Franz Schubert: Streichquintett C-dur D 956 (op. posth. 163)

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    • Franz Schubert: Streichquintett C-dur D 956 (op. posth. 163)

      Franz Schubert:
      Streichquintett C-dur D 956 (op. posth. 163)

      Meine lieben,
      ich hoffe mich nicht zu irren... jedenfalls habe ich bisher keinen Thread zu diesem Stück gefunden. Es ist fü mich eines der schönsten und poetischsten Werke überhaupt, daher muss jetzt ein Thread her!

      Dieses in Schuberts Todesjahr vor dem "Schwanengesang" entstandene Werk ist in seiner Besetzung interessant, da nicht zwei Bratschen, sondern zwei Celli benutzt werden. Das hat natürlich klangliche Konsequenzen: die hohen und die tiefen Streicher sind doppelt besetzt, die ohnehin leicht untergehende Bratsche ist daher so etwas wie ein Bindeglied, bei einem Komponisten wie Schubert aber natürlich weit mehr als das. Schubert bleibt fast unheimlich transparent in der Instrumentation (ein Grund, warum ich dieses Stück so gern habe).

      In seiner Schlichtheit kaum zu übertreffen ist der zweite Satz, der allen bestens bekannt sein dürfte, die damals die Biographie-Verfilmung "Mit meinen heißen Tränen" mit Udo Samel als Schubert gesehen haben. Das Thema wurde da immer als melancholische Untermalung benutzt, fastschon als das "Schubert-Thema". Damit wäre ih vorsichtig, aber ds Thema selbst, eingebettet in diese ebenfalls sehr einfache Harmonik ist tatsächlich so etwas wie ein Portrait insofern, als Schubert sehr oft diese Einfachheit zeigt. Das ist der Grund, warum Schubert unter den Romantikern mein Favorit, noch vor Chopin ist. Es ist die poetische Tiefe dieser Einfachheit und die Gabe, einem Thema sehr viel Raum zu geben. Insbesondere faszinieren mich die lyrischen Seitenthemen, die meiner Meinung nach keinen Vergleich kennen.
      So auch in diesem Werk. Das Seitenthema des ersten Satzes ist geradezu simpel, rhythmisch wie harmonisch und melodisch. Die Kunst ist, wie es sich dann ausbreitet und variiert wird, das ist eben typisch Schubert.
      Ungetrübt ist das Werk nicht, das zeigen bereits die einleitenden Akkorde, er letzte Satz zeigt ein Moll--Hauptthema, schließt zwar in einem Unisono-C, dieses wird aber durch die vorangehende kleine Sekunde (neapolitanische Sekunde?) noch stärker eingetrübt als durch die vorangegangenen Kadenzen mit deutlichem Mollcharakter.
      Warum ist das wichtig? Nun, weil C-Dur die Lichttonart ist, und zwar auch bei Schubert. Und wenn das Licht nicht heller wird, sondern trüber, so können wir daraus immerhin einige Spekulationen ziehen (es ist das umgekehrte Prinzip der Beethovenschen "Durch Nacht zum Licht"-Bewegung, s. 5. Symphoniemit Sonnenhymnus am Ende).

      Die Satzfolge:

      1. Allegro ma non troppo
      2. Adagio
      3. Scherzo. Presto – Trio. Andante sostenuto
      4. Allegretto

      Einige nennenswerte Aufnahmen wären:

      Isaac Stern (Violine), Alexander Schneider (Violine), Milton Katims (Viola), Paul Tortelier (Violoncello), Pablo Casals (Violoncello). CBS Masterworks 44853; Vertrieb Sony.

      Alban Berg Quartett, Heinrich Schiff (1998). EMI.

      Melos-Quartett, Mstislav Rostropowitsch (1978). Deutsche Grammophon.

      Emerson-Quartett, Mstislav Rostropowitsch (1992). Deutsche Grammophon.

      Nomos-Quartett, Klaus Kämper (2000). Amphion.

      Auryn-Quartett, Cristian Poltéra (2002) Tacet.

      (Diese Angaben ohne Gewähr, da von Wikipedia übernommen)

      Bei mir im Player liegt die Aufnahme mit dem Emerson-Quartett ud Rostropowitsch, die ich ser gern höre. Interessieren würde mich, wie die erste Aufnahme der Liste ist. Ich habeda allerdings meine Zweifel, da es meist nicht funktioniert, fünf große Musiker zusammenzuwürfeln. Die schaffen es für gewöhnlich nicht, ein homogenes Ensemble zu bilden. Aber manchmal ist das vielleicht gerade interessant... Ebenfalls interesieren würde mich das Auryn- und das Mels-Quartett (letztere Aufnahme vor allem, um sie mit der Emerson-Aufnahme, bei der ja auch Rostropowitsch mitspielt zu vergleichen).
      Bin auch gespannt auf weitere Empfehlungen.Vielleicht schaffe ich es auch, eine ganz kleine Analyse hinzuriegen.

