Die Hochzeit des Figaro

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Canzonetta sull'aria

      Hallo Daniel!

      Für mich liegt der Unterschied in der Interpretation von Böhm (Jurinac, Streich) bzw. Kleiber (Güden, della Casa) darin, welche der beiden Frauen den Blickwinkel vorgibt, aus dem der Brief geschrieben wird. Bei Böhm erhofft die Gräfin ihren Mann wieder zurückzukriegen und dementsprechend schwärmerisch und romantisch (in Stimmung und Interpretation) ist das Duett gefärbt. Das ist sicherlich legitim. Kleiber sieht es meiner Ansicht nach anders, eher aus dem Blickwinkel der Susanna. Man darf nicht vergessen: immerhin zwingt sie der Graf mehr oder minder unverblümt, mit ihm zu schlafen. Sie will aber nicht und ihm eine Lehre erteilen, die er so schnell nicht vergessen wird. Dazu schreiben sie einen nur scheinbar romantisch gemeinten Brief. Die beiden Frauen hecken eigentlich eine Bosheit aus und sind für mich keineswegs in romantischer Stimmung. Alles in dieser Szene ist Sartire und Bosheit. In der Vorfreude auf den Streich schreiben sie den Brief. Insofern ist von meinem Verständnis der Situation die Interpretation von Kleiber und noch mehr die von Jacobs (der die beiden außerdem noch spielerische Koloraturen singen läßt), diejenige, mit der ich mich eher identifizieren kann (herrlich, jemandem einen gelungen Streich spielen :tongue:).

      ad Siepi: kannst du mir ein bisschen genauer erklären, was du damit meinst, dass er sich nicht durchsetzen kann? Für mein Gefühl ist im Gegenteil ein fast übermächtiger Gegenspieler für den Grafen. Er ist nicht der verschlagene Diener des Erich Kunz sondern ein starker, aggressiver Gegner.

      Liebe Grüße

      Werner
    • Hallo manrico!

      ad Siepi: kannst du mir ein bisschen genauer erklären, was du damit meinst, dass er sich nicht durchsetzen kann? Für mein Gefühl ist im Gegenteil ein fast übermächtiger Gegenspieler für den Grafen. Er ist nicht der verschlagene Diener des Erich Kunz sondern ein starker, aggressiver Gegner.


      daniel schrieb:
      Der Figaro ist OK, obwohl Ihm die Kraft fehlt seine dunkle Stimme durchzusetzten, er bekommt keine Power hinter seine schöne dunkeltiefe Stimme. Ich hab das gefühl, das er nicht lauter kann, obwohl er sich bemüht! Hab noch nie solch eine tiefdunkle Stimme gehört!


      Klar ist er mächtig mit seiner Stimme, mir fehlt noch der Druck hinter der dunkeltiefen, leicht heiseren bassstimme, damit er durch die Lautstärke stärker zu hören ist!

      Gruß
      Daniel
      :hello
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Schwarze Stimmen

      Hallo Daniel!

      Ich hab jetzt einmal bei youtube geschaut und da finden sich Filme von Titta Ruffo und Ezio Pinza. Das sind auch zwei pechschwarze Stimmen. Vor allem Ruffos Trinklied aus Thomas' Hamlet (italienisch gesungen: "O vin, discaccia la tristezza") ist absolut sensationell. Ebenso beeindruckend das Schwurduett aus Otello mit Caruso.

      Ezio Pinzas schwarz schimmernder Bass ist unter anderem mit Don Giovannis "Deh vieni alla finestra" vertreten.

      Hör dir das einmal an, wenn du einmal Zeit hast.

      Bin gespannt, wie dir das gefällt.

      Liebe Grüße

      Werner
    • Guten Abend Werner!

      Ein Guter Zug von dir, Ezio Pinza und Titta Ruffo haben unglaubliche Stimmen! :down
      Ezio Pinza oder Ezio Pinza Don Giovanni


      Ruffo
      Caruso and Ruffo sing Si Pel Ciel from Otello oder Deh vieni alla finestra


      Habe beide Sänger nicht einmal mit Namen gekannt!
      Was hast du an Aufnahmen anzubieten bzw. zu empfehlen!
      Du weißt ja, dass mich auch alte Aufnahmen nicht abschrecken, hauptsache man kommt in den Genuss gewisser Stimmen! :J


      Gruß
      Daniel
      :thanks
      :engel
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Hi Daniel!

      Gell, die beiden sind wirklich unglaublich.

      Von Pinza hab ich relativ viel:

      Gesamtaufnahmen:
      Don Giovanni (3x: 1942, 1943, 1944)
      Le nozze di figaro (1944)
      Il barbiere di Siviglia (1938)
      Simon Boccanegra (1941)
      Lakmé (1940)

      und dann hab ich noch eine CD mit Aufnahmen zwischen 1921 und 1943 (Norma, La Favorita, I Puritani, Il Trovatore, I vespri siciliani, Aida, Amadis, Faust, Zauberflöte, Boris Godunov). Zuzüglich hab ich dann auch noch das Finalterzett aus La forza del destino in der Luxusbesetzung Rosa Ponselle/Giovanni Martinelli/Ezio Pinza. Das ist ein echtes Filetstück.

