Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2019

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    • Das versuche ich noch herauszufinden. Die frühen Sachen sind überladene Spätromantik mit allen unangenehmen Begleiterscheiungen - Mahlers Achte wäre ein Orientierungspunkt, allerdings noch übertriebenener. Das Idiom behält er später bei, aber viel konzentrierter, abstrahierter und fragmentierter. Einfach mal die 13. hören. Die ist schön kurz und scheint mir am ausgewogensten und vielseitigsten zu sein, im Vergleich zu den sonst noch gehörten 10, 17, 20, 21, 25, 32. Dabei werde ich es auch belassen, denn es gibt zuviele Elemente, die mich nerven. Der zu oft verwendete abgehackte Rhythmus zum Beispiel, oder die martialischen Steigerungen (aber ich mag deswegen Schostakowitsch auch nicht und da der bei dir hoch im Kurs steht, stört dich das wahrscheinlich nicht).
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Eine kleine Auswahl an Aufnahmen von Musik, vor allem Sinfonien des Havergal Brian kenne ich mittlerweile. Es ist in den späteren Werken ein eigenwilliger Expressionist, wie ihn Cetay beschrieben hat. Wenn man wie ich eigentlich nach allen Seiten offen ist - also nicht ganz dicht, wie der Spruch besagt -, lohnt es sich schon, Brian kennenzulernen. Schließlich tritt das Moment des Elitär-Raren hinzu, mit dem sich dann befasst. ;)

      Auch die berühmt-berüchtigte Erste, die Gotische, habe ich mir gekauft und einmal komplett gehört. Der Anfang hat etwas spätromantisch-rauschhaft Packendes. Nach einer halten Stunde wird es aber zunehmend anstrengend, weil die Musik schlicht nicht die Größe besitzt, die sie in ihrer Hypertrophie vortäuscht. Dann lieber Mahlers Achte, die auch nicht mein Lieblingswerk ist.



      Es könnte sein, dass meine Einspielung technisch nicht optimal ist (intransparent und leicht übersteuert); doch bin ich mir sehr unsicher, ob auch noch eine zweite her muss ...

      ( :P Leider gibt es Gott sei Dank noch etliche hundert andere Sachen, die ich schon lange nicht mehr gehört habe oder gar noch nie und die mich gewiss interessieren ...)

      (Schostakowitsch vertrage ich in Abständen gut - in Abständen!)

      :) Wolfgang
    • Andréjo schrieb:

      Wenn man wie ich eigentlich nach allen Seiten offen ist - also nicht ganz dicht, wie der Spruch besagt -, lohnt es sich schon, Brian kennenzulernen. Schließlich tritt das Moment des Elitär-Raren hinzu, mit dem sich dann befasst. ;)
      Ein weiterer Faktor: Man sagt den Sinfonien nach, dass sich jede auf die vorherige bezieht, sie kommentiert und ein neues Licht auf sie wirft und anders herum vermeintlich neue Entwicklungen und Kehrtwenden, die es praktisch in jeder der 32 Sinfonien geben soll, schon im Vorgänger angelegt sind. Die systematische Auseinandersetzung mit Brian ist also auch nicht nur ein elitär-rares, sondern auch ein besonders intellektuelles Vergnügen.
      :thumbup:
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Cetay schrieb:

      Andréjo schrieb:

      Wenn man wie ich eigentlich nach allen Seiten offen ist - also nicht ganz dicht, wie der Spruch besagt -, lohnt es sich schon, Brian kennenzulernen. Schließlich tritt das Moment des Elitär-Raren hinzu, mit dem sich dann befasst. ;)
      Ein weiterer Faktor: Man sagt den Sinfonien nach, dass sich jede auf die vorherige bezieht, sie kommentiert und ein neues Licht auf sie wirft und anders herum vermeintlich neue Entwicklungen und Kehrtwenden, die es praktisch in jeder der 32 Sinfonien geben soll, schon im Vorgänger angelegt sind. Die systematische Auseinandersetzung mit Brian ist also auch nicht nur ein elitär-rares, sondern auch ein besonders intellektuelles Vergnügen. :thumbup:
      Das könnte ich dann zumindest anhand der guten Handvoll der letzten, bemerkenswert spät entstandenen Sinfonien, die ich kenne, mal bewusst nachvollziehen! Die sind auch überschaubar in der Ausdehnung und - zumindest das ist mir aufgefallen - scheinen gewisse Gemeinsamkeiten in der Struktur zu haben.

      O'Leary aus Deiner Quelle, Cetay, bezieht sich vor allem auf 16 mit 19. Mal schauen ...