      Herzliche Grüße

      S A T I E
      “A gentleman is someone who can play the accordion, but doesn't.” Tom Waits
    • RE: Franz Schubert: Streichquintett C-dur D 956 (op. posth. 163)

      Lieber Satie,

      das ist ein Stück für meine einsame Insel, man hört es am besten abends bei Kerzenlicht und einem guten Glas Wein.
      Deine aufgeführten CDs habe ich alle, außer Nomos, und noch viele andere.
      Ich kann Deine Befürchtungen zerstreuen, die Mannschaft um Casals legt eine wunderbare Interpretation vor (live 1952), im langsamen Satz steht die Musik fast still, aber die Spannung wird gehalten. Allerdings muss man Casals' Stöhnen und Ächzen in Kauf nehmen. Auf die anderen Interpretationen kann ich aus Zeitgründen jetzt nicht eingehen - die Ferien gehen zu Ende - ich plane aber für klassik-prisma.de im nächsten oder übernächstem Jahr eine eigene Seite mit dem Quintett, ca.30 Aufnahmen.

      Gruß Amadé
    • RE: Franz Schubert: Streichquintett C-dur D 956 (op. posth. 163)

      Original von Satie
      Alban Berg Quartett, Heinrich Schiff (1998). EMI.


      Ja, diese Aufnahme besitze ich auch, dann noch jene aus 1953 mit Casals, Stern, Tortelier etc. (Sony).

      Gleichwohl: Ich höre die Musik, aber mir will sich dieses Werk nicht erschließen. Allerdings habe ich generell Probleme mit Streichquintetten.

      Vielleicht wird mir Deine kleine Analyse auf die Sprünge helfen.

      Gruß, Cosima
    • Original von Jeremias
      @ Cosima: Mir geht es so ähnlich, aber eher mit Streichquartetten. Das Quintett von Schubert wiederum ist für mich eines der größten Werke der Musikgeschichte!


      Streichquartette – ja, das gleiche Problem. Wenn ich daran denke, dass ich mit den ganzen Beethoven-Streichquartetten bislang kaum etwas anzufangen wusste, bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen.

      Sei’s drum, man kann nicht alles mögen. – Aber wenn das Schubert-Streichquintett hier so gelobt wird, werde ich es noch einmal versuchen. Was macht es Deiner/Eurer Meinung nach zu einem der größten Werke der Musikgeschichte?
    • RE: Franz Schubert: Streichquintett C-dur D 956 (op. posth. 163)

      Lieber Satie,

      Die "Casals-Aufnahme" finde ich - trotz mancher Internationstrübungen - für musikalisch wohl die immer noch gelungendste der Discographie, soweit ich sie kenne.

      Sie ist derzeit 96 kHtz-Remastert billigst bei Documents erhältlich, muss also nicht überteuert bei Sony erstanden werden.



      Die vom Alban Berg Quartett finde ich ob des Primgeigers schwülstig. Enttäuschend brav fand ich auch die Aufnahme des sonst bei mir so geschätzten Hagen-Quartetts, ebenfalls mit Heinrich Schiff. (Dort aber mit drauf die gewaltigste "Große Fuge", die ich kenne!) Mit dem Melos-Qaurtett kann ich gar nichts anfangen. Positiv überrascht war ich damals vom Auryn-Quartett! Auf alten Instrumenten gibts eine eher düster interpretierte, virbratosparsame mit L'Archibudelli (Sony), also Anner Bylsmer und Konsorten wie Vera Beeths. Lange Zeit hörte ich auch gerne die vom Lindsay String Quartet mit Cummings (ASV), die einen klassische Zugriff pfelgen, womit ich die Betonung auf den Phrasen-Anfang, statt ein dramatische Hinziehen auf dessen Ende meine.

