Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

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    • Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Liebe Forumsmitglieder !

      Seit Zelenka hier in Forum den Namen des grossen Wilhelm Kempff dankenswerterweise verstärkt eingeführt hat und Beispiele von Kempffs grossem Können , seiner unwiderbringlichen schöpferischen Kunst eingebracht hat , habe ich mich weit über Schumann hinaus mit anderen seiner Interpretationen befasst bzw. bin dabei , dies zu tun .

      Der Sonatenkosmos von Beethoven muss nicht zwangsläufig an erster Stelle dabei stehen , sondern ist dadurch begründet , dass es drei verschiedene Aufnahmen gab . Die beiden jüngstenb sind bei der DGG erhältlich .

      Die erste stammt aus den 1950er jahren und die zweite Einspielung aus den 1960er jahren .

      Beide sind , dies vorweg , hochpreisig .

      Zelenka war einmal so freundlich , mir seinen persönlichen Tip(p) mitzuteilen .

      F r a g e : W e r kennt diese Aufnahmen und welche der GA würdet Ihr im Zweifelsfall kaufen ?

      Danke .

      Frank
    • Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Liebe Forumsmitglieder !

      Seit Zelenka hier in Forum den Namen des grossen Wilhelm Kempff dankenswerterweise verstärkt eingeführt hat und Beispiele von Kempffs grossem Können , seiner unwiderbringlichen schöpferischen Kunst eingebracht hat , habe ich mich weit über Schumann hinaus mit anderen seiner Interpretationen befasst bzw. bin dabei , dies zu tun .

      Der Sonatenkosmos von Beethoven muss nicht zwangsläufig an erster Stelle dabei stehen , sondern ist dadurch begründet , dass es drei verschiedene Aufnahmen gab . Die beiden jüngstenb sind bei der DGG erhältlich .

      Die erste stammt aus den 1950er jahren und die zweite Einspielung aus den 1960er jahren .

      Beide sind , dies vorweg , hochpreisig .

      Zelenka war einmal so freundlich , mir seinen persönlichen Tip(p) mitzuteilen .

      F r a g e : W e r kennt diese Aufnahmen und welche der GA würdet Ihr im Zweifelsfall kaufen ?

      Danke .

      Frank
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Liebe Forumsmitglieder ,

      leider scheint sich niemand für die Beethoven - Interpretationen von Wilhelm Kempff zu interessieren .

      Ich bedauere dies sehr und mich wunderts schon sehr , dass einer der ganz grossen Beethovenpianisten nicht einmal , selbst nicht von ZELENKA (!) , , ( er hat sich leider auch rar gemacht , dabei könnte ich ihm un d "ab" auf die von beiden angesprochene Frage der Schumannsicht seiner eigenen Werke mitteilen , die ich nun mühsam wiedergefunden habe , mitteilen ) geantwortet hat .

      Alfred Brendel hat nicht nur die CDs der Philips -Edition zusammengestellt , sondern auch die Edition "Great Pianists of the Century" um die recht ausgeglichenen Kempff - CDs bereichert . Matthias Kornmenn , der die Edition ausführlich in "Rondo" besproche n hat , hob Kempffs Bedeutung nicht nur in persönlichen Gesprächen und Briefen hervor . Zu Recht , wenn wir an Kempffs Bach , seine Transkriptionen oder auch eigenen Kompositionen denken . Sein Schumann gehört zu besten , was wir an Interpretationen findne können .

      Kemppfs Johannes Brahms vermeidet die klischeehafte düstere , angeblich "typisch norddeutsche" Grundstuimmung zugunsten eines sehr transparenten Klangbildes , das wir auch bei Richter in den Sonaten finden können .

      Ich habe leider zu wenig Material ( ausser der neuen Biographie über Wilhelm kempff ) über diesen sicherlich bleibend grossen Pianisten , Künstler und wohl faszinierenden Leiter von Meisterklassen in dem heute als mondän verschrieennen Positano , um selbst ausführlicher über ihn schreiben zu können .

      Da der bereits erwähnte langjährige Korrespomndenzpartner von mir , Matthias Kornemenn gerade an einer neune n Biographie püber Johannes Brahms arbeitet , wäre der oben erwähnte früher so aktive Zelenka vielleicht bereit , uns auch etwwa s intensiver als kempff-Kenner von rang , zu vermitteln .

