Haydns Sinfonien

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    • Original von Cosima

      Und ich muss auch nicht unbedingt alle Symphonien komplett haben. Deshalb noch eine Frage vorweg: Bei mir geht es mit der 44. Symphonie erst los. Die späteren sind sicher die interessanteren, aber wie weit sollte man zurückgehen? Kann man bspw. die ersten 20 weglassen?

      Gruß, Cosima


      Liebe Cosima:

      Die Nummern 6-8, nämlich die "Tageszeiten"-Symphonien sollte man wohl eher nicht weglassen, vor allem weil es sehr gute Aufnahmen u.a. mit dem English Concert unter Pinnock (DG Archiv) und mit dem Freiburger Barockorchester (HM) gibt. Ansonsten gibt es eine mögliche Richtschnur bei der Auswahl von frühen Symphonien: Hier tut ein beigegebener Name ("Abschied" etc.) immer etwas zur Sache.

      Nach dem "New Grove" hat Haydn übrigens 106 Symphonien geschrieben. Es kommen die Symphonien A und B hinzu, die Dorati z.B. dann auch aufgenommen hat.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Original von Cosima

      Und ich muss auch nicht unbedingt alle Symphonien komplett haben. Deshalb noch eine Frage vorweg: Bei mir geht es mit der 44. Symphonie erst los. Die späteren sind sicher die interessanteren, aber wie weit sollte man zurückgehen? Kann man bspw. die ersten 20 weglassen?

      Gruß, Cosima


      Liebe Cosima:

      Die Nummern 6-8, nämlich die "Tageszeiten"-Symphonien sollte man wohl eher nicht weglassen, vor allem weil es sehr gute Aufnahmen u.a. mit dem English Concert unter Pinnock (DG Archiv) und mit dem Freiburger Barockorchester (HM) gibt. Ansonsten gibt es eine mögliche Richtschnur bei der Auswahl von frühen Symphonien: Hier tut ein beigegebener Name ("Abschied" etc.) immer etwas zur Sache.

      Nach dem "New Grove" hat Haydn übrigens 106 Symphonien geschrieben. Es kommen die Symphonien A und B hinzu, die Dorati z.B. dann auch aufgenommen hat.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis

    • Die Haydn Symphonien sind immer wieder ein große Freude für das Ohr. Es war schon eine Meisterleistung 104 Symphonien zu komponieren+ Symphony "A"
      Leider werden die Haydn Symphonien unter 80 recht wenig gespielt.
      Ich finde die Aufnahmen mit der Philharmonia Hungarica sehr gelungen nicht langweilig und sehr fröhlich gespielt. Nicht ohne Grund hat die Einspielung einen Plattenpreis bekommen.





      Auch Herbert von Karajan hat gute Aufnahmen gemacht von den Pariser Symphonien und den Londoner Symphonien.

      Gruß Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von karajan ()


    • Die Haydn Symphonien sind immer wieder ein große Freude für das Ohr. Es war schon eine Meisterleistung 104 Symphonien zu komponieren+ Symphony "A"
      Leider werden die Haydn Symphonien unter 80 recht wenig gespielt.
      Ich finde die Aufnahmen mit der Philharmonia Hungarica sehr gelungen nicht langweilig und sehr fröhlich gespielt. Nicht ohne Grund hat die Einspielung einen Plattenpreis bekommen.





      Auch Herbert von Karajan hat gute Aufnahmen gemacht von den Pariser Symphonien und den Londoner Symphonien.

