Die 4 Sinfonien von Robert Schumann

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    • Die 4 Sinfonien von Robert Schumann

      Hallo Forianer!

      Ähnlich wie sein großes Vorbild L.v. Beethoven wandte sich Schumann erst dem Orchester zu, als er Kompositionserfahrungen auf und mit seinem Instrument, dem Klavier gesammelt hatte. Dazu kamen eine ganze Reihe seiner Lieder. Ja man muss feststellen, dass Schumanns bis dahin bedeutenste Schöpfungen, die Klavierwerke, bereits das Licht der Musikwelt erblickt hatten.
      Dem Musikfreund sind die 4 Schumann-Sinfonien meist bekannt. Der veröffentlichten 1. Sinfonie gingen jedoch zwei Studien voraus:
      - Sinfonie Es-dur, sie kam über Skizzen nicht hinaus
      - Sinfonie g-moll, als Zwickauer-Sinfonie bekannt, 3 Sätze wurden vollendet, zum 4.Satz gibt es nur eine Skizze. Dieser Sinfonie-Torso wurde mehrmals für die Schallplatte eingespielt.
      Nun zu den veröffentlichten Werken:

      1841 - 1. Sinfonie B-dur op.38 "Frühlingssinfonie"

      1841 - Sinfonie d-moll (= Erstfassung der späteren 4.Sinfonie), wurde am 6.12.1841 erstaufgeführt, jedoch erst 1891 von Brahms publiziert. Schumann war nicht ganz zufrieden mit seiner Arbeit und unterzog das Werk einer tiefgreifenden Revision. Nach Einführung der CD gibt es mehrer Produktionen dieser Sinfonie.

      1845 - 2. Sinfonie C-dur op.61, ein problematisches und zugleich signifikantes Werk, in der sich Schumanns spätere Krankheit ankündigt

      1850 - 3. Sinfonie Es-dur op.97 "Rheinische"

      1851 - 4. Sinfonie d-moll op.120

      In dem Orchesterstück "Ouvertüre, Scherzo und Finale" op.52, ebenso aus dem Jahr, 1941 sollte man keine verkappte Sinfonie erkennen. Schumann sammelte jedoch auch mit diesem Werk Erfahrungen in der Orchestration. Das Stück trug im Manuskript die Überschrift "Suite".

      Schumann 4 Sinfonien sind unzählige Male für die Schallplatte/CD produziert worden, einzeln und auch als Gesamteinspielung. Meine Favoriten sind bei der 3. Sinfonie Giulini Los Angeles PhO DGG, bei der 4. Furtwängler Berl. Philharmoniker, ebenfalls DGG.

      Die gelungensten Gesamteinspielungen sind m.E.:

      Szell, Cleveland Orchester CBS/Sony

      Sawallisch, Staatskapelle Dresden EMI

      Kubelik, Berliner Philharmoniker DGG

      Wie steht Ihr zu Schumanns Sinfonien?

      Gruß Amadé
    • RE: Die 4 Sinfonien von Robert Schumann

      hallo!

      ich kenne nur die gesamtaufnahme mit sawallisch. soweit ich mich erinnere, fand ich sie sehr gut (ist schon etwas her).

      es wird wohl auch noch ein weilchen dauern bis ich sie wieder höre (zur zeit höre ich mich von "a-z" durch meine cds und schumann steht noch in weiter ferne...).

      von schumann schätze ich eher seine klavierwerke, wenn sich die sawallisch aufnahme beim nächsten hören als so gut erweist, wie ich sie in erinnerung habe, wird es wohl bei dieser einen bleiben.

      gruß und einen schönen abend,

      felix
      Für solche Schweine spiele ich nicht! (L. v. Beethoven)
    • Hallo,
      ich mag Schumann und auch die Sym.

      Meine Favoriten sind momentan die Aufnahmen mit Klemperer und quasi als Kontrast dazu Gardiner.


      Hier höre ich wirklich eine wunderbare Klangbalance innerhalb der Orchester.
      Beide Dirigenten bevorzugen die deutsche Orchesteraufstellung,
      schon deshalb fallen andere Aufnahmen für meinen Geschmack etwas ab.