      Die neue Kempff - Biographie lässt leider manches Wichtige vermissen und Kempffs eigens Buch über sich , ist von einer teilweise betörenden Innigkeit , aber auch von einer seltsam herben Rauchheit des Stiles .

      Aucu hier stellt sich die Frage , ob es Parallelen zwischen dem Buch - Schreibstil und dem Gestaltungsrahmen in kempffs Soloaufnahmen gibt .

      Ich war mir nie ganz sicher und bin es nach der neuen Biographie eher noch weniger .

      Viele Grüsse ,

      Frank
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Liebe Forumsmitglieder ,

      leider scheint sich niemand für die Beethoven - Interpretationen von Wilhelm Kempff zu interessieren .

      Ich bedauere dies sehr und mich wunderts schon sehr , dass einer der ganz grossen Beethovenpianisten nicht einmal , selbst nicht von ZELENKA (!) , , ( er hat sich leider auch rar gemacht , dabei könnte ich ihm un d "ab" auf die von beiden angesprochene Frage der Schumannsicht seiner eigenen Werke mitteilen , die ich nun mühsam wiedergefunden habe , mitteilen ) geantwortet hat .

      Alfred Brendel hat nicht nur die CDs der Philips -Edition zusammengestellt , sondern auch die Edition "Great Pianists of the Century" um die recht ausgeglichenen Kempff - CDs bereichert . Matthias Kornmenn , der die Edition ausführlich in "Rondo" besproche n hat , hob Kempffs Bedeutung nicht nur in persönlichen Gesprächen und Briefen hervor . Zu Recht , wenn wir an Kempffs Bach , seine Transkriptionen oder auch eigenen Kompositionen denken . Sein Schumann gehört zu besten , was wir an Interpretationen findne können .

      Kemppfs Johannes Brahms vermeidet die klischeehafte düstere , angeblich "typisch norddeutsche" Grundstuimmung zugunsten eines sehr transparenten Klangbildes , das wir auch bei Richter in den Sonaten finden können .

      Ich habe leider zu wenig Material ( ausser der neuen Biographie über Wilhelm kempff ) über diesen sicherlich bleibend grossen Pianisten , Künstler und wohl faszinierenden Leiter von Meisterklassen in dem heute als mondän verschrieennen Positano , um selbst ausführlicher über ihn schreiben zu können .

      Da der bereits erwähnte langjährige Korrespomndenzpartner von mir , Matthias Kornemenn gerade an einer neune n Biographie püber Johannes Brahms arbeitet , wäre der oben erwähnte früher so aktive Zelenka vielleicht bereit , uns auch etwwa s intensiver als kempff-Kenner von rang , zu vermitteln .

      Die neue Kempff - Biographie lässt leider manches Wichtige vermissen und Kempffs eigens Buch über sich , ist von einer teilweise betörenden Innigkeit , aber auch von einer seltsam herben Rauchheit des Stiles .

      Aucu hier stellt sich die Frage , ob es Parallelen zwischen dem Buch - Schreibstil und dem Gestaltungsrahmen in kempffs Soloaufnahmen gibt .

      Ich war mir nie ganz sicher und bin es nach der neuen Biographie eher noch weniger .

      Viele Grüsse ,

      Frank
    • Lieber Frank,

      ich selbst habe den zweiten Zyklus, der einst in der Beethoven Edition der DG enthalten war. Mir gefällt da auch alles (bis auf die Hammerklaviersonate). Seither habe ich bereits an verschiedenen Stellen genau Deine Frage gestellt, worin sich denn die beiden Zyklen unterscheiden - leider mit demselben Erfolg wie Du bislang: Es scheint hier einfach niemand den frühen Zyklus zu kennen...

      In der Provinz ist er mir der frühe Zyklus nie in Hände gefallen und ich den großen CD-Städten habe ich die knappe Zeit dann doch für anderes verwendet, nicht zuletzt hast Du den ganz späten Kempff immer so gepriesen.

