Brahms - Die Klaviersonaten

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    • Original von Dr. Schön
      Zu den Sonaten muss ich sagen, dass ich die 2te und 3te sehr mag, sie jedoch kaum höre, weshalb ich hier auch schwach bestückt bin. (Es gibt noch soviel anderes). Das späte Klavierwerk habe ich mir noch völlig aufgehoben.

      Neben der Nr. 3 mit Annie Fischer, besitze ich die Philips Einspielungen von Arrau und das gesammte Klavierwerk mit Katchen.

      Sehr interessant fand ich mal eine Rezension über die Op. 5 unter Edwin Fischer. Das muss eine frühe Einspielung für EMI gewesen sein. Kennt die jemand?


      Lieber Herr Dr. Schön:

      Ja, es gibt viel anderes ...

      Ich besitze zwei Versionen von op. 5 mit Edwin Fischer, eine Radioaufnahme (RAI 1948, Music & Arts) und die EMI-Einspielung von 1949 (Andante). Die Radioaufnahme ist problematisch, die von EMI genießt einen gewissen klassischen Status. Ob er wirklich gerechtfertigt ist? Manuell-technisch scheint Fischer ein wenig überfordert, auch wenn die Kräfte fehlen, muß man aber wohl den Willen anerkennen ...

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Original von Zelenka
      Ich besitze zwei Versionen von op. 5 mit Edwin Fischer, eine Radioaufnahme (RAI 1948, Music & Arts) und die EMI-Einspielung von 1949 (Andante). Die Radioaufnahme ist problematisch, die von EMI genießt einen gewissen klassischen Status. Ob er wirklich gerechtfertigt ist? Manuell-technisch scheint Fischer ein wenig überfordert, auch wenn die Kräfte fehlen, muß man aber wohl den Willen anerkennen ...


      KLassischer Status?? Es gab damals keine andere Platte der 3.Sonate mit einem renommierten Pianisten .
      Die EMI-Aufnahme war überhaupt die erste , sie wurde 1949 in London unter Aufsicht von Walter Legge erstellt. Im selben Jahr spielte auch Artur Rubinstein seine erste von zwei Aufnahmen, auf pianistisch viel höherem Niveau. Ein paar Jahre später kam dann Solomon mit seiner superben Aufnahme.

      Grüße Amadé
    • Ach da habe ich noch vergessen, 1949 kam ein 23 jähriger Amerikaner noch London, später ließ er sich dann in Paris nieder, und durfte als seine erste Platte überhaupt die f-moll Sonate op.5 aufnehmen.



      Er wurde später besonders als Brahms-Interpret gefeiert und durfte das Gesamtwerk einspielen, op.5 noch einmal in Stereo



      1949 war ein richtiges Brahms-Jahr, was op.5 betraf.

      Grüße Amadé
    • Original von Zelenka
      Wenn ich recht geschaut habe, ist Annie Fischers Live-Version der 3. Sonate von den Edinburgher Festspielen 1961 (BBC Legends) noch nicht in diesem Faden erwähnt worden:



      Trotz aller kleineren Mißgriffe und trotz aller Hustenanfälle im Publikum scheint mir diese Aufnahme nach einem ersten Hören eine der großen des op. 5 zu sein. Die Interpretation ist in sich stimmig und ungeheuer beseelt. Ich fürchte, sie läßt u.a. Arrau deutlich hinter sich.

      Gruß, Zelenka


      Off Topic: Und der Rest der CD? Ist er genauso empfehlenswert?
      Danke!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Original von Amadé
      Original von Zelenka
      Ich besitze zwei Versionen von op. 5 mit Edwin Fischer, eine Radioaufnahme (RAI 1948, Music & Arts) und die EMI-Einspielung von 1949 (Andante). Die Radioaufnahme ist problematisch, die von EMI genießt einen gewissen klassischen Status. Ob er wirklich gerechtfertigt ist? Manuell-technisch scheint Fischer ein wenig überfordert, auch wenn die Kräfte fehlen, muß man aber wohl den Willen anerkennen ...


      KLassischer Status?? Es gab damals keine andere Platte der 3.Sonate mit einem renommierten Pianisten .
      Die EMI-Aufnahme war überhaupt die erste , sie wurde 1949 in London unter Aufsicht von Walter Legge erstellt. Im selben Jahr spielte auch Artur Rubinstein seine erste von zwei Aufnahmen, auf pianistisch viel höherem Niveau. Ein paar Jahre später kam dann Solomon mit seiner superben Aufnahme.

      Grüße Amadé


      Lieber Amadé:

      Es gibt Leute, die Edwin Fischers EMI-Version für einen Klassiker halten, ich hatte das ein wenig relativiert.

