libris, 1985)

      Weiter geht's mit den Passions-Musiken.
      Nachdem Penderecki bei mir den Eindruck der Sprödigkeit & Kargheit hinterliess, relativiert sich das nach Adolf Brunners Markus-Passion (UA 1975 in Dresden) ein wenig: hier haben wir es mit einem tief empfundenen aber auch ebenso tief ernsten Stück zu tun: Pendereckis im Vergleich geradezu schillernde Erzählhaltung bleibt in jedem Moment ganz dicht am Geschehen & sorgt stets für eine Art Thrill - trotz des von ihm vertonten Latein gegenüber dem bei Brunner gesungenen Deutsch. Der Komponist betont im Beiheft die schonungslose Direktheit, ja Dramatik von Lukas im Vergleich mit den anderen Evangelisten. Davon blitzt in der Vertonung aber recht selten etwas hervor. Einerseits wohltuende Innenschau, andererseits ein Ausbremsen des dramatischen Flusses stellen die Präludium & Intonation genannten Orgelvorspiele zu den 6 Abschnitten dar. Der emotionale Grundcharakter der Passions-Schilderungen ist mehrheitlich düster-verhangen. Die Chancen zu dramatischer Zuspitzung werden nicht immer genutzt. Die Rolle eines Erzählers oder Evangelisten wird dem Chor übertragen. Dadurch bleibt allein an Aussage & Ausdruck Vieles im Ungefähren, hat weniger Kontur, als wenn die Rolle klar personalisiert wäre. Klug gewählt ist die Wahl der Instrumente für die jeweilige Szenerie. Brunners Klangsprache hat mich einige Male an Benjamin Britten & Michael Tippett denken lassen. Immerhin interessant & von starkem Eindruck die häufige Unterordnung der Musik unter den Sprachduktus, was die Prosodie angeht.
      Unter den Solisten sticht Heinz Suter als Pilatus hervor: weniger mit einem attraktiven Timbre als vielmehr mit Gestaltungskraft. Aufnahmetechnisch ist die Rolle des Christus leicht in den Vordergrund gezogen während die anderen Protagonisten quasi aus der Mitte des Chores heraus zu hören & somit zu leise sind. Chor & Instrumentalisten sind bestens disponiert, die Aufnahme plastisch, durchsichtig & dynamisch, meine Exemplare obendrein mutmasslich ungespielt & daher im obersten Vinyl-Himmel angesiedelt.
      Fazit > eine Passionsbetrachtung, die einen unverplanten Nachmittag mit Konzentrationsvermögen, Ausdauer & einer Kanne Rooibos verlangt.
    • Normalerweise mache ich um programmatische Schlachten- und Revolutionsmusik einen großen Bogen, aber die "Große charakteristische Sinfonie für den Frieden mit der französischen Republik" von Wranitzky ist durchaus genießbar und funktioniert auch ohne Programm sehr gut.


      Paul Wranitzky; Sinfonie c-Moll op. 31
      NDR Radiophilharmonie, Howard Griffith
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Falstaff schrieb:



      Ein weiterer Versuch meinerseits, dieser Oper nahe zu kommen. Aber irgendwie klappt es nicht. Sie bleibt mir fremd. Vielleicht müsste ich sie wirklich erst einmal auf der Bühne sehen.

      :hello Falstaf
      Mir gefällt Fanciulla von ein paar Längen im 1. Akt abgesehen eigentlich sehr, allerdings ziehe ich die Aufnahme mit Carol Neblett, Placido Domingo und Sherill Milnes deutlich vor. Tebaldi klingt mir als Minnie zu glatt, insbesondere die Poker-Szene ist mit Neblett und Milnes deutlich intensiver.

      Bei mir jetzt:



      Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Ernani

      Ernani - Carlo Bergonzi
      Elvira - Leontyne Price
      Don Carlo - Mario Sereni
      Don Ruy Gomez de Silva - Ezio Flagello
      Don Riccardo - Fernando Iacopucci
      Iago - Hartje Mueller
      Giovanna - Julia Hamari

      RCA Italiana Opera Orchestra and Chorus, Thomas Schippers

      Von Verdis Frühwerken höre ich Ernani am liebsten. Nur schade, dass Bergonzi hier nicht auch die Arie Odi il voto singt.

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)


    • Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Rigoletto

      Il Duca di Mantova - Renato Cioni
      Rigoletto - Cornell MacNeil
      Gilda - Joan Sutherland
      Sparafucile - Cesare Siepi
      Maddalena - Stefania Malagù
      Giovanna - Anna di Stasio
      Matteo Borsa - Angelo Mercuriali
      Marullo - Giuseppe Morresi
      Il Conte di Ceprano - Giulio Corti
      La Contessa di Ceprano - Luisa Valle
      Il Conte di Monterone - Fernando Corena
      Un paggio della Duchessa - Maria Fiori

      Orchestra e coro dell'Accademia di Santa Cecilia Roma, Nino Sanzogno

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Amonasro schrieb:

      Bei mir jetzt:



      Giuseppe Verdi/Francesco Maria Piave: Ernani

      Ernani - Carlo Bergonzi
      Elvira - Leontyne Price
      Don Carlo - Mario Sereni
      Don Ruy Gomez de Silva - Ezio Flagello
      Don Riccardo - Fernando Iacopucci
      Iago - Hartje Mueller
      Giovanna - Julia Hamari

      RCA Italiana Opera Orchestra and Chorus, Thomas Schippers
      Eine ganz vorzügliche Aufnahme!
      Allein den Eingangschor mit seinem unwiderstehlichen Drive zähle ich zu den absoluten Glanzpunkten der Verdi-Diskographie! Das ist pure, mitreissende, Klang gewordene Italianità! Bei jedem neuen Hören so elektrisierend wie beim ersten Mal...
    • Schöne Sachen werden hier gehört. Ernani mit Schippers - herrliche Aufnahme, Bergonzi in perfekter Belcantomanier, dazu das frische, elektrisierende Dirigat des viel zu jung verstorbenen Schippers, übertroffen nur von Mitropoulos 1956.

      Bei mir heute Walküre mit Solti - ich weiß, einfallslos, aber die Besetzung fast ideal und vor allem die Aufnahmetechnik von DECCA (Vinyl mit der DECCA-Kurve!) bis heute unerreicht. Schwachpunkt - wenn es denn einen gibt - eigentlich Hotter. Da ist mir z.B. London unter Leinsdorf oder Stewart unter Karajan lieber...aber das ist Jammern auf eher höherem Niveau