"Must-Haves" der Werke für Streichquartett

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    • "Must-Haves" der Werke für Streichquartett

      Liebes Forum,

      mich würde mal interessieren, welche Werke für StrQ welcher Komponisten Ihr als die wichtigsten erachtet. Es soll nicht um eine "Einsame-Insel-Liste", also um eine enge Begrenzung gehen. Ich würde einfach gern mal wissen, welche Werke Ihr für besonders hörenswert haltet, und welche man in Euren Augen (bzw. Ohren) gehört haben sollte, um sich ein einigermaßen abgerundetes Bild des Genres machen zu können. Zum Teil kann man dies natürlich allein schon aus den bestehenden Threads hier entnehmen, aber vielleicht wurden ja noch nicht alle wichtigen Werke genannt?
    • "Must-Haves" der Werke für Streichquartett

      Liebes Forum,

      mich würde mal interessieren, welche Werke für StrQ welcher Komponisten Ihr als die wichtigsten erachtet. Es soll nicht um eine "Einsame-Insel-Liste", also um eine enge Begrenzung gehen. Ich würde einfach gern mal wissen, welche Werke Ihr für besonders hörenswert haltet, und welche man in Euren Augen (bzw. Ohren) gehört haben sollte, um sich ein einigermaßen abgerundetes Bild des Genres machen zu können. Zum Teil kann man dies natürlich allein schon aus den bestehenden Threads hier entnehmen, aber vielleicht wurden ja noch nicht alle wichtigen Werke genannt?
    • RE: "Must-Haves" der Werke für Streichquartett

      Frage ist halt, was "müssen" heißt. :D
      Ich halte ca. 50+ Quartette von Haydn für sehr hörenswert, die schreibe ich jetzt aber nicht alle hin..sondern hier sollte man vielleicht zuerst ein paar Stichproben machen:

      Haydn
      (evtl. eins aus den Divertimenti op.1, aber das dann eher aus historischen Gründen)
      op.20 (besonders #2,#3,#4)
      op.33 (besonders #1, #3)
      op.74,3 "Reiter"
      op.76 alle 6 (#2 "Quinten", #3 "Kaiser", #4 "Sonnenaufgang")

      (Boccherini kann man getrost weglassen)

      Mozart
      eigentlich die letzten 10: 6 "Haydn" (beginnen vielleicht damit), KV 499, 3 "Preussische"
      Beethoven: alle!
      Schubert: die letzten drei a-moll, d-moll, G-Dur, (Quartettsatz c-moll)
      Mendelssohn: op.12, 13, 80
      Schumann: nicht ganz so essentiell, aber es gibt nur 3: op.41,1-3, 1 und 3 sind die bekanntesten
      Brahms: alle drei
      Smetana: "Aus meinem Leben" (aber das 2., fast unbekannte ist sehr hörenswert)
      Dvorak: das "Amerikanische" und die letzten beiden G-Dur und As-Dur
      Janacek: beide hörenswert, weiß nicht, ob "must"
      Ravel
      Debussy
      Berg: Lyrische Suite (wirklich sehr schön, m.E. guter Einstieg in "2. Wiener Schule")
      Schönberg, Webern muß ich passen, schwierige Musik, die ich nur flüchtig kenne
      Bartok: alle! (beginnen mit 4 oder 5)
      Schostakowitsch: #3,#5,#8 und dann den Rest


      viele Grüße

      J Bristow
    • RE: "Must-Haves" der Werke für Streichquartett

      Frage ist halt, was "müssen" heißt. :D
      Ich halte ca. 50+ Quartette von Haydn für sehr hörenswert, die schreibe ich jetzt aber nicht alle hin..sondern hier sollte man vielleicht zuerst ein paar Stichproben machen:

      Haydn
      (evtl. eins aus den Divertimenti op.1, aber das dann eher aus historischen Gründen)
      op.20 (besonders #2,#3,#4)
      op.33 (besonders #1, #3)
      op.74,3 "Reiter"
      op.76 alle 6 (#2 "Quinten", #3 "Kaiser", #4 "Sonnenaufgang")

