Josef Joachim Raff (1822 - 1882) - Zu Lebzeiten hoch geschätzt, heute kaum mehr gespielt

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    • Josef Joachim Raff (1822 - 1882) - Zu Lebzeiten hoch geschätzt, heute kaum mehr gespielt

      Josef Joachim Raff wurde am 27.05.1822 in Lachen/Schweiz geboren und starb am 24.06.1882 in Frankfurt/Main. Sein Vater, ein einfacher Schulmeister, unterrichtete ihn an der Orgel und auf der Violine. Geld für externen Unterricht war nicht vorhanden gewesen.

      Mit 18 Jahren wurde er Dolmetscher beim "päpstlichen Nunzius" (einen der "Botschafter" des Papstes) , bereits im gleichen Jahr wurde er bereits für vier Jahre Lehrer in Rapperswill in der Schweiz. Als er Franz Liszt in Basel hören konnte, machte er sich zu Fuß auf den Weg, musste aber feststellen, dass das Konzert ausverkauft war. Liszt hörte davon und ließ ihn einen Sonderplatz auf der Bühne geben. Anschließend vermittelte er ihn nach Köln in eine Musikalienhandlung.

      Als Komponist war Raff im Grunde Autodidakt. Auch hier half ihm Liszt, aber auch Mendelssohn weiter, so dass Breitkopf einige Kompositionen von ihm verlegte. Raff, der ein ziemlicher Dickkkopf gewesen sein muss, fand aber diese Unterstützung als nicht ausreichend und zog erneut als Musiklehrer weiter nach Stuttgart. Dort lernte er Hans von Bülow kennen, der sein großer Förderer werden sollte.

      Einige Zeit verbrachte er in einem Verlag in Hamburg, bevor er wieder zu Liszt nach Weimar ging. Dort wurde er der persönliche Assistent und Sekretär von Liszt. Seine Hauptaufgabe lag darin, die Hauptwerke von diesem zu orchestrieren. 1853 zog er nach Wiesbaden und konnte mit seiner 1.Sinfonie 1861 einen Musikwettbewerb in Wien gewinnen. 1863 erfolgte dann in Wien die Uraufführung der Sinfonie.

      1878 wurde der der erste Direktor des Dr.Hoch's Konservatoriums in Frankfurt/Main. Dort verstarb er 1982 auch in seiner Wohnung in Frankfurt als hoch angesehener Pädagoge und Komponist.

      Raffs Schaffen ist sehr umfangreich. 11 Sinfonien sind bekannt, die im Zeitraum von 1859 bis 1876 geschrieben wurden. Eine weitere Sinfonie gilt als verschollen. Sie wurde 1855 uraufgeführt.

      Er schrieb vier Orchestersuiten, eine Menge Ouvertüren, eine Sinfonietta, eine Elegie für Orchester, eine Rhapsodie für Orchester, ein Klavierkonzert, zwei Cellokonzerte, mehrere Werke für Violine und Orchester, dazu jede Menge Kammermusik. So fünf Violinsonaten, vier Klaviertrios , acht Streichquartette und jede Menge Klaviermusik um einen Teil davon zu erwähnen.

      Seine sechs Opern waren kaum erfolgreich gewesen. Seine Chorwerke sagen mir auch nicht wirklich was, aber das ist auch nicht mein Gebiet.

      Die Einspielungen seiner Werke sind heute auch nicht sonderlich üppig zu nennen. Immerhin sind seine Sinfonien komplett und auch kompetent von Hans Stadlmair und den Bamberger Symphonikern eingespielt worden. Marco Polo hat alle Sinfonien ebenfalls eingespielt, wenn auch mit sehr unterschiedlicher Qualität. Die Suiten gibt es auch bei Tudor, die Ouvertüren sind auch erhältlich. Weitere Einzeleinspielungen sind zumindest greifbar. Seine Violin - und Cellokonzerte wurden ebenfalls von Tudor eingespielt. Das Gleiche gilt für die Kammermusik. Auch Teile der Opern und Chormusik ist auf CD zu finden, ebenso sein Klavierkonzert.

      Quellen : Wikipedia, aber auch wieder die Booklets von CPO und Koch.

      Mehr dazu im nächsten Posting
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Maurice André ()

    • Marcie schrieb:

      Vielen Dank für die Vorstellung des Komponisten.
      Gerne. Ich mag ihn ja auch selbst sehr. Gerade seine Fünfte. Die CD unter Järvi habe ich aber nicht.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Maurice André schrieb:

      Marcie schrieb:

      Vielen Dank für die Vorstellung des Komponisten.
      Gerne. Ich mag ihn ja auch selbst sehr. Gerade seine Fünfte. Die CD unter Järvi habe ich aber nicht.
      Nun, mir fehlen natürlich bisher die Vergleiche, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass mir eine andere Einspielung mehr als diese gefallen könnte.
      Zu Neeme Järvi, ebenso seinem Sohn Paavo, greife ich oft, wenn ich eine Musik noch nicht kenne. Für mich waren das stets Garanten für ein erstes Hören, einen guten Einstieg.
      Ich kann die Platte Dir gerne als Dropboxlink fertig machen, wenn Du magst.