Felix Draeseke (1835 - 1913) - Der Romantiker zwischen Brahms und Bruckner

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Felix Draeseke (1835 - 1913) - Der Romantiker zwischen Brahms und Bruckner

      Felix Draeseke wurde am 07.Oktober 1835 in Coburg geboren. Zu seiner Zeit galt er als einer der wichtigsten Komponisten im deutschsprachigen Raum. Die Verbindung der Welten von Brahms und Bruckner führte ihm den Weg hin zu einem Spätromantiker mit durchaus eigenem Stil. Er war auch als Musikschriftsteller und Pädagoge tätig. Verstorben ist er am 26.Februar 1913 in Dresden.

      Aus gutem Hause stammend (sein Vater war Theologe und Superintendent und Sohn eines evangelischen Bischofs gewesen), schien es das Leben nicht gut mit ihm zu meinen. Seine Mutter verstarb wenige Tage nach seiner Geburt, und er wurde von seinen drei Schwestern seines Vaters großgezogen. Mit fünf Jahren bekam er eine Mittelohrentzündung, die nie ganz ausheilen sollte. Entsprechend war sein Gehör dauerhaft geschädigt. Trotzdem erlernte er das Klavierspiel, schrieb mit acht Jahren sein erstes Klavierstück und begann ab 1850 Komposition zu studieren.

      Im April 1852 begann er in Leipzig Musiktheorie, Komposition, Musikgeschichte und Klavier zu studieren. Unter seinen Lehrern befanden sich Ignaz Moscheles und Juliuis Rietz. Er erlebte Franz Liszt bei einer Wagner-Aufführung in Weimar, lernte Hans von Bülow in Berlin kennen und wurde ein Anhänger der Werke von Liszt und Richard Wagner. Das sollte Auswirkungen auf sein Studium haben, was er 1855 enttäuscht abbrach, da die Lehrer in Leipzig ihm viel zu konservativ waren.

      1855 wurde er Konzertkritiker der Zeitung "Neue Zeitschrift für Musik" für ein Jahr. 1857 wurde er durch von Bülow Franz Liszt vorgestellt und erhielt Einzug in dessen Kreis und Umfeld. 1859 lernte er Richard Wagner kennen. Die Zeiten wurden aber härter, so wurde sein "Germania-Marsch" verrissen, die Wagnger-Anhänger verließen das Land. Liszt ging nach Rom, Draeseke in die französischsprachige Schweiz.

      1864 ging er nach Lausanne, um als Musiklehrer zu arbeiten. Bis 1876 war er mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden, wenn er auch komponierte. Kontakte zu alten Kameraden waren eingeschlafen, mit Richard Wagner brach er, nachdem dieser sich Liszts Ehefrau zugewendet hatte.

      1876 folgte Die Rückkehr nach Deutschland, genauer gesagt, nach zuerst noch einmal kurz nach Coburg, dann nach Dresden. Bis 1884 gab er wieder Unterricht, um dann endlich einen Platz als Professor für Komposition, Harmonielehre und Kontrapunkt am Konservatorium bekam. Seine 3.Sinfonie wurde 1888 bei der Uraufführung durch den Dirigenten Ernst von Schuch, der auch schon die Uraufführung seiner 2.Sinfonie (1878) dirigierte. Er galt inzwischen als der härteste Konkurrent zu Johannes Brahms, dessen Musikverständnis er inzwischen näher stand als den Werken von Liszt oder Wagner.