      Ich mag Kempffs Beethoven sehr gerne und höre ihn auch nicht selten, auch wenn ich im dann anschließenden direkten Vergleich häufig die anderen Aufnahmen als besser bewerte. Das finde ich sehr interessant, denn zu den anderen greife ich dann auch nicht öffters. Sprich: Das, was ich als besser bewerte, finde ich nicht immer vorziehenswert. (In meinen Ohren klingt das fast widersprüchlich.) Womöglich trifft Kempff eine goldene Mitte...
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Lieber Frank,

      ich selbst habe den zweiten Zyklus, der einst in der Beethoven Edition der DG enthalten war. Mir gefällt da auch alles (bis auf die Hammerklaviersonate). Seither habe ich bereits an verschiedenen Stellen genau Deine Frage gestellt, worin sich denn die beiden Zyklen unterscheiden - leider mit demselben Erfolg wie Du bislang: Es scheint hier einfach niemand den frühen Zyklus zu kennen...

      In der Provinz ist er mir der frühe Zyklus nie in Hände gefallen und ich den großen CD-Städten habe ich die knappe Zeit dann doch für anderes verwendet, nicht zuletzt hast Du den ganz späten Kempff immer so gepriesen.

      Ich mag Kempffs Beethoven sehr gerne und höre ihn auch nicht selten, auch wenn ich im dann anschließenden direkten Vergleich häufig die anderen Aufnahmen als besser bewerte. Das finde ich sehr interessant, denn zu den anderen greife ich dann auch nicht öffters. Sprich: Das, was ich als besser bewerte, finde ich nicht immer vorziehenswert. (In meinen Ohren klingt das fast widersprüchlich.) Womöglich trifft Kempff eine goldene Mitte...
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Lieber ab ,

      Kempff war nie ein Extrentiker des Beethovenspieles . Ähnlich , wenn auch auf andere Weise , war er einer der Beethoven durchgesitigt erfasst und so interpretiert hat . Seine Sonaten opp 109 - 110 halte ich schon für bleibende Interpretationen .

      ich darf Dich an unseren Vergleich der späten Sonaten bei Solomon erinnern ( 2005 ) .

      Kempff hat seine grossen , ihn viellleicht ergänzenden Kollegen in dem Wilhelm Backhaus der 1950er Jahre .

      Ich glaube auch nicht , dass die "Hammerklaviersonate" zum alleinigen Prüfstein eines Beethoveninterpreten gemacht werden kann . Hier kann kmich selbst ein Emil Gilels nicht wirklich überzeugen .

      Auch Claudio Arrau , ein weiterer Grosser , spielt die Sonate an keiner Stelle so zwingend wie Solomon dies vermochte .

      Ich denke , dass es so ist :

      1. Nicht jede Sonate 8 oder Ballade etc. ) liegt jedem Spielr ;

      2. Kein Pianist spielt alle Werke gleich gut eines Komponisten . Vielleicht liegt darin begründet , dass manche der Grossen bestimmte Werke in ihrem Leben nie öffentlich oder auf Tonträger gespielt haben .

      W e n , lieber ab , hörst Du dann z.B. im "vergleich" ( wa ja schon heikel genug ist ) zu Wilhelm kempff ?

      Viele Grüsse ,
      Frank
    • Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Lieber ab ,

      Kempff war nie ein Extrentiker des Beethovenspieles . Ähnlich , wenn auch auf andere Weise , war er einer der Beethoven durchgesitigt erfasst und so interpretiert hat . Seine Sonaten opp 109 - 110 halte ich schon für bleibende Interpretationen .

      ich darf Dich an unseren Vergleich der späten Sonaten bei Solomon erinnern ( 2005 ) .

      Kempff hat seine grossen , ihn viellleicht ergänzenden Kollegen in dem Wilhelm Backhaus der 1950er Jahre .

      Ich glaube auch nicht , dass die "Hammerklaviersonate" zum alleinigen Prüfstein eines Beethoveninterpreten gemacht werden kann . Hier kann kmich selbst ein Emil Gilels nicht wirklich überzeugen .

      Auch Claudio Arrau , ein weiterer Grosser , spielt die Sonate an keiner Stelle so zwingend wie Solomon dies vermochte .

      Ich denke , dass es so ist :

      1. Nicht jede Sonate 8 oder Ballade etc. ) liegt jedem Spielr ;

      2. Kein Pianist spielt alle Werke gleich gut eines Komponisten . Vielleicht liegt darin begründet , dass manche der Grossen bestimmte Werke in ihrem Leben nie öffentlich oder auf Tonträger gespielt haben .

      W e n , lieber ab , hörst Du dann z.B. im "vergleich" ( wa ja schon heikel genug ist ) zu Wilhelm kempff ?