      Harnoncourt hab ich nicht komplett und schon länger nicht mehr gehört...
      müsste ich wieder gegenhören.


      Herausragend finde ich Schuricht in der 3. Sym. da meint man ein historisierendes Orchester zu hören, so flott geht er das Stück an.

      Szell`s Aufnahmen mögen noch so zackig sein, hätte er das Orchester anders sitzen lassen, wären seine Retuschen der Partitur unnötig geworden.
      Dabei waren dies mal meine Lieblingsaufnahmen :D

      Sawallisch und Kubelik hab ich nur auf LP, müsste ich mir mal wieder gönnen.

      Gruß
      embe
    • Hallo!

      Ich besitze 3 Gesamtaufnahmen von den Schumann Symphonien. Schumann unter Klemperer, Karajan, Masur.
      Am Besten gelungen finde ich die unter H.v.Karajan!
      Ich höre gern die Symphonien von Schumann, die haben meiner Meinung nach irgentetwas besonderes an sich, was mich immer wieder begeistert!

      Gruß
      daniel :cool
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Original von daniel5993
      Hallo!

      Ich besitze 3 Gesamtaufnahmen von den Schumann Symphonien. Schumann unter Klemperer, Karajan, Masur.
      Am Besten gelungen finde ich die unter H.v.Karajan!
      Ich höre gern die Symphonien von Schumann, die haben meiner Meinung nach irgentetwas besonderes an sich, was mich immer wieder begeistert!

      Gruß
      daniel :cool


      Hallo Daniel

      Welches Orchester dirigiert Kurt Masur
      Gruß Andy
    • Original von karajan
      Original von daniel5993
      Hallo!

      Ich besitze 3 Gesamtaufnahmen von den Schumann Symphonien. Schumann unter Klemperer, Karajan, Masur.
      Am Besten gelungen finde ich die unter H.v.Karajan!
      Ich höre gern die Symphonien von Schumann, die haben meiner Meinung nach irgentetwas besonderes an sich, was mich immer wieder begeistert!

      Gruß
      daniel :cool


      Hallo Daniel

      Welches Orchester dirigiert Kurt Masur
      Gruß Andy



      Hallo Andreas!

      Das Gewandhausorchester Leibzig


      Gruß
      daniel
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • RE: Die 4 Sinfonien von Robert Schumann

      Original von Amadé

      Die gelungensten Gesamteinspielungen sind m.E.:

      Szell, Cleveland Orchester CBS/Sony

      Sawallisch, Staatskapelle Dresden EMI

      Kubelik, Berliner Philharmoniker DGG

      Wie steht Ihr zu Schumanns Sinfonien?

      Gruß Amadé


      Lieber Amadé:

      Im wesentlichen möchte ich Dir zustimmen, ich würde allerdings bei Kubelik vielleicht doch eher die bei CBS/Sony erschienene GA mit dem BRSO vorziehen. Ich würde noch Gardiner hinzuziehen als vielleicht gelungenstes Beispiel für eine historisch informierte Einspielung der Symphonien und den hier im Faden noch nicht genannten Zinman mit seinem Zürcher Orchester (Arte Nova).

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Hallo,

      Schumanns 4. unter Szell (GA) ist eher Naja!



      Eine schnelle Interpretation, teitweise eine Art Flucht - möglichst schnell fertig werden, und auch sonst lässt mich diese 4. völlig kalt, kein Funke, der Überspringen könnte! Sehr verhalten gespielt! Da gibt es aber 2 Namen, die die 4. für mich erfolgreicher haben einspielen können. Otto Klemperer und Wilhelm Furtwängler, sogar den Herby hör ich lieber!

      Symphonien 1-3 (unter Szell) sind TOP! Erste Sahne, besonders die dritte!
      Im Gesamten eine Wertvolle Schumann GA, ein lohnenswerter Kauf!


      Wenn Klemperers Schumann GA bloß nicht so verdammt teuer wäre :B!
      Meine Lieblings Ga (Klempi hat Herby abgelöst), hatte ich auf Platte!



