Ravel: Gaspard de la nuit

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    • hallo,

      gaspard de la nuit lernte ich mit der oben schon zu recht gepriesenen aufnahme ivo pogorelichs kennen, als ich in der 12. klasse war. auch heute noch gehört diese aufnahme IMO zu den besten klavierplatten, die ich kenne ! interessant: ein mitschüler, der bis dato ausschließlich rock-musik hörte, besorgte sich diese platte und war extrem begeistert von dieser musik. nicht minder genial spielte pogorelich auf dieser platte prokofievs 6. sonate.

      meine interpretationserfahrungen mit diesem werk:

      d. sgouros (live in essen)
      ivo pogorelich (DG)
      ABM (konzertmitschnitt, appassionato)
      r. casadesus (CBS)
      m. argerich (DG)
      c. arrau (konzertmitschnitt, aura)
      j-i. thibaudet (decca)
      a. tharaud (HMF)
      c. zacharias (EMI)
      n. magaloff (konzertmitschnitt)
      t. barto (ondine)
      l. lortie

      keine der interpretationen ist schlecht. am eindrucksvollsten und gleichsam poetischsten empfinde ich pogorelich, ABM und t. barto.

      gruß, siamak :engel
    • hallo,

      gaspard de la nuit lernte ich mit der oben schon zu recht gepriesenen aufnahme ivo pogorelichs kennen, als ich in der 12. klasse war. auch heute noch gehört diese aufnahme IMO zu den besten klavierplatten, die ich kenne ! interessant: ein mitschüler, der bis dato ausschließlich rock-musik hörte, besorgte sich diese platte und war extrem begeistert von dieser musik. nicht minder genial spielte pogorelich auf dieser platte prokofievs 6. sonate.

      meine interpretationserfahrungen mit diesem werk:

      d. sgouros (live in essen)
      ivo pogorelich (DG)
      ABM (konzertmitschnitt, appassionato)
      r. casadesus (CBS)
      m. argerich (DG)
      c. arrau (konzertmitschnitt, aura)
      j-i. thibaudet (decca)
      a. tharaud (HMF)
      c. zacharias (EMI)
      n. magaloff (konzertmitschnitt)
      t. barto (ondine)
      l. lortie

      keine der interpretationen ist schlecht. am eindrucksvollsten und gleichsam poetischsten empfinde ich pogorelich, ABM und t. barto.

      gruß, siamak :engel
    • Dies sind meine Bestände:

      Gieseking (1937/8) Philips Great Pianists of the 20th Century 4567902 5.01 4.41 8.04
      Perlemuter (1955) Vox Legends CDX25507 6.26 6.06 8.42
      Gulda (1957) Andante AN2110 6.18 5.51 8.49
      Wayenberg (1950er) EMI Les Rarissimes 724358520729 6.31 6.56 9.14
      Michelangeli (1959) Philips Great Pianists of the 20th Century 4569012 5.47 5.42 9.33
      Michelangeli (1960) Music & Arts CD817 5.20 5.01 9.13
      Argerich (1974) Philips Great Pianists of the 20th Century 4567002 6.19 6.42 9.18
      Rogé (1974) Decca Double Decca 4408362 6.23 6.34 8.23
      Simon (1970er) Vox VoxBox CDX5012 6.39 6.08 9.45
      Pogorelich (1982) DG Centenary Collection 4590452 7.18 6.48 9.22
      Hewitt (2000/1) Hyperion CDA67341/2 6.41 7.23 9.24
      Tiberghien (2005) BBC MM279 7.44 7.49 10.04
      Ondine: Berman (1956) Brilliant Historic Russian Archives 93006 5.34
      Scarbo: Francois (1947) Naxos 8558107-10 8.51

      Pogorelich bleibt sicher eine der wichtigsten Versionen, auch Argerichs Studioeinspielung bleibt mir im Ohr, insgesamt am überzeugendsten ist für mich, und das ist eher eine Überraschung, weil ich dem Pianisten sonst eher distanziert gegenüberstehe, Michelangeli. Sowohl die Londoner (inzwischen auf BBC Legends) als auch die Prager Version sind meisterhaft charakterisiert. Gulda scheint mir schlecht aufgenommen, der Flügel teils verstimmt. Aber das mag eine gewisse geisterhafte, irreale Stimmung zaubern ... Empfehlen würde ich von den anderen Aufnahmen noch die von Abbey Simon, der ein wirklich ausgezeichneter Ravel-Spieler ist und dessen Gesamtaufnahme ich nur empfehlen kann. (Sie ist auch noch sehr billig.) Giesekings ältere Studioaufnahme ist wohl seine beste, insgesamt geht die Wahl von sehr schnellen Tempi aber auf Kosten des Atmosphärischen. Der Scarbo von Francois, er wurde von Cosima schon erwähnt, bleibt auf seine Weise einzigartig.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Dies sind meine Bestände:

      Gieseking (1937/8) Philips Great Pianists of the 20th Century 4567902 5.01 4.41 8.04
      Perlemuter (1955) Vox Legends CDX25507 6.26 6.06 8.42
      Gulda (1957) Andante AN2110 6.18 5.51 8.49
      Wayenberg (1950er) EMI Les Rarissimes 724358520729 6.31 6.56 9.14
      Michelangeli (1959) Philips Great Pianists of the 20th Century 4569012 5.47 5.42 9.33
      Michelangeli (1960) Music & Arts CD817 5.20 5.01 9.13
      Argerich (1974) Philips Great Pianists of the 20th Century 4567002 6.19 6.42 9.18
      Rogé (1974) Decca Double Decca 4408362 6.23 6.34 8.23
      Simon (1970er) Vox VoxBox CDX5012 6.39 6.08 9.45
      Pogorelich (1982) DG Centenary Collection 4590452 7.18 6.48 9.22
      Hewitt (2000/1) Hyperion CDA67341/2 6.41 7.23 9.24
      Tiberghien (2005) BBC MM279 7.44 7.49 10.04
      Ondine: Berman (1956) Brilliant Historic Russian Archives 93006 5.34
      Scarbo: Francois (1947) Naxos 8558107-10 8.51

      Pogorelich bleibt sicher eine der wichtigsten Versionen, auch Argerichs Studioeinspielung bleibt mir im Ohr, insgesamt am überzeugendsten ist für mich, und das ist eher eine Überraschung, weil ich dem Pianisten sonst eher distanziert gegenüberstehe, Michelangeli. Sowohl die Londoner (inzwischen auf BBC Legends) als auch die Prager Version sind meisterhaft charakterisiert. Gulda scheint mir schlecht aufgenommen, der Flügel teils verstimmt. Aber das mag eine gewisse geisterhafte, irreale Stimmung zaubern ... Empfehlen würde ich von den anderen Aufnahmen noch die von Abbey Simon, der ein wirklich ausgezeichneter Ravel-Spieler ist und dessen Gesamtaufnahme ich nur empfehlen kann. (Sie ist auch noch sehr billig.) Giesekings ältere Studioaufnahme ist wohl seine beste, insgesamt geht die Wahl von sehr schnellen Tempi aber auf Kosten des Atmosphärischen. Der Scarbo von Francois, er wurde von Cosima schon erwähnt, bleibt auf seine Weise einzigartig.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Original von Zelenka
      Pogorelich bleibt sicher eine der wichtigsten Versionen...


      Auch Du, mein Sohn Brutus! :D
      Aber es ist wohl so: Pogorelich polarisiert. (Ich empfinde die Aufnahme als delikat gespielt in den Details, gleichwohl: Ich mag sie nicht.)

      ...insgesamt am überzeugendsten ist für mich, und das ist eher eine Überraschung, weil ich dem Pianisten sonst eher distanziert gegenüberstehe, Michelangeli. Sowohl die Londoner (inzwischen auf BBC Legends)


      Wie ist denn der Rest der Michelangeli-CD? Da ist ja noch Beethoven und Debussy mit drauf. Lohnt sich hier ein Kauf insgesamt?

      Gruß, Cosima
    • Original von Zelenka
      Pogorelich bleibt sicher eine der wichtigsten Versionen...


      Auch Du, mein Sohn Brutus! :D
      Aber es ist wohl so: Pogorelich polarisiert. (Ich empfinde die Aufnahme als delikat gespielt in den Details, gleichwohl: Ich mag sie nicht.)

      ...insgesamt am überzeugendsten ist für mich, und das ist eher eine Überraschung, weil ich dem Pianisten sonst eher distanziert gegenüberstehe, Michelangeli. Sowohl die Londoner (inzwischen auf BBC Legends)


      Wie ist denn der Rest der Michelangeli-CD? Da ist ja noch Beethoven und Debussy mit drauf. Lohnt sich hier ein Kauf insgesamt?

      Gruß, Cosima
    • Original von Cosima
      Original von Zelenka
      Pogorelich bleibt sicher eine der wichtigsten Versionen...


      Auch Du, mein Sohn Brutus! :D
      Aber es ist wohl so: Pogorelich polarisiert. (Ich empfinde die Aufnahme als delikat gespielt in den Details, gleichwohl: Ich mag sie nicht.)

      ...insgesamt am überzeugendsten ist für mich, und das ist eher eine Überraschung, weil ich dem Pianisten sonst eher distanziert gegenüberstehe, Michelangeli. Sowohl die Londoner (inzwischen auf BBC Legends)


      Wie ist denn der Rest der Michelangeli-CD? Da ist ja noch Beethoven und Debussy mit drauf. Lohnt sich hier ein Kauf insgesamt?

      Gruß, Cosima


      Liebe Cosima:

      Auch ich, jawohl! Pogorelichs Aufnahme würde ich nicht weggeben mögen, pianistisch ist das alles von größtem Kaliber. Meine Lieblingsaufnahme ist sie ja auch nicht, aber eben interessanter und lehrreicher als die Durchschnittsware von Rogé, Hewitt oder Planès.