      Viele Grüsse ,
      Frank
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Ich liebe Gieles als Beethoveninterpret, wobei ich leider nur zahlreiche Konzertmitschnitte habe, wo er wesentlich dramatischer spielt als bei der späten DG-Produktion (die mir bislang immer zu teuer war).

      Ich schätze sehr Schnabel mit seiner flüchtigen Art der raschen Sätze bis über seine technischen grenzen hinaus und seine an Schönheit nicht mehr zu überbietenden langsamen.

      Mich berührt tief Backhaus (live!, nicht so studio) mit seinem wunderbaren Anschlag und seiner so stimmigen, völligen Freiheit.

      Ich mag sehr Gould trotz seiner Freiheiten gegenüber des Notentextes, weil ich seinen so klassischen Zugriff mag - sieht man einmal von seinen exzentrischen Sonaten ab.

      Richter mochte ich früher wenig bei Beethoven - inzwischen hat sich das ins Gegenteil verkehrt.

      Solomos späte Sonaten mag ich sehr.

      Giseking möchte ich nicht missen!

      Mit Gulda hab ich immer wieder so meine Schwierigkeiten und habe mir daher seinen Zyklus, trotz des günstigen Preises - nie gekauft. aus den 50ern habe ich die Doubledecca, die ich sehr selten anhöre.

      Brendel mag ich bei Beethoven gar nicht (bloß mit Schumann) und schätze aber seine eigene Einschätzung sehr, wenn er meint, er wüsste gar nicht, weshalb er inzwischen zu den berühmten Piansiten zählt.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Ich liebe Gieles als Beethoveninterpret, wobei ich leider nur zahlreiche Konzertmitschnitte habe, wo er wesentlich dramatischer spielt als bei der späten DG-Produktion (die mir bislang immer zu teuer war).

      Ich schätze sehr Schnabel mit seiner flüchtigen Art der raschen Sätze bis über seine technischen grenzen hinaus und seine an Schönheit nicht mehr zu überbietenden langsamen.

      Mich berührt tief Backhaus (live!, nicht so studio) mit seinem wunderbaren Anschlag und seiner so stimmigen, völligen Freiheit.

      Ich mag sehr Gould trotz seiner Freiheiten gegenüber des Notentextes, weil ich seinen so klassischen Zugriff mag - sieht man einmal von seinen exzentrischen Sonaten ab.

      Richter mochte ich früher wenig bei Beethoven - inzwischen hat sich das ins Gegenteil verkehrt.

      Solomos späte Sonaten mag ich sehr.

      Giseking möchte ich nicht missen!

      Mit Gulda hab ich immer wieder so meine Schwierigkeiten und habe mir daher seinen Zyklus, trotz des günstigen Preises - nie gekauft. aus den 50ern habe ich die Doubledecca, die ich sehr selten anhöre.

      Brendel mag ich bei Beethoven gar nicht (bloß mit Schumann) und schätze aber seine eigene Einschätzung sehr, wenn er meint, er wüsste gar nicht, weshalb er inzwischen zu den berühmten Piansiten zählt.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Hallo Ganong,

      Kempffs Klavierstil hat sich im Laufe seines Lebens nicht wesentlich gewandelt, soweit ich dies an Hand seiner Plattenaufnahmen beurteilen kann. Er zeichnet sich weniger durch Tiefsinn und bohrende Intensität aus, was nicht heißen soll, sein Spiel bleibt ein wenig an der Oberfläche. Auch äußerliche Brillianz ist nicht seine Sache. Er ist kein strenger Vollstrecker des Notentextes wie etwa Backhaus, Arrau oder Gulda. Kempffs Spiel charakterisiert sich durch Helligkeit, phantasievoller Umgang mit der Partitur, Sinn für Klangfarben, die eine Phrase, einen Abschnitt in ein anderes Licht tauchen, anders beleuchten als man es von vielen anderen Pianisten her kennt. Das prädestiniert ihn für für die Klavierwelt von Robert Schumann, von dem er wesentliche Einspielungen hinterlassen hat (Sinfonische Etüden, Kreisleriana, Fantasie).
      Beethoven nahm in seinen Konzertprogrammen und in den Aufnahmestudios einen zentralen Platz ein. Nicht nur die Konzerte, auch die Sonaten sowie die Violinsonaten und zuletzt die Klaviertrios nahm er mehrmals auf.
      Nach dem Krieg entstand 1951 der Monozyklus (op.13 und 27,2 1956), nach Einführung der Stereo-Technik wurden zunächst die 3 "Favorit-Sonaten" 1960 eingespielt, dann aber 1964/65 nochmals alle 32 Sonaten.
      Aus den 3oer/40er-Jahren existieren bereits Schellacks, ob damals ein vollständiger Zyklus aufgezeichnet wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
      Mit zunehmendem Lebensalter wurden Arraus Beethoven-Sonaten länger, bei Kempff ist es in der Regel umgekehrt.
      Stilistisch gibt es zwischen den 50er und 60er Aufnahmen wenig Unterschiede. Mit persönlich gefällt der 50er-Zyklus etwas besser. Zum Schluss möchte ich noch auf einige Sonaten hinweisen, die Kempff besonders gelungen sind:
      A-dur op.2 Nr.2
      B-dur op.22
      As-dur op.26 (außer Scherzo)
      G-dur op.31 Nr.1
      Es-dur op.31 Nr.3
      F-dur op.54 (En de des 1.Satzes!!)
      op.90 (2.Satz)
      op.109
      Alle Beethoven-Aufnahmen erschienen bei der DGG.