      Einheitlich über alle vier Sätze hinweg empfinde ich die "Casals-Aufnahme" sowie (weitgehend?) die des Alban Berg Quartetts.
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Mein Favorit beim Streichquintett ist die Aufnahme mit dem Auryn-Quartett und Poltéra (Tacet) - allein schon wegen des üppigen Klangs :ignore. Hinzuweisen wäre noch auf einen alten Klassiker, nämlich die Einspielung des Hollywood String Quartet (1951, heutzutage bei Testament), die bis auf den heutigen Tag eine der gelungensten bleibt.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Zelenka ()

    • Obwohl ich eigentlich eher wenig Kammermusik höre, noch weniger, wenn nicht einmal ein Klavier dabei ist, bin ich diesem Werk gewissermaßen verfallen, als ich die Aufnahme mit dem Amadeus-Quartett gehört habe.

      Außer der schon vielfach genannten Aufnahme von Stern, Casals usw. habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten.

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • Weiß jemand zufällig etwas über die neue Aufnahme des Quintetts mit dem Artemis Quartett u. Truls Mörk zu berichten? Ich las eine, wenn ich mich recht erinnere, relativ positive "Rezension" im Fonoforum.

      Für mich herausragend ist die Einspielung mit dem Alban Berg Quartett und Heinrich Schiff. Ich glaube, das Quintett steht auch auf dem Abschiedsprogramm hier in Köln am 22.6. - ich freue mich schon darauf.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gerion ()

    • Hier eine mehr als wohlwollende Rezension.

      meinen Eindruck hatte ich bereits schon auch an anderer Stelle geschildert:

      Ebenfalls hörte ich in das Quintett in C Schuberts mit dem Artemis Quartett und Truls Mörk hinein: Der Eindruck war besser als beim Quartettsatz! Insbesondere der letzte Satz hat mir ganz hervorragend gefallen! Sonst ist es mir im Gesamten zu unruhig und dramatisch-nervös, stets vorwärtsdrängend. Der langsame Satz zielt nur auf den Mittelteil. Im Allgemeinen findet sich inzwischen - mehr als in der fürheren Besetzung des Quartetts - die Betonung auf der Primgeigerin. Anders ist es im langsamen Satz, wo mir die Stimmverteilung ausnehmend geglückt vorkam. Der letzte Satz kam mir deutlich besselter vor als alles zuvor. Nervig ist der spitze Ton der ersten Geige.

      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Ich kann Schuberts Streichquintett nicht oft hören, zu intensiv, zu schmerzhaft. Andererseits, vor allem den zweiten Satz empfinde ich bei allem Schmerz auch als ungemein tröstlich. Aber nicht auf süßlich- verlogene, sondern auf zutiefst wahrhaftige Weise tröstlich. Das höre ich vor allem so in der langen Überleitung, die vom wilden Schmerz- oder auch Zornausbruch des Mittelteils wieder zurückführt in den A-Teil. Die Musik bleibt fast stehen an dieser Stelle, bis erst das Cello und dann die 1. Geige neu ansetzt - alles auf Anfang.



      - bei dieser Aufnahme mit dem Hagen Quartett ist das ab etwa der 7.00 Minute, dann ab 8.11 geht es zurück zum ersten Teil des zweiten Satzes, diese Stelle ist einfach unglaublich! -

      Ich bin mir immer aufs Neue unsicher, ob diese Wiederholung des 1. Teils eher müde Resignation oder friedliche Gelassenheit ausdrückt. Wie empfindet Ihr das?

      Neben der oben bereits gezeigten Aufnahme besitze ich noch diese:



      Sie ist mir aber zu schwer und zu süß, vor allem die für mein Gefühl zu dominante 1. Geige stört mich. Die Hagens klingen auf den ersten Hörblick spröder und vielleicht allzu leichtgewichtig, vor allem im zweiten Satz. Das täuscht aber, der Satz vibriert geradezu vor innerer Spannung.

      Gruß, Carola
      Bey einer andächtigen Musique ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart. J.S. Bach
    • Ich muss umbedingt die Diskussion zu diesem ganz besonderen Werk wieder aufnehmen, da es wirklich mehr Beiträge verdient hätte :)

      Ich tue mich bei der bewertung von Kammermusik-Aufnahmen immer viel schwerer, als bei Solo- oder Orchestereinspielungen und deshalb besitze ich eigentlich auch immer nur eine Aufnahme der Werke. Geht es euch da bei Kammermusik auch so?

      Folglich kenne ich auch hier nur die berühmte Aufnahme mit dem Alban Berg Quartett und Schiff.
      Wie findet ihr diese Aufnahme im Vergleich zu anderen? Würde mich echt mal interessieren, da ich dieser Aufnahme seit jeher "vertraue" und nie auch nur an eine andere Interpretation gedacht habe. Sowieso habe ich bei Schubert immer das Gefühl, Aufnahmen, Tempi, Instrumentierung, Sonatenform... wird alles so unwichtig wenn man diese Musik anhört...

