Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2018

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    • Claude Debussy - Images I & II
      Werner Haas,
      (LP, Philips, ca. 1969)

      Reflets dans l'eau. Andantino molto 4'49
      Hommage à Rameau. Lent et grave 7'10
      Mouvement. Animé 3'13

      Cloches a travers des feuilles. Lent 3'53
      Et la lune descent sur le temple qui fut. Lent 5'35
      Poissons d'or. Animé 3'18

      Genau das Richtige an solch einem Nebel-Suppen-Sonntagmorgen.
      Haas erweckt die beschriebenen Bilder zum Leben. Hier wird das Wesen der Musik berührt während bei Benedetti Michelangeli (steht gleich neben dran im Plattenregal) darüber hinaus ein Grad an Perfektion erreicht ist, der fast schon steril wirkt. Dort verfliegen die Klänge in ätherischer Transzendenz. Beim Ausklingen der Schlussnoten nimmt er den Fuss erst vom Pedal, wenn der Toningenieur längst auf stop gedrückt hat. Faszinierend? Ja, ohne Frage! & doch passiert bei Haas mehr. Eine grandiose Aufnahme!
    • Neu



      Franz Schubert; Rondo, Concerto, Polonaise
      Andreas Janke, Tonhalle Orchester Zürich, David Zinman
      • Rondo für Violine und Orchester, A-Dur, D. 438
      • Polonaise in B-Dur für Violine und Orchester, D. 580
      • Konzertstück in D-Dur für Violine und Orchester, D. 345
      Diese Werke wurden als Kollateralschaden mit der Unvollendeten erworben, stellen aber m. E. eine Bereicherung der VK-Literatur der Klassik i. e. S. dar. Wer sich beklagt, dass es aus dieser Epoche zu wenig Substanzielles gibt, hört hier rein. Zwar sind das keine kompletten Konzerte, aber vor allem das Konzertstück braucht sich nicht im Schatten des Titanen zu verstecken.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Neu

      Bei mir aus dieser Box:


      The Well Tempered Clavier, Book I, 17-24, Bwv 846-869 J.S. Bach

      Eigentlich wollte ich diese Collection gar nicht erwerben, bekam sie dann für unter 90.- Schweizer Franken. Da war der Fall klar und ich habe es nie bereut. Zeitgleich lese ich "Glenn Gould - Die Biographie" von Kevin Bazzana:


      Es ist wirklich spannend, sich gleichzeitig hörend und lesend mit einem Künstler zu beschäftigen.

      Grüsse :hello
      Stefan
      "Nur weil Du nicht paranoid bist, heisst das nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind." (Terry Pratchett)
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      Cantus Arcticus schrieb:

      Es ist wirklich spannend, sich gleichzeitig hörend und lesend mit einem Künstler zu beschäftigen.
      Das finde ich auch -

      bin gerade bei "Die Regenschirme des Erik Satie" von Stéphanie Kalfon " hängen geblieben,
      nach in ein paar andere Bücher hinein geschaut zu haben (dank Großstadtbücherei unkompliziert möglich einfach mal "zu probieren".)

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      Sfantu schrieb:

      Haas erweckt die beschriebenen Bilder zum Leben. Hier wird das Wesen der Musik berührt während bei Benedetti Michelangeli (steht gleich neben dran im Plattenregal) darüber hinaus ein Grad an Perfektion erreicht ist, der fast schon steril wirkt.

      War sehr interessant zu lesen und parallel in beide Interpretationen hinein zu hören. Werde da nochmal genauer hinhören, hinfühlen, unter den von dir genannten Aspekten.
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      daraus:

      4 - in a landscape / John Cage;
      pianoforte Margaret Leng Tan
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      Ich glaube, dass ich diese CD auch schon mal lobend erwähnt habe. In der Tat ist das ganz superb, auch KV466.
      Ich muss etwas Erbsen zählend erwähnen, dass das Heidelberger Orchester nur im Blech und bei den Pauken mit Originalinstrumenten besetzt ist, aber in punkto historischer Aufführungspraxis sind sie natürlich durch die Feysche Schule gestählt. Auf der Webseite des Orchesters ist zu lesen, dass sich Thomas Frey -nachdem das Comeback nach seinem Unfall mehrfach verschoben wurde- nun ganz zurückgezogen hat. Damit ist das Aus für die Haydn-Sinfonien-GA endgültig besiegelt. Ich höre daraus:


      Joseph Haydn; Sinfonie C-Dur, Hob. I:31 "Hornsignal"
      Wilhelm Bruns (Naturhorn), Heidelberger Sinfoniker, Thomas Fey
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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      Sfantu schrieb:

      Haas erweckt die beschriebenen Bilder zum Leben. Hier wird das Wesen der Musik berührt während bei Benedetti Michelangeli (steht gleich neben dran im Plattenregal) darüber hinaus ein Grad an Perfektion erreicht ist, der fast schon steril wirkt.

      tapeesa schrieb:

      War sehr interessant zu lesen und parallel in beide Interpretationen hinein zu hören. Werde da nochmal genauer hinhören, hinfühlen, unter den von dir genannten Aspekten.
      Bin gespannt auf Deine Eindrücke!
      & übrigens: Kompliment, dass Du Dich mit Lili Boulanger auseinandersetzt.
      Viel zu jung verstorben, schrieb sie wie besessen im Wettlauf mit dem Tod. & entlud geradezu spiralförmig ihr immenses Potential: an Ideen, an schöpferischer Kraft, an Ausdruck. Sie verschob quasi bei jedem Atemzug ihre Grenzen. Wer weiss, was sie noch alles hätte realisieren können. Eine Ausnahme-Begabung!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sfantu ()

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      Jakob Friedrich Kleinknecht (1722 - 94)
      Sinfonia concertante G-dur für zwei Flöten & Orchester

      Konrad Hampe, Albert Müller,
      Münchener Kammerorchester - Hans Stadlmair
      (LP, Bayerische Vereinsbank, 1980)

      Allegro maestoso - Tentino - Allegro e grazioso 13'28
      Romanza. Poco andante 4'19
      Rondo. Andante 5'10

      Kapellmeister am Hofe des Markgrafen von Ansbach-Bayreuth, schrieb Kleinknecht diese reizvolle & trotzdem eigenwillige Musik: Der Stil mit seiner sonnigen, geschmeidig-eleganten Art erinnert mich stellenweise an den Bückeburger Bach. Auch Anklänge an Haydn sind vorhanden & nicht selten werden romantische Harmonien gestreift. Im Kopfsatz dauert es stattliche gut 3 1/2 Minuten, bevor die Solisten ihren ersten Einsatz haben. Im wiegenden 6/8 wird man mit einer eng gewirkten kompositorischen Struktur & vielen herrlichen Einfällen beglückt (im Finale übrigens auch). Die Romanza (g-moll) lässt auch das Cello solistisch hervortreten. Im Schlusssatz (alla breve) sorgt das etwas simple Hauptthema für keinen Punktabzug, da auch hier ein Füllhorn an unerwartbaren kleinen Volten & Trugschlüssen das Zuhören spannend macht (im Schlussabschnitt weiss man bspw. mehrfach nicht, wo es hingeht: eine zünftige Stretta oder ein leises Ausklingen).
      Zwar ohne jede Ahnung vom Flötenspiel, bezeichne ich die Solistenparts als nicht übermässig anspruchsvoll - das hätte sicher auch der alte Fritz locker vom Blatt gespielt.
      Die Einspielung ist konkurrenzlos, daher gibt es wenig zu mäkeln. Es wird tadellos, geschmackvoll & nicht historisierend musiziert.
      Formal ungewöhnlich, dass die Sätze durch verbindende Überleitungen attacca gespielt werden. Ein 3/4 Jahrhundert später griff Mendelssohn zu diesem Trick um dem britischen Publikum keine Gelegenheit zum damals dort üblichen Zwischenapplaus zu bieten. Aber hier: im fest gefügten Hofzeremoniell brauchte man so etwas doch wohl nicht zu befürchten?

      Eine Trouvaille!

      P. S. Nicht wundern, wenn die Cover-Abbildung später in anderem Kontext wieder auftaucht. Auf der B-Seite sind zeitgenössische (1980) Werke, die ich noch erkunden muss.
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      Gioachino Rossini/Felice Romani: Bianca e Falliero, o sia Il consiglio dei tre

      Priuli - Laurent Kubla
      Contareno - Kenneth Tarver
      Capellio - Baurzhan Anderzhanov
      Loredano - Marcin Banas
      Falliero - Victoria Yarovaya
      Bianca - Cinzia Forte
      Costanza - Marina Viotti
      Pisani/Un usciere/Un uffiziale - Artavazd Sargsyan

      Camerata Bach Choir, Poznan
      Virtuosi Brunensis, Antonio Fogliani

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
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      Hier:



      Ludwig van Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61

      Vadim Repin - Violine

      Wiener Philharmoniker
      Riccardo Muti

      „This is surely one of the most satisfying Beethoven recordings to hit the shelves in some time...“ schreibt Kevin Sutton. Ich meine: Ein im positiven Sinne traditionsverbundenes Dirigat Mutis, dazu schlüssiges, unaufgeregtes und durchaus für sich einnehmendes Spiel Repins ohne Ausreißer. Turnt nicht ab, reißt aber auch nicht vollends mit.