      Gruß Amadé

      op
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Hallo Ganong,

      Kempffs Klavierstil hat sich im Laufe seines Lebens nicht wesentlich gewandelt, soweit ich dies an Hand seiner Plattenaufnahmen beurteilen kann. Er zeichnet sich weniger durch Tiefsinn und bohrende Intensität aus, was nicht heißen soll, sein Spiel bleibt ein wenig an der Oberfläche. Auch äußerliche Brillianz ist nicht seine Sache. Er ist kein strenger Vollstrecker des Notentextes wie etwa Backhaus, Arrau oder Gulda. Kempffs Spiel charakterisiert sich durch Helligkeit, phantasievoller Umgang mit der Partitur, Sinn für Klangfarben, die eine Phrase, einen Abschnitt in ein anderes Licht tauchen, anders beleuchten als man es von vielen anderen Pianisten her kennt. Das prädestiniert ihn für für die Klavierwelt von Robert Schumann, von dem er wesentliche Einspielungen hinterlassen hat (Sinfonische Etüden, Kreisleriana, Fantasie).
      Beethoven nahm in seinen Konzertprogrammen und in den Aufnahmestudios einen zentralen Platz ein. Nicht nur die Konzerte, auch die Sonaten sowie die Violinsonaten und zuletzt die Klaviertrios nahm er mehrmals auf.
      Nach dem Krieg entstand 1951 der Monozyklus (op.13 und 27,2 1956), nach Einführung der Stereo-Technik wurden zunächst die 3 "Favorit-Sonaten" 1960 eingespielt, dann aber 1964/65 nochmals alle 32 Sonaten.
      Aus den 3oer/40er-Jahren existieren bereits Schellacks, ob damals ein vollständiger Zyklus aufgezeichnet wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
      Mit zunehmendem Lebensalter wurden Arraus Beethoven-Sonaten länger, bei Kempff ist es in der Regel umgekehrt.
      Stilistisch gibt es zwischen den 50er und 60er Aufnahmen wenig Unterschiede. Mit persönlich gefällt der 50er-Zyklus etwas besser. Zum Schluss möchte ich noch auf einige Sonaten hinweisen, die Kempff besonders gelungen sind:
      A-dur op.2 Nr.2
      B-dur op.22
      As-dur op.26 (außer Scherzo)
      G-dur op.31 Nr.1
      Es-dur op.31 Nr.3
      F-dur op.54 (En de des 1.Satzes!!)
      op.90 (2.Satz)
      op.109
      Alle Beethoven-Aufnahmen erschienen bei der DGG.

      Gruß Amadé

      op
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Original von Amadé
      Zum Schluss möchte ich noch auf einige Sonaten hinweisen, die Kempff besonders gelungen sind:


      Hallo Amadé,

      vielen Dank für diese Ausführlichen Anmerkungen. Meinst Du, dass diese Sonaten Kempff in beiden Zyklen besonders gelungen sind, oder beziehst Du Dich auf den der 50er Jahre?

      Danke!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Original von Amadé
      Zum Schluss möchte ich noch auf einige Sonaten hinweisen, die Kempff besonders gelungen sind:


      Hallo Amadé,

      vielen Dank für diese Ausführlichen Anmerkungen. Meinst Du, dass diese Sonaten Kempff in beiden Zyklen besonders gelungen sind, oder beziehst Du Dich auf den der 50er Jahre?

