Friedrich Gernsheim (1839 - 1916) - Nicht nur Freund von Johannes Brahms, sondern auch ein exzellenter Komponist und Pädagoge der Romantik

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    • Friedrich Gernsheim (1839 - 1916) - Nicht nur Freund von Johannes Brahms, sondern auch ein exzellenter Komponist und Pädagoge der Romantik

      Da hier bisher fast noch nie über den Komponisten,Pianisten,Dirigenten und Musik-Pädagogen Friedrich Gernsheim geschrieben wurde, eröffne ich hier einen Thread über ihn. Ich fand hier auch nur ganze drei Einträge, also wird es Zeit, etwas über den Freund von Johannes Brahms zu erfahren.

      Friedrich Gernsheim wurde am 17.Juli 1839 in Worms geboren. Er stammt aus einer tief dort verwurzelten jüdischen Arzt-Familie, dessen Vorfahren über einige Jahrhunderte nachweisbar sind. Er blieb trotz aller Reisen und Tätigkeiten außerhalb von Worms seiner Heimatstadt immer eng verbunden. Gestorben ist Gernsheim dann am 10.September 1916 in Berlin. Dort wurde er auch auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee beerdigt.

      Den ersten musikalischen Unterricht erhielt er bei seiner Mutter, ehe er zu einem Schüler von Louis Spohr ging,zu Louis Liebe. Wegen den Unruhen im Revolutionsjahr 1848 ging er mit seiner Mutter in die Festungsstadt Mainz. Dort wurde dann Ernst Pauer sein Lehrer für Klavier.

      1849 zog es ihn nach Frankfurt/Main. Hier erhielt er geregelten Unterricht in den Fächern Klavier und Violine. Seine Lehrer wurden hier Eduard Rosenhain (Klavier), Christian Hauff (Theorie), Eduard Eliason und Heinrich Woff (Violine). Bereits mit 11 Jahren feierte sein Debut als Violinist,Pianist und Komponist ebendort.

      Eine Kunstreise über Karlsruhe nach Straßburg brachte ihn wieder mit seinem früheren Lehrer zusammen, der sich sehr für ihn einsetzte. Dann folgte die wichtige Ausbildungszeit ab 1852 in Leipzig bei Ignaz Moscheles (Klavier), Moritz Hauptmann (Theorie) und Ferdinand David (Violine). Alle drei galten zu dieser Zeit als Kapazitäten ihres Faches.

      1855-1860 ging er in die Metropole Paris. Hier lernte er Gioacchino Rossini, Camille Saint-Saens und Edouard Lalo kennen.

      1861 trat er seine erste Stelle in Saarbrücken als Musikdirektor an.Hier blieb er vier Jahre, die er für die Praxis gut gebrauchen konnte. 1865 wurde er von Ferdinand Hiller an das Kölner Konservatorium berufen. Einer seiner Schüler hier wurde Engelbert Humperdinck. In öln war er auch am Stadttheater als Kapellmeister tätig.

      1874-1890 war Gernsheim dann Musikdirektor in Rotterdam. Hier setze er sich für die Werke seines Freundes Johannes Brahms ein und hob drei seiner Sinfonien aus der Taufe.

      1890 erhielt er eine Berufung ans Sternsche Konsevatorium in Berlin.1897 gab er die Lehrtätigkeit wieder auf, um den Ruf in den Senat der "Akademie der Künste" zu folgen.Hier übernahm er dann die Meisterklasse in Komponsition.

      Als Komponist hinterließ er ein umfangreiches Werk. Hier eine Aufzählung der wichtigsten Werke : 4 Sinfonien (op.32,46,54,62), die zwischen 1875 und 1895 ihre Uraufführungen erlebten, 2 Violinkonzerte (op.42 & 86), ein Cello-Konzert (op.78), ein Klavierkonzert(op.16), 5 Streichquartette (op.25,31,51,66 & 83), weitere Kammer-und Orchestermusik,Klavier-und Chorwerke.

      Meine Quellen waren Wikipedia.de und der sehr informative Booklettext von Dr. Hans Oskar Koch, den man der Doppel-CD von Arte Nova für die GE der Sinfonien mit beigegeben hat.

      Empfehlungen für Gernsheim sind rar, aber es gibt sie. Ergänzungen werden gerne angenommen!!!!




      Das ist die Original-Aufnahme von Arte Nova.




      Hier ist die Wiederveröffentlichung der gleichen Aufnahmen




      Hier ist die Neueinspielung durch die Firma CPO








      Hier handelt es sich um Erstveröffentlichungen, deren Qualität ich aber nicht kenne.















      Hier das Cello-Konzert. Auf dieser CD befinden sich vermutlich die wichtigsten Cello-Konzerte der Romantik aus deutschen Federn. Der Solist Alban Gerhardt spielt brillant.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Friefrich Gernsheim hat insgesamt fünf Streichquartette geschrieben, die sich über fast 40 Jahre verteilen. Angefangen hat er parallel zu Brahms um 1872.
      • Streichquartett Nr. 1 c-Moll op. 25 (1872)
      • Streichquartett Nr. 2 a-Moll op. 31 (1874)
      • Streichquartett Nr. 3 F-Dur op. 51 (1885)
      • Streichquartett Nr. 4 e-Moll op. 66 (1899)
      • Streichquartett Nr. 5 A-Dur op. 83 (1911)
      Daneben gibt es zwei Streichquintette

      • Streichquintett Nr. 1 D-Dur op. 9 (1867)
      • Streichquintett Nr. 2 Es-Dur op. 89 (1915/16)
      Da ich aber kein Freund der Kammermusik bin, kann ich mich dazu auch nicht weiter äußern.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)