      Gruß Andreas

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    • Original von Amadé
      Hier noch Hinweise auf sehr gute Haydn-Interpreten, Einiges wurde schon von Euch erwähnt:

      ...
      Brüggen, Orchester des 18.Jahrhunderts, Philips

      Vor kurzem habe ich die "Londoner" Sinfonien mit Brüggen gekauft, aber was da geboten wird, sagt mir nicht sonderlich zu. Gehört habe ich bisher die Sinfonien Nr. 93, 102 und 103. Brüggen nimmt die ersten und letzten Sätze nach meinem Empfinden zu langsam; der erste Satz von Nr. 93 ist so allenfalls ein Moderato, aber keineswegs Allegro assai. Bei den Menuetten ist er dagegen zu schnell, sie verlieren so einen guten Teil ihres tänzerischen Charakters und klingen eher wie ein Scherzo. Die langsamen Sätze strahlen nicht die nötige Ruhe aus; hier wird öfter das Tempo angezogen. Ich habe fast den Eindruck, als würden sie ihn langweilen.

      Abgesehen von den ungewöhnlichen Tempi gibt es noch einige Intonationstrübungen und Ungenauigkeiten im Zusammenspiel, aber das mag dadurch begründet sein, daß es sich um Live-Aufnahmen handelt. Auf der Hülle ist das merkwürdigerweise nicht vermerkt, sondern nur (kleingedruckt) im Booklet. Ich bin gespannt, ob die übrigen drei CD's meinen Eindruck bestätigen...

      Viele Grüße,
      Manfred
    • Original von Amadé
      Hier noch Hinweise auf sehr gute Haydn-Interpreten, Einiges wurde schon von Euch erwähnt:

      ...
      Brüggen, Orchester des 18.Jahrhunderts, Philips

      Vor kurzem habe ich die "Londoner" Sinfonien mit Brüggen gekauft, aber was da geboten wird, sagt mir nicht sonderlich zu. Gehört habe ich bisher die Sinfonien Nr. 93, 102 und 103. Brüggen nimmt die ersten und letzten Sätze nach meinem Empfinden zu langsam; der erste Satz von Nr. 93 ist so allenfalls ein Moderato, aber keineswegs Allegro assai. Bei den Menuetten ist er dagegen zu schnell, sie verlieren so einen guten Teil ihres tänzerischen Charakters und klingen eher wie ein Scherzo. Die langsamen Sätze strahlen nicht die nötige Ruhe aus; hier wird öfter das Tempo angezogen. Ich habe fast den Eindruck, als würden sie ihn langweilen.

      Abgesehen von den ungewöhnlichen Tempi gibt es noch einige Intonationstrübungen und Ungenauigkeiten im Zusammenspiel, aber das mag dadurch begründet sein, daß es sich um Live-Aufnahmen handelt. Auf der Hülle ist das merkwürdigerweise nicht vermerkt, sondern nur (kleingedruckt) im Booklet. Ich bin gespannt, ob die übrigen drei CD's meinen Eindruck bestätigen...

      Viele Grüße,
      Manfred
    • Manfreds Einschätzung zu Dorati und Adam Fischer teile ich, außer dass ich Dorati gar nicht romantisch finde!

      Meine Lieblingssinfonien:
      Nr. 68 (langsamer Satz!), 94 ("Paukenschlag") und 95 (die einzige der Londoner ohne langsamer Einleitung) in der Interpretation von Nikolaus Harnoncourt mit dem Concertgebow Orchester.
      :down (Die anderen von ihm finde ich alle bloß mäßig oder matt.)

      Übrigens, bei Brilliant Classics gibts neben der GA durch Fischer auch eine Box mit bloß den "Namenssinfonien" für all jene, die weniger Platz haben.
      :wink

      Findet ihr eigentlich die "Pariser" auch interessanter als die "Londoner"?
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von ab ()

    • Manfreds Einschätzung zu Dorati und Adam Fischer teile ich, außer dass ich Dorati gar nicht romantisch finde!

      Meine Lieblingssinfonien:
      Nr. 68 (langsamer Satz!), 94 ("Paukenschlag") und 95 (die einzige der Londoner ohne langsamer Einleitung) in der Interpretation von Nikolaus Harnoncourt mit dem Concertgebow Orchester.
      :down (Die anderen von ihm finde ich alle bloß mäßig oder matt.)