      Danke!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Hallo ab,

      eigentlich trifft das auf beide Zyklen zu. Es gibt im Einzelfall natürlich Unterschiede, die sind aber nicht so gravierend. Ich habe aber noch vergessen darauf hinzuweisen, dass Kempff eine schöne Pastoral-Sonate hinterlassen hat, auch hier gefällt mir die 51er-Aufnahme ein klein wenig besser, siehe meine Homepage.

      Gruß und einen schönen Abend
      Bernd
      :hello
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Hallo ab,

      eigentlich trifft das auf beide Zyklen zu. Es gibt im Einzelfall natürlich Unterschiede, die sind aber nicht so gravierend. Ich habe aber noch vergessen darauf hinzuweisen, dass Kempff eine schöne Pastoral-Sonate hinterlassen hat, auch hier gefällt mir die 51er-Aufnahme ein klein wenig besser, siehe meine Homepage.

      Gruß und einen schönen Abend
      Bernd
      :hello
    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Lieber ab ,

      über Solomon hatten wir uns schon einmal mit demselben Ergebnis ausgetauscht . Eine grandiose Leistungen des wohl bedeutensten britischen Pianisten ( noch vor Clifford Curzon 9 aller zeiten .

      Backhaus live : : Erneute Übereinstimmung . Seine Aufnahmen aus New York sind wohl Backhaus' bester Beethoven .

      Zum Thema Live : der als Beethoveninterpret weniger bekannte Nikita Magaloff hat in Salzburg ( Label : ORFEO ) eine sehr hörenswerte "Appassionata" gespielt . Man kann hören , dass diese Sonate auch ohne rasende Tempi , ohne gedonnere aus sich heraus überzeugen kann !

      WO IST CLAUDIO ARRAU ???

      Bei Wilhelm Kempff können wir , anders als "amadé" dies schreibt , schon deutliche Unterschiede in den beiden hier erwähnten DGG - Zyklen hören . Aber dies mag dannjeder ganz nach siner Hörweise tun müssen .

      Gould finde ich ganz schrecklich mit seinen Interpretationen der opp. 109 bis 110 !

      Der überzeugenste Brendel ist für mich bis zu opus 90 die erste Aufnahme . Auch wenn ich bekenne , dass allenfalls die drei Sonaten 0p. 31 in meine engere Wahl kämen ; letztlich aber das Siegerpodest nicht besteigen könnten . dazu ist Clara Haskil dann doch weit überlegn .

      Die extrem "trockene" 8 und leider vielleicht zu späte ) Annie Fischer schätze ich als Pianistin serh . Vielleicht gebührt ihr die Krone als bedeutenster aller Pianistinnen vor Haskil und Argerich .
      Man muss sich sehr intensiv mit ihrem späten beethovenspiel befassen . Und dann dankbar sein , dass sie alle Sonaten freigegeben hat !

      Brendels Selbsteinschätzung ist dann doch wohl eher selbstironisch , "very british" gemeint . Er weiss schon genau , was er geleistet hat in sachen Beethoven ( besonders opp 106 und Diabelli-Variationen ) . Brednel ist schon sehr selbstkrtisch . Dies ist alleine beachtlich .

      Pollini hat , wie oft unnsinnig üblich , mit den opp 109 bis 111 begonnen . ich finde die Aufnahme kalt kalkuliert . Pollinis stärken höre ich in den mittleren Sonaten .

      Bishop - Kovacevich : No comment .

      Interessant sind für mich die Deutungen duch Uchida der opp. 109 bsi 111 . Mir ist nicht ganz klar , was hier natürliches Spiel , "Ausdruck innerster Empfindungen" oder was Resultat einer analtischen Notentextberechnung ist . Absolut hörenswert . Der Preis für die CD ist unverschämt . Schade .

      Viele Grüsse ,

      Frank

      PS.:

      Zweite Frage :

      Wo ist eine Beuerteilung der 32 Sonaten durch Yves Nat ??? ( EMI France ) .
      da hier ausführlicher im Forum über "französische Pianisten2 geschrieben worden ist , wird wohl niemand an den Aufnahmen durch Yves Nat vorbeschreiben lkönnen .

      U n d , drittens :Wo ist Alfred Cortot ?

