Haydns Sinfonien

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Obwohl es immer heißt, Haydn sei aus dem Schatten der Wiener Popstars herausgetreten, spricht die Verfügbarkeit auf Tonträger immer noch eine andere Sprache. Es gibt beispielsweise noch keine Gesamteinspielung der Sinfonien auf Originalinstrumenten von einem Dirigenten. Möge Giovanni Antonini lange gesund bleiben, denn er hat dieses Projekt in unserer Zeit, in der verkaufsfähige klassische Interpreten wie Popmusiker ausgewrungen werden, mit bemerkenswertem Atem angelegt. 2014 begonnen soll es 2032 zum 300. Geburtstag des Meisters fertig werden. Alles Wissenswerte zu diesem Projekt kann man bündig auf der Netzseite der Joseph Haydn Stiftung Basel nachlesen. Da so etwas nicht nur von Sponsoren, sondern auch von uns Konsumenten unterstützt gehört, habe ich mir soeben die limitierten Deluxe-Ausgaben von Vol. 4 und 5 bestellt.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Einige Tage in vielen kleinen Etappen hat es gebraucht um diesen Faden einmal von vorn bis hinten durchzulesen. Davon inspiriert - & weil ich mich eh mal wieder mehr mit Haydn beschäftigen wollte - schau' ich nun auch meine Sammlung durch. Mir fehlen bei den Sinfonien nur noch eine Hand voll Werke in meinem kunterbunten Patchwork verschiedener Aufnahmen. Wie vorgehen? Wie neu beginnen mit dem Durchhören? Stur von Hob. I, 1 bis zum Schluss? Nach Sarastros chronologischer Reihenfolge? Aus purer (Platz-) Not entscheide ich mich für einen umgekehrten Ansatz: ich starte mit meinen "Wackelkandidaten": muss meine Regale dringend "ausmisten" & versuche (gegen mein Naturell) gnadenlos dabei zu sein.

      Also: welche muss als erste weichen?
      Diese hier:

      Hob I 93 D-dur
      Hob I 95 c-Moll
      March for the Royal Society of Musicians
      Österreichisch-ungarische Haydn-Philharmonie Eisenstadt - Ádám Fischer
      (CD, Nimbus, 1989)
      Von Anfang an störte mich die hallige Akustik. Auch hat mich Fischer hier nie wirklich überzeugt, sein Haydn kommt streckenweise doch recht behäbig daher. Mit den Jahren sind dann bessere Vergleichseinspielungen dazu gekommen. Darum sag' ich ihr nun Lebewohl.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sfantu ()

    • Als nächstes aussortiert wird diese Platte:

      & wieder muss Ádám Fischer dran glauben. Dies sind keine wirklich schlechten aber eben auch keine herausragenden Versionen. Beim Largo der 88sten ist es dann allerdings endgültig vorbei: Das Grundtempo wird hier dermassen zerdehnt, dass man zum Mitzählen der Taktschläge technische Unterstützung braucht. Das ist keine Kunstvermittlung mehr sondern Persiflage!



      Hob I 88 G-dur
      Hob I 100 G-dur
      Nemzeti Filharmonikus Zenekar Budapest - Ádám Fischer
      (LP, Hungaroton, 1988)
    • Ebenfalls nicht Fisch & nicht Fleisch sind für mich diese Aufnahmen (oder sollte ich besser sagen: "nicht Bär & nicht Henne"?).
      (Zu) Vieles bleibt hier dann doch im Ungefähren & schafft es nicht oft genug, mich zu fesseln.


