Die Zauberflöte mit Kadenz der Damen

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    • Die Zauberflöte mit Kadenz der Damen

      Guten Tag!

      Ich bin auf der Suche nach Aufnahmen der Zauberflöte, die die von Mozart gestrichene Kadenz der drei Damen im ersten Satz beinhaltet.
      Rene Jacobs und William Christie haben zwar ein gutes beispiel geliefert, allerdings basieren diese versuche auf die Restauration von Aloys Fuchs und sind deshalb leider nicht authentisch, da Fuchs die Kadenz um 4 Takte erweitert hat. Es fehlen aber nach Mozarts Schreibweise ca. 16-20 Takte, da Mozart eine Doppelseite aus dem Autograph entfernt hat. Dazu gibt es noch ein Paar Probleme in seiner Version. Zum beispiel fehlt im Autograph der Haltebogen zu C bei der zweiten Dame, den er in seiner Restauration vorgibt. ?(

      Sollte es keine authentischen Restaurierungen geben werde ich mich mit meinen 17 Jahren wagen die Kadenz selbst zu vervollständigen. :D

      Trotzdem dürft ihr mir auch Aufnahmen empfehlen, die eine nicht authentische Kadenz beinhalten. ;)

      Ich sag schon mal Danke für eure Antworten. :saint:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tuesdaylord ()

    • Rudolf Haenchen hat ebenfalls eine eigene Kadenz für die Damen geschrieben, die wesentliche mehr Takte beinhaltet. Schau doch mal, ob Du nicht eine Aufnahme mit ihm finden kannst. Bei Amazon gibt es welche, aber ich konnte noch nicht prüfen, ob darunter auch eine mit der Kadenz von ihm ist.

      Oder was meinst Du mit "authentisch". Die ursprüngliche gibt es ja nicht mehr...
      --
      "Die grösseste Schwierigkeit eines andern Arbeit auszuführen, bestehet wohl darin, daß eine scharffe Urtheils-Krafft dazu erfordert werde, fremder Gedancken Sinn und Meinung recht zu treffen. Denn, wer nie erfahren hat, wie es der Verfasser selber gerne haben mögte, wird es schwerlich gut heräus bringen, sondern dem Dinge die wahre Krafft und Anmuth offt dergestalt benehmen, daß der Autor, wenn ers selber mit anhören sollte, sein eigenes Werck kaum kennen dürffte."
      (Mattheson)
    • Guenther schrieb:

      Rudolf Haenchen hat ebenfalls eine eigene Kadenz für die Damen geschrieben, die wesentliche mehr Takte beinhaltet. Schau doch mal, ob Du nicht eine Aufnahme mit ihm finden kannst. Bei Amazon gibt es welche, aber ich konnte noch nicht prüfen, ob darunter auch eine mit der Kadenz von ihm ist.

      Oder was meinst Du mit "authentisch". Die ursprüngliche gibt es ja nicht mehr...
      Vielen Dank für deine Antwort! Allerdings kenne ich die ReKo von Haenchen schon. Von der Anzahl der Takte ist es schon wesentlich realistischer, allerdings passt es nicht wirklich zum restlichen Klangbild der Zauberflöte (z.b. Akkordwechsel, Arpeggios). Und ich hab bis jetzt keine Aufnahme gefunden die Haenchens Kadenz beinhaltet. (Hab schon über 100 Aufnahmen durchforstet :S )

      Mit authentisch meine ich realistisch. Da das Original leider (bis jetzt) verschollen ist werden wir wahrscheinlich nie das Original zu hören bekommen. Allerdings denke ich das man, wenn man dem Komponierverhalten des Komponisten treu bleibt, auch eine authentische Kadenz schreiben kann. Ist ja Süssmayr bei Mozarts Lacrimosa aus dem Requiem auch ziemlich gut gelungen! :D

      Die einzigen Aufnahmen die die Kadenz beinhalten sind von Paul Kuents, William Christie und Rene Jacobs. In allen drei Aufnahmen wird die ReKo von Aloys Fuchs gesungen. Die Aufnahme von Paul Kuents hat die meiner Meinung nach schlichteste Kadenz von den dreien. Erstens ist die Oper nicht in HIP (Historischen Aufführungspraxis) aufgenommen und zweitens ist das Vibrato der drei Damen in der Kadenz so stark übertrieben, dass man kaum oder gar keine Harmonie feststellen kann. Die Aufnahme von William Christie ist schon um Welten besser und das nicht nur weil sie der HIP entspricht. Meiner Meinung nach kann man diese Kadenz am besten hören da sie sehr langsam, leise und mit angenehmeren Vibrato gesungen wird. Das langsame Tempo sorgt dann aber leider dafür das es sich nicht wirklich nach Mozart anhört. Die Aufnahme von Rene Jacobs ist der König aller aufnahmen wenn es um HIP Aufnahmen der Zauberflöte geht. Das Tempo und die Dynamiken sind nahezu perfekt und das Fortepiano, dass wie in der Uraufführung als Basso Continuo verwendet wird, untermalt die emotionalen stellen einfach traumhaft. Deshalb würde ich sagen dass, (bis jetzt) die Zauberflöte von Rene Jakobs am authentischen ist.

      Hier habe ich die Aufnahme nach Authentizität sortiert:

      1. Rene Jacobs: open.spotify.com/album/7jScb9f…si=lY98Xi2rTIiHX2dJ9yTbsg
      2. WIlliam Christie open.spotify.com/album/1TomToY…si=My1yaEVAT3GaxiDaAZJl7A
      3. Paul Kuents open.spotify.com/album/6u9HLAB…si=O4WM-OkTRy6QCI1ONSeBAw

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    • @Abendroth

      Sorry, natürlich ist Prof. Hartmut Haenchen gemeint.
      (Hatte da an Rudolf Haenel gedacht.)
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      "Die grösseste Schwierigkeit eines andern Arbeit auszuführen, bestehet wohl darin, daß eine scharffe Urtheils-Krafft dazu erfordert werde, fremder Gedancken Sinn und Meinung recht zu treffen. Denn, wer nie erfahren hat, wie es der Verfasser selber gerne haben mögte, wird es schwerlich gut heräus bringen, sondern dem Dinge die wahre Krafft und Anmuth offt dergestalt benehmen, daß der Autor, wenn ers selber mit anhören sollte, sein eigenes Werck kaum kennen dürffte."
      (Mattheson)
    • Die Spotify-Aufnahmen kann ich mir leider nicht anhören, da ich kein Konto dort habe und auch keins eröffnen will.

      Daß nur HIP "authentisch" ist, finde ich abwegig. Daher no comment.
      --
      "Die grösseste Schwierigkeit eines andern Arbeit auszuführen, bestehet wohl darin, daß eine scharffe Urtheils-Krafft dazu erfordert werde, fremder Gedancken Sinn und Meinung recht zu treffen. Denn, wer nie erfahren hat, wie es der Verfasser selber gerne haben mögte, wird es schwerlich gut heräus bringen, sondern dem Dinge die wahre Krafft und Anmuth offt dergestalt benehmen, daß der Autor, wenn ers selber mit anhören sollte, sein eigenes Werck kaum kennen dürffte."
      (Mattheson)