Was höre ich gerade jetzt - neben der Klassik

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    • Dave Holland Trio; Triplicate
      Steve Coleman (Altsaxophon), Dave Holland (Kontrabass), Jack DeJohnette (Schlagzeug)

      Feinst nuanciertes Spiel aller Beteiligten und traumwandlerisches aufeinander hören und reagieren. DeJohnette ist vielleicht der heimliche Star. Wer glaubt, das Schlagzeug sei bloß ein Radauinstrument, höre auf die äußerst differenzierten Anschlags- und Farbschattierungen. Die zupfenden und blasenden Kollegen stehen ihm nicht nach - das ist ein Fest der Subtilitäten, egal ob das Trio hart und komplex swingend in Höchstgeschwindigkeit unterwegs ist oder - seltener - balladeske Klanglandschaften erschafft. Mir fehlt bei Jazz-Trios ohne Unterstützung durch ein Harmonieinstrument oft etwas. Hier vermisse ich absolut nichts. Und was für ein roségoldener Saxophon-Ton, und dann sind da die unvermutet im wilden Getümmel auftauchenden überirdischen Melodien...
      :love:
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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    • Jan Garbarek; Rites

      Jan Garbarek (Sopran- & Tenorsaxophon, Synthesizer, Sampler, Perkussion), Bugge Wesseltoft (Synthesizer, Elektronik), Rainer Brüninghaus (Tastenistrumente), Eberhard Weber (Bass), Marilyn Mazur (Schlagzeug), Jansug Kakhidze (Gesang, Leitung), Tblisi Symphony Orchestra.

      Nicht so schlecht wie ich das in Erinnerung hatte. Vor Jahren als Gedudel abqualifiziert und abgestoßen, neulich das Cover gesehen, seither eine Melodie daraus im Kopf gehabt und deshalb jetzt als Stream angehört. Und es hat mir so gut gefallen, dass ich dem bei aller Vielseitigkeit (Ambient, Folk, Jazz) kohärenten Fluss über die ganze Doppel-CD hinweg gefolgt bin.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

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    • No Matter
      Erguner, Nauseef, Laswell, Stockhausen

      Zur Einordnung bin ich überfragt.
      In den Rezensionen steht etwas von Mix aus FreeJazz, Ambient, elektronisch, Sufi.
      Ich finde es gerade sehr tröstlich-erholsam nach der Weihnachts-Dichte.
      "There's so much labor just in breathing lately."
      Alejandra Ribera

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    • Wenn Bill Laswell dabei ist, ist eine Einordnung selten möglich. Mir ist das oft zu viel von allem - und vor allem macht er zu viel. Seine Solo-Platten und Gruppen-Projekte dürften an die 200 ausmachen. Daneben hat er hunderte Male als Sideman aufgenommen und er ist ein gefragter Produzent. Das kann nicht alles Qualität sein; wie soll man da die Rosinen finden? Gut gefallen haben mir seinerzeit die Material-Sachen der frühen 80er und die Punk-Jazz-Fusion mit Last Exit.

      Hier lief das wunderbare Debut von Pat Metheny:



      Pat Metheny; Bright Size Life
      Pat Metheny (Gitarre), Jaco Pastorius (Bassgitarre), Bob Moses (Schlagzeug)

      Und nun das grosse Vorbild:



      Wynton Kelly Trio & Wes Montgomery; Smokin' at the Half Note
      Wes Montgomery (Gitarre), Wynton Kelly (Klavier), Paul Chambers (Kontrabass), Jimmy Cobb (Schlagzeug)
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Kannte keinen der Namen außer Stockhausen, ihn aber auch nur am Rande.
      Reinere Laskwell Stücke sprechen mich weniger an.
      Die Kombination der Musiker auf "No matter" scheint was eher Spezielles in der Zusammenstellung zu sein und genau davon zu leben

      No matter - Materie:
      Gestern Autumn 60 und Treatise (Pages 21 und 22) aus "Material" von Matthew Cardew gehört.
      Hat was.



      Ferenc Snétberger und Markus Stockhausen - Streams
      daraus vor allem: Ear to Ear und Xenos
      "There's so much labor just in breathing lately."
      Alejandra Ribera


    • Year of no light - Ausserwelt
      Persephone

      Alejandra Ribera -
      Goodnight Persephone, radio edit aus dem Album La Boca
      Bad again

      Und noch eine Remininiszenz:



      Gabrielle Roth & the Mirrors - Raven Recording
      Persephone' s Song
      "There's so much labor just in breathing lately."
      Alejandra Ribera

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    • Ohne Cover: Duke Ellington live 1952

      Die genauen Daten sind nicht bekannt, da Ellington um 1952 herum viele Live-Konzerte spielte, die mehr oder minder legal mitgeschnitten wurden, und dann später unter diversen Labens veröffentlicht worden sind.