      Zu der BBC-CD, die ich ja nicht habe, die aber einen etwas besseren Transfer von "Gaspard" enthalten soll als meine Philips-Version, vergleiche diesen Verriß von Jed Distler, der aber die "Gaspard"-Version zu schätzen weiß.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Original von Cosima
      Original von Zelenka
      Pogorelich bleibt sicher eine der wichtigsten Versionen...


      Auch Du, mein Sohn Brutus! :D
      Aber es ist wohl so: Pogorelich polarisiert. (Ich empfinde die Aufnahme als delikat gespielt in den Details, gleichwohl: Ich mag sie nicht.)

      ...insgesamt am überzeugendsten ist für mich, und das ist eher eine Überraschung, weil ich dem Pianisten sonst eher distanziert gegenüberstehe, Michelangeli. Sowohl die Londoner (inzwischen auf BBC Legends)


      Wie ist denn der Rest der Michelangeli-CD? Da ist ja noch Beethoven und Debussy mit drauf. Lohnt sich hier ein Kauf insgesamt?

      Gruß, Cosima


      Liebe Cosima:

      Auch ich, jawohl! Pogorelichs Aufnahme würde ich nicht weggeben mögen, pianistisch ist das alles von größtem Kaliber. Meine Lieblingsaufnahme ist sie ja auch nicht, aber eben interessanter und lehrreicher als die Durchschnittsware von Rogé, Hewitt oder Planès.



      Zu der BBC-CD, die ich ja nicht habe, die aber einen etwas besseren Transfer von "Gaspard" enthalten soll als meine Philips-Version, vergleiche diesen Verriß von Jed Distler, der aber die "Gaspard"-Version zu schätzen weiß.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • liebe Cosima,

      Auf diesen Vatikan-Aufnahmen Michelangelis wäre Gaspard de la nuit auch noch vertreten:



      Ist ja leider recht teuer.... Kennt jemand die Aufnahmen?

      Gruß, Cosima



      ja, ich habe sie seit jahren und erwähnte sie in meiner liste ! ich kann diese live-aufzeichnung sehr empfehlen, auch chopins andante spianato et grande polonaise brillante werden exzellent und mit delikatesse dargeboten !

      gruß, siamak :)
    • liebe Cosima,

      Auf diesen Vatikan-Aufnahmen Michelangelis wäre Gaspard de la nuit auch noch vertreten:



      Ist ja leider recht teuer.... Kennt jemand die Aufnahmen?

      Gruß, Cosima



      ja, ich habe sie seit jahren und erwähnte sie in meiner liste ! ich kann diese live-aufzeichnung sehr empfehlen, auch chopins andante spianato et grande polonaise brillante werden exzellent und mit delikatesse dargeboten !

      gruß, siamak :)
    • Original von AcomA
      keine der interpretationen ist schlecht. am eindrucksvollsten und gleichsam poetischsten empfinde ich pogorelich, ABM und t. barto.

      gruß, siamak :engel




      @Siamak,

      die Barto Aufnahme höre ich gerade nicht zum ernsten mal.

      Also IMO kommt sie an die Pogorelich Aufnahme nicht ran, da Pogorelich hier ein sehr geschlosseneres und eindrinlischeres Gesamtes verinnerlicht hat.

      Barto differenziert sehr stark, sucht, wie ich meine, einen sehr intelektuellen, sehr überlegten Ansatz zur diesem Werk. Dabei fokussiert sich sein Gaspard doch zu sehr auf Kleinigkeiten. Dies wird dadurch deutlich, daß man offensichtlich hört das Barto jeden einzelnen Ton wohl durchdacht hat.
      Dabei zerstört er für meinen Geschmak doch zusehr das Gesamte Werk in seiner Struktur und Wirkung!

      Allerdings kann ich mir vorstellen, daß es sehr unterschiedliche Meinungen zu dieser Aufnahme gibt.

      Für mich ist hier mehr gewollt, als erreicht!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von AcomA
      keine der interpretationen ist schlecht. am eindrucksvollsten und gleichsam poetischsten empfinde ich pogorelich, ABM und t. barto.

      gruß, siamak :engel




      @Siamak,

      die Barto Aufnahme höre ich gerade nicht zum ernsten mal.

      Also IMO kommt sie an die Pogorelich Aufnahme nicht ran, da Pogorelich hier ein sehr geschlosseneres und eindrinlischeres Gesamtes verinnerlicht hat.

      Barto differenziert sehr stark, sucht, wie ich meine, einen sehr intelektuellen, sehr überlegten Ansatz zur diesem Werk. Dabei fokussiert sich sein Gaspard doch zu sehr auf Kleinigkeiten. Dies wird dadurch deutlich, daß man offensichtlich hört das Barto jeden einzelnen Ton wohl durchdacht hat.
      Dabei zerstört er für meinen Geschmak doch zusehr das Gesamte Werk in seiner Struktur und Wirkung!

      Allerdings kann ich mir vorstellen, daß es sehr unterschiedliche Meinungen zu dieser Aufnahme gibt.

      Für mich ist hier mehr gewollt, als erreicht!
      _____

      Administrator: Das Klassikforum