      Übrigens, bei Brilliant Classics gibts neben der GA durch Fischer auch eine Box mit bloß den "Namenssinfonien" für all jene, die weniger Platz haben.
      :wink

      Findet ihr eigentlich die "Pariser" auch interessanter als die "Londoner"?
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von ab ()


    • Findet ihr eigentlich die "Pariser" auch interessanter als die "Londoner"?



      Hallo ab!

      Bei der Aussage schließe ich mich entschlossen an! Ich höre zudem die Pariser Symphonien viel lieber und öffter! Es ist soviel Freude, besonders immer in den ersten Sätzen der Pariser Symphonien zu hören!
      Ich lese ja gerade ein Buch über Joseph Haydn und darin wird geschildert, dass er seine ausgelassene Fröhligkeit, bei den Londoner nur noch Fröhlich sind, aber nicht mehr ausgelassen, entfesselt und frei!
      Er hat sich bei seiner 2. Londonreise viele Sorgen gemacht, wegen dem Krieg, die Franzosen bedrohten England und Europa! Zum aller ersten mal ist wirklich ein bisschen depressiver Haydn in London! Nicht mehr so entfesselt wie der Haydn, der letzten 65 Jahren! Wie Gut das Haydn sonst ein überaus fröhlicher Mensch war, denn ein depressiver Haydn wäre bei weitem nicht so weit gekommen in der Welt der Musik!

      Gruß
      Daniel
      :tongue:
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)

    • Findet ihr eigentlich die "Pariser" auch interessanter als die "Londoner"?



      Hallo ab!

      Bei der Aussage schließe ich mich entschlossen an! Ich höre zudem die Pariser Symphonien viel lieber und öffter! Es ist soviel Freude, besonders immer in den ersten Sätzen der Pariser Symphonien zu hören!
      Ich lese ja gerade ein Buch über Joseph Haydn und darin wird geschildert, dass er seine ausgelassene Fröhligkeit, bei den Londoner nur noch Fröhlich sind, aber nicht mehr ausgelassen, entfesselt und frei!
      Er hat sich bei seiner 2. Londonreise viele Sorgen gemacht, wegen dem Krieg, die Franzosen bedrohten England und Europa! Zum aller ersten mal ist wirklich ein bisschen depressiver Haydn in London! Nicht mehr so entfesselt wie der Haydn, der letzten 65 Jahren! Wie Gut das Haydn sonst ein überaus fröhlicher Mensch war, denn ein depressiver Haydn wäre bei weitem nicht so weit gekommen in der Welt der Musik!

      Gruß
      Daniel
      :tongue:
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Original von Manfred
      Vor kurzem habe ich die "Londoner" Sinfonien mit Brüggen gekauft, aber was da geboten wird, sagt mir nicht sonderlich zu. Gehört habe ich bisher die Sinfonien Nr. 93, 102 und 103. Brüggen nimmt die ersten und letzten Sätze nach meinem Empfinden zu langsam; der erste Satz von Nr. 93 ist so allenfalls ein Moderato, aber keineswegs Allegro assai. Bei den Menuetten ist er dagegen zu schnell, sie verlieren so einen guten Teil ihres tänzerischen Charakters und klingen eher wie ein Scherzo. Die langsamen Sätze strahlen nicht die nötige Ruhe aus; hier wird öfter das Tempo angezogen. Ich habe fast den Eindruck, als würden sie ihn langweilen.

      Abgesehen von den ungewöhnlichen Tempi gibt es noch einige Intonationstrübungen und Ungenauigkeiten im Zusammenspiel, aber das mag dadurch begründet sein, daß es sich um Live-Aufnahmen handelt. Auf der Hülle ist das merkwürdigerweise nicht vermerkt, sondern nur (kleingedruckt) im Booklet. Ich bin gespannt, ob die übrigen drei CD's meinen Eindruck bestätigen...