      Wenn ich ein Kammermusik-Werk von allen heraussuchen müsste (mir fällt zwar kein Grund ein wieso ich das machen müsste, aber gut:)) wenn, dann würde ich sicher dieses Werk nehmen.
      Ich finde das 2. Thema im Ersten Satz ist wohl das schönste "zweite Thema" das ich kenne. Und ich übertreibe hier keineswegs! Außerdem stelle ich mir "Kammermusik" immer so vor wie den 3. Satz: Kammermusik, das ist für mich genau dieses wunderbare Zusammenspiel der Instrumente. Hier wird Musik zu etwas, das zwischen den Menschen (Musikern) entsteht und nicht (wie ich Musik normalerweise auffasse) als etwas "abstraktes" irgendwo geschrieben steht. Eigentlich ist das wunderschön, wenn man darüber nachdenkt.
      Geht es euch ähnlich?

      Und noch eine Frage zum Hagen-Quartett, da ich hier im Forum durchweg sehr viel Positives über sie gelesen habe: Sind die wirklich so gut? :D

      tut mir leid wenn ich wiedermal einen Thread hochhole, aber das verdient er:)

      kreisler
      von eurem kreislerianer
    • Original von Amadeus Kreisler
      Ich tue mich bei der bewertung von Kammermusik-Aufnahmen immer viel schwerer, als bei Solo- oder Orchestereinspielungen und deshalb besitze ich eigentlich auch immer nur eine Aufnahme der Werke. Geht es euch da bei Kammermusik auch so?


      Lieber Kreisler,

      hast Du eine Idee, warum das so sein könnte? Was macht denn die Bewertung von Kammermusik-Aufnahmen so viel schwerer? Und: Gilt das nur für Aufnahmen?

      Vielleicht - ich weiß nicht, ob das stimmt, könnte mir das aber vorstellen - liegt es aber auch genau daran, dass Du wenig Vergleich hast (ist das bei Orchesterwerken anders?).

      Original von Amadeus Kreisler
      Hier wird Musik zu etwas, das zwischen den Menschen (Musikern) entsteht und nicht (wie ich Musik normalerweise auffasse) als etwas "abstraktes" irgendwo geschrieben steht. Eigentlich ist das wunderschön, wenn man darüber nachdenkt.


      ... dann ist das ja gewissermaßen ein Erweckungserlebnis, das ist doch schön! :engel

      Allerdings verstehe ich nicht so ganz, wie Du zu der Auffassung kommst, dass Musik normalerweise etwas Abstraktes sei, was irgendwo geschrieben steht. Geschrieben??? ?( Vielleicht verstehe ich auch einfach nicht so ganz, wie Du das meinst.

      Original von Amadeus Kreisler
      tut mir leid wenn ich wiedermal einen Thread hochhole, aber das verdient er:)


      Tsss! Fishing for compliments, das ist doch löblich!

      Liebe Grüße

      Sabine

      P.S. Meine derzeit liebste Aufnahme des Streichquintetts ist die des Artemis Quartet mit Truls Mork. Ich finde die schlicht hin- und mitreißend und höre im Moment, wenn ich das C-Dur-Quintett höre, nur die.

      ... the rest is silence
      William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
    • So, bei der "Schwierigkeit mit der Bewertung" hast du wahrscheinlich genau ins Schwarze getroffen:
      Ich habe (nachdem ich mal mein CD-Regal durchsucht habe) gemerkt, dass ich wirklich nur immer jeweils eine Aufnahme von Kammermusik werken habe! und ja, das ist bei Orchesterwerken wirklich nicht so :wink
      Jedenfalls hab ich mich darum auch nie gekümmert, da ich Kammermusik - und natürlich gerade die von Schubert -immer als "ganz besondere Musik" gehört habe, und mich immer wirklich nur auf die Musik an sich konzentriert habe. Daher mag es kommen, das ich nie auf die Interpretation geachtet habe?