      Mein Lieblingaufnahme der 4. ist die unter Wilhelm Furtwängler, ein wahrer Ohrenschmaus! :J :down


      ___________
      Daniel :hello
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Schumann-Sinfonien mit Karajan, Bernstein, Szell

      Hallo Schumann-Freunde,

      die Geschmäcker sind verschieden. Gerade bei Schumann wird in sehr kontrastreichen Interpretation angeboten.
      Hinzu kommt auch der Werdegang, also mit welcher Aufnahmen man seinen Schumann entdeckt hat.

      Daher sogleich meine Zustimmung an Karajan ( :D als Dirigent und Forumsmitglied), sowie daniel, der die Karajan - DG - Aufnahmen favorisiert.

      DG, 70er, ADD

      Diese DG-Box habe ich heute auch auf CD, es war mein erster Schumann-Kontakt.

      :) Leonard Bernstein ist seit den 60er-Jahren als großer Schumann-Interpret in allen Kritiken zu lesen.
      Ich habe mir in den 90er-Jahrten auf CD seine DG-Aufnahmen (mit den Konzerten) und den Wiener PH gekauft. Diese Aufnahmen sind so vollendet, das ich Jahre nur diese gehört habe.
      Bernstein ist einer meiner Favoriten für mit den Wiener PH (DG), die alles an Präziosion des Orchesterspiels und Emotion des Dirigenten mitbringt, das man sich für Schmann wünschen kann.

      Erst 2007 habe ich mir seine alte aber auch klangliche TOP-Aufnahme mit den New Yorker PH (SONY) gegönnt.
      Der Grund war, die enthaltene Manfred-Ouvertüre, die ich nur auf Tonband hatte. Das ist die absolut beste Interpretation dieses Kurzwerkes ! Aber auch die Sinfonien sind absolut gelungen und wie bei Bernstein üblich, spannend interpretiert.

      DG, 1990, DDDSONY, 60er, ADD

      Ich würde den DG und den SONY-Bernstein-Aufnahmen beide qualitativ gleich setzten - jede der GA hat etwas. Ich mag Beide !


      Daniel favorisiert Klemperer.
      Fast klar, das er die straffen Szell-Aufnahmen mit Fragezeichen ansieht.
      Ich empfehle die Szell-Aufnahmen auch nicht für Neueinsteiger, da man die rasenden Passagen bei Szell nur richtig erfassen kann, wenn man diese aus anderen Aufnahmen kennt.
      Ist das der Fall dann ist Szell eine Wucht !
      Hier mein Statement zu Szell:

      :) George Szell hat 1959/60 zum damals anstehenden 150.Geburtstages von Schumann eine erfolgreiche Ehenrettung zu Schumann´s Ruf ein mäßiger Sinfoniker zu sein unternommen, die nicht nur durch seine klanglich exzellenten Aufnahmen zustande kamen, sondern auch publizistisch geführt wurden - ein Pioniertat !
      Szell befand ihn als den größten Sinfoniker der Romantik.

      Die Szell - Aufnahme ist gekennzeichnet von äußerster Präzision und und radikal forschem Tempo. Wer als Neueinsteiger bereit ist sich darauf einzulassen, der wird nie eine andere Aufnahme mögen, da eine "normale Interpretation" dann langweilig erscheinen wird.
      Wer die Schumann - Sinfonien gut kennt und nun die Szell-Aufnahme hört, kann sich íhrer jugendlich-keuschen Emphase (Zitat:RONDO) nicht entziehen.

      :W Die für mich aufregenste (nicht liebste Schumann - Sinfonie) Sinfonie Nr.2 habe ich zuerst gehört und bin von der Aufnahme ergriffen gewesen. Einzig beim Finale der 2ten hätte ich mir die Pauken am Schluß noch vordergründiger (wie bei Bernstein + Karajan) gewünscht, aber sonst war es packend.

      :W Die Sinfonie Nr.3 - Rheinische ist ohnehin mein Favorit, und wenn diese so genial umgesetzt wird wie durch Szell dann ist das einfach sensationell.