      Da er selbst bei den meisten Stücken die Ansagen übernommen hat, kann man an Hand der Solisten (Clark Terry, Willie Cook, Willie Smith, Paul Gonsalves, Louie Bellson, Britt Woodman, Juan Tizol, Jimmy Hamilton, Cat Anderson) die Zeit ganz gut eingrenzen. Terry kam im November 1951 in die Band, Smith blieb nur bis März 1952 beim Duke, Bellson verließ Ellington bereits Anfang 1953 wieder.

      Aus dieser Zeit stammen die Mitschnitte, Wer damals gesagt hatte, die Band wäre "tot", den frage ich ernsthaft, was er da gehört haben will. Sicher, Lawrence Brown, Johnny Hodges oder Ben Webster waren nicht mehr dabei, aber ist DAS eine "leblose Band" gewesen? Nein, das kann man nicht so stehen lassen.

      Ja, die Band musste sich natürlich erst wieder "finden", aber der Duke hatte auch nie so eine große Fluktuation wieder von 1942-1955. Hier gingen mehr Musiker durch seine Reihen wie die Zeit von 1926-1942 und 1955-1974 zusammen. Wobei es gegen 1968 auch wieder schneller ging mit den Wechseln. Bei anderen Bands war das aber extrem viel schlimmer gewesen. Nur der Count hatte eine insgesamt recht stabile Besetzung noch damals, auch Harry James hatte sich immer um eine stabile Band bemüht, die nicht ständig neue Musiker dabei hatte. Les Brown hatte auch eine Band, die mit wenigen neuen Musikern auskommen konnte.

      Stan Kenton, Woddy Herman und Maynard Ferguson tauschten ihre Musiker regelmäßig aus, nur wenige durften bleiben, bzw. kamen wieder mal zurück in die Band. Andere Bigbands existierten überhaupt nicht mehr, oder waren nur noch als "Ghost Bands" unterwegs.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)


    • Percy Humphrey's Hot Six : Percy Humphrey (Trompete) - Louis Nelson (Posaune) - Albert Burbank (Klarinette, Gesang) - Lars Edegran (Klavier) - Chester Zardis (Bass) - Barry Martyn (Drums)

      AD: 01.11.1966 , Hopes Hall, Algier

      Typische Musik des alten New Orleans, aber einfach umwerfend gespielt. Die Besetzung ist aber international. Der Pianist ist Schwede, der Drummer Brite.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)

      Beitrag von tapeesa ()

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      Sad Songs for Sad Women
      Rabih Abou-Khalil (Oud), Gevorg Dabaghyan (Duduk), Michel Godard (Serpent), Jarrod Cagwin (Rahmentrommel, Schlagzeug), Walter Quintus (Tontechnik)

      Hier habe ich zum ersten Mal gesehen, dass der sound engineer in der Besetzungsliste unter den Musikern aufgefuhrt wird. Ein Hinweis darauf, dass wir vor den heimischen Lautsprechern immer etwas bearbeitetes und abgemischtes und nie das Original, egal wie hoch die Wiedergabetreue des Equipments ist. Der Klang ist immer nur so so gut wie die Aufnahme und die gezeigte CD -die in audiophilen Kreisen einen sagenhaften Ruf geniesst- durfte in dieser Hinsicht mit das Beste sein, dass mir in die Ohren gekommen ist. Und das ganz ohne digitales Netz und algorhitmischen Boden, um die begrenzte Auflosung der CD irgendwie kunstlich hochzurechen. Kein ARDM, Super Bit Mapping, K2 Super Coding und was man uns noch alles als Verbesserung weismachen wollte - nachdem man die CD zunachst als perfect sound forever vermarktet hat. Und was man aus dem Format alles rausholen kann, wenn man es von vorne herein gescheit aufnimmt, lasst sich hier eindrucksvoll nachhoren. Sagenhaft! Ich hore neuerdings mit aktiven Studiomonitoren, also annahernd so, wie es der Tontechniker / Klangingenieur beim Abmischen und der Endkontrolle gehort hat. Ich werde nie begreifen, warum in audiophilen Zirkeln, denen hochste Wiedergabetreue oberstes Ziel ist, Profi-Equipment, das dazu noch viel billiger ist als Heim-High-End, so gut wie keine Rolle spielt. Ich schweife ab...

      Inhaltlich ist das Weltmusik im besten Sinne ohne Klischees, die bei diesem Begriff sofort drohen. Die arabische Laute, die armenische Oboe und die mittelalterliche Tuba gehen wunderbar zusammen - irgendwo in der Schnittmenge von Jazz, Folk und Kammermusik.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)