Glière: Symphonie Nr. 3 h-Moll op. 42 „Ilja Muromez“

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    • Glière: Symphonie Nr. 3 h-Moll op. 42 „Ilja Muromez“

      Statt einer Einführung eine Konversation zu Glières dritter Symphonie.

      Adriano schrieb:

      Danke, Satie :)
      "Verfolgte" gerade mit der Partitur die Neueinspielung auf "dreyer gaido" von Glières "Ilya Murometz", dirigiert von Gabriel Feltz. Eine schöne Interpretation, doch fehlt mir das russische Temperament völlig. Immerhin nicht so lieblos hingepfeffert wie diejenige JoAnn Fallettas auf Naxos. Die uralte Aufnahme Hermann Scherchens (komplett!) und diejenige Natan Rakhlins (Melodiya, leicht gekürzt) sind, meiner Meinung nach, immer noch die besten!

      agravain schrieb:

      Adriano schrieb:

      Danke, Satie :)
      "Verfolgte" gerade mit der Partitur die Neueinspielung auf "dreyer gaido" von Glières "Ilya Murometz", dirigiert von Gabriel Feltz. Eine schöne Interpretation, doch fehlt mir das russische Temperament völlig. Immerhin nicht so lieblos hingepfeffert wie diejenige JoAnn Fallettas auf Naxos. Die uralte Aufnahme Hermann Scherchens (komplett!) und diejenige Natan Rakhlins (Melodiya, leicht gekürzt) sind, meiner Meinung nach, immer noch die besten!
      Wie findest Du denn Farberman?

      Adriano schrieb:

      Farberman's "Muromets" ist die fadeste (und langsamste) Einspielung, die es je gegeben hat. Es war die erste komplette Stereo-Fassung, und ich war so enttäuscht - zuletzt auch noch wegen der Klangtechnik. Dann lieber die bisher unübertreffbare alte Scherchen-Einspielung (die auch komplett ist)! Dies gilt auch für Farberman's Ives-Einspielungen... Ich weiss, man sollte nicht über verstorbene Kollegen lästern, aber das wird man eines Tages über mich sicher auch :) Es sind ja nur persönliche Meinungen - und bei uns in Europa (und in der Schweiz) gibt es noch Meinungsfreiheit :)
      Es gibt auch die WDR-Aufzeichnung einer Interpretation von "Muromets" durch Neeme Järvis aus dem Jahr 1999 - die leider technisch ungenügend ist - und nie veröffentlicht wurde (ausser, glaube ich, auf Yutube). Die ist ganz toll und sehr empfehlenswert! Schade, dass man keine CD daraus gemacht hat. Das Gleiche meine ich in Bezug auf Karajan und Bernstein - die sich um dieses Werk überhaupt nie gekümmert haben - was übrigens auch für Tschaikowskys "Manfred"-Symphonie gilt. Sie wären die idealen Interpreten gewesen und hätten die besten Orchester zur Verfügung gehabt. Das werde ich ihnen nie verzeihen :)

      agravain schrieb:

      Und nun auf mehrfache Empfehlung Adrianos hin:



      Reinhold Glière: Symphonie Nr. 3 h-Moll op. 42 „Ilja Muromets“

      Orchester der Wiener Staatsoper
      Hermann Scherchen

      Bei mir als Download.

      Adriano schrieb:

      Ja, auch Naxos bietet diese Aufnahme als Download dar. Habe mir jedoch eine eigene Digitalisierung ab Original-LPs gemacht, die sehr gut gelungen ist und etwas weniger ausgefiltert klingt :)

      Sfantu schrieb:

      Jetzt kram' auch ich mal wieder den ukrainischen Superhero Ilja Murometz heraus.
      Auf CD habe ich die alte Naxos-Version (ursprünglich Marco Polo) mit Donald Johanos.


      Reinhold Glière - Sinfonie Nr. 3 h-moll op. 42 "Ïlja Murometz"

      Symphonický Orchestr Československo Rozhlásu, Bratislava - Donald Johanos
      (CD, Naxos, 1991)

      Die wandrenden Pilger. Ilja Murometz & Svjatogor 21'42
      Solovej, der Räuber 21'41
      Bei Vladimir dem Großen 6'50
      Kriegstaten & Steinwerdung des Ilja Murometz 25'05

      Die Slowaken schlagen sich mehr als nur tapfer - mir gefällt die Scheibe nicht schlecht. Zwar verwöhnt die Aufnahme das Ohr nicht gerade mit audiophilen Freuden. Aber mit der Zeit gehtä s in Ordnung...