      Hob I 82 "L'Ours" C-dur
      Hob I 83 "La Poule" D-dur
      New York Philharmonic Orchestra - Leonard Bernstein
      (LP, CBS)
    • & weiter geht's mit meinen Haydn-"Play Offs"


      Hob I 54 G-dur
      Hob I 56 C-dur
      Magyar Kamarazenekar Budapest - Vilmos Tátrai
      (LP, Hungaroton, vermutl. 70er Jahre)



      Hob I 54 G-dur
      Hob I 56 C-dur
      Hob I 57 D-dur
      Kölner Kammerorchester - Helmut Müller-Brühl
      (CD, Naxos, 1996)

      Etwas unentschieden lassen mich diese beiden Aufnahmen zurück.
      Das Ungarische Kammerorchester spielt blitzsauber, die Tempi sind organisch. Was zu kurz kommt, ist eine Portion Rethorik. Hier haben die Kölner die Nase vorn. Ein schönes Beispiel der Kopfsatz der 56sten mit kräftigen Akzenten, nicht zuletzt durch die herrlich auftrumpfende Pauke. Auch sonst gefällt mir die Naxos-Scheibe rundum gut. Wäre da nicht der etwas stumpfe Klang. Hier hat die Hungaroton-Platte mehr Weite, mehr Höhen, mehr Schmelz.

      Nicht einverstanden bin ich mit der Grammophone-Besprechung zu Müller-Brühl. Die langsamen Sätze & die Menuette sein zu schleppend - schliesslich habe bspw. das Menuett aus der 57sten wie ein "bucolic waltz" zu klingen (sagt wer?). Der kernige Kopfsatz der C-dur-Sinfonie (& nur der) wird allerdings auch hier gelobt.
      Nichts desto weniger kann auch ich mir insgesamt ein Mehr vorstellen: an Energie, an Begeisterung & - wie gesagt - an klanglicher Brillanz.
      Interessanterweise wird in eben jener Grammophone-Rezension Dorati mit der Philharmonia Hungarica als bessere Alternative genannt.

      Vorläufiges Fazit also: beide behalten bis auf Weiteres ihren Platz in meiner Sammlung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sfantu ()

    • Wohl die letzte Aufnahme im Rahmen meiner Haydn-Play Offs:



      Hob I 97 C-dur
      Hob I 98 B-dur
      The Cleveland Orchestra - George Szell
      (LP. CBS, 1971)

      In den besseren Momenten haben diese Aufnahmen einen ansteckenden musikantischen Drive: Kopfsätze! Im Adagio der 97sten wird das angefügte "ma non troppo" scheinbar übersehen, so in die Breite gezogen, wie es hier ertönt. Vor dem Stillstand bewahrt hier am Ende nur der Abwechslungsreichtum dieser Musik. Nr. 98 wird gegen Ende des Finalsatzes vom Tempo her dermassen angezogen, dass die Cembalo-Einlage so herunter gehudelt werden muss, dass sie in keiner Weise zur Geltung kommt - das hat leider etwas Karikaturenhaftes.
      Guter, kerniger Stereo-Klang, allerdings sehr streicherlastig. Die silbrigen Geigen brillieren, die anderen Saiteninstrumente haben sattes Fundament - gut, non vibrato kann man bei einer Aufnahme dieses Datums nicht erwarten. Nur gehen auf diese Weise eben auch Details der (insbesondere Holz-) Bläser unter.

      Die Platte erhält eine Art Gnadenfrist - die Pistole auf die Brust gesetzt, müsste ich sie aber aussortieren.
      Wann läuft jene Frist aus? Wenn ich im Rahmen meines geplanten systematischen Durch-& Vergleichshörens bei ihr ankomme. Dies werde ich nach Sarastros dankenswerter Weise erstellten chronologischen Liste tun. Der Startschuss fällt in den kommenden Wochen.
    • Ein Zitat der Faden-Einfädlerin fordert zum (hoffentlich fruchtbaren) Gegenbeweis heraus:

      Cosima schrieb:

      Haydns 104 Sinfonien

      … könnte man natürlich auch einzeln besprechen, aber erstens schaffen wir das eh nicht [...]
      Na, das wollen wir doch mal sehen...


      Hob. I 1-104 durchzuhören, ist seit jeher mein Vorhaben.

      «Und? Wer oder was hat Dich bisher daran gehindert?» könnte man entgegnen. Meine Antwort: die üblichen Alltagszwänge. &? Bestehen die nicht weiterhin? Das tun sie. Nur sollen sie fortan keine Ausrede mehr sein.

