Friedrich Ernst Fesca (1789 - 1826) - Violinvirtuose und Komponist

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    • Friedrich Ernst Fesca (1789 - 1826) - Violinvirtuose und Komponist

      Heute stelle ich den Komponisten und Violinvirtuosen Friedrich Ernst Fesca vor. Leider war sein Leben nur von kurzer Dauer, da er ein Lungenleiden hatte, was dann auch zu seinem frühen Tode frühen sollte.

      Geboren wurde Fesca am 15. Februar 1789 in Magdeburg. Gestorben ist er am 24.Mai 1826 in Karlsruhe.

      Er stammte aus einer musischen Familie. Seine Mutter war Sängerin und Schülerin von Johann Adam Hiller, sein Vater Marktrichter, später Obersekretär der Stadt Magdeburg und am Musikleben stark beteiligt.

      Bereits 1798 erhielt Fesca Violinunterricht bei einem "Vorgeiger" des Orchesters von Magdeburg. Mit 11 Jahren trat er gemeinsam mit seiner Tante Thekla, einer bekannten Sängerin, öffentlich auf. Er muss erfolgreich gewesen sein, dann die Ausbildung wurde fortgesetzt. So bekam er Kompositionsunterricht bei Johann Friedrich Zachariae, dem Nachfolger Rolles an der Altsächsischen Schule und dem Musikdirektor des Nationaltheaters Magdeburg, Friedrich Adolph Pitterlin.

      1804 lernte Fesca den nur wenig älteren Louis Spohr kennen,der ihn aufforderte, in seinem Konzert mitzuwirken.Auch lobte er ein Streichquartett von ihm ("Es ist sehr gut gearbeitet und zeugt von großem Talent"). 1806 siedelte er nach Leipzig über, um seine Ausbildung bei August Eberhard Müller fortzusetzen. Dieser war Nachfolger Hillers als Kantor in der Thomaskirche in Leipzig und damit vierter Nachfolger von Johann Sebastian Bach an gleicher Stelle.

      Bereits 1805 debütierte er mit seinem eigenen Violinkonzert am Gewandhaus in Leipzig. Leider ging dieses Violinkonzert verloren, aber sein Spielen muss gut genug gewesen sein, um für kurze Zeit ins gleichnamige Orchester berufen worden zu sein. Nun wurde er von Herzog Peter Friedrich Ludwig zu Oldenburg als Solist in dessen Ensemble berufen,Doch König Louis von Holland besetzte die Stadt und der Herzog musste selbst fliehen. Ende 1808 kam er dann zur Kasseler Hofkapelle, der er bis zu ihrem Ende 1813 angehörte.

      Es ist schon erstaunlich, wenn man sich die Geschichte vor Augen führt, dass überhaupt während der ganzen Kriege immer wieder Künstler in der Lage waren, noch Zeit zum komponieren oder ausüben ihrer Kunst nachzugehen. Fesca schrieb in dieser Zeit zwei seiner drei Sinfonien. Leider begann auch 1810/1811 das Lungenleiden beim ihm, was ihn auch zwei Jahre vom Violinspielen abhielt.

      1813 war er wohl wieder gesundheitlich hergestellt und besuchte Wien, ehe er nach Karlsruhe zur Großherzoglich-Badischen Hofkapelle ging, dort Solo-Geiger und ein Jahr später Konzertmeister wurde. Auch hatte er als Komponist um diese Zeit große Fortschritte gemacht und seine Streichquartette und Quintette sogar in Wien Verleger gefunden,die diese in den Druck gaben. 1816 komponierte er seine dritte und letzte Sinfonie, hier aber schon sich im Krankenurlaub befand.

      Etwa um 1817 dirigierte er auch Konzerte des bürgerlichen Konzertvereinigung, was auch in der Presse immer wieder mit positiven Kritiken Aufmerksamkeit fand. Auch als Komponist hatte er sich durchgesetzt, erschienen seine Werke doch im berühmten Leipziger Verlag "Peters,Breitkopf & Härtel" und bei "Hofmeister",ebenfalls in Leipzig zuhause. Auch Carl Maria von Weber lobte Fescas Streichquartette in dieser Zeit.

      Im Frühjahr 1821 brach die Krankheit erneut äußerst heftig aus, doch er erholte sich immerhin ein wenig, konnte aber seine Dienst im Hoforchester nicht mehr nachkommen. Trotz mehrerer Kuren in Baden, Koblenz und Bad Ems war das Ende und damit das Ende seiner Leiden absehbar. Am 24.Mai 1826 verstarb er im jungen Alter von 37 Jahren.

      Seine Werke : Neben den bereits erwähnten 3 Sinfonien ( die alle zu seinen Lebzeiten gedruckt wurden,was eine Seltenheit war zu dieser Zeit!! ) gehörten seine berühmten Streichquartette und auch Streichquintette , 4 Flötenquartette, 2 Opern und natürlich diverse Chor, Orchester-und Kammermusik zu seinen Kompositionen.

      Zu seiner Zeit galten vor allem Fescas Streichquartette als das herausragende Werke der damaligen Zeit. Diese Werke wurden am Meisten rezensiert, Komponisten-Kollegen wie Carl Maria von Weber UND Kritiker waren voll des Lobes über diese Werke. Seine Werke wurden, wie auch dann etwas später die Sinfonien und geistliche Chorwerke, an vergleichenden Werken von Joseph Haydn, Mozart und natürlich Beethoven gemessen. Das sollte schon eine Menge aussagen über die Qualität in seiner Musik.

      Zeitgenossen von ihm waren der damals ebenso hoch im Kurs stehende Louis Spohr, Carl Maria von Weber, Georges Ornslow, Ferdinand Ries ( auch er viel zu früh verstorben und mit einer geradezu beängstigenden Nähe zu Beethoven stehenden Kompositionen ein ausgezeichneter Musiker ) und Andreas und Bernhard Romberg, sowie Franz Schubert am Ende.

      Die von mir benutzen Quellen sind einmal Wikipedia.de und der sehr gute Booklet-Text von Bert Hagels in der gleich von mir gezeigten CPO-Produktion der Sinfonien Fescas.

      Hier einige Empfehlungen aus dem CD-Markt :























      Leider ist es um ihn wieder sehr ruhig geworden.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)