Donizetti - Wiederentdeckungen

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    • RE: Imelda de Lambertazzi

      Original von manrico
      Lieber Jimi!

      Ich kenne diese Einspielung der Imelda nicht, ich kenne nur die Aufnahme der Nouva Era von 1989.
      Die Oper gehört in die Frühphase Donizettis (entstanden vor Anna Bolena), und diese Werke finde ich generell nicht so irrsinnig beeindruckend. Möglicherweise ist Imelda eine der besseren Werke aus dieser Phase, die Aufnahme unter Marc Andreae ist nur mässig gut, daher ist mein Gesamteindruck eher eigeschränkt.


      Hi Werner,

      das ging aber flott, vielen Dank für die ausführliche Antwort.
      Ich habe mal vergleichend bei amazon in die Aufnahme unter Marc Andreae reingehört. Ist natürlich anhand der kurzen Ausschnitte schwer zu beurteilen, aber die Opera Rara Aufnahme macht mir schon den deutlich besseren Eindruck, ich werde versuchen sie mir im Geschäft mal ausführlich anzuhören.

      Ach ja, die "Rosmonda d'Inghilterra" die du erwähnt hast, habe ich inzwischen auch (Opera Rara unter Parry mit Renee Fleming und Bruce Ford). Die Aufnahme ist von 1994, ich habe Bruce Ford noch nicht besser gehört, da war er wirklich in Topform.

      :hello Jimi
    • Rosmonda und Gabriella

      Lieber Jimi!

      Dann werd ich einmal zu meinem Plattengeschäft wandern und ein Ohr voll Imelda probieren. Vielleicht schaut mein Urteil bei einer besseren Einspielung anders aus.

      Rosmonda find ich von der Besetzung her sehr gelungen, diesmal bin ich auch mit der Miricioiu in der etwas undankbaren Rolle der Leonora einverstanden. Immerhin bleibt ihr ja das sehr wirkungsvolle Finale secondo "Tu spergiuro, disumano". Ansonsten singen Ford, Fleming und Montague hervorragend (apropos Ford: seine beste Einspielung ist meiner Ansicht nach Aubers "De domino noir", in der sich Sumi Jo in wirklich atemberaubenden Koloraturen ergeht).

      Falls du "Opera rara" weiter unterstützen möchtest, kann ich dir auch noch die "Gabriella di Vergy" empfehlen. Donizetti hat 3 Fassungen dieser Oper komponiert, das Wissen über die Existenz der 2. Fassung von 1838 ist über die Jahre verloren gegangen, man hat die Partitur zufällig in der Bibliothek von Sterling entdeckt. Diese Fassung wurde eingespielt und lohnt wirklich (sie stammt immerhin aus Donizettis bester Periode, in der er Pia de Tolomei, Roberto Devereux, Maria de Rudenz, Il duca d'Alba, Lucrezia Borgia und La Favorita komponiert hat). Teile dieser Oper sind in seine Adelia gewandert, von der es zwar seit vorigem Jahr auch eine offizielle Einspielung gibt, die aber sängerisch mehr als dürftig ist. So hört man sich besser das Duett "In notte oscura e tacita" und die Cavatina der Gabriella "Delle nostr'anime" in der Gabriella an. Und die prächtigen Arien des Raoul "Io l'amai nell'etade primiera" und die Cavatine der Gabriella "L'amai, si come un angelo" gibt es in dieser Fassung auch nur hier.
      Das Finale des 2. Akts ist an Pia de Tolomei angelehnt, der 3. Akt macht Anleihen bei "Ugo, Conte di Parigi". Und wenn Fayel, der ungeliebte Ehemann der Gabriella, ihr statt eine Phiole Gift das frische Herz ihres eben ermordeten Liebhabers Raoul in einem Gefäß in den Kerker bringt, stirbt sie an einer ähnlichen Musik wie Maria de Rudenz (Den Rest der Handlung kannst du dir mit etwas Opernerfahrung wahrscheinlich zusammenkonstruieren - wer fragt hier schon nach Details).
    • RE: Rosmonda und Gabriella

      Original von manrico (apropos Ford: seine beste Einspielung ist meiner Ansicht nach Aubers "De domino noir", in der sich Sumi Jo in wirklich atemberaubenden Koloraturen ergeht).

      Falls du "Opera rara" weiter unterstützen möchtest, kann ich dir auch noch die "Gabriella di Vergy" empfehlen.