      Nun habe ich über die Jahre ohne festes Ziel viele unterschiedliche Einzelaufnahmen gesammelt. Im Verlauf, nachdem man mal mehr als die Hälfte zusammen getragen hat, verfestigte sich der Gedanke, nun könne man auch gleich weiter gehen & so peu à peu die Lücken auffüllen. Aber erst in den letzten Monaten konnte ich das endlich mal abschließen, sodaß ich jetzt daran gehen kann, alle Werke zu hören um Haydns Entwicklungslinien in dieser Gattung (hoffentlich) nachvollziehen zu können.

      Mir ist es wichtig, ein paar Dinge zu erwähnen, bevor ich starte:

      Wenn nichts dagegen spricht, widmen wir jedem Werk einen eigenen Faden.

      Neben der besseren Übersichtlichkeit können sich (& tun das hoffentlich auch) bitte möglichst Viele beteiligen & so die Hörvergleiche & die Diskussion bereichern. Das Ganze zerfasert dann nicht so leicht & es können Beiträge gezielt zu einem bestimmten Werk platziert werden. Überhaupt soll das hier keine One-man-show werden: jeder ist jederzeit eingeladen, mir zuvor zu kommen & selbst einen Faden zu einer der Sinfonien zu eröffnen. Außerdem bin ich musikalischer Laie & es verfügen viele von euch über mehr Wissen & über ihre ganz eigenen Hörerfahrungen. Bringt sie unbedingt mit ein - ich fände es schade, wenn sie hier fehlten!

      Bis auf Weiteres nicht berücksichtigen werde ich die Nummern 105 (streng genommen nicht zur Gattung gehörend), 106, 107 (auch «A») & 108 (auch «B»): Habe bisher keine Aufnahme von ihnen, zudem geht über 106 die Diskussion, ob es sich nicht eigentlich um eine Opernouvertüre handelt .
      Zu 76, 103 & 104 existieren ja bereits Fäden von euch, sodaß nur noch schlappe 101 Werke zu berücksichtigen sind…ich denke: wir schaffen das (Merkel’sche Konstante)!

      Ich selbst richte mich nach der Chronologie der Entstehungszeiten.
      Sarastro war vor Jahr & Tag so freundlich, eine entsprechende Liste in diesem Faden einzustellen. Hier ist sie nochmal:

      1757-1760/61: 1; 37; 18; 2; 4; 27; 10; 20; 17; 19; 107; 25; 11; 5; 32
      1761/62: 15; 3; 6 ("Le Matin"); 7 ("Le Midi"); 8 ("Le Soir"); 36; 33; 9; 108; 14
      1763-1765: 40; 12; 16; 34 (d); 72; 13; 23; 22 ("Philosoph"); 21; 24; 30 ("Alleluja"); 31 ("Hornsignal"); 39 (g); 29; 28
      1767-1768: 38 ("Echo"); 58; 35; 59 ("Feuersymphonie"); 49 (f, "Passione"); 26 (d,"Lamentatione"); 41
      1769-1772: 65; 48 ("Maria Theresia"); 44 (e, "Trauersymphonie"); 43 ("Merkur");
      52 (c); 42; 47; 45 (fis, "Abschiedssymphonie"); 46 (H!)
      1773-1774: 51; 64 ("Tempora mutantur"); 50; 55 ("Der Schulmeister"); 54; 56; 57; 60 ("Il distratto")
      1774/75-1781: 68; 66; 67; 69 ("Laudon"); 61; 53 ("L´impériale"); 70; 71; 63 ("La Roxelane"); 73 ("La chasse"); 74; 75
      1782: 76; 77; 78 (c)
      1784: 79; 80 (d); 81
      1785-1786: Pariser Symphonien: 82 ("L´ours" = "Der Bär"); 83 (g, "La poule" = "Die Henne"); 84; 85 ("La reine"); 86; 87
      1787: 88; 89
      1788-1789: 90; 91; 92 ("Oxford")
      1791-1792: Londoner Symphonien, erste Gruppe: 93; 94 ("mit dem Paukenschlag"); 95 (c); 96 ("Miracle"); 97; 98
      1792: 105 (die Sinfonia Concertante)
      1793-1795: Londoner Symphonien, zweite Gruppe: 99; 100 ("Militärsymphonie"); 101 ("Die Uhr"); 102; 103 ("mit dem Paukenwirbel"); 104 ("Salomon")

      Die Administratoren mögen im Verlauf aber selbst entscheiden, ob sie zwecks besserer Übersicht die Beiträge nach den aufsteigenden Hoboken-Nummern ordnen möchten.