      :hello Wolfgang
    • Heute vor 109 Jahr verstarb der britische Monarch Edward VII. Ein gutes Jahr darauf wird Elgars 2. Symphonie uraufgeführt. Auf dem Widmungsblatt finden sich folgende Worte: „Dedicated to the memory of His late Majesty King Edward VII. This Symphony, designed early in 1910 to be a loyal tribute, bears its present dedication with the gracious approval of His Majesty the King.“



      Sir Edward Elgar: Symphonie Nr. 2 Es-Dur, op. 63

      Hallé Orchestra
      Sir John Barbirolli

      :hello Agravain
      :hello Agravain
    • Hier wieder Respighi:



      Ottorino Respighi:

      Metamorphoseon Modi XII
      Ballata delle gnomidi
      Belkis, Regina di Saba (Suite)

      Von der Belkis-Suite gibt es zahlreiche Aufnahmen, eine Aufnahme des gesamten Balletts konnte ich leider nicht finden.

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)



    • Jonas Kaufmann:

      Schubert, Winterreise - 19 - Täuschung
      Richard Strauss, Lieder
      - 1 - Zueignung
      - 19 - Nachtgang
      - 25 - Mein Herz ist stumm
      - 21 - Breit´ über mein Haupt

      und mehr noch, Stück für Stück.

      Helmut Deutsch, piano
      "Das Hören auf andere Stimmen, Gegenstimmen und Dissonanzen
      — die Regeln der Musik spiegeln das Leben selbst."
      Yehudi Menuhin

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    • Heitor Villa-Lobos:

      Chôros Nr. 8 (für Orchester und 2 Klaviere)
      Fantasia para violoncelo e orquestra
      Uirapurú (Ballet)

      Marlos Nobre:

      Convergências

      Janos Starker (Cello)
      Orquestra Sinfônica da Paraíba, Eleazar de Carvalho

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)


    • Rolf Urs Ringger
      Ikarus / Ippolito- 2 Ballett-Musiken
      Radio-Sinfonie Orchester Basel
      Armin Brunner

      Ikarus: 1 Im Labyrinth, 2 Der Weg zur Freiheit, 3 Flugversuche, 4 Der übermütige Ikarus, 5 Zurück auf dem Grunde
      Ippolito: 1 Abschied Teseos, 2 Efedra umwirbt Ippolito, 3 Spiele und Begegnungen, 4 Momente des Glücks, 5 Konfrontationen, 6 Kämpfe und Verstoßungen,
      7 Leidenschaft, 8 Teseos Heimkehr

      Eher nebenbei, mein Exkurs in die (musikalische) Unterwelt die letzten Wochen, hat mich etwas mitgenommen. Aber mich spricht es an und ich bin gespannt, was ich bei diesem Komponisten noch entdecke und über ihn heraus finde.
      Habe es geschafft, meine Altflöte zumindest mal auf einen kleinen Tisch hier zu legen (war lange, in einer Schattennische verschwunden, ich dachte sogar, ich hätte sie gar nicht mehr)- nun starre ich sie an und sie schaut geduldig zurück. Vielleicht wird das ja doch nochmal was mit ihr und mir.
      Habe gesehen, dass Ringger auch etwas für Flöte komponiert hat.

      Ich bekomme immer mehr Spaß an den CD-Covern, die Vorgehensweise hier im Forum, sie zu posten, gefällt mir sehr. Ich finde sie meist sehr treffend im Bild-Ausdruck für den musikalischen Inhalt der CD.
      Weiß gar nicht, wer diese Cover entwirft. Muss ich mich mal schlau machen.
      "Das Hören auf andere Stimmen, Gegenstimmen und Dissonanzen
      — die Regeln der Musik spiegeln das Leben selbst."
      Yehudi Menuhin

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    • Heitor Villa-Lobos:

      As Três Marias
      A Prole do Bebê Suite Nr. 1
      A Prole do Bebê Suite Nr. 2
      Rudepoêma

      Marc-André Hamelin (Klavier)

      Nochmal Villa-Lobos, diesmal mit seiner (wie ich finde schwerer zugänglichen) Klaviermusik. Insbesondere das Rudepoêma ist ein wildes und aufwühlendes Stück.

      Gruß Amonasro
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Hallo Amonasro,

      seit der Amazonas-CD, die du auch hier gepostet hattest, habe ich immer mal in Villa-Lobos Kompositionen hinein gehört und heute das hat mich umgefegt.
      Dachte, ich höre das mal vorm Einschlafen - Pustekuchen - ich sitze hier hellwach und durch und durch elektrisiert.
      Das Rudepoêma ist das erste klassische Stück, bei dem ich Gänsehaut hatte und nach dem Hören, immer wieder einzelne Sequenzen beinahe Ohrwurmartig, inkl. der Gänsehaut durch meinen Kopf reisten.