      Durch die Rückwendung von den "modernen" Liszt und Wagner" zu den "konservativen Komponisten" stand er inzwischen bei den jungen Konservativen hoch im Kurs, aber Leute wie Richard Strauss, der durchaus auch die Werke von Draseke dirigierte, fingen an ihn zu kritisieren, oder wandten sich gleich von ihm ab. Er sollte zwar noch die Titel Hofrat und Geheimen Hofrat durch den sächsischen König erhalten (1898 und 1906), aber trotz aller Erfolge begann sein Licht zu verglühen. Er war inzwischen fast völlig taub geworden, konnte aber immerhin noch im Februar 1912 die Aufführung seines Christus-Myteriums als Triumph live miterleben. Im November des gleichen Jahres bekam er eine Lungenentzündung, die dazu führte, dass er bis zu seinem Tode das Haus nicht mehr verlassen konnte. Er verstarb schließlich am 25.Februar 1913 an einem Schlaganfall.

      Noch einige Jahre nach seinem Tode dirigierten Größen wie Arthur Nikisch, Fritz Reiner, Hans Pfitzner und der junge Karl Böhm Werke von ihm. Doch dann wurde es still um seine Werke. Erst nach der Machtergreifung kamen seine Werke wieder zum Vorschein. Doch das schadete ihm wieder mehr als je zuvor. Nach dem Kriege wurde es dann wieder weitgehend still um ihn.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Seine Werke hier mal grob aufgelistet:

      Vier Sinfonien - sind bei CPO erhältlich in guten Einspielungen
      Ein Violinkonzert e-moll
      Ein Klavierkonzert Es-Dur - ist auf CD erhältlich
      sieben Sinfonische Dichtungen
      Eine Serenade
      Sieben Opern
      Drei Oratorien
      Zwei Requiems
      mehrere Chorwerke
      Drei Streichquartette
      weitere div. Kammermusik
      Diverse Klavierwerke
      Diverse Lieder

      Mehrere Bücher, etwa über Franz Liszts Sinfonische Dichtungen und ein Buch über Richard Wagner

      Quelle: Wikipedia, CPO-Booklets aus den Sinfonien
































      Hier mal eine Auswahl , die auf CD erhältlich ist. Ich selbst habe die Sinfonien da, die ich auch gelegentlich höre. Ich finde sie sehr gelungen, da sie eben nicht ganz so genau einzuordnen sind. Damit stehen sie für mich durchaus auf einer Ebene mit den Sinfonien von Brahms und Bruckner, auch wenn sie kaum gespielt werden. Eigentlich schade.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Andréjo schrieb:

      das Klavierkonzert ist durch Melodik und Struktur sehr hörenswert - was, glaube ich, hier von anderer Seite ebenso gesehen wird.
      Richtig.


      Andréjo schrieb:

      Die Hyperion-CD mit den beiden hübschen Konzerten von Jadassohn hast Du ja oben verlinkt.
      Auch richtig. Das Klavierkonzert von Hyperion auch. ;)
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Ich wollte eigentlich noch ein "außerdem" ergänzen. :)

      Gerade sehe ich, dass es auch noch eine mdg-Produktion des Klavierkonzerts gibt, welche Du oben verlinkt hast.

      Hast Du bewusste Erfahrungen mit diesem Label? Bei mir finden sich einige CDs, wobei ich mich erinnere, dass mir die (audiophil realistische) Kontrastdynamik, die diese Firma beansprucht bzw. anstrebt, im Einzelfall missfallen hat. So habe ich das Solo-Cembalo in einem Konzert für Cembalo und Orchester (Frank Martin?) kaum gehört ...
    • Andréjo schrieb:

      Gerade sehe ich, dass es auch noch eine mdg-Produktion des Klavierkonzerts gibt, welche Du oben verlinkt hast.

      Hast Du bewusste Erfahrungen mit diesem Label?
      Nur wenig. Vielleicht drei oder vier CDs, mehr auch nicht. Da ist mir aber zumindest nichts Negatives aufgefallen, was den Klang angeht. Neu sind die Einspielungen im Hochpreis-Sektor, das ist richtig. Das Label hat ja einige Einspielungen auch von Draeseke gemacht. Leider haben sie nicht noch die 2.Sinfonie einspielen lassen, sonst gäbe es auch immerhin zwei GE der Sinfonien Draesekes.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)