Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2019

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen


    • Malcolm Forsyth - Atayoskewin (1983)
      Harry Freedman - Oiseaux Exotiques (1984)
      Edmonton Symphony Orchestra - Uri Mayer
      (LP, CBS, 1986)

      Forsyths Orchester-Suite besteht aus den 3 Sätzen The Spirits, The Dream & The Dance.
      Laut Klappentext sind damit keine konkreten programmatischen Assoziationen verbunden, es sollen einfach die entsprechenden Stimmungen gezeichnet werden. Bis auf die Angabe, daß der Titel aus der Sprache der Cree-Indianer stammt & "Heilige Legende" bedeutet, erfährt man nichts Näheres. Das Ganze bewegt sich in einer vorsichtig erweiterten Tonalität & zeigt ein Sammelsurium stilistischer Anklänge: fast Minimal-Music-like die , prägende, ostinate Harfen-Figur im ersten Satz. Im elegischen Zweiten wird aus Sibelius 5 zitiert, der Dritte läßt mehrmals an Copland & Bernstein denken, mit seiner stellenweise reisserischen Art.

      Musikalisch konventioneller Harry Freedman mit der 13sätzigen Konzert-Suite aus seinem Ballett (kurios die Namensgleichheit mit Messiaens Werk, mit dem es ansonsten so garnichts gemein hat). Es werden hauptsächlich venezuelanische Tänze verarbeitet (auch hier ist Copland wieder nicht weit). In den schwächeren Stücken werden teils Urlaubs-Prospekt-& Samba-Schulen-Klischees geschrabbt. Hörenswert ist diese Musik dennoch, spätestens aufgrund des phantasie-& prachtvollen Perkussions-Feuerwerks, das man hier erlebt.

      Ausgezeichnete Darbietung, sehr guter Klang.

    • Giacomo Puccini/Luigi Illica/Giuseppe Giacosa: Madama Butterfly

      Cio-Cio-San - Renata Tebaldi
      B. F. Pinkerton - Carlo Bergonzi
      Goro - Angelo Mercuriali
      Suzuki - Fiorenza Cossotto
      Sharpless - Enzo Sordello
      Il Commissario Imperiale - Virgilio Carbonari
      Lo zio Bonzo - Paolo Washington
      Yakusidé - Oscar Nanni
      Il Principe Yamadori - Michele Cazzato
      Kate Pinkerton - Lidia Nerozzi

      Orchestra e coro dell'Accademia di Santa Cecilia, Roma; Tullio Serafin

      Die wie ich finde klangschönste Butterfly-Aufnahme, auch wenn Tebaldi als kindliche Cio-Cio-San im 1. Akt nicht ganz überzeugt.

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)

    • Ottorino Respighi - Pini di Roma
      NBC Symphony Orchestra - Arturo Toscanini
      (LP, RCA, 1953. Original-Cover nicht verfügbar)

      I pini di Villa Borghese 2'34
      Pini presso una catacomba 6'31
      I pini del Gianicolo 6'50
      I pini della via Appia 4'52

      Messerscharfe Akzente bei straffem Tempo im ersten Satz. Die gestopften Trompeten tönen stellenweise wie Spielzeuginstrumente: äußerst spitz & quäkend, fast wie eine akustische Karikatur.
      Den Mittelsätzen gebührt die Palme - Toscanini läßt hier mit angemessener Ruhe & Versenkung musizieren.
      Im Schlußsatz gefällt mir die sehr sorgfältig-differenziert bediente große Trommel ganz ausgezeichnet - das erzeugt wunderbare Spannung!

      Als späte Toscanini-Aufnahme ist sie klangtechnisch vergleichsweise luxuriös. Im Umfeld anderer Aufnahmen aus dieser Zeit eine passable aber nicht herausragende Mono-Qualität.
      Bei solch cineastischem Klang-Bombast ist für mich Mono & gedeckelte Dynamik am Ende dann doch unbefriedigend.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sfantu () aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler


    • Olga Neuwirth - Vexierbilder (1994)
      für Flöte, Klarinette, Saxophon, Posaune & SIM (Station d'informatique musical) (IRCAM)

      Klangforum Wien:
      Eva Furrer, Fl.; Ernesto Molinari, Klar.; Pierre Stephan Meugé, Sax.; Andreas Eberle, Pos. sowie via Zuspielung: Edda Breit & Dorli Guschlbauer, Celli; Peter Böhm, Wolfgang Musil & Olga Neuwirth, Elektronik. Klangregie: Olga Neuwirth
      (CD, Accord, 1995)

      Spieldauer: 9'09

      Nach wie vor fällt es mir häufig schwer, Neuer Musik mit Worten beizukommen, will ich sie beschreiben. Zuviel Klangphänomene, denen ich erst Begriffe stiften müßte, welche ihnen einigermaßen gerecht werden.
      Drum tippe ich kurzerhand aus dem Booklet-Text den Kommentar zu den Vexierbildern ab:

      Das zweite "Portrait einer Komposition als junger Affe", ursprünglich unter dem Titel "Jardin désert" 1994 uraufgeführt, gemeinsam mit einem Video von Helga Hofbauer & Elisabeth Knass: zwei Cellistinnen geistern geigend durch den Garten des Wiener Belvedere. Verfolgt von jähen Bildschnitten in Form von Zitaten aus dem italienischen Horrorfilm Phenomena, in dem ein zuerst harmloses Äffchen einem jungen Mädchen die Kehle durchschneidet. Übermalt schließlich von grellem Rosa, das die Bilder des barocken Gartens langsam in einzelne Pixels zersetzt. So wie die Musik dieser von jähen Stimmungsschwankungen durchzogenen Vexierbilder in einem allmählichen Prozeß der Auflösung begriffen ist. Zusätzlich zum Video wurde auch ein Acht-Kanal-Tonband zugespielt, das gemeinsam mit dem Streifen die Funktion der "Voix de X" wie in Alain Resnais' Film "L' année dernière à Marienbad" übernehmen soll, also gleichsam als Kommentar & Ergänzung zu den Instrumentalisten gedacht ist, die den eigentlichen musikalischen "Garten" bilden. In der rein instrumentalen Version wurden die Vexierbilder jetzt für die IRCAM-Workstation umgearbeitet, was zwar eine Reduktion der Tonspuren auf vier Kanäle erforderte, durch exakte Tempo-Impulse des Computers jedoch die musikalischen Schichten viel präziser koordinieren läßt. Mehr noch als andere Kompositionen Neuwirths werden die Vexierbilder von skalpellartig scharfen, filmischen Schnitten bestimmt. Abrupte Fortissimo-Einsätze verhindern kontinuierliche Entwicklungen schon im Ansatz. längere geräuschhafte Passagen münden immer wieder in rasende Läufe, die durch die elektronischen Zuspielungen noch zusätzlich verdunkelt werden, sodaß die beiden Klangebenen zusehends verschwimmen.

      Reinhard Kager, 1995


      Dieses Verschwimmen ist im Ergebnis tatsächlich perfekt realisiert. So schwer es dem Ohr also manchmal fällt, die Live-Musik von den Zuspielungen zu unterscheiden, so klar wird es ihm im Moment des Erkennens aber auch, daß vergleichbare Klänge ebenso von Schlagwerkern, "Geräuschemachern", in einem Fall auch von einer Orgel ebenso handgemacht hätten produziert werden können.
      Das Stück hat fast so etwas wie eine Sog-Wirkung auf mich. In jedem Moment ungemein fesselnd. Die beschriebenen bizarren Szenarien vermitteln sich über die Klangereignisse fast spürbar.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sfantu ()



    • Giuseppe Verdi/Salvadore Cammarano: Il trovatore

      Manrico - Plácido Domingo
      Leonora - Leontyne Price
      Il Conte di Luna - Sherrill Milnes
      Azucena - Fiorenza Cossotto
      Ferrando - Bonaldo Giaiotti
      Ruiz - Ryland Davies
      Ines - Elizabeth Bainbridge
      Un messo - Neilson Taylor
      Un vecchio zingaro - Stanley Riley

      Ambrosian Opera Chorus
      New Philharmonia Orchestra, Zubin Mehta

      Leontyne Price ist für mich DIE Leonora und der Rest ist auch nicht zu verachten. :wink

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)


    • Gioachino Rossini/Étienne de Jouy/Hippolyte Bis: Guillaume Tell

      Guillaume Tell - Gabriel Bacquier
      Hedwige - Jocelyne Taillon
      Jemmy - Mady Mesplé
      Mathilde - Montserrat Caballé
      Arnold Melchthal - Nicolai Gedda
      Melchthal - Gwynne Howell
      Gessler - Louis Hendrikx
      Walter Furst - Kolos Kovacs
      Ruodi - Charles Burles
      Leuthold - Nicolas Christou
      Rodolphe - Ricardo Cassinelli
      Un chasseur - Leslie Fyson

      Ambrosian Opera Chorus
      Royal Philharmonic Orchestra, Lamberto Gardelli

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)


    • Charles Gounod/Jules Barbier/Michel Carré: Faust

      Faust - Richard Leech
      Marguerite - Cheryl Studer
      Méphistophélès - José Van Dam
      Valentin - Thomas Hampson
      Siebel - Martine Mahé
      Marthe - Nadine Denize
      Wagner - Marc Barrard

      Chœur de l'Armée Française
      Chœur et Orchestre National du Capitole de Toulouse, Michel Plasson

      Das könnte meine neue Lieblingsaufnahme des Faust werden. Allerdings ist mir jetzt das erste Mal aufgefallen, dass es wohl verschiedene Fassungen dieser Oper gibt. Unter anderem werden die Szenen im 4. Akt in unterschiedlicher Reihenfolge angeordnet - verwirrend. ?(

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Benutzer online 3

      1 Mitglied (davon 1 unsichtbar) und 2 Besucher