Beethovens 8. - scheinbar heiter

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    • Leibowitz' Beethoven geniesst heute einen gewissen Kultstatus. Betrachtet (belauscht) man diese Aufnahmen im Vergleich zum damaligen Umfeld (etwa zeitgleich mit Cluytens, Georgescu, Fricsay, (Böhm?) & Karajans erster Berliner Gesamtaufnahme), dann wird bald klar, weshalb: schlankes, flottes, quasi teilentrahmtes Spiel mit Fokus & ohne Schnörkel - im doppelten Wortsinn unerhört in jener Zeit. Die Einspielungen behalten nicht nur daher ihren Stellenwert. Trotzdem: gerade die Achte kommt doch etwas handzahm daher - am Ende muss ich Sir John zustimmen, wenn er schreibt, hier bliebe das ein oder andere auf der Strecke.


      Royal Philharmonic Orchestra London - René Leibowitz
      (LP, stereo, Reader's Digest, 1961)

      Allegro vivace e con brio 8'58
      Allegretto scherzando 3'43
      Tempo di menuetto 4'25
      Allegro vivace 6'52

      Vielleicht trifft Leibowitz auch deshalb etwas mau auf meine Ohren, weil ich davor das Chamber Orchestra of Europe mit Harnoncourt hörte. Der Nikolaus war ja mitunter ein arger Wüterich, der polarisierte - Geschmackssache; & ich bin längst nicht von allem begeistert, was er so einspielte. Sicher unbestritten seine restlose geistige Durchdringung jedweder Musik, die er spielte oder dirigierte. Vom Quellenstudium über Interpretations-& Aufführungsfragen, den zeitgeschichtlichen bis hin zu literarischen & philosophischen Kontexten - der war schon ein echter Humboldt der Musik.
      At his best finde ich ihn immer wieder bei Live-Mitschnitten - man spürt die Spannung, das Knistern, das Funkensprühen. So auch hier: feine Detailarbeit, Offenlegen vieler für mich neuer Schichten (Flötenstimmen im ersten Satz!), bis auf den zweiten Satz eher breite Tempi. Gerade im Kopfsatz dürfte Sir John auf seine Kosten kommen mit dem Bedürfnis nach dunkler Grundierung - das hat eine faszinierende Grandezza. Auch kommt hier der wiegende Takt-Charakter so schön durch wie nirgends sonst. Allerorten kleine Gimmicks, wobei es nie zu einem Overkill kommt, er es nie übertreibt.
      Ich war schon soweit, Harnoncourt als Zweigestirn neben Hogwood zu setzen, bis das Finale anhob: der Anfang mit seinem Wechselspiel aus leisen & lauten Akzenten wird geradezu zelebriert: der leise Beginn bewegt sich nur knapp über der Hörschwelle während die jähen Tutti-Schläge nichts für schwache Nerven sind (man hat förmlich eine diebische Freude bei Harnoncourt vor Augen). Das wiederum breite Zeitmass trägt hier den Spannungsbogen aber leider nicht bis zum Schluss - da ist irgendwann auf merkwördige Weise die Luft raus. Auch ist mir die Pauke nicht prägnant genug.


      The Chamber Orchestra of Europe - Nikolaus Harnoncourt
      (CD, Teldec, 1991)

      Allegro vivace e con brio 9'31
      Allegretto scherzando 3'52
      Tempo di menuetto 5'53
      Allegro vivace 7'27

      Bei mir ist eine kleine Achter-Pause angezeigt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sfantu ()

    • Sfantu schrieb:

      Gerade im Kopfsatz dürfte Sir John auf seine Kosten kommen mit dem Bedürfnis nach dunkler Grundierung
      Grins, Sir John kommt nicht nur im 1. Satz auf seine Kosten. :P

      Lieber Sfantu, so gar nicht HIP eingestellt, muss ich -leider ^^ - gestehen, dass ich Harnoncourt mit wirklicher Freude gehört habe. Das hat wirklich eine ungemeine Frische, Bissigkeit, den erforderlichen Charme bei gleichzeitigem Offenlegen der ganzen Fallgruben, in die man als Hörer so leicht hineinplumpst. Auch die Tempi finde ich wunderbar. Nichts verschleppt, aber auch nichts übereilt, so dass man sich als Hörer wirklich einstellen und alles nachvollziehen kann.