      Von Auber kenne ich nur "La Muette de Portici" komplett und ein paar Ausschnitte von"Fra Diavolo". Mal sehen ob ich "De domino noir" irgendwo finde um sie anzuhören, kommt auf jedenfalls auf meine "to do" Liste :D

      Die eine oder andere "Opera Rara" werde ich mir sicher noch zulegen, bei manchen Opern gibt es ja auch kaum gleichwertige Alternativen, da muss man den etwas höheren Preis in Kauf nehmen. BTW bei der aufwendigen Aufmachung sind die Preise auch gerechtfertigt.

      :hello Jimi
    • Marin(o) Faliero

      Belebe mal den Donizetti Thread .....

      Die letzten Tage habe ich mich durch die div.Aufn. gehört, Amonasro war der Auslöser !

      Donizetti "Marrino Faliero"
      Azione tragica in 3 Akten
      Libretto , G.E. Bidera mit Änderungen von Agostino Ruffini

      Die Musik hat viele auffallend schöne Momente, im ersten Akt die sehr schöne Tenorarie im Anschluss ein wunderschönes Duett Sopran/Tenor und ein ebensolches für Bass/Bariton.
      Der zweite Akt beginnt mit einer bezaubernden Barkarole , dann ein zweites Solo für Tenor , zugeschnitten auf Rubini. Das Aktfinale mit einer großen Arie für Faliero und Fernando stirbt einen schönen Tod in mitten der Schlussteile .
      Der dritte Akt beinhaltet das ergreifende Gebet der Elena und das Schlusduett Elena/ Faliero !

      Besetzung der Premiere ,Théâtre Italien , Paris 12.3.1835 mit den besten Sängern der damaligen Zeit :

      Luigi Lablache Bass ..Marino Faliero
      Antonio Tamburino Bariton ..Israele Bertucci
      Giovanni Battista Rubini Tenor ..Fernando
      Giulia Grisi Sopran ..Elena , Frau des Faliero

      Mariono Faliero fand leider nie ins Standard Repertoire , obwohl es in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts sehr erfolgreich war . Wiederbelebt wurde M.F. am 15.10.1966 im Teatro Donizetti in Bergamo, von der es auch die nachfolgende GA gibt , die IMO besser ist als die Aufn. von '77 aus Turin
      trotz Siepi :wink man verzeihe mir , denn Agostino Ferrin ist mindestens so gut wie er .
      Auch der Tenor von Angelo Mori ist wesentlich besser als Cianella , ok Montefusco und Meliciani sind ziemlich gleichwertig , aber auch M.Roberti gefällt mir besser als Maria Calva .
      Aber wie sagt man immer und immer wieder, die Geschmäcker sind verschieden !
      Und noch ein Satz zu der neuen Aufn. bei Naxos , nein nein das ist nicht sonderlich gut , da braucht man nicht einzel darauf eingehen , die Sänger sind durch die Bank mittelmäßig , na ja 1966 war das in Bergamo noch anders , aber ganz so abtun möchte ich das nicht es gibt auch hervorragende Aufn.aus Bergamo bei Naxos.




      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Hallo palestrina,

      jetzt hast du mich neugierig auf die Ferrin-Aufnahme gemacht. :I

      Die Beschäftigung mit der Oper lohnt auf jeden Fall. Besonders gefällt mir der 2. Akt: herrliche Melodien, eine ungemein dichte Atmosphäre und eine sehr schlichte, unaffektierte Sterbeszene. Fernandos zweite Arie gefällt mir noch deutlich besser als die erste und das Schlussduett ist ein weiterer Höhepunkt.

      Offenbar hatte die Oper das Pech kurz nach den Puritanern und kurz vor Lucia di Lammermoor aufgeführt zu werden, sodass sie immer in deren Schatten stand. Verglichen mit anderen Opern Donizettis oder Bellinis fällt auf, dass die Sopranistin deutlich weniger im Vordergrund steht. Der greise Doge, der eigentlich nur noch ein Schatten seiner selbst ist und sich ziemlich passiv zu einem Staatsstreich drängen lässt, der schon scheitert, bevor er wirklich begonnen hat, ist dafür eine eher ungewöhnliche Figur. Im letzten Akt habe ich wirklich Mitleid mit ihm.