      Die Studio-Diskographie der 3. Brahmssonate hat spätestens schon im Jahre 1926 mit Percy Grainger begonnen, 1939 hat sie Harold Bauer aufgenommen (beide Versionen sind bei Biddulph zumindest erhältlich gewesen). 1949 hat sich auch noch Cherkassky im Auftrag von Vox an der Sonate versucht. Katchens Version aus demselben Jahr hast Du nachgetragen, sie ist auch in einer der Katchen-Folgen der "Great Pianists" (Philips) erschienen und dem Stereo-Remake überlegen.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Original von ab
      Original von Zelenka
      Wenn ich recht geschaut habe, ist Annie Fischers Live-Version der 3. Sonate von den Edinburgher Festspielen 1961 (BBC Legends) noch nicht in diesem Faden erwähnt worden:



      Trotz aller kleineren Mißgriffe und trotz aller Hustenanfälle im Publikum scheint mir diese Aufnahme nach einem ersten Hören eine der großen des op. 5 zu sein. Die Interpretation ist in sich stimmig und ungeheuer beseelt. Ich fürchte, sie läßt u.a. Arrau deutlich hinter sich.

      Gruß, Zelenka


      Off Topic: Und der Rest der CD? Ist er genauso empfehlenswert?
      Danke!


      Lieber ab:

      Mir scheinen Bartóks 15 Ungarische Bauernlieder idiomatisch gespielt zu sein, ebenso das kleine Dohnányi-Werklein, aber ich kenne deren Diskographie kaum. Die beiden Liszt-Interpretationen halte ich für wohlgelungen, aber nicht unbedingt für außergewöhnlich.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zelenka ()

    • Original von Zelenka
      Die Studio-Diskographie der 3. Brahmssonate hat spätestens schon im Jahre 1926 mit Percy Grainger begonnen, 1939 hat sie Harold Bauer aufgenommen (beide Versionen sind bei Biddulph zumindest erhältlich gewesen). 1949 hat sich auch noch Cherkassky im Auftrag von Vox an der Sonate versucht. QUOTE]

      Da bist mir voraus, die von Grainger, Bauer und Cherkassky sind mir unbekannt. :I

      Gruß Amadé
    • Original von Zelenka
      Die Studio-Diskographie der 3. Brahmssonate hat spätestens schon im Jahre 1926 mit Percy Grainger begonnen, 1939 hat sie Harold Bauer aufgenommen (beide Versionen sind bei Biddulph zumindest erhältlich gewesen). 1949 hat sich auch noch Cherkassky im Auftrag von Vox an der Sonate versucht.


      Da bist mir voraus, die von Grainger, Bauer und Cherkassky sind mir unbekannt. :I

      Gruß Amadé
    • Original von Amadé
      Original von Zelenka
      Die Studio-Diskographie der 3. Brahmssonate hat spätestens schon im Jahre 1926 mit Percy Grainger begonnen, 1939 hat sie Harold Bauer aufgenommen (beide Versionen sind bei Biddulph zumindest erhältlich gewesen). 1949 hat sich auch noch Cherkassky im Auftrag von Vox an der Sonate versucht.


      Da bist mir voraus, die von Grainger, Bauer und Cherkassky sind mir unbekannt. :I

      Gruß Amadé


      :D Kein Grund zum Weinen, ich habe sie auch noch nicht gehört ...

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis


    • Ich beziehe mich hier hauptsächlich auf die 1.Sonate in C-dur, die von der Entstehung her jedoch die 2. Ist. Melnikov spielt hier einen Bösendorfer-Flügel aus dem Jahr 1875, die Sonaten lagen 1852/53 vor, man kann also davon ausgehen, das Brahms auf solchen Instrumenten gespielt hat, möglicherweise auch die Sonaten. Der Beginn und gleichzeitig das Thema des 1.Satzes ist dem Thema des 1.Satzes der Hammerklaviersonate entlehnt und vom Komponisten weiter verarbeitet worden. Der Klang ist keinesfalls dick und füllig, eher schlank zu nennen, auch im tiefen Bass noch konturenscharf, auch bei vollgriffigem Klaviersatz bleibt er noch transparent. Brahms‘ Jugendwerk profitiert enorm von diesem lichten Klang, der eher „dicke“ Steinway nivelliert, auch wenn sich der Pianist um Transparenz bemüht. Eine besondere Wärme kann ich nicht feststellen, vielleicht ein Resultat der digitalen Reproduktion. Melnikov ist mit Verve und Klangsinn bei der Sache und geht den Verästelungen der Komposition mit hörbarem Erfolg nach. Im 2.Satz bringt Brahms schon hier einfache Variationen (sic!) über ein altdeutsches Minnelied. Den Schlusssatz bringt der Pianist zum Glühen.
      Also, insgesamt gesehen eine erfreuliche CD. Ich hoffe sehr, dass er die f-moll-Sonate, vielleicht gekoppelt mit den Balladen oder Variationen, nachschiebt.

      Grüße Amadé
    • Mir gefällt die Melnikov- CD auch total gut. Über den Flügel ist schon einiges gesagt worden, ich liebe diesen Klang und bin ganz fasziniert davon, wie fein differenziert man da die tiefen Akkorde hört.

      Was die Interpretation angeht, ist Melnikov es meiner Meinung nach fast schon behutsam angegangen. Also das Tempo ist nicht sehr hoch, dafür verschachtelt er sehr sorgsam die verschiedensten Stimmen und spürt auch den Brahmsschen depressiven Anklängen fein nach. Die CD gewinnt für mich mit jedem Hören.
      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
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