      (Boccherini kann man getrost weglassen)

      Mozart
      eigentlich die letzten 10: 6 "Haydn" (beginnen vielleicht damit), KV 499, 3 "Preussische"
      Beethoven: alle!
      Schubert: die letzten drei a-moll, d-moll, G-Dur, (Quartettsatz c-moll)
      Mendelssohn: op.12, 13, 80
      Schumann: nicht ganz so essentiell, aber es gibt nur 3: op.41,1-3, 1 und 3 sind die bekanntesten
      Brahms: alle drei
      Smetana: "Aus meinem Leben" (aber das 2., fast unbekannte ist sehr hörenswert)
      Dvorak: das "Amerikanische" und die letzten beiden G-Dur und As-Dur
      Janacek: beide hörenswert, weiß nicht, ob "must"
      Ravel
      Debussy
      Berg: Lyrische Suite (wirklich sehr schön, m.E. guter Einstieg in "2. Wiener Schule")
      Schönberg, Webern muß ich passen, schwierige Musik, die ich nur flüchtig kenne
      Bartok: alle! (beginnen mit 4 oder 5)
      Schostakowitsch: #3,#5,#8 und dann den Rest


      viele Grüße

      J Bristow
    • RE: "Must-Haves" der Werke für Streichquartett

      Original von Jack Bristow
      Schostakowitsch: #3,#5,#8 und dann den Rest


      @Jack,

      aus "Idiologischen" Gründen würde ich #8 wahrscheinlich zuerst nennen.
      Aber unabhängig von der Reihenfolge ist #8 absolut zwingend in der Aufstellung hier zu nennen.

      Richard
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: "Must-Haves" der Werke für Streichquartett

      Original von Jack Bristow
      Schostakowitsch: #3,#5,#8 und dann den Rest


      @Jack,

      aus "Idiologischen" Gründen würde ich #8 wahrscheinlich zuerst nennen.
      Aber unabhängig von der Reihenfolge ist #8 absolut zwingend in der Aufstellung hier zu nennen.

      Richard
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: "Must-Haves" der Werke für Streichquartett

      Original von Rachmaninov
      Original von Jack Bristow
      Schostakowitsch: #3,#5,#8 und dann den Rest

      aus "Idiologischen" Gründen würde ich #8 wahrscheinlich zuerst nennen.
      Aber unabhängig von der Reihenfolge ist #8 absolut zwingend in der Aufstellung hier zu nennen.


      Ich stimme zu; hier habe ich mich einfach an die numerische Reihenfolge gehalten, wobei ich diese drei auch am besten kenne. Das achte ist für mich auch emotional das klar Beeindruckendste, ein würdiges Gegenstück zur 8. Sinfonie.
      Insofern wäre als Einstieg bzw. zum Überblick gut eine CD, die eben mindestens das 8. enthält, geeignet

      Nochmal kurz als Ergänzung. Wer sich mit Haydn, dem Ur- und Übervater der Gattung, nicht überlasten will, sollte vielleicht entweder:

      - eine sehr schöne neue CD mit 3 Quartetten (op.64,5; 76,2 und 77,1) des Jerusalem Quartetts besorgen (harmonia mundi)
      - oder die Doppel-CD des Emerson-Quartetts (DG) mit ca. 6 Quartetten, die einen einigermaßenen Querschnitt bieten (die kenne ich zwar nicht, aber sie wird zumindest sehr virtuos und solide sein)
      - und dann vielleicht eine Aufnahme von op.76,1-6 (viele erhältlich)

      Damit hätte man mit 1-4 CDs einen recht guten Überblick.
      Bei Beethoven lohnt aufgrund der vielen preiswerten Ges.-Aufnahmen Einzelkauf zum Kennenlernen eher nicht.