      :W Die Sinfonien Nr.1 und 4 sind so von Schumann komponiert, das die jugendliche Frische fast immer von den Dirigenten umgesetzt wird, da die Partituren dies hergeben; aber das atemberaubende Tempo bei Szell ist auf den ersten Blick schon etwas ungewöhnlich, es wird aber durch das präsize Spiel des Cleveland Orchester nichts unterschlagen und verkommt nicht zu einem Klangbrei. Man muß andere "normale" Aufnahmen kennen um das Tempo noch mitgehen zu können - deshalb halte ich diese Aufnahme, insbesondere der 1. und 4., nicht für den Neueinsteiger empfehlenswert.


      Symphonien Nr. 1-4
      +Manfred-Ouvertüre

      Cleveland Orchestra, George Szell
      Label: Sony , ADD, 1958-1960

      Für 11,99€ ein "MUSS" , das Alter der Aufnahmen kann man nicht hören, da das exzellente CD-Remastering von SONY beste Arbeit geleistet hat !
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Hallo Teleton!

      So wie ich das höre, mausert sich Lenny immer mehr zur Spitzenposition bei dir!
      Bei mir ebenso, in fast allen Bereich vermag er nicht nur zu überzeugen, nein, er legte eine Spitzenaufnahme der anderen nach. Mit der Zeit habe ich auch mitbekommen, das der Sony - Bernstein dir ein wenig mehr liegt, alss der DGG - Bernstein! Bei mir ists meistens andersherum
      Auch Herbert von Karajan kommt weder bei mir, noch bei dir, zu kurz und schon garnicht bei Andreas :wink! Da haben wir doch ein paar gemeinsamkeiten :beer

      Die Schumann GA unter Bernstein mit den Wienern wollte ich immer kaufen, habs aber immer wieder zurrückgedrängt! Warum ich letztendlich Szell gekaufthabe, weiß ich beim Besten Willen nicht!

      Aber gerade hab ich Sie auch bestellt! :D


      Gruß
      Daniel
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Schumann (Mahler-Edition): Sinfonien Nr.1-4

      Hallo Schumann-Freunde,

      an Schumann scheint nicht das ganz große Interesse zu bestehen, da dieser Thread 11/2007 zuletzt bedient wurde.

      Ich habe mich durch Anregung und Empfehlung dazu hinreißen lassen Schumanns - Mahler Edition in der Neuaufnahme mit Ricardo Chailly zu kaufen.
      Mahlers Eingriffe in Schumanns Partituren sind imens und verschleiern das Schumann-Original total.


      Schumann (MAHLER EDITION):Sinfonien Nr.1-4
      Gewandhausorchester Leipzig / Chailly
      Decca, 2007, DDD

      Nachdem zum Wochenende ist die Schumann-Mahler-Chailly-Decca-Doppel-CD bei mir eingetroffen und ich habe schon darauß umfangreiche Hörsitzungen hinter mir.

      Da sieht man mal das die jpc-Hörschnipsel, die ich vorher hörte, und Beschreibungen im Endeffekt wenig hergeben; man muß sich sein eigenes Bild machen.
      X( Ich bin von Mahlers Eingriffen im großen und ganzen total enttäuscht.
      Für den Einsteiger, der die Sinfonien nicht weiter kennt, mögen die Mahler-Eingriffe ja noch in Ordnung sein. Aber wenn man die Schumann-Sinfonien in den vernünftigen Aufnahmen der Schumann-Originalpartitur kennengelernt hat, dann geht dieser Schumann-Mahler gar nicht mehr.

      Ich dachte im vorhinein Mahler hätte die Schumann-Partituren orchestral verstärkt. Statt dessen bestehen seine zahlreichen Revisionen (1.= 830; 2.= 355; 3.= 465; 4.= 466) hört man natürlich an jeder Stelle und ich finde es teils fürchterlich. Die Eingriffe bestehen hauptsächlich in Streichungen der Holzbläser und Blechbläser; dabei weniger das Hinzufügen neuer Stimmen als Ersatz; zudem unglaublich viele Dynamikänderungen und das Einfügen von Crescendi und Decrescendi. Beim Hören denkt man laufend: "Was ist denn das wieder fürn sch..." Es geht dabei unheimlich viel Energie verloren, die man sonst wahrnimmt.
      ?( Was nützt einem die großere Durchhörbarkeit, wenn die Chemie nicht stimmt - sie stimmt nach den Mahler - Eingriffen nicht mehr.