      FGB

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ganong ()

    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Lieber ab ,

      über Solomon hatten wir uns schon einmal mit demselben Ergebnis ausgetauscht . Eine grandiose Leistungen des wohl bedeutensten britischen Pianisten ( noch vor Clifford Curzon 9 aller zeiten .

      Backhaus live : : Erneute Übereinstimmung . Seine Aufnahmen aus New York sind wohl Backhaus' bester Beethoven .

      Zum Thema Live : der als Beethoveninterpret weniger bekannte Nikita Magaloff hat in Salzburg ( Label : ORFEO ) eine sehr hörenswerte "Appassionata" gespielt . Man kann hören , dass diese Sonate auch ohne rasende Tempi , ohne gedonnere aus sich heraus überzeugen kann !

      WO IST CLAUDIO ARRAU ???

      Bei Wilhelm Kempff können wir , anders als "amadé" dies schreibt , schon deutliche Unterschiede in den beiden hier erwähnten DGG - Zyklen hören . Aber dies mag dannjeder ganz nach siner Hörweise tun müssen .

      Gould finde ich ganz schrecklich mit seinen Interpretationen der opp. 109 bis 110 !

      Der überzeugenste Brendel ist für mich bis zu opus 90 die erste Aufnahme . Auch wenn ich bekenne , dass allenfalls die drei Sonaten 0p. 31 in meine engere Wahl kämen ; letztlich aber das Siegerpodest nicht besteigen könnten . dazu ist Clara Haskil dann doch weit überlegn .

      Die extrem "trockene" 8 und leider vielleicht zu späte ) Annie Fischer schätze ich als Pianistin serh . Vielleicht gebührt ihr die Krone als bedeutenster aller Pianistinnen vor Haskil und Argerich .
      Man muss sich sehr intensiv mit ihrem späten beethovenspiel befassen . Und dann dankbar sein , dass sie alle Sonaten freigegeben hat !

      Brendels Selbsteinschätzung ist dann doch wohl eher selbstironisch , "very british" gemeint . Er weiss schon genau , was er geleistet hat in sachen Beethoven ( besonders opp 106 und Diabelli-Variationen ) . Brednel ist schon sehr selbstkrtisch . Dies ist alleine beachtlich .

      Pollini hat , wie oft unnsinnig üblich , mit den opp 109 bis 111 begonnen . ich finde die Aufnahme kalt kalkuliert . Pollinis stärken höre ich in den mittleren Sonaten .

      Bishop - Kovacevich : No comment .

      Interessant sind für mich die Deutungen duch Uchida der opp. 109 bsi 111 . Mir ist nicht ganz klar , was hier natürliches Spiel , "Ausdruck innerster Empfindungen" oder was Resultat einer analtischen Notentextberechnung ist . Absolut hörenswert . Der Preis für die CD ist unverschämt . Schade .

      Viele Grüsse ,

      Frank

      PS.:

      Zweite Frage :

      Wo ist eine Beuerteilung der 32 Sonaten durch Yves Nat ??? ( EMI France ) .
      da hier ausführlicher im Forum über "französische Pianisten2 geschrieben worden ist , wird wohl niemand an den Aufnahmen durch Yves Nat vorbeschreiben lkönnen .

      U n d , drittens :Wo ist Alfred Cortot ?

      FGB

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    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Original von Ganong

      Zum Thema Live : der als Beethoveninterpret weniger bekannte Nikita Magaloff hat in Salzburg ( Label : ORFEO ) eine sehr hörenswerte "Appassionata" gespielt . Man kann hören , dass diese Sonate auch ohne rasende Tempi , ohne gedonnere aus sich heraus überzeugen kann !

      WO IST CLAUDIO ARRAU ???

      Bei Wilhelm Kempff können wir , anders als "amadé" dies schreibt , schon deutliche Unterschiede in den beiden hier erwähnten DGG - Zyklen hören . Aber dies mag dannjeder ganz nach siner Hörweise tun müssen


      Welche Unterschiede sind denn für Dich bei den beiden Kempff-Versionen von Belang?

      Von Yves Nat habe ich noch nie etwas gehört, von Annie Fischer kenne ich nur späten Mozart und Alfred Cortot kenne ich bei Beethoven gar nicht.