      Viele Grüße,
      Manfred


      Lieber Manfred:

      In der Tendenz spielt man heutzutage aus gutem Grund die Menuette in den Symphonien schneller als weiland etwa zu Doratis Zeiten. Das Scherzo, das sich ja aus dem Menuett entwickelt und seinen Platz eingenommen hat, ist nicht so zu verstehen, daß die Komponisten jäh die Geschwindigkeit erhöht hätten. Schon vorher war aus dem langsamen Tanz ein schnellerer geworden, ehe er dann völlig unmodern wurde.

      Die Brüggen-Versionen sind Live-Auifnahmen - mit allen Nachteilen natürlich, auch ab und an mit dem Vorteil, spontan zu klingen. Was Intonationsmängel z.B. angeht, so sind diese durchaus auch bei Dorati anzutreffen. Viel Zeit nahm man sich nicht bei den Aufnahmen, alles mußte recht flott gehen.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Original von Manfred
      Vor kurzem habe ich die "Londoner" Sinfonien mit Brüggen gekauft, aber was da geboten wird, sagt mir nicht sonderlich zu. Gehört habe ich bisher die Sinfonien Nr. 93, 102 und 103. Brüggen nimmt die ersten und letzten Sätze nach meinem Empfinden zu langsam; der erste Satz von Nr. 93 ist so allenfalls ein Moderato, aber keineswegs Allegro assai. Bei den Menuetten ist er dagegen zu schnell, sie verlieren so einen guten Teil ihres tänzerischen Charakters und klingen eher wie ein Scherzo. Die langsamen Sätze strahlen nicht die nötige Ruhe aus; hier wird öfter das Tempo angezogen. Ich habe fast den Eindruck, als würden sie ihn langweilen.

      Abgesehen von den ungewöhnlichen Tempi gibt es noch einige Intonationstrübungen und Ungenauigkeiten im Zusammenspiel, aber das mag dadurch begründet sein, daß es sich um Live-Aufnahmen handelt. Auf der Hülle ist das merkwürdigerweise nicht vermerkt, sondern nur (kleingedruckt) im Booklet. Ich bin gespannt, ob die übrigen drei CD's meinen Eindruck bestätigen...

      Viele Grüße,
      Manfred


      Lieber Manfred:

      In der Tendenz spielt man heutzutage aus gutem Grund die Menuette in den Symphonien schneller als weiland etwa zu Doratis Zeiten. Das Scherzo, das sich ja aus dem Menuett entwickelt und seinen Platz eingenommen hat, ist nicht so zu verstehen, daß die Komponisten jäh die Geschwindigkeit erhöht hätten. Schon vorher war aus dem langsamen Tanz ein schnellerer geworden, ehe er dann völlig unmodern wurde.

      Die Brüggen-Versionen sind Live-Auifnahmen - mit allen Nachteilen natürlich, auch ab und an mit dem Vorteil, spontan zu klingen. Was Intonationsmängel z.B. angeht, so sind diese durchaus auch bei Dorati anzutreffen. Viel Zeit nahm man sich nicht bei den Aufnahmen, alles mußte recht flott gehen.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Hallo zusammen,