      Ein Minimal-Kennlern-Set wäre daher, zusätzlich zu LvB und Haydn

      Mozarts 6 Haydn gewidmete Quartette
      Schuberts d-moll oder G-Dur oder am besten beide
      Dvoraks letzte 3-4 (also 12-14)
      Brahms 1-3
      Debussy/Ravel (normal auf einer CD)
      Berg Lyrische Suite
      Bartok (hier gibts fast nur sets)
      Schostakowitsch: eine CD, die das 8. Quartett u. 2 beliebige andere enthält

      viele Grüße

      J Bristow
    • RE: "Must-Haves" der Werke für Streichquartett

      Original von Rachmaninov
      Original von Jack Bristow
      Schostakowitsch: #3,#5,#8 und dann den Rest

      aus "Idiologischen" Gründen würde ich #8 wahrscheinlich zuerst nennen.
      Aber unabhängig von der Reihenfolge ist #8 absolut zwingend in der Aufstellung hier zu nennen.


      Ich stimme zu; hier habe ich mich einfach an die numerische Reihenfolge gehalten, wobei ich diese drei auch am besten kenne. Das achte ist für mich auch emotional das klar Beeindruckendste, ein würdiges Gegenstück zur 8. Sinfonie.
      Insofern wäre als Einstieg bzw. zum Überblick gut eine CD, die eben mindestens das 8. enthält, geeignet

      Nochmal kurz als Ergänzung. Wer sich mit Haydn, dem Ur- und Übervater der Gattung, nicht überlasten will, sollte vielleicht entweder:

      - eine sehr schöne neue CD mit 3 Quartetten (op.64,5; 76,2 und 77,1) des Jerusalem Quartetts besorgen (harmonia mundi)
      - oder die Doppel-CD des Emerson-Quartetts (DG) mit ca. 6 Quartetten, die einen einigermaßenen Querschnitt bieten (die kenne ich zwar nicht, aber sie wird zumindest sehr virtuos und solide sein)
      - und dann vielleicht eine Aufnahme von op.76,1-6 (viele erhältlich)

      Damit hätte man mit 1-4 CDs einen recht guten Überblick.
      Bei Beethoven lohnt aufgrund der vielen preiswerten Ges.-Aufnahmen Einzelkauf zum Kennenlernen eher nicht.

      Ein Minimal-Kennlern-Set wäre daher, zusätzlich zu LvB und Haydn

      Mozarts 6 Haydn gewidmete Quartette
      Schuberts d-moll oder G-Dur oder am besten beide
      Dvoraks letzte 3-4 (also 12-14)
      Brahms 1-3
      Debussy/Ravel (normal auf einer CD)
      Berg Lyrische Suite
      Bartok (hier gibts fast nur sets)
      Schostakowitsch: eine CD, die das 8. Quartett u. 2 beliebige andere enthält

      viele Grüße

      J Bristow
    • Nachdem Jack Bristow fast nichts mehr übrig lässt:

      Jedenfalls Alfred Schnittkes Streichquartette, zumindest davon Nr. 2 & 4, wobei sich der Einstieg mit Nr. 3 besonders anbietet.

      Was Haydn betrifft, würde ich jedenfalls noch die beiden op. 77 nennen (mein Favorit: Alban Berg Quartett) und auf Schostakowitsch unglaublich stimmigen Nr. 3 insistieren wollen (mein Liebling ist ja nr. 14). Auch denke ich, dass Janacek zu den "musts" gehört, allerdings kenne ich auch noch nicht jene Aufnahme, die mich restlos überzeugen würden, aber das, so scheint mir, geht auf die fatale Tradition zurück, ihn spätromantisch glattzubügeln.

      Schumann (so gerne ich sie Dank der Aufnahme vom Hagen Quartett mag) gehört sicher nicht dazu, statt dessen viel eher Tchaikovskys Nr. 2 (mein einsamer Favorit: Borodin Quartet: Chandos) und das wunderschöne von Grieg (mein Favorit: Osloer Quartet: Naxos). Was die Spätromantik betrifft, so wäre wohl Zemlinsky am ehesten zu nennen (Artis Quartett sei dank für wunderbare Interpretationen (orfeo/nimbus). Ganz eigenwillig - und wohl deshalb zu nennen - sind auch die Quartette von Benjamin Britten, von denen ich (bislang) das erste am liebsten mag. Nich zu vergessen Martinu, zumindest Nr. 5.