      Die von Adriano ungeliebte Farberman-Doppel-LP ist der einzige andere "Ilja"in meiner Sammlung. Mein letztes Mal liegt Jahre zurück - ich bin gespannt auf das Vergleichshören. Allerdings: diesen Brocken 2x am selben Tag? (Für mich) unmöglich. Das spar'ich mir wohl für den Berchtoldstag auf.

      Übrigens tradiert auch das Naxos-Booklet den Unsinn von Glières belgischer [andernorts wahlweise auch französischer] Abstammung. Als er im Jahre 1900 die Schreibweise seines Familiennamens Glier (sein Vater war aus Sachsen eingewandert} offiziell ins Kyrillische ändern ließ, war der pseudofranzösische Akzent entweder Ergebnis der Transkription oder aber Glier / Glière half ein wenig nach - französich war damals nicht nur, aber besonders im Zarenreich extrem chic. Der kleine "Unfall" oder Trick kam also fast einer Nobilitierung gleich.

      agravain schrieb:

      agravain schrieb:

      Und nun auf mehrfache Empfehlung Adrianos hin:



      Reinhold Glière: Symphonie Nr. 3 h-Moll op. 42 „Ilja Muromets“

      Orchester der Wiener Staatsoper
      Hermann Scherchen
      Was soll ich sagen: Die hat mir wirklich gut gefallen!

      Aber...

      Sfantu schrieb:

      Die von Adriano ungeliebte Farberman-Doppel-LP
      ... finde ich nach wie vor auf ihre eigene Art und Weise doch faszinierend. Wild-wuchernd, mäandernd einen düsteren Mythos erzählend, eher spontan als strukturiert. Kommt man von Scherchen her, dann kann ich mir gut vorstellen, dass das, was Farberman (ich wusste gar nicht, dass er im November verstorben ist) hier macht, etwas fad schmeckt. Im Moment genieße ich den Luxus, beide Herangehensweisen interessant finden zu können. Wie sich das auf längere Zeit entwickeln wird? Wer weiß. Downes, der ebenfalls im Regal steht, hat in meinen Ohren ein wenig etwas von der Normalnull. [...]

      Sfantu schrieb:

      Adriano schrieb:

      [...] Karajan und Bernstein - die sich um dieses Werk überhaupt nie gekümmert haben - was übrigens auch für Tschaikowskys "Manfred"-Symphonie gilt. Sie wären die idealen Interpreten gewesen und hätten die besten Orchester zur Verfügung gehabt. Das werde ich ihnen nie verzeihen
      Zwar vermute ich, daß Karajan den 'Murometz" gar nicht auf dem Schirm hatte - der spielte doch über Jahrzehnte hinweg mit Vorliebe die immer selben Superhits neu ein - Klang-Perfektions-& Technik-Fetischist, der er war - statt Neues abseits der ausgetretenen Pfade zu erkunden.Doch selbst, wenn er das Werk kannte, kann ich mir vorstellen, daß der Umstand, daß Ferenc Fricsay eine (leider gekürzte) Aufnahme mit dem RIAS-Sinfonie Orchester Mitte der 50er vorlegte, ihn Abstand von solch einem Vorhaben hätt nehmen lassen.
      Schon irgendwie pikant, der Gedanke, oder? Denn, daß Fricsay der Richtige für diese Musik ist, liegt nahe.
      Hatte die LP letzte Woche bei einem gutsortierten Halsabschneider in der Hand. Ist halt die Frage: komplette Versionen, die "okay' sind? Oder lieber eine "amputierte", die einen dafür vom Hocker reißt...
      kennt jemand die Fricsay-Platte?

      Adriano schrieb:

      Hatte in meiner LP-Sammlung auch alle (gekürzten) "Muromets"-Aufnahmen. Diejenige Fricsays konnte mich zwar nicht vom Hocker reissen, doch sie war sehr gut. Mehr beeindruckt hatte mich damals die Aufnahme mit Ormandy.
      Karajan hat wohl auch unbekanntere Werke dirigiert oder aufgenommen! Gewisse Stücke wurden vom DGG-Management - oder gar vom Orchester selber - einfach nicht akzeptiert. Fricsay hatte viel zu sagen beim RIAS, also waren seine Aufnahmen Co-Produktionen, nicht 1:1 DGG-Produktionen.
      :hello Agravain