      Ok, der 4. Satz ist im Gesamtzusammenhang schon sehr extrem. Aber ich kann damit leben. Schließlich läuft alles auf ihn hinaus. Und da kann man gerne mal über's Ziel hinausschießen, bzw. dem 'Affen Futter geben', bzw. es auch in Richtung Farce treiben.

      LG Falstaff
    • Lieber Falstaff,

      schön, dass Dir Harnoncourts Version Freude macht - mir auch!
      Von drei übrig gebliebenen Platten habe ich zwei heute aufgelegt - die letzte folgt dann wieder nach kleiner (therapeutisch empfohlener) Pause.

      Die folgenden beiden Zitate von Agravain stehen auf S. 6 des Fadens zu den LvB-Sinfonien-Gesamtaufnahmen, hier in bezug auf die Dresdner Philharmonie mit Herbert Kegel.

      Agravain schrieb:

      Sein Beethoven-Zyklus gilt im Kosmos der Gesamtaufnahmen als Geheimtipp und ich muss sagen, dass da durchaus etwas dran ist. Sicher, die Aufnahme ist nicht perfekt – sie hat Stärken und Schwächen (wie alle anderen auch), doch überzeugt sie insgesamt aufgrund ihrer interpretativen Einheitlichkeit.

      Agravain schrieb:

      Die Dresdner Philharmonie spielt mit weichem, runden Ton und agiert dynamisch und agogisch sehr flexibel. Dien Instrumentengruppen stehen klanglich in einem sehr natürlichen Verhältnis zueinander, insgesamt entsteht der Eindruck eines gegenseitigen Aufeinander-Hörens.
      Es geht Kegel – so will es mir zumindest scheinen – wie so oft nicht nur um die Musik an sich, hier erleben wir keinen Klangzauber, kein bloßes „l’arte pour l’arte“, Kegel versucht Beethoven analysierend zu durchdringen und beim Hörer somit nicht nur emotionalen sondern auch intellektuellen Genuss auszulösen. Mir kommt es fast so vor, als sei Kegels Prämisse das Horazsche „prodesse et delectare“ gewesen.
      Wenn es jemand bereits so treffend (& vollendet) charakterisiert, dann sollte es hier nicht fehlen.
      Mir gefällt die Strenge & Disziplin, die allenthalben spürbar ist: die strikt eingehaltenen (mässigen) Tempi, die Detailschärfe, ein gestalterischer Wille, der sich trotzdem Grenzen auferlegt. Vielleicht beschreibe ich das am besten mit "Hörbrmachen des Notentextes"? Heisst das im Umkehrschluss, dass eine persönliche Note fehlt? Vielleicht nicht, dass sie fehlt. Aber, dass sie hie & da zu kurz kommt. Wie mir das gefällt, kann ich garnicht ein für alle mal sagen. Diese Achte kann genau das Richtige sein, wenn die passende Stimmung danach verlangt. Übrigens, im zu langsamen, zu behäbigen Trio des Menuetts sind Agathe & Max wieder dabei, sich anzuschmachten. Immerhin - anders als bei Fricsay - ohne Nebelschwaden.


      Dresdner Philharmonie - Herbert Kegel
      (LP, Capriccio / VEB Deutsche Schallplatten, 1984)

      Allegro vivace e con brio 9'13
      Allegretto scherzando 4'03
      Tempo di menuetto 4'44
      Allegro vivace 7'43

      Claudio Abbado & die Wiener Philharmoniker bespielten im Februar 1987 nicht nur die Mikrophone sondern auch ein Publikum (Goldener Saal des Musikvereins). Das Ergebnis bringt Freud & Leid: die Klangqualität ist etwas problematisch: weit & transparent aber auch mit einem (leichten) Mangel an Schärfe, an Kontur, dazu schwache Bässe.
      Auf der Habenseite allerdings (& das wiegt am Ende wohl schwerer) eine Energie, ein Furor, die & den ich so nur noch bei Hogwood erlebe. Diesem Ausnahmeorchester zu lauschen, ist hier nichts weniger als beglückend! Einzig zu Beginn des Schlusssatzes gibt es ein paar Eigenwilligkeiten bei den Tempi (was per se noch nicht schlimm wäre - allein, hier nerven sie mich etwas, weil sie unorganisch & nicht nachvollziehbar sind): der leise Beginn ist etwas langsamer als die laute Fortsetzung, kurz drauf wird vorübergehend nochmals leicht angezogen. Sei's drum - am Gesamteindruck ändert das kaum etwas. & der ist einfach berwältigend!