      Zuerst habe ich mir natürlich die Sinfonie Nr.2 vorgeknöpft.
      Das einzig gute ist wirklich der Schluß, den Chailly wirklich toll spielen läßt und die Pauken sind perfekt, aber auch hier wurde eingegriffen und gemurkst.

      Die Erste ist mit ihern 830 Mahler-Eingriffen fürchterlich.
      Ich habe sogleich Bernstein/New Yorker PH rauß geholt um das Werk wieder anständig zu hören und meinen Seelenzustand zu bereinigen.

      Das Gewandhausorchester Leipzig spielt perfekt, der Decca-Klang von 2007 ist super --- Chailly ist straff, flott und sportiv, wie man es sich wünscht --- :) Was hätte dies für eine schöne Aufnahme werden können, wenn diese Formation mit dieser Interpretationsherangehensweise die Original-Schumann-Partituren verwendet hätten.


      :cool Ich glaube bei meinem momentanen Eindrücken kaum das ich große Lust habe mir diesen Schock nochmal anzutun - da bleibe ich doch lieber bei Schumann mit Bernstein (SONY und DG), Szell, und Karajan.




      :thanks Erst im Januar habe ich die mir noch fehlende SONY-CD der Sinfonien Nr.1 und 2 mit Bernstein (SONY) bekommen - welch ein Unterschied, welch eine Super-Interpretation des Originals im Gegensatz zu diesem unnötigen Mahler-Schumann.
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • RE: Schumann (Mahler-Edition): Sinfonien Nr.1-4

      Lieber Teleton:

      Es ist nicht schön, wenn man sich "verkauft" hat und mit dem Einkauf reichlich unzufrieden ist. Mir ist aber so recht nicht klar, was genau Du erwartet hast. Die Eingriffe in Schumanns Symphonien-Partituren sollen in der Regel orchestrale Details freilegen, dem Komponisten sind ja immer wieder handwerkliche Fehler bei seinen Orchestrierungen vorgeworfen worfen. Es war also nicht damit zu rechnen, daß Mahler die Parititur "orchestral verstärken" würde. Ich kenne Deine Chailly-Aufnahmen nicht, nur eine "Rheinische", die Giulini in der Mahler-Bearbeitung eingespielt hat. Insgesamt sind die Eingriffe dort keineswegs radikal, in der Substanz haben wir es weiter mit Schumann, nicht mit Mahler zu tun. Auch Szell, den Du schätzt, hat sich in seiner Stereo-Einspielung für CBS am Notentext zu schaffen gemacht, auch er fühlte sich bemüßigt, einem vermeintlich schlechten Orchestrator auf die Sprünge zu helfen.

      Die Original-Partituren konnte Chailly wohl schon allein deswegen nicht verwenden, weil er in den 80ern schon einen durchwachsenen digitalen Schumann-Symphonienzyklus mit dem Concertgebouw-Orchester für Decca eingespielt hat.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Szell und Bernstein

      Hallo Zelenka,

      das Thema Szell und seine Eingriffe hatte ich mal an anderer Stelle ausführlich giskutiert.
      Auch Szell, den Du schätzt, hat sich in seiner Stereo-Einspielung für CBS am Notentext zu schaffen gemacht, auch er fühlte sich bemüßigt, einem vermeintlich schlechten Orchestrator auf die Sprünge zu helfen.

      Was Szell machte halte ich für "kleine Fische" und voll akzeptabel + OK, da es bei ihm keinerlei Verstümmlung auffällt und er als Ergebnis einen packenden Schumann abliefert.
      Siehe auch meinen Beitrag drei Beiträge weiter oben zu Szells Aufbauarbeit für Schumann.

      Es ist Richtig was Du schreibst.
      :cool Ich hatte wirklich etwas anderes erwartet als diese unheimlich hohe Anzahl von Änderungen, die die Schumann-Sinfonien total entstellen - so geht es nicht.
      Ich hatte erwartet einen großsymphonischen und trotzdem durchsichtigen Schumann zu hören. Satt dessen wurden die Orchesterstimmen (Blechbläser, Hörner zur Verstärkung der Streicher) gestrichen, die den Werken Spannung und Energie verleihen.