      Und weiter zurück als erlaubt: eine Bearbeitung der Bachschen Kunst der Fuge gehört auch dazu!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Nachdem Jack Bristow fast nichts mehr übrig lässt:

      Jedenfalls Alfred Schnittkes Streichquartette, zumindest davon Nr. 2 & 4, wobei sich der Einstieg mit Nr. 3 besonders anbietet.

      Was Haydn betrifft, würde ich jedenfalls noch die beiden op. 77 nennen (mein Favorit: Alban Berg Quartett) und auf Schostakowitsch unglaublich stimmigen Nr. 3 insistieren wollen (mein Liebling ist ja nr. 14). Auch denke ich, dass Janacek zu den "musts" gehört, allerdings kenne ich auch noch nicht jene Aufnahme, die mich restlos überzeugen würden, aber das, so scheint mir, geht auf die fatale Tradition zurück, ihn spätromantisch glattzubügeln.

      Schumann (so gerne ich sie Dank der Aufnahme vom Hagen Quartett mag) gehört sicher nicht dazu, statt dessen viel eher Tchaikovskys Nr. 2 (mein einsamer Favorit: Borodin Quartet: Chandos) und das wunderschöne von Grieg (mein Favorit: Osloer Quartet: Naxos). Was die Spätromantik betrifft, so wäre wohl Zemlinsky am ehesten zu nennen (Artis Quartett sei dank für wunderbare Interpretationen (orfeo/nimbus). Ganz eigenwillig - und wohl deshalb zu nennen - sind auch die Quartette von Benjamin Britten, von denen ich (bislang) das erste am liebsten mag. Nich zu vergessen Martinu, zumindest Nr. 5.

      Und weiter zurück als erlaubt: eine Bearbeitung der Bachschen Kunst der Fuge gehört auch dazu!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Ich möchte für meine Frage keinen eigenen Thread auf machen, und in gewisser Weise passt sie auch zum Thema, denn nachdem ich hier:

      br.de/radio/br-klassik/sendung…ist-das-groesste-100.html


      ab 2:16 einen Ausschnitt eines Streichquartetts gehört habe, möchte ich unbedingt wissen, um welches Stück es sich handelt, da mir der Ausschnitt Lust auf mehr macht, und ich mir gern die Noten dazu ansehen möchte.

      Vielleicht weiß da jemand etwas dazu?




      LG,
      Hosenrolle1
    • Das ist der erste Satz von Schuberts Quattett in D-Moll, "Der Tod und das Mädchen". Allerdings hört man das Seitenthema, also nicht wundern, dass der Satz ganz anders beginnt. Auf jeden Fall eines der schönsten Streichquartette!

      Herzlich grüßt

      Satie
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Ich habe mir nun den 1. Satz mehrmals angehört, und bin wirklich begeistert von diesem Quartett.

      Meine Befürchtung war, dass bis auf dieses Thema die restliche Musik langweilig sein wird; Streichquartette sind ja nicht wirklich meine Sache.
      Tatsächlich aber gefiel es mir sehr gut, und ich bin froh, dass es Seiten wie Imslp.com, aber auch Youtuber gibt, die die Noten zur Musik gleich mitliefern.

      Besonders gefiel mir ja dieses Seitenthema (ab Takt 61) in F-Dur:




      das ab Takt 218-220 in D-Dur wiederholt wird, diesmal tauschen 2. Violine und Viola die Rollen:




      (Ich hoffe, ich habe die Tonarten richtig benannt? Beim ersten Mal steht es in F-Dur. D-moll wäre die Mollparallele davon, doch statt das Thema auch in d-moll zu bringen, erscheint es in der gleichnamigen Dur-Tonart ... eigentlich eine Schubert-typische Spielerei, oder?)




      LG,
      Hosenrolle1