Haydns Sinfonien

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    • Obwohl es immer heißt, Haydn sei aus dem Schatten der Wiener Popstars herausgetreten, spricht die Verfügbarkeit auf Tonträger immer noch eine andere Sprache. Es gibt beispielsweise noch keine Gesamteinspielung der Sinfonien auf Originalinstrumenten von einem Dirigenten. Möge Giovanni Antonini lange gesund bleiben, denn er hat dieses Projekt in unserer Zeit, in der verkaufsfähige klassische Interpreten wie Popmusiker ausgewrungen werden, mit bemerkenswertem Atem angelegt. 2014 begonnen soll es 2032 zum 300. Geburtstag des Meisters fertig werden. Alles Wissenswerte zu diesem Projekt kann man bündig auf der Netzseite der Joseph Haydn Stiftung Basel nachlesen. Da so etwas nicht nur von Sponsoren, sondern auch von uns Konsumenten unterstützt gehört, habe ich mir soeben die limitierten Deluxe-Ausgaben von Vol. 4 und 5 bestellt.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Einige Tage in vielen kleinen Etappen hat es gebraucht um diesen Faden einmal von vorn bis hinten durchzulesen. Davon inspiriert - & weil ich mich eh mal wieder mehr mit Haydn beschäftigen wollte - schau' ich nun auch meine Sammlung durch. Mir fehlen bei den Sinfonien nur noch eine Hand voll Werke in meinem kunterbunten Patchwork verschiedener Aufnahmen. Wie vorgehen? Wie neu beginnen mit dem Durchhören? Stur von Hob. I, 1 bis zum Schluss? Nach Sarastros chronologischer Reihenfolge? Aus purer (Platz-) Not entscheide ich mich für einen umgekehrten Ansatz: ich starte mit meinen "Wackelkandidaten": muss meine Regale dringend "ausmisten" & versuche (gegen mein Naturell) gnadenlos dabei zu sein.

      Also: welche muss als erste weichen?
      Diese hier:

      Hob I 93 D-dur
      Hob I 95 c-Moll
      March for the Royal Society of Musicians
      Österreichisch-ungarische Haydn-Philharmonie Eisenstadt - Ádám Fischer
      (CD, Nimbus, 1989)
      Von Anfang an störte mich die hallige Akustik. Auch hat mich Fischer hier nie wirklich überzeugt, sein Haydn kommt streckenweise doch recht behäbig daher. Mit den Jahren sind dann bessere Vergleichseinspielungen dazu gekommen. Darum sag' ich ihr nun Lebewohl.

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    • Als nächstes aussortiert wird diese Platte:

      & wieder muss Ádám Fischer dran glauben. Dies sind keine wirklich schlechten aber eben auch keine herausragenden Versionen. Beim Largo der 88sten ist es dann allerdings endgültig vorbei: Das Grundtempo wird hier dermassen zerdehnt, dass man zum Mitzählen der Taktschläge technische Unterstützung braucht. Das ist keine Kunstvermittlung mehr sondern Persiflage!



      Hob I 88 G-dur
      Hob I 100 G-dur
      Nemzeti Filharmonikus Zenekar Budapest - Ádám Fischer
      (LP, Hungaroton, 1988)
    • Ebenfalls nicht Fisch & nicht Fleisch sind für mich diese Aufnahmen (oder sollte ich besser sagen: "nicht Bär & nicht Henne"?).
      (Zu) Vieles bleibt hier dann doch im Ungefähren & schafft es nicht oft genug, mich zu fesseln.


      Hob I 82 "L'Ours" C-dur
      Hob I 83 "La Poule" D-dur
      New York Philharmonic Orchestra - Leonard Bernstein
      (LP, CBS)
    • & weiter geht's mit meinen Haydn-"Play Offs"


      Hob I 54 G-dur
      Hob I 56 C-dur
      Magyar Kamarazenekar Budapest - Vilmos Tátrai
      (LP, Hungaroton, vermutl. 70er Jahre)



      Hob I 54 G-dur
      Hob I 56 C-dur
      Hob I 57 D-dur
      Kölner Kammerorchester - Helmut Müller-Brühl
      (CD, Naxos, 1996)

      Etwas unentschieden lassen mich diese beiden Aufnahmen zurück.
      Das Ungarische Kammerorchester spielt blitzsauber, die Tempi sind organisch. Was zu kurz kommt, ist eine Portion Rethorik. Hier haben die Kölner die Nase vorn. Ein schönes Beispiel der Kopfsatz der 56sten mit kräftigen Akzenten, nicht zuletzt durch die herrlich auftrumpfende Pauke. Auch sonst gefällt mir die Naxos-Scheibe rundum gut. Wäre da nicht der etwas stumpfe Klang. Hier hat die Hungaroton-Platte mehr Weite, mehr Höhen, mehr Schmelz.

      Nicht einverstanden bin ich mit der Grammophone-Besprechung zu Müller-Brühl. Die langsamen Sätze & die Menuette sein zu schleppend - schliesslich habe bspw. das Menuett aus der 57sten wie ein "bucolic waltz" zu klingen (sagt wer?). Der kernige Kopfsatz der C-dur-Sinfonie (& nur der) wird allerdings auch hier gelobt.
      Nichts desto weniger kann auch ich mir insgesamt ein Mehr vorstellen: an Energie, an Begeisterung & - wie gesagt - an klanglicher Brillanz.
      Interessanterweise wird in eben jener Grammophone-Rezension Dorati mit der Philharmonia Hungarica als bessere Alternative genannt.

      Vorläufiges Fazit also: beide behalten bis auf Weiteres ihren Platz in meiner Sammlung.

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