      Von Titta Ruffo hab ich nur eine CD mit Aufnahmen ab 1912 (Zaza und Pagliacci). Die Verdi- und Rossini-Aufnahmen (Otello, Ballo in maschera, La forza del destino, Ernani, Falstaf, Barbiere di Siviglia, Gioconda) sind nicht datiert, ich hab mir ehrlich gesagt auch nicht die Mühe genommen zu recherchieren, wann sie entstanden sind - sie sind einfach sehr, sehr gut. Den Hamlet, den du auf youtube hören kannst, hab ich leider nicht (ich war eigentlich auf der Suche nach dieser Aufnahme und da bin ich über diesen youtube-Ausschnitt gestolpert - da hab ich mir gedacht, das muss ich dir gleich schreiben).

      Die beiden Einzel-CDs entstammen einer Kiste von 120 CDs, die es vor ungefähr zwei Jahren um einen Spottpreis in Wien gegeben hat (ich glaube, die 120 CDs haben zusamen 99€ gekostet) und auf denen praktisch fast alle wichtigen Künstler der Schellack-Ära und darüber hinaus vertreten sind (die Aufnahmen reichen bis 1902 zurück). Nachdem Jimi und ich schon längere Zeit über einen Schellack-Thread beraten, wird diese Sammlung sicher mein akustisches Gewissen sein.

      Liebe Grüße

      Werner
    • Original von manrico
      Nachdem Jimi und ich schon längere Zeit über einen Schellack-Thread beraten, wird diese Sammlung sicher mein akustisches Gewissen sein.

      Liebe Grüße

      Werner


      Und wir werden dann wieder ohne Aufnahmen hinterherhumpeln :wink
      Nee, ich werd heut Abend mal recherchieren, wo ich etwas für nicht alzuviele Taler kaufen kann!

      Gruß
      Daniel
      :hello
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Original von manrico

      ...Vor allem Ruffos Trinklied aus Thomas' Hamlet (italienisch gesungen: "O vin, discaccia la tristezza") ist absolut sensationell...

      ...Den Hamlet, den du auf youtube hören kannst, hab ich leider nicht (ich war eigentlich auf der Suche nach dieser Aufnahme und da bin ich über diesen youtube-Ausschnitt gestolpert - da hab ich mir gedacht, das muss ich dir gleich schreiben).

      Die beiden Einzel-CDs entstammen einer Kiste von 120 CDs, die es vor ungefähr zwei Jahren um einen Spottpreis in Wien gegeben hat (ich glaube, die 120 CDs haben zusamen 99€ gekostet) und auf denen praktisch fast alle wichtigen Künstler der Schellack-Ära und darüber hinaus vertreten sind (die Aufnahmen reichen bis 1902 zurück)...


      Hallo Werner und Daniel,

      da wir mit dem SchellackForum noch nicht soweit sind schreib ich hier etwas über Ruffo Pinza usw.

      Das von Werner erwähnte Trinklied gehört für mich zu den Aufnahmen die man gehört haben muß um zu glauben das so etwas überhaupt möglich ist. Ich habe mir diese (leider etwas teure) Cd hauptsächlich wegen dem Trinklied gekauft :





      Das berühmte Othello Duett mit Caruso, ist auch mit drauf.

      Von Ezio Pinza kann ich diese Cd empfehlen, ua mit Arien aus Don Giovanni :



      Die 120 Cd Kiste von Werner nennt sich Great Voices of the Opera und besteht eigentlich aus 3 Teilen a 40 Cds und ist nach Interpreten geordnet. Ich habe mir die Teile einzeln für etwa 40-50€ gekauft :I . Besonders den ersten Teil finde ich sehr gut gelungen.

      Es gibt noch eine sehr gut Ergänzung dazu, eine 10 Cd Box mit gleichen Namen, die aber nach Komponisten geordnet ist. Sie überschneidet sich mit den großen Boxen nur wenig und es sind einige, wie ich finde sehr wichtige Sachen drauf die auf den 120 Cds fehlen. Für den Einstieg ist das Teil sehr gut geeignet :



      Bei jpc gibt es das Teil momentan recht günstig.

      :hello Jimi
    • Hallo Opernfreunde :hello

      Ich habe mir die Aufnahme des "Figaro" unter Ferdinand Leitner mit den Berliner Philharmonikern zukommen lassen (Querschnitt)!

      Stader, Streich, Berry, Steffek, Dieskau - Ferdinant Leitner, 1962 (Leider kein Cover)

      Die Oper ist dort auf Deutsch gesungen und irgentwie kann ich mich nicht damit anfreunden! Zum ersten Mal höre ich etwas, was ich verstehen kann und irgentwie nimmt es mir Lust weiterzuhören! Italienisch verstehe ich nicht, aber ich habe neben dieser schönen Musik die Freiheit, mir zu denken, was gerade passiert, was gerade gemeint ist. Ich bin überglücklich unwissend, wenn La Contessa und Susanna das "Che soave zefiretto" anstimmen! Ich möchte zwar wissen, um was es in der Oper geht, möchte es eventuell auch irgetwann einmal sehen, ich möchte mir aber nicht meine Illusionen nehmen lassen, meinen Gedankenfreiraum! das ist für mich so besonders am Figaro, ich weiß worums geht, aber nicht in Einzelheiten und schon garnicht weiß ich, wie der Text der Arien ist. Und ich will es auch garnicht wissen!
      Da fällt mir ein Wunderbares Beispiel ein, Andy Dufresne (