      Also das mit dem "geschrieben steht" das ist so eine Sache...kann ich garnicht richtig erklären, was ich damit meine :) Ich kann nur sagen, dass ich Musik in erster Linie als eine "Komposition" ansehe. Soll heißen ich achte meistens beim ersten hören besonders auf Form, da gehört aber für mich auch schon der "Ausdruck" oder sowas dazu...
      Dann - in der sozusagen höheren Stufe - sehe ich die Musik im Kontext zu ihrer Epoche oder dem Charakter des Komponisten, oder auch besonders seinen Gefühlen, die er ja mit seiner Musik ausdrückt. Besonders bei Schumann und den Romantikern, bei bsp. Beethoven aber auch.
      Und dann gibt es noch Musik (und das sind meistens die Stücke, die ich schon lange kenne, wo ich mich eben nicht mehr daran erinnern kann sie nicht zu kennen...) wie eben besonders das Meiste von Schubert & Mozart, bei der ich an gar nichts Anderes denke wie an die Musik selber, mit der ich auch nur noch eine ganz bestimmte "Gefühlsstimmung" verbinde und wo die Musik eben irgendwann, irgendwo geschrieben wurde, was für mich dann aber völlig unwichtig ist. Schließlich gibt es sie für mich schon seit jeher.
      Irgendwie klarer geworden? :D
      Bei letzterer ist es dann übrigens auch noch so, das ich nur noch der Melodie nachgehe und sowieso schon weiß, was als nächstes kommt...

      Aber zurück zum Schubert-Quintett:
      Was zeichnet die Interpretation vom Artemis-Quartett deiner Meinung nach aus?
      Ist sie so mitreißend, weil sie sehr leidenschaftlich oder so gespielt wird?
      Das ABQ ist ja in dieser hinsicht nicht so fesselnd: Bei denen ist es mehr die genaue - ein wenig objektive- Darstellung der Musik, die überzeugt.

      Grüße
      Kreisler
      von eurem kreislerianer
    • RE: Franz Schubert: Streichquintett C-dur D 956 (op. posth. 163)

      Original von Satie

      Dieses in Schuberts Todesjahr vor dem "Schwanengesang" entstandene Werk ist in seiner Besetzung interessant, da nicht zwei Bratschen, sondern zwei Celli benutzt werden.


      2 Celli sind schon in den Quintetten von Boccherini (Mozart-Zeitgenosse) besetzt - der war nämlich selber Cellist!
      zwischen weißem rauschen und nichtton

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von EinTon ()

    • Ich finde diese Tatsache aber wirklich interessant, weil das zweite Cello dem ganzen mehr "Raum" gibt.
      Mozarts Streichquntette zum Beispiel wirken durch die 2. Bratsche eher etwas gedrängter und kompakter-sind aber trotzdem auch toll.

      Bei Schubert ergeben sich durch das weitere Cello ganz neue Kombinationsmöglichkeiten (z.B. kann ein Cello die Melodie übernehmen, während das andere immer noch den Bass spielt etc.)
      von eurem kreislerianer
    • Hallo Amadeus,
      Aber zurück zum Schubert-Quintett: Was zeichnet die Interpretation vom Artemis-Quartett deiner Meinung nach aus? Ist sie so mitreißend, weil sie sehr leidenschaftlich oder so gespielt wird?


      Ich mag diese Aufnahme auch sehr. Mitreißend würde ich das nicht nennen, eher sanft und eindringlich gefühlvoll, ohne je kitschig zu werden. Ich finde, sie haben diese Emotionen wirklich großartig transportiert, die in der Musik ja schon drin sind und nicht noch übertrieben werden müssen.
      Zudem spielen sie brilliant zusammen, was ich auch bei live-Auftritten schon mit Faszination beobachten konnte.



      Noch eine alte Aufnahme des Quintetts möchte ich erwähnen, die ich sehr gern habe:


      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Heike ()

    • Original von Hebre
      Noch eine alte Aufnahme des Quintetts möchte ich erwähnen, die ich sehr gern habe:


      Heike


      eine musikalisch wunderbare Aufnahme!
      die es bei Documents (immer) noch (aber wohl nicht mehr lange) viel billiger gibt:


      Wenn schon Sony, dann versuchen, die viel besser und wärmer klingede ältere CBS-Ausgabe zu bekommen:


      (Hatten wir dies nicht schon?)
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Original von Amadeus Kreisler
      Was zeichnet die Interpretation vom Artemis-Quartett deiner Meinung nach aus?
      Ist sie so mitreißend, weil sie sehr leidenschaftlich oder so gespielt wird?


      Lieber Kreisler,

      was mich am Artemis Quartet allgemein und an dieser Einspielung des Schubert C-Dur Quintetts besonders fasziniert, ist dieses Zusammengehen von Klarheit und Emotion (daherschwall... :wink ). Für mich ist diese Interpretation durchdacht und empfunden, lebendig und durchaus leidenschaftlich. Auweia. Ich glaube, ich lass' das jetzt lieber sein, bevor ich mich hier noch weiter verbal verschwurble...

      Liebe Grüße

      Sabine
      ... the rest is silence
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