      Der Startschuß ist also gefallen.
      Ich wünsche uns allen vergnüglichen, kurzweiligen, erhellenden, von "Aha!"s, "Oho!"s & "Achso!"s arpeggierten Erkenntnis- & Lustgewinn!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sfantu ()

    • D-dur Hob I Nr. 1

      Vermutlich im Jahre 1757 entstand Haydns Sinfonien-Erstling, während seiner Anstellung als Kapellmeister & Kammercompositeur beim Grafen Morzin - des Winters in Wien & im Sommer-Halbjahr auf dem gräflichen Schloß nahe Unter-Lukawitz in Böhmen, heute Dolní Lukavice, südlich von Plzeň (Pilsen).


      Da die chronologisch nächste Sinfonie (Hob I Nr. 37) in einer Kopie von 1758 belegt ist, muß Hob I Nr. 1 also davor entstanden sein.

      Zunächst waren Form & Anzahl der Sätze nicht festgelegt. Haydns Jugendwerke bis etwa 1764 hin zeigen in zehn Symphonien eine dreisätzige Folge nach Art der Wiener Symphonie von Monn & Wagenseil oder in der Anlehnung an die italienische Opernsinfonia, während neun dem von der Mannheimer Kompositionsschule um Johann Stamitz geprägten viersätzigen Typ nahestehen [...] Alle Symphonien bedeuten Stationen auf dem Wege zu einer Vertiefung des symphonischen Stils. Trotz ihrer Kürze sind sie ihrer Struktur nach echte Symphonien. Selbst manchmal an den Kammerstil erinnernde Sätze können diesen Eindruck nicht verringern. Schon in den Frühwerken drängt Haydn aus dem Divertimento heraus, & bei aller scheinbar tändelnden Leichtigkeit mancher Sätze ist ihm die Symphonie von Anbeginn ein ernstes Geschäft gewesen.
      Helmuth Wirth (1)

      Der Graf unterhielt ein Bläserensemble, für das Haydn sogenannte Feldparthien komponierte (Suiten zur Aufführung im Freien), & außerdem ein kleines Streichorchester, das bei Bedarf durch Musiker aus dem Bläserensemble ergänzt wurde. Für dieses erweiterte Orchester schrieb er seine ersten Sinfonien, auf jeden Fall die Nr. 1-5 & wahrscheinlich mindestens sechs weitere.
      Matthew Rye (2)

      Nr. 1 D-dur, für den Grafen Morzin komponiert, wurde früher dem Mannheimer Komponisten Anton Filtz (1730-60) zugeschrieben. Sie zeigt in der Tat Einflüsse dieser aus Böhmen stammenden Komponistengruppe, namentlich im ersten Satz. Allerdings fehlt das Menuett, das die Mannheimer als festen Bestandteil in die Symphonie eingeführt hatten. Der ohne Bläser auszuführende langsame Satz, Andante, hat in seinem Duktus schon ein ganz haydnsches Gepräge.
      Helmuth Wirth

      Gleich mit einer Mannheimer Rakete hebt der vitale, drängende Kopfsatz an. Im 2/4taktigen Andante kann man schon einen charakteristischen Haydn vernehmen, so gravitätisch schreitend, wie er stellenweise daherkommt (später bspw. im Mittelteil der Ouvertüre zu "Lo Spaziale").
      Das abschließende Presto ist ein knapper, schwungvoller Kehraus.