      Wiener Philharmoniker - Claudio Abbado
      (LP, DG, 1987)

      Allegro vivace e con brio 9'40
      Allegretto scherzando 3'53
      Tempo di menuetto 4'51
      Allegro vivace 7'16
    • Sfantu schrieb:

      Claudio Abbado & die Wiener Philharmoniker bespielten im Februar 1987 nicht nur die Mikrophone sondern auch ein Publikum
      Lieber Sfantu, bin sehr gespannt. Abbado hatte ich eigentlich so gar nicht auf der Reihe. Zwar schätze ich ihn sehr im Opernbereich, in der Sinfonik (Mahler nehme ich mal aus), empfinde ich ihn oftmals als a bisserl 'bieder'. Anständig zwar und wirklich gut, als selten so, dass ich andere Aufnahmen vergessen würde. (Ist vielleicht ein zu hoher Anspruch.)

      Von daher erstmal Abbado mit Neugier. :)

      LG Falstaff
    • Lieber Sfantu, ick weeß nich, ick weeß nich. Ich habe Abbado nun gehört (auf YouTube) und so richtig hat es mich nicht überzeugt. Zwar gab es wunderbare Details, zudem dachte ich bei den stark akzentuierten und wiederholten Passagen ab ca. 5. Minute nun passiert etwas, nun geht es los. Aber den 'Furor' habe ich nicht verspürt. Ich fand es wirklich gut gemacht, aber nicht unbedingt herausragend. 'Nett' wäre jetzt wohl wirklich zu gemein :) , aber leider geht es in diese Richtung bei mir. Oder lasst mich 'solide' sagen, solide mit Einsprengseln.

      Sorry, aber ich befürchte immer mehr Abbado wird mich im Sinfonischen nicht mehr überzeugen. Aber vielleicht sind mir auch zu viele Feinheiten entgangen. Kann sein. Letztlich bleibt es ein subjektiver Eindruck. Sorry.

      LG Falstaff

      Nun denn zu Herbert Kegel.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Falstaff ()

    • Lieber Sfantu,

      Kegel habe ich in der 1974-Version mit dem Leipziger Rundfunk-Sinfonieorchester zunächst (wieder auf YouTube) gehört und war extrem begeistert. Das hat einen packenden, zugreifenden Ansatz, den ich wirklich mag. Zudem arbeitet er die 'Brüche' in der Komposition wunderbar heraus, macht die Ironie oder den Witz dabei deutlich. Vielleicht fehlt mir ein wenig der österreichische Charme durch die starke Betonung des Rhythmischen. Aber damit kann ich leben.



      LG Falstaff
    • Danach hörte ich dann die 1982iger Version mit den Dresdnern. Und erneut YouTube. Allerdings erscheint in den weiteren Informationen: Janos Ferencsik mit dem Ungarischen Philharmonischen Orchester.



      Ein ähnlich packender, vorwärtsdrängender Impetus wie Kegel 1974 und gleichzeitig wesentlich weicher, gemilderter und hier wirklich in Weber-Nähe gerückt. Von daher bin ich mir nicht mehr sicher, was genau ich da gehört habe. Ist Kegel 8 Jahre später milder, 'altersweiser' geworden, hat er einen anderen Bezug zum Werk bekommen? Oder ist die Erklärung schlichtweg: ein anderer Dirigent, ein anderes Orchester? Da du die Dresdner Version kennst, wirst du das beurteilen können.

      Aber unabhängig davon gefällt mir Kegel 1974 erheblich besser. Weil er mehr wagt und mir genauer, präziser und deutlicher erscheint.