      :times10 Gestern habe ich mich mit den Schumann-Sinfonien weiter beschäftigt und meine fantastische Bernstein-Aufnahme (SONY) der Sinfonie Nr.4 gehört.
      Das ist ein packendes Beispiel, welch großer Komponist Schuamnn war.
      Eine Überarbeitung hatte er nicht nötig !!!
      Bernstein liefert einen glänzendendes Schumann-Original, das packender kaum sein könnte. Das er das bessere Remastering als Szell zur Verfügung hatte macht die Sache für Bernstein noch erfreulicher.
      Meine Referenz für die Sinfonien Nr.1 und 4.


      :P Dieses ganze Gerede von ungeschickter Instrumentation halte ich für Quatsch. Wer so redet, versteht es nicht die Schumann-Partuturen angemessen umsetzen zu können.
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Ich habe jetzt schon an verschiedenen Orten herrliche Lobpreisungen von Bernstein Schumann Einspielungen - welche hier ja auch Erwähnung findet - gehört.
      Ich selbst werde nicht vom Hocker gerissen...
      Die Symphonien gefallen mir, was ja schon mal Grundvoraussetzung ist - Bernstein ist ein, wenn nicht gar DER Dirigent, welcher weiß, wie ich zu begeistern bin, aber hier bei Schumann fehlt mir persönlich Feuer und Leidenschaft. Es gefällt mir zwar die Einspielung, ja, aber es löst nun keine Begeisterungstürme aus - im Vergleich zu Marriner, welchen ich ebenfalls besitze, ist Lennie natürlich erste Sahne...aber an meinen Erwartungen gemessen (auch geweckt durch die angeführten Kritiken und eben positive Erfahrungen) ist es jetzt nichts Besonderes.

      S.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sabine ()

    • Hallo Sabine,

      welche Aufnahmen sind es denn, die Dich bei Schumann begeistern und vom Hocker reißen können ???

      Das es Marriner (Brillant) nicht sein kann ist klar, die habe ich seinerzeit 1Woche nach dem Kauf schon wieder verschwinden lassen.


      Kennst Du Szell (SONY)? Da geht die Post ab. Um diese Aufnahmen zu fassen sollte man andere kennen.

      Kennst Du Karajan (DG) ? Da ist nichts von dem ihm immer fälschlich nachgesagten Breitwandsound zu spüren. Das sind packende Wiedergaben - insbesondere die Nr.2 und 3.

      Aber die Sinfonien Nr.1 und 4 --- Wer kann da noch gegen Bernstein / New Yorker PH (SONY) antreten, das es einen "wie Du schreibst "vom Hocker haut" ?
      Oder meinst Du Bernstein und die Wiener PH (DG) ? Die finde ich aber auch an der Spitze angesiedelt !
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Original von teleton
      Das es Marriner (Brillant) nicht sein kann ist klar


      warum ist das so klar?

      ich finde die marriner aufnahmen recht gut. ganz anders als etwa bernstein, aber auf ihre art hervorragend gelungen.

      marriner betont eher das tänzerische, leichte, nicht so sehr die dramatische schwere der musik. bei ihm ist schumann näher an mozart oder haydn als an beethoven dran, wenn man so will. dieser ansatz funktioniert imo gut. ich mag die frische, die durchhörbarkeit, den spielerischen elan der interpretationen. dazu spielt die academy (wie auch bei marriners tschaikowsky) absolut grandios und die klangqualität ist superb.
    • Wie's der Zufall so will, habe ich heute ebenfalls die Marriner-Aufnahmen mal wieder gehört, und ich finde sie auch nicht übel, wenngleich sie mich auch nicht gerade vom Hocker reißen. Ich finde, dass der leichtfüßige Ansatz ganz gut zu Schumann passt, jedenfalls bei der Rheinischen und der Frühlingssinfonie.

      Bei der vierten Sinfonie schwöre ich allerdings - bis jetzt - auf Harnoncourt: mitreißend, kontrastrecih, packend, da geht wirklich die Post ab.
      "Es gibt Leute, die glauben, alles wäre vernünftig, was man mit einem ernsthaften Gesicht tut."
      -- Georg Christoph Lichtenberg