      Meine beiden Aufnahmen:


      Philharmonia Hungarica - Antal Doráti
      (LP. Decca, P 1974)

      Presto 4’59 Andante 5’42 Presto 2’09
      a' = 440 Hz


      The Hanover Band - Roy Goodman
      (CD, hyperion, 1991)

      Presto 5'02 Andante 6'12 Presto 1'58
      a' = 430 Hz

      Beide Versionen sind vorzüglich, die Unterschiede kleiner als man vermuten könnte:
      dem Haydnschen Esprit werden beide vollauf gerecht, die Musik vermittelt Frische, vielleicht auch so etwas wie Aufbruch. Dennoch wirkt alles natürlich & ausgewogen, niemals überdreht. Doráti wie Goodman entscheiden sich für das Cembalo im Generalbaß, wobei es bei Goodman klangtechnisch viel präsenter ist, somit eine eigene (& wie ich finde: reizvolle) Farbe mit hinein bringt (wohl nicht ganz zufällig? Schließlich sitzt Goodman selbst auf der Klavierbank). Bei Doráti blitzt es allenfalls im Mittelsatz einmal silbrig im Hintergrund hervor. Hier wie dort wird mit Laune & Schwung musiziert, die Aufnahmequalität ist in beiden Fällen transparent, bei den Exil-Magyaren mit etwas mehr Körper & Grundierung. Ich möchte keiner der beiden den endgültigen Vorzug geben. Es ist auch nicht notwendig - sie ergänzen sich auf das Schönste.

      (1) aus der Beilage zur Decca-LP-Box
      (2) aus dem Booklet zur hyperion-CD

      P. S. Der Wikipedia-Artikel zu Hob I Nr. 1 ist gut gemacht, m. E. jedenfalls weit über Wiki-Standard. Ich habe hier nicht daraus zitiert, empfehle ihn aber, wenn man auf unkomplizierte Weise mehr erfahren will.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sfantu ()



    • Toi toi toi - wie der Franzose sagt. Oder war's der Chinese?

      Ich möchte mich gerne beim Hören (und vielleicht auch beim Kommentieren) beteiligen, denn einen systematischen Hördurchgang mit ein wenig Information für mich habe ich jüngst auch ganz fest eingeplant. Ein Probedurchlauf mit den Londonern als Vorübung hat bereits stattgefunden; außerdem habe ich eher systemlos auch schon vieles aus der Altfischerbox ( :P ) gehört. Weiterhin sammle ich seit Beginn die Wunsch-Integrale Haydn 2032 von alpha.

      Außer für die Londoner, für die Pariser, für die wichtigsten Sturm-und Drang-Sinfonien und für die eine oder andere Weitere verfüge ich nur über obige Integrale, die so schlecht nicht ist, freilich ungleichgewichtig aus wohl auch hier bekannten Gründen. Eigentlich reicht mir das, da ich ja überdies mit der sicher sehr hippen Sammlung bei alpha weitermachen will.

      Herzliche Grüße,

      Wolfgang

      [PS: Gibt es keine Partner-Verlinkungen auf Cover mehr?]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andréjo ()

    • Hallo Guenther, hola Andréjo,

      schön, zu wissen, daß ich nicht allein bin auf dieser Expedition!

      Guenther, ich hoffe, Du hast Freude an der Goodman-Scheibe!
      & ich hoffe außerdem, Du hast die hier abgebildete Neuauflage auf helios ergattert

      & nicht mein altes Original auf hyperion (siehe meinen letzten Beitrag)! Mein Exemplar ist mittlerweile nämlich Opfer des berüchtigten "Bronzening" geworden - kennt ihr das? Ich hoffe nicht! Die Engländer experimentierten Mitte / Ende der 80er bis knapp Anfang 90er Jahre mit Silber- statt Alumimium-Beschichtungen von CDs. Das Ergebnis: sie oxydieren langsam von außen nach innen. Je lauter das Tonsignal, desto stärker machen sich rhythmische Störgeräusche bemerkbar - so, als würde jemand versuchen, mit einer Zellophan-Tüte Percussion zu machen. Es hat im Falle der Haydn 1-5 inzwischen die letzten 8 Tracks befallen. Daher kann ich die Sinfonien 1-3 noch störungsfrei hören, danach wird's dann unerfreulich...
      Solltet ihr also auf der CD selbst abgedruckte Produktionsdaten von ca. 1985-92 sowie das Signet "Made in England" lesen, dann rate ich dringend, die Finger davon zu lassen.
      Übliche Verdächtige sind hyperion & ASV, vereinzelt aber auch die DGA > knapp die Hälfte meiner Malcolm-Bilson-English-Concert-John-Eliot-Gardiner-Mozart-Konzerte ist betroffen.
      Ist die Scheibe bereits von dieser Oxydation befallen, erkennt man das oft schon an dem vergilbt oder angebrannt erscheinenden Rand. Hier ein paar Beispiele:





      Bei Omas alter silberner Teekanne mag das edel aussehen. Nur, die kriegt man mit dem richtigen Mittelchen wieder auf ebenmäßigen Glanz. Für die CD bleibt leider nur noch die Tonne.

      @ Andréjo,

      mit der alpha-Serie habe ich ebenfalls begonnen & zwar mit der Vinyl-Ausgabe. Die Haptik & das großformatige Artwork sind natürlich klasse. Zwar ist es nicht gar so verheerend, wie manche Benutzer-Rezension bei jpc glauben macht (da bin ich eh vorsichtig geworden), allein, es stimmt schon: die Preßqualität gibt nicht gerade Anlaß zu Freudensprüngen...da ist eine Portion Glück gefragt, ein gutes Exemplar zu erwischen. Bei diesen Preisen wünschte man sich schon einen zumindest ordentlichen Gegenwert.
      Da können die vom Medium losgelösten Streamer natürlich nur müde lächeln.
    • Dann wünsche ich uns viel Freude, eine Haydn-Freude!

      Mit dem Bronzening habe ich noch keine Bekanntschaft gemacht, auch nicht mit verklebtem Schutz- oder Füllmaterial - und es möge so bleiben.

      Eine LP ist etwas sehr Schönes. Ich habe nicht gar so viele davon, halte sie aber in Ehren, auch wenn ich nur in Ausnahmefällen dazukaufe, und habe vor knapp zwanzig Jahren den kaputten Plattenspieler durch einen besseren ersetzt.

      Ansonsten bin ich auch bezüglich Streamen etc. ein altmodischer Mensch. Höchstens, dass ich mir mal eine mp3-Ausgabe zulege und dann brenne, wenn die echte Scheibe zu teuer ist oder nicht vorhanden.

      :beer Wolfgang
    • Lieber Wolfgang,

      da seien die vollen Bier-Seidel doch von Herzen zurück geprostet :beer
      Ich sage nicht, daß das ohne physisches Medium Konsumierte wertlos sei.
      Aber Hand auf's Herz: traurig ist es irgendwo schon, oder nicht? Zumindest dann, wenn offen zu Tage tritt, wie wenig Bedeutung dem Gesehenen, Gelesenen, Wahrgenommenen insgesamt beigemessen wird...War letzte Woche in einer Mittagspause Zeuge eines Dialogs zweier Anfang-Zwanziger, der gleichermaßen zu Hoffnung wie zu Resignation Anlaß gibt: Sie: "Nein! Jetzt muß Schluß sein! Wenn ich das nächste Kapitel starte, kann ich nicht mehr aufhören". Er (mit gequältem Gesichtsausdruck): "Hallo? Wozu liest Du das Buch, wo's den Film doch auf Netflix gibt???"

      In diesem Sinne: bis bald!

      VG, Sfantu
    • Ja, ich habe die HELIOS-Edition bestellt.

      für -,89 Euro kann man nicht meckern, da habe ich noch gleich die Sinfonien 5-10 mitbestellt, ebenfalls für -,89 Euro...
      :)

      Beides HELIOS.
      --
      "Seine Arbeit ist genial! Nur hie und da... nur hie und da, so schien es mir..." - "Was meinen Eure Majestät?" - "Rosenberg, wie drückt man das aus?" - "Zu viele Noten, Majestät!" - "Exakt! Glänzend formuliert!"
      (Aus "Amadeus")
    • Roy Goodman ist eine gute Wahl bei Haydn, aber ich möchte jedem auch Thomas Fey ans Herz legen. Grundsätzlich finde ich seine Einspielungen aus Heidelberg fantastisch, nicht nur bei Haydn.