      LG Falstaff
    • Und dann rutschte Toscanini (1939) sozusagen zufällig mit hinein.



      Das ist mit solch einer Unerbittlichkeit, solch einer Härte dirigiert, dass es zunächst abschreckt. Vielleicht abschrecken sollte. Tut es aber nicht. Denn diese Stringenz ist einfach unwiderstehlich. Man mag dem entgegenstehen und ich als Furtwängler-Fan tue das normalerweise. Aber man kann sich dem auch nicht entziehen. Ich jedenfalls nicht.
      Diese unglaubliche innere Spannung, diese Folgerichtigkeit, dieses Vorwärtsdrängen, dieses innere getrieben Sein - faszinierend. Und alles, was ich vorher geäußert habe - Witz oder Ironie. Charme, Hintersinn, dunkler Orchesterklang etc. - plötzlich spielt es (für mich) keine Rolle mehr. Da peitscht sich jemand und uns durch diese Partitur, vergisst dabei jede Vorgeschichte oder irgendeine musikalische Nachwirkung oder will sie gar nicht sehen. Da stellt jemand die 8. Beethoven in keinen musikalischen Kontext, sondern dirigiert sie nur einfach. Einfach - puh! Das ist aufgeladen mit einer Hochspannung, Emphase, auch Logik, die mich wirklich staunen macht. Einerseits bin ich fast erschrocken ob der Härte, mit der uns dieser Beethoven präsentiert wird. Aber andererseits will ich mehr und mehr davon hören.
      Und damit ist es ein Beethoven, der mich nicht nur beim Hören überwältigt, sondern, der auch Fragen, wirklich drängende Fragen an mich selber als Hörer stellt.

      :hello Falstaff
    • Falstaff schrieb:

      Ich fand es wirklich gut gemacht, aber nicht unbedingt herausragend. 'Nett' wäre jetzt wohl wirklich zu gemein , aber leider geht es in diese Richtung bei mir. Oder lasst mich 'solide' sagen, solide mit Einsprengseln.
      Lieber Falstaff,
      um es in meiner ersten Muttersprache auszudrücken: "Sarret ährlich!" Nur keine Scheu. Ich habe Fricsay ja auch ein eher bescheidenes Zeugnis ausgestellt, während Dir seine Achte eigentlich zusagt. So ist das nunmal. & beim nächsten Hören kann der Eindruck wieder anders sein. Ist das am Ende nicht sogar wunderbar?


      Falstaff schrieb:

      Danach hörte ich dann die 1982iger Version mit den Dresdnern. Und erneut YouTube. Allerdings erscheint in den weiteren Informationen: Janos Ferencsik mit dem Ungarischen Philharmonischen Orchester.
      [...] Oder ist die Erklärung schlichtweg: ein anderer Dirigent, ein anderes Orchester? Da du die Dresdner Version kennst, wirst du das beurteilen können.
      Werde bei nächster Gelegenheit das, was auf Deinem Link zu hören ist, mit meiner Platte vergleichen. Ich komme meist rasch an den Punkt, an dem es mir zuviel wird, ein & dasselbe Werk wieder & wieder zu hören. Daher brauche ich jetzt erst mal wieder 48h + x, bevor die Acht erneut auf den Teller kommt.

      LG, Sfantu
    • Sfantu schrieb:

      beim nächsten Hören kann der Eindruck wieder anders sein. Ist das am Ende nicht sogar wunderbar?
      Wahrlich, wahrlich. ^^ Ich habe zwar ein paar Konstante, die ich wohl immer hören werde und lieben werde. Aber es erstaunt mich selber immer wieder, wer so alles in den Kreis der 'faszinierenden Aufnahmen' hineinstößt, so ganz von meiner bevorzugten Dirigierweise entfernt. Gott sei Dank!