      :hello Agravain
      :hello Agravain
    • Neu

      ich mag diese Beethoven Aufnahme sehr gern (übrigens auch die Kreutzer Sonate), ich finde es ähnlich wie bei seiner Tchaikovsky Aufnahme ganz toll, wie er das alles mit großer Ruhe spielt, das schafft fantastische Momente, finde ich.

      @Cetay: Ich bin nicht auf dem aktuellen Stand, aber ich kenne ein paar Geiger aus dem Heidelberger Orchester, und meines Wissens wurde überlegt, die Aufnahme ohne Dirigent fortzusetzen. Aber die Info ist schon mindestens einige Monate alt, kann sein, dass sich das geändert hat.

      Bei mir vorher:



      manchmal fehlt mir ein bisschen die Klangwucht, wie z. B. beim allerersten Forte beim Choreinsatz, aber sonst finde ich das ganz toll.



      Und jetzt noch:




      Daraus ebenfalls das Requiem:

      Tomova-Sintov, Anna
      Leib, Günther
      Rundfunksolistenvereinigung Berlin
      Koch, Helmut
      RSO Berlin
      "Wir können genauso gut unsere Geigen nehmen und sie mit unseren Knien zerbrechen." (Fritz Kreisler über Jascha Heifetz)
    • Neu

      Nicolas_Aine schrieb:




      Daraus ebenfalls das Requiem:

      Tomova-Sintov, Anna
      Leib, Günther
      Rundfunksolistenvereinigung Berlin
      Koch, Helmut
      RSO Berlin

      Brahmsens Requiem nun auch hier:

      Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem op. 45

      Katherine Fuge
      Matthew Brookes
      Monteverdi Choir
      Orchestre Révolutionnaire et Romantique
      Sir John Eliot Gardiner

      Sehr schön. Nur der letzte Satz kommt mir zu Beginn deutlich zu forsch daher. Aber mir ist die ältere Aufnahme - auch wegen der dortigen Solisten (ich möchte bspw. die ziemlich harte Ms. Fuge hier nicht mit der wirklich balsamischen Margiono im Detail vergleichen müssen) - noch einen erkennbaren Tuck näher.

      :hello Agravain
      :hello Agravain
    • Neu

      palestrina schrieb:

      Amonasro schrieb:



      Gioachino Rossini/Felice Romani: Bianca e Falliero, o sia Il consiglio dei tre
      Gruß Amonasro
      Hallo Amonaso, hast du meinen Beifall in der Einspielung vernommen! :)
      Und wie gefällt dir die Aufnahme?

      LG palestrina
      Lieber palestrina,

      beneidenswert, dass du live dabei warst. Mir gefällt die Aufnahme sehr. Wunderbare Sänger und tolle Arien (ein richtiges Kolaratur-Feuerwerk). Allerdings kenne ich noch keine der anderen Aufnahmen dieser Oper. Heute habe ich mir übrigens die neue Maometto-Aufnahme aus Wildbad bestellt.

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Neu

      Sfantu schrieb:


      & übrigens: Kompliment, dass Du Dich mit Lili Boulanger auseinandersetzt.
      [...] & entlud geradezu spiralförmig ihr immenses Potential: [...]
      Sie verschob quasi bei
      jedem Atemzug ihre Grenzen.

      Danke. Freut mich, dass du das siehst und ich mag, wie du den Prozess von Lili Boulanger in Worte fasst.

      Sfantu schrieb:

      Bin gespannt auf Deine Eindrücke!

      Okay :)

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      So - hart abgekämpft auf der Suche nach einem passenden Stück für heute Abend -
      immer wieder taucht meine Vorliebe für mythologische Inhalte, Märcheninhalte, Literatur-Vertonungen in der Klassik auf.
      Den Blaubart-Mythos fand ich immer schon faszinierend. Bela Bartók ist generell auch eine Entdeckung für mich heute.



      Christa Ludwig, Walter Berry,
      London Symphony Orchestra, István Kertész