      Beim Weiterhören bin ich dann bei den Brinquedos und der Doll-Reihe hängen geblieben und habe jetzt im Nachhall noch etwas gelesen, was meinen Eindruck beim Hören bestätigt hat.
      Die Mischung von brasilianischer Folklore und klassischer Musik macht mich fast sprachlos.Die Brinquedos kommen mir sehr vertraut vor, aber da ich auf Villa-Lobos erst durch deine Posts aufmerksam wurde, weiß ich spontan nicht woher (nachträglich: es ist der Bach´sche Einfluss mit dem Wiederkennen, evtl. gepaart damit, dass ich eine Weile viel Violetta Parra (die chilenische Folklore gesammelt hat) gehört habe). Assoziationen von Zirkus, Karneval kamen sehr schnell beim Hören und ich finde die Stille nach den meisten Stücken, die Enden (der letzte Ton oder Akkord wirkt manchmal wie ein Sprungbrett und dann explodiert etwas) unglaublich - es ist eine sehr "volle" Stille. Auch in den Pausen.
      Ich bin wirklich "geplättet", weil ich spontan sagen würde, diese Klavierwerke sind das Schönste für mich, was ich bisher in der Klassik gehört habe (Okay, nach den Goldberg-Variationen).
      Im Nachsinnen kam dann eine Rückkoppelung von Elektrizität (Aufladung der Stille) => Strom => Amazonas (als großer Strom).
      Sehr spannend. Ich erlebe es auch sehr dicht und Emotionen ganz dicht an die Oberfläche bringend (aufwühlend, ja) aber gehalten. Da ist Spannung. Hohe Spannung. Okay, da wäre ich dann wieder bei der Elektrizität.
      Das Rudepoêma ist wunderschön.

      Das CD-Cover dockt an meinem Erleben nach dem Hören an.

      Ich danke dir sehr. Fürs immer wieder Posten. Hoffe, es war okay, meine wenig musik-theoretischen Gedanken hier zu lassen.

      Gruß, tapeesa
      _______________________________________________

      Am früheren Abend habe ich die Kulturradio "Alte Musik Spezial" Sendung vom 15. 05. gehört.
      Musik aus dem Burgund, 15. Jahrhundert ("Die burgundische Chanson des 15. Jahrhunderts", Moderation Bernhard Schrammek).
      Guillaume Dufay sowie Gilles Binchois. Am Ende wurde das "Lune très belle" gespielt, dort von Lena Susanne Norin.
      Ich habe fürs Posten diese CD entdeckt.



      Mon souverain désir, Gilles Binchois
      Chansons
      Ensemble Gilles Binchois / Dominique Vellard

      daraus Lune très belle

      Morgen ist Vollmond, passt ja irgendwie.
      "Das Hören auf andere Stimmen, Gegenstimmen und Dissonanzen
      — die Regeln der Musik spiegeln das Leben selbst."
      Yehudi Menuhin

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    • Hallo tapeesa,

      eine sehr schöne Beschreibung. Es freut mich, dass ich dich zum Kennenlernen von etwas Neuem anregen konnte. Ich höre Villa-Lobos seit einiger Zeit immer häufiger und er ist auf jeden Fall zu einem meiner Lieblingskomponisten geworden. Die Brinquedos kenne ich noch nicht, da werde ich sicher auch mal reinhören.

      tapeesa schrieb:

      Hoffe, es war okay, meine wenig musik-theoretischen Gedanken hier zu lassen.
      Selbstverständlich, dafür ist das Forum da. Mit Musiktheorie kann ich auch nicht aufwarten. :D

      _______________________________________________

      Bei mir heute wieder Rossini:



      Gioachino Rossini/Gaetano Rossi: Tancredi

      Tancredi - Vesselina Kasarova
      Amenaide - Eva Mei
      Argirio - Ramón Vargas
      Orbazzano - Harry Peeters
      Isaura - Melinda Paulsen
      Roggiero - Veronica Cangemi

      Chor des Bayerischen Rundfunks
      Basso continuo: Gottfried Greiner (Violoncello), Ingo Nawra (Kontrabass), David Syrus (Cembalo)
      Münchner Rundfunkorchester, Roberto Abbado

      diesmal mit tragischem Ende.

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Wer sich mit der Klangsprache von Villa-Lobos vertraut machen will, bekommt ein breites Spektrum etwa mit der folgenden Sammlung geboten:

      images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/61uVKeHjGkL.jpg


      Merkwürdigerweise lässt das Cover dies nicht erkennen, aber es ist auch das Werk für Gitarre enthalten.

      Er hat ja auf nicht immer gleichem Niveau, aber stets unverwechselbar, ein riesiges Werk hinterlassen, das nur teilweise erschlossen sein dürfte, und ich könnte noch manch anderes empfehlen.

      Die Solo-Klaviermusik ist mir weniger vertraut und ich nehme gern die Anregung von Amonasro auf.

      Es grüßt Wolfgang.

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    • Lieber Wolfgang,

      diese Box kann ich auch nur empfehlen. Die Bachianas finde ich hier etwas besser gelungen als in meiner Vergleichseinspielung unter Batiz. Auch ist es soweit ich sehe die bisher einzige Gesamtaufnahme der sehr spannenden Choros. Wenn man nicht gleich mit einer großen Box einsteigen will, finde ich dieses CD mit 4 symphonischen Dichtungen/Balletten sehr empfehlenswert:



      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)

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