      LG Falstaff


    • Lieber Falstaff,
      heute endlich hatte ich die Zeit zum konzetrierten Vergleichshören: was auf dem von Dir verlinkten Video läuft, ist mit dem, was auf meiner Platte zu hören ist, identisch - von den Spielzeiten, der Agogik & Interpretation insgesamt. Dass im erweiterten YouTube-Infofenster dann mehrfach von Ferencsik die Rede ist, ist schlichtweg Schlamperei.
      Nachdem die Platte durch war, teilt sich Kegel mit Harnoncourt bei mir nun die Silber-Medaille hinter Gold für Hogwood. Kann ich es so sagen?: hier wird eine ideale Balance erreicht aus souveränem Gestaltungswillen bei gleichzeitig strikter Unterwerfung unter den Notentext. Alles wird hörbar, alles vermittelt sich so natürlich & überzeugend, dass man diese Musik geradezu verkostet. & die immer genau "richtigen" Tempi lassen einen die Partitur mühelos mitlesen. Ein Beispiel für Kegels strenge Disziplin sind für mich die Takte 182 bis 190 im Kopfsatz: die ersten Geigen jagen ihre wild zuckenden Sechzehntel auf & ab. In jedem 2. Takt dann jeweils das Sforzato aller Anderen auf die Zwei, bis alle in gesteigerter Aufregung auf die fff-Entladung in Takt 191 zusteuern. Häufig crescendieren die ersten Geigen hier auf die Sforzati zu um dann wieder neu heranzuwogen zum nächsten Sforzato. Es sind keine Crescendi notiert, also spielt das Dresdner erste Pult gleichmässig durch. Bei Zinman & Hogwood bspw. werden diese Wellenbewegungen sehr wohl gespielt - obwohl falsch. Durch dieses kleine Auffrisieren entsteht zusätzlich Spannung, mir gefällt das ungemein. Bei Kegel gibt's das nicht & basta.
      Alles hörbar, alles am rechten Ort, alles nah der Perfektion - bei diesen Tugenden verwundert es nicht, dass Amadé in seinem Klassik-Prisma die Pastorale aus diesem Zyklus zur Spitzenaufnahme kürte.


      Zum Abschluss noch Zinman.
      Daumen runter für folgende Aspekte:

      Nach der kurz zuvor verklungenen Dresdner Philharmonie war mein Finger sehr bald schon nah an der Stop-Taste: wie verhetzt, ja verhuscht klingt denn das? Da ich aber nichts darüber schreiben könnte, würde ich jetzt schon entnervt aufgeben, blieb ich halt dran. & ja - man gewöhnt sich dann doch mit der Zeit. Die Gestaltung würde ich mal auf den Nenner "Kalkulierte Risiken" bringen: seltsam gezügelt die lautesten Stellen & auch klanglich tendenziell zu kompakt, nicht transparent genug.
      Speziell in den Ecksätzen mit ihren masslos überzogenen Tempi spielen sie perfekt dressiert, eine Art "Eight goes Pop". Das hat etwas Nähmaschinenhaftes. Superbe Technik aber ohne echte Emotionen.

      Auf der Habenseite sicherlich der Zunder, mit dem hier zur Sache gegangen wird. Das hat schon einen gewissen Drive.
      Dem III. Satz bekommt dieser Tiki Taka-Stil noch am ehesten. Kein Runterschrauben des Trios auf gemütliche Waidmanns-Romantik. Endlich herrscht hier einmal angemessene Klarheit & Nüchternheit.

      Fazit: gut, dass ich die Zürcher als Letzte auf dem Spielplan hatte. Habe diese Box seit Jahren, fand Vieles nach stichprobenartigem Hören erfrischend anders - bei intensiverer Beschäftigung leider nur noch anders.

      So, jetzt geht dieser Deckel mal für'n Weilchen zu. Sonst hör' ich mir sie noch leid (Gott bewahre!).

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    • Sfantu schrieb:

      heute endlich hatte ich die Zeit zum konzetrierten Vergleichshören: was auf dem von Dir verlinkten Video läuft, ist mit dem, was auf meiner Platte zu hören ist, identisch
      Lieber Sfantu, danke für die Mühe. Aber zum Glück wurde sie ja reich belohnt. :D

      Jedenfalls werde ich nach deiner begeisterten und detailreichen Besprechung sie demnächst noch mal mir anhören. Kann aber noch ein wenig dauern. ^^

      LG Falstaff