      ich muss mich nun auch mal hier zu Wort melden um einiges über die Haydn-Symphonien anzumerken.
      Es war hier ein paar mal von einer "Gesamtaufnahme" der Symphonien mit Christopher Hogwood und der Academy of Ancient Music die Rede. Diese Aufnahme wurde aus finanziellen Gründen von Decca abgebrochen und erschienen sind die Nummern 1-75 sowie 107 und 108. Von den Symphonien 76-78 waren seinerzeit die Masterbänder bereits fertiggestellt, wurden aber von Decca niemals veröffentlicht und sind vor etwa zwei Jahren als Eigenproduktion der Academy of Ancient Music erschienen. Es fehlen also die Nr. 79-104.
      Beim englischen Label Hyperion wurde etwa Ende der 1980er Jahre eine weitere Gesamtaufnahme in Angriff genommen, nämlich mit The Hanover Band unter Roy Goodman. Leider wurde auch dieses Projekt aus finanziellen Gründen nicht vollendet. Diese hier noch gar nicht angesprochenen Aufnahmen sind ebenfalls recht empfehlenswert.
      Noch kurz zu der Frage, wie viele Symphonien Haydn komponiert hat. Den 104 Symphonien nach der Numerierung von Eusebius Mandyczewski hat Anthony van Hoboken noch als Nr. 105 eine für London komponierte Sinfonia concertante für vier Soloinstrumente, als Nr. 106 eine in Haydns eigenhändigem Werkverzeichnis eingetragene aber lange Zeit als verschollen geglaubte Symphonie (sie wurde in den 1970er Jahren wiederentdeckt, ist aber eine einsätzige Opernouvertüre, vermutlich zu "Le pescatrici") und als Nr. 107 und 108 zwei Mandyczewski nicht bekannte, aber in Haydns Werkverzeichnis ebenfalls aufgeführte Symphonien. Von manchen Haydn-Forschern ist etwa die Echtheit der Symphonie Nr. 25 öfters angezweifelt worden, so dass wohl nicht genau gesagt werden kann, wie viele Symphonien Haydn nun wirklich komponiert hat. Übrigens ist die Nummerierung der Symphonien, besonders bis etwa Nr. 75, alles andere als chronologisch richtig, man sollte deshalb sich bei einer "Entdeckungsreise" durch die Haydn-Symphonien niemals an der Mandyczewski-Nummerierung orientieren.

      Liebe Grüsse von Mark
    • Hallo zusammen,

      ich muss mich nun auch mal hier zu Wort melden um einiges über die Haydn-Symphonien anzumerken.
      Es war hier ein paar mal von einer "Gesamtaufnahme" der Symphonien mit Christopher Hogwood und der Academy of Ancient Music die Rede. Diese Aufnahme wurde aus finanziellen Gründen von Decca abgebrochen und erschienen sind die Nummern 1-75 sowie 107 und 108. Von den Symphonien 76-78 waren seinerzeit die Masterbänder bereits fertiggestellt, wurden aber von Decca niemals veröffentlicht und sind vor etwa zwei Jahren als Eigenproduktion der Academy of Ancient Music erschienen. Es fehlen also die Nr. 79-104.
      Beim englischen Label Hyperion wurde etwa Ende der 1980er Jahre eine weitere Gesamtaufnahme in Angriff genommen, nämlich mit The Hanover Band unter Roy Goodman. Leider wurde auch dieses Projekt aus finanziellen Gründen nicht vollendet. Diese hier noch gar nicht angesprochenen Aufnahmen sind ebenfalls recht empfehlenswert.
      Noch kurz zu der Frage, wie viele Symphonien Haydn komponiert hat. Den 104 Symphonien nach der Numerierung von Eusebius Mandyczewski hat Anthony van Hoboken noch als Nr. 105 eine für London komponierte Sinfonia concertante für vier Soloinstrumente, als Nr. 106 eine in Haydns eigenhändigem Werkverzeichnis eingetragene aber lange Zeit als verschollen geglaubte Symphonie (sie wurde in den 1970er Jahren wiederentdeckt, ist aber eine einsätzige Opernouvertüre, vermutlich zu "Le pescatrici") und als Nr. 107 und 108 zwei Mandyczewski nicht bekannte, aber in Haydns Werkverzeichnis ebenfalls aufgeführte Symphonien. Von manchen Haydn-Forschern ist etwa die Echtheit der Symphonie Nr. 25 öfters angezweifelt worden, so dass wohl nicht genau gesagt werden kann, wie viele Symphonien Haydn nun wirklich komponiert hat. Übrigens ist die Nummerierung der Symphonien, besonders bis etwa Nr. 75, alles andere als chronologisch richtig, man sollte deshalb sich bei einer "Entdeckungsreise" durch die Haydn-Symphonien niemals an der Mandyczewski-Nummerierung orientieren.

      Liebe Grüsse von Mark