      Herzlichen Dank für den Hinweis auf Magaloffs Appassionata!
      Mich überrascht aber doch Deine Einschätzung: meinst Du, dass ein solch langsames Tempo (ich kenne es nicht) noch Werkgerecht ist - oder meinst Du, dass die Tempofrage in einem solchen Rahmen eine freie Interpretationssache ist?

      Von Arrau kenne ich mit Beethoven nur zwei Konzertmitschnitte bei Aura - leider. (In den letzten Tagen hörte ich im Radio von Brahms das Scherzo in es-moll op.4 - Großartig! So höre ich gerne Brahms! Warum sind diese Philips-Aufnahmen nicht erhältlich!) gibt es von ihn nur einen (den Philips)-Zyklus mit Beethoven oder mehrere? Welcher wäre gegebenenfalls empfehlenswerter? Sollte ich mit der Duo-CD bei Philips (28-32) vorlieb nehmen wenn es den Zyklus nicht erhältlich gibt?

      In Uchidas CD habe ich nur kurz hineingehört, denn ich wollte mich nicht selbst enttäuschen, weil sie für mich leider unerschwinglich ist. Auch sie beginnt ihren Zyklus mit den letzten drei Sonaten - das scheint ja geradezu Tradition zu werden... Mich begeistert stets ihre Ausdruckstiefe und der meditative Fluss. - Überrascht haben mich aber doch ihre teils raschen Tempi, die mich fast an Schnabel denken ließen.

      Zu Clara Haskil habe ich bislang noch keinen Zugang gefunden, gleich wie bei Dinu Lipatti...

      Dass der DG-Zyklus mit Gilels nun auch in der Neuauflage genauso viel kosten wird wie zuvor ist eine :S :S
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • RE: Wilhelm Kempff : Beethoven - Sonaten

      Original von Ganong

      Zum Thema Live : der als Beethoveninterpret weniger bekannte Nikita Magaloff hat in Salzburg ( Label : ORFEO ) eine sehr hörenswerte "Appassionata" gespielt . Man kann hören , dass diese Sonate auch ohne rasende Tempi , ohne gedonnere aus sich heraus überzeugen kann !

      WO IST CLAUDIO ARRAU ???

      Bei Wilhelm Kempff können wir , anders als "amadé" dies schreibt , schon deutliche Unterschiede in den beiden hier erwähnten DGG - Zyklen hören . Aber dies mag dannjeder ganz nach siner Hörweise tun müssen


      Welche Unterschiede sind denn für Dich bei den beiden Kempff-Versionen von Belang?

      Von Yves Nat habe ich noch nie etwas gehört, von Annie Fischer kenne ich nur späten Mozart und Alfred Cortot kenne ich bei Beethoven gar nicht.

      Herzlichen Dank für den Hinweis auf Magaloffs Appassionata!
      Mich überrascht aber doch Deine Einschätzung: meinst Du, dass ein solch langsames Tempo (ich kenne es nicht) noch Werkgerecht ist - oder meinst Du, dass die Tempofrage in einem solchen Rahmen eine freie Interpretationssache ist?

      Von Arrau kenne ich mit Beethoven nur zwei Konzertmitschnitte bei Aura - leider. (In den letzten Tagen hörte ich im Radio von Brahms das Scherzo in es-moll op.4 - Großartig! So höre ich gerne Brahms! Warum sind diese Philips-Aufnahmen nicht erhältlich!) gibt es von ihn nur einen (den Philips)-Zyklus mit Beethoven oder mehrere? Welcher wäre gegebenenfalls empfehlenswerter? Sollte ich mit der Duo-CD bei Philips (28-32) vorlieb nehmen wenn es den Zyklus nicht erhältlich gibt?

      In Uchidas CD habe ich nur kurz hineingehört, denn ich wollte mich nicht selbst enttäuschen, weil sie für mich leider unerschwinglich ist. Auch sie beginnt ihren Zyklus mit den letzten drei Sonaten - das scheint ja geradezu Tradition zu werden... Mich begeistert stets ihre Ausdruckstiefe und der meditative Fluss. - Überrascht haben mich aber doch ihre teils raschen Tempi, die mich fast an Schnabel denken ließen.

      Zu Clara Haskil habe ich bislang noch keinen Zugang gefunden, gleich wie bei Dinu Lipatti...

      Dass der DG-Zyklus mit Gilels nun auch in der Neuauflage genauso viel kosten wird wie zuvor ist eine :S :S
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

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