      Als GE der Sinfonien würde ich wegen der Unausgeglichenheit nicht Adam Fischer bevorzugen, den habe ich schon lange verkauft wieder, sondern den Zyklus mi Dennis Russell Davies. Leider ist der zur Zeit sündhaft teuer. Ich hatte damals (2013 bereits) keine 40 € gezahlt dafür.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Maurice André schrieb:

      Als GE der Sinfonien würde ich wegen der Unausgeglichenheit nicht Adam Fischer bevorzugen [...]
      Diese Unausgeglichenheit ist schwerlich zu leugnen, andererseits sind doch die meisten Sinfonien vor Paris so schlecht nicht eingefangen, wenn sie nicht schon in den Anfangsjahren (um 1990) entstanden. Für die wichtigen Sturm-und-Drang-Sinfonien sollte man sich Alternativen zulegen, für die Nummern ab 82 sowieso. (Ich besitze Diverses, vor allem Brüggen und Kuijken.)

      Fey ist gewiss gelungen, aber halt nicht vollständig. Davies und Dorati dürften auch nicht gleichwertig sein, was man so liest. Vielleicht würde ich mir heute überhaupt keine Gesamtaufnahme mehr zulegen, aber andererseits war Fischer stets preisgünstig und dürfte es gar nicht so einfach sein, alle Sinfonien zusammenzustellen, ohne dass es auch bei den weniger geläufigen alle möglichen Doppelungen gibt.

      Es mag jeder so halten, wie er es für richtig befindet. Ich will meine Haydn-Sammlung eigentlich nicht mehr erweitern, dazu sind meine Interessen viel zu breit (und der Platz ist begrenzt.)

      :) Wolfgang
    • Sfantu schrieb:

      ich denke: wir schaffen das (Merkel’sche Konstante)!
      Lieber Sfantu,

      ich finde das eine Super-Initiative, auch wenn ich die Merkel'sche Konstante nicht gerade heranziehen würde, hat sie sich doch bereits als Synonym für Realitätsverlust erweisen (außer bei denen, die ebenfalls an ebensolchem leiden und heute immer noch dran glauben). Vor zwei Jahren wäre ich im Viereck herumgesprungen und hätte geschrien: ich bin dabei! Heute ist die Sachlage freilich etwas anders. Die bevorstehende Emigration fordert Tribut in Form von ungeahnten Papierschlachten (und meine Abneigung auf das volksvertretende Ungetüm, das solche Schikanen auf das Volk loslässt, wird dadurch nicht besser), Besitztümer müssen veräußert werden, der aktuelle Job übergeben. Und ich fahre beim Musikhören gerade nach dem hedonistischen Prinzip: Gehört wird, was gerade jetzt gefällt - und das ist momentan Big Band-Jazz und Hartwurst-Kram. Nachdem immer mehr Menschen in meinem Umfeld vom großen Regisseur aus dem Spiel genommen werden (erst vorgestern hat das Herz eines Kollegen ohne Vorwarnung aufgehört zu schlagen), werde ich immer wählerischer, womit ich meine Musikhör-Mußestunden verbringe, bis ich schließlich selbst dran bin. Es sei damit nichts gegen solche Projekte, bei denen man sich und sein Hörprogramm einem sanften Selbstzwang unterwirft, gesagt; das können -selbst mehrfach erlebte- transformierende Erfahrungen sein. Ich werde sicher ab und an mal einen Kommentar einwerfen, aber systematisch mithören steht derzeit nicht auf dem Plan.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Ich habe das schon gemacht. Das erste Mal mit dem Zyklus unter Fischer, dann mit jenem unter Dennis Russell Davies. Jeden Tag als erste CD Haydn mit den Sinfonien. Warum auch nicht? Ich finde ihn immer wieder absolut hörenswert, vor allem dann, wenn er entsprechend pointiert und frisch gespielt wird.
      Es ist nicht schwer zu komponieren.Aber es ist fabelhaft schwer,die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen. (Johannes Brahms)

      Der Dirigent ist ein Facharbeiter,der zwanzig Jahre Berufsausbildung benötigt. (Herbert von Karajan)
    • Benutzer online 2

      2 Besucher