      Die Boncompagni-Aufnahme überzeugt mich durchaus. Siepi ist natürlich das Zugpferd der Aufnahme, aber die anderen schlagen sich zumindest ordentlich. Sicher ist da aber noch Luft nach oben. Gerade Ciannella scheint mit den hohen Tönen etwas überfordert. Marisa Galvany hat eine eher dramatische Stimme, was ihre Figur gegenüber den anderen etwas aufwertet.

      Mir fällt jetzt erst auf, dass der Name der Oper auf den Covers unterschiedlich geschrieben wird. Da frage ich mich, wie sie denn nun wirklich heißt: Marino Faliero oder Marin Faliero?

      Von Donizettis unbekannten Opern kenne ich noch Pia de' Tolomei, die weiter oben schon einmal besprochen wurde, und die mir auch sehr gefällt. Hier gibt es sehr schöne Duett-Szenen für Bariton und Tenor, letzterer als Bösewicht. Von Donizetti scheint es noch einiges für mich zu entdecken zu geben....

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Hallo , hatte Gestern den ganzen Tag "Caterina Cornaro" in der Gehörbucht .....

      also so ganz einverstanden bin ich nicht mit den Ausführungen von manrico s.o. , den die Oper ist besser als ihr Ruf , vielleicht lag es auch an den Aufn.die er hat, obwohl Gencer und Aragall gut sind, und da sind wir gleich bei den unterschieden div. GA , ich finde einfach Caballé ist besser , sie rückt die Oper mehr in den Belcanto Focus . Carreras mit ihr in London ist sehr schön, aber die Liveaufnahme aus Paris mit Aragall finde ich noch besser ,sie ist da noch besser und Aragall ist sehr gut und wiederholt seine gute Leistung wie auf der Aufn.mit Gencer.
      Den Lusignano singt hier der etwas unbekannte Ryan Edwards ein US amerikanischer Bariton der vorwiegend an der Met sang aber auch in London , und der macht seine Sache mehr als gut .

      Die andere GA mit der gloriosen Denia Mazzola unter der Stabführung ihres Mannes G.Gavazzeni ist sehr schön auch das restliche Ensemble ist gut abgestimmt mit Ballo und Antonucci, eine gute GA.

      Dann Opera Rara mit Carmen Giannattasio , C.Lee und Troy Crook , den Sopran kennt der eine oder andere doch, aber die C.Lee ist ein eher unbekannter Tenor , er singt auf div.OR Aufn. kleinere Partien
      und Troy Crook ist sehr sehr gut als Lusiganao aber mehr oder weniger unbekannt.
      Also eine sehr stimmige Interpretation gefällt mir sehr und natürlich auch vom Klangbild her , die anderen sind ja alle Live und in unterschiedlichen Klangqualitäten , aber keine ist so das man sie überhaupt nicht anhören könnte !





      LG palestrina
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      Oolong
    • Heute war „ Rosmonda d'Inghilterra " mal wieder dran...

      Recordet at Henry Wood Hall, London, July 1994

      Enrico II, König von England Bruce Ford
      Leonora di Guienna, seine Frau Nelly Miricioiu
      Rosmonda Clifford, seine Geliebte Renée Fleming
      Gualtiero Clifford, Vater der Rosmonda Alastair Miles
      Arturo, Enricos Page Diana Montague
      Geoffrey Mitchell Chor
      Philharmonia Orchestra London cond.David Parry

      Rosmonda bei Wiki
      Zur Aufführung in Gelsenkirchen war ich dabei, war schön die Oper mal zu sehen, aber gesanglich keine Offenbarung, obwohl man sagen muss die haben sich was getraut!


      Rosmonda find ich von der Besetzung her sehr gelungen, diesmal bin ich auch mit der Miricioiu in der etwas undankbaren Rolle der Leonora einverstanden. Immerhin bleibt ihr ja das sehr wirkungsvolle Finale secondo "Tu spergiuro, disumano". Ansonsten singen Ford, Fleming und Montague hervorragend

      Hier gibt es nichts unnötiges, hervorragende Arien, besonders die Enricos aus dem 1.Akt mit einer wunderschönen Cabaletta, die Arie der Rosmonda aus dem 1.Akt die dann zum Duett mit Arturo wird.
      Duette, ein wunderbares Finale primo, und wie oben schon erwähnt das Schluss Duett Leonora/Rosmonda und das Finale der Leonora nachdem sie sich ihrer Rivalin entledigt hat.
      Eine Oper mit überreichen Melodien, Belcanto Herz was willst du mehr!

      LG palestrina
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      Oolong