Klassik-LP-Sammlung abzugeben

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    • Klassik-LP-Sammlung abzugeben

      Tach zusammen,
      Frisch angemeldet gibt es erstmal ein Geständnis: klassische Musik ist jetzt nicht unbedingt meine Welt und viel Ahnung habe ich auch wenig. Im Zuge eines freundschaftliches Aktes sind meiner Frau und mir etwa knappe 7 laufende Meter klassische LP-Sammlung in die Hände gefallen, die wir eigentlich gerne loswerden möchten. Die Sammlung umfasst alle möglichen Komponisten, Interpreten und Einspielungen, ein Verzeichnis gibt es nicht. Sie besteht hauptsächlich aus Einzelplatten, wenige 78er-Platten und eine Reihe von Schubern, stammen überwiegend aus dem Zeitraum 1960 bis 1990 und wurden von einer behutsamen Kennerin aus dem fränkischen gesammelt. Ich habe einige Platten stichpunktartig kontrolliert, der Zustand kann insgesamt als gut betrachtet werden. Momentan ist die Sammlung in Leipzig und wir versuchen einen angemessenen Ertrag zu Stande kriegen, welcher der Deutschen Krebshilfe als Spende zu Gute kommen soll. Mich würden mal Tipps und Hinweise interessieren, wie wir am besten damit umgehen sollen. Vielen Dank für Eure Mithilfe und mit freundlichen Grüßen, Martin
    • Hallo Martin,
      uff, zuerst dachte ich schon, da will jemand unser Forum als Marktplatz nutzen (was wir nämlich nicht wünschen!), aber dann würde ja klar, dass Du eher eine Beratung willst. Da der Erlös ja dann auch gespendet werden soll, ist das wohl in Ordnung.
      Zunächst einmal müssen wir wissen, woraus die Sammlung genau besteht, denn nur dann kann man sagen, ob das teilweise Raritäten sind, die Du einzeln verkaufen solltest. Als Konvolut bekommt man dafür meist nicht so viel. Und dann ist natürlich der Zustand wichtig.
      Ansonsten bietet sich dann eine Plattform wie eBay Kleinanzeigen o.ä. an.
      Aber ein Verzeichnis müsstest Du erstellen, daran führt kein Weg vorbei.

      Herzliche Grüße
      Satie
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Hallo Satie,
      Danke für die Antwort. Das mit dem Verzeichnis hätte ich, aufgrund des Arbeitsaufwand, eigentlich lieber nicht gerne gehört, aber im Geheimen war es mir klar. Was müsste man als Information auf den kleinsten Nenner bringen, ? Ich nehme an: Foto vom Plattencover, Komponist/en, Darbietung, Hauptinterpreten, Herausgeber und Erscheinungsform wie Einzel-LP oder Schuber. Beim Erscheinungsjahr wird es insofern schwierig, weil es häufig auf Platten auch nicht drauf steht oder in Zahlenfolgen versteckt sein kann. Was noch?
      Gibt es überhaupt noch einen brauchbaren Markt für LPs im klassischen Bereich - oder vielleicht wieder, ähnlich anderen Musikrichtungen?
      Schönen Sonntag noch,
      Martin
    • Hallo Martin,

      Ich will dich ja nicht entmutigen, aber da ich gerade versuche, einen Großteil meiner CD-Sammlung abzugeben und dabei keinen Aufwand wie Flohmärkte, von wo man das meiste wieder mitnimmt, Auktionen, das Zeugs verpacken, verschicken etc. brauchen kann, bin ich mit Händlern im Gespräch, zu denen man Sammlungen hinbringen kann oder die sie abholen. Und die haben mir erzählt, dass gebrauchte Klassik-LPs gar nicht laufen. Mehr als 20-40 Cents pro Scheibe seien nicht drin. Die Renaissance der LP ist im Klassik-Gebrauchtwarenmarkt scheinbar nicht angekommen. Unser Sfantu treibt sich älls auf Flohmärkten rum und kann dies bestätigen oder als Unsinn entlarven...
      Wenn du diese miesen Preise nicht akzeptieren willst, dann hilft wirklich nur eine Liste mit Komponist, Werk, Interpreten, Aufnahmedatum und Zustandsbeschreibung (dafür gibt es Richtlinen, vorher informieren!) und dann "nur komplett und mit Abholung" bei einem Internet-Auktionshaus einstellen.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Jepp, die Erfahrung mit den 20-40 ct pro CD habe ich im Pop/Rock-Breich auch schon gemacht, daher war da jetzt nicht viel zu entmutigen. Der Tipp mit den Richtlinien für Zustandsbeschreibungen ist nicht schlecht, das habe ich schon mmal iwo gehört. Nun, ist das nicht so als hätte ich nicht schon Aufgaben für den ein oder anderen langen Winterabend, ich versuch mich mal mit damit anzufreunden... :/
      Besten Dank, Martin
    • Ciao MaMa,

      herzlich willkommen hier!
      Vielleicht kommst Du ja noch auf den Geschmack, was klassische Musik (im weitesten Sinn) angeht. Hab' also keine Scheu, Dich hier zu beteiligen.

      Zu Deiner Platten-Geschichte - da kann ich mich nur dem anschliessen, was Cetay & Satie schreiben. Wenn es euch vor allem darum geht, die Sachen loszuwerden, geht das Angebot eines Händlers (Einkaufspreis bis ca. 50 Cent) wahrscheinlich sogar in Ordnung & bei der Menge springt dann trotzdem noch ein 3stelliger Betrag heraus. Ihr seid in Leipzig, stimmt's? Kenne mich in Sachsen nicht so gut aus. Auf googlemaps in den Grossraum Leipzig zoomen, Stichworte wie z. B. Klassik Schallplatten eingeben, kontaktieren & Angebote einholen.
      Seriöse Händler kommen zu euch rausgefahren & nehmen die Sammlung in Augenschein.

      Ich stehe praktisch vor dem gleichen Problem & wälze mich hin & her bei der Suche nach einer Lösung.
      3 Optionen sehe ich für mich. Vielleicht ist es auch eine Orientierungshilfe für euch.
      Ich versuch' mal, sie mit Vor-& Nachteilen aufzulisten:

      1.) Die Sachen im Netz anbieten.
      Das bringt auf jeden Fall mehr ein als es 'nem Händler für 'n Trinkgeld zu überlassen, u. U. auch sehr viel mehr, ist dann aber halt auch mit dem von Cetay erwähnten Aufwand verbunden. Für die Zustandsbeschreibung ist die MINT-Klassifikation am weitesten verbreitet. Meist wird erwartet, dass Platte & Cover separat beurteilt werden (oder, sagen wir mal so: Du erzielst dadurch natürlich einen Vertrauensvorschuss, da Du so seriös (& fair) auftrittst. Da wären wir aber schon beim nächsten Problem: die Cover-Beurteilung sollte ein Leichtes sein. Willst Du aber eine verlässliche Aussage über den Zustand der Platte machen, kannst Du das am Ende nur, nachdem Du sie gehört hast. Selbst bei tadellosem Erscheinungsbild mit blitzblank schimmerndem Vinyl & der Vermutung, dass sie noch unbespielt ist, kann man böse Überraschungen erleben. & selbst, wenn das Label durch munteres Über-den-Dorn-Geschiebe wild zerkratzt ist & das Vinyl einen erbarmungswürdigen Eindruck macht, kann es sein, dass sie wie neu klingt.
      Auf dem gängigen, 100.000fach verfügbaren Standardrepertoire (Beethoven-Sinfonien, der Unvollendeten, Schwanensee usw.) bleibst Du möglicherweise sitzen, es sei denn, Du listest Kampfpreise. Einigermassen gefragt & auch zu höheren Preisen möglich ist Musik etwa ab 1950 (Bernd Alois Zimmermann, Pierre Boulez, Hans Werner Henze & Artverwandte).
      Auch hast Du nunmal das Gerenne zur Post (oft sicher auch nur wegen einer einzelnen Scheibe) & den Aufwand mit 'ner sorgfältigen Verpackung. Wo bspw. die passenden Kartons hernehmen? Selber basteln, bestellen (z. B. bei protected.de - also zusätzliche Kosten)) oder Stammkunde beim Pizza-Dienst werden...
      Die meisten Platten-Händler haben keine Ahnung von Klassik. Habe schon gesehen, wie etwas neu angeliefert wurde. Fragte den Chef, was denn die Schostakowitsch-Cello-Konzerte mit Heinrich Schiff & Maxim Schostakowitsch kosten sollen (sieht man leider sehr selten auf Platte). Er gelangweilt die Hand aus der Gummibärchen-Tüte herausziehend & sich die Finger leckend, zieht die Platte heraus. "Noch gut in Schuss!" Dann ein Blick auf das Cover "Naja, geht so". Er gibt die Daten auf popsike.com ein, schnappt sich die Etikettier-Pistole & sagt rotzfrech: "Voila - nünezwänzgi Francke". Die steht seitdem (ist jetzt gut 2 Jahre her) immer noch dort. Hast Du keine Lust, jede Scheibe vor dem Anbieten durchzuhören, solltest Du (genauer gesagt: würde ich) einen Preis listen, mit dem man Konkurrenten deutlich unterbietet - natürlich auch, um Kaufanreize zu setzen.
      Die ganze Sache kann sicher auch recht zäh laufen & man wird vielleicht nicht alles los.

      2.) Auf dem Flohmarkt oder einer Plattenbörse anbieten.
      Das bringt das Gewuchte, den Transport, (in der Regel) Standgebühren & den Zeitaufwand mit sich, Du weisst nie, ob passende Kundschaft da ist & am Ende kann es sein, dass Du Reste wieder mitnehmen musst.
      War neulich auf einer Plattenbörse als Käufer (weil alles bereits ausgebucht war) & war im Nachhinein froh, dass ich dort keinen Stand hatte. Niemand interessierte sich da für Klassik. Obwohl der Ort, nämlich Karlsruhe, nicht gerade eine Kultur-Wüste ist - man also interessierte Kundschaft vermuten / erwarten könnte.
      Im besten Falle machst Du aber einen guten Schnitt & das Ganze hat immer auch einen gewissen Event-Charakter.

      3.) Schenk' die Platten einem Sozialkaufhaus. Dann kommt es auf jeden Fall einem wohltätigen Zweck zugute.

      Wie auch immer Ihr euch entscheidet - viel Glück & Erfolg!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sfantu ()

    • Hallo Sfantu, wow, das ist mal ein Aufsatz.
      Und er fasst das grundsätzliche auch ganz gut zusammen.
      Soweit habe ich die Situation inzwischen ähnlich erfasst. In unserem Fall haben wir allerdings der Freundin, das Versprechen gegeben, die Sammlung möglichst gut zu verhökern und einen hoffentlich erquicklichen Ertrag für eine Krebshilfeorganisation herauszuschlagen.
      Nebenher, weil wenn die Lösung zu Nahe ist, sieht man sie ja beinahe nicht, habe ich festgestellt dass es in Leipzig einen An- und Verkauf für LPs gibt, dessen Schwerpunkt unter anderem Klassik ist. Der Chef wird die Tage mal zu uns kommen und sich das Ganze anschauen. Ich bin gespannt und werde berichten. Danke an duíeser Stelle aber mal für die Hilfe.
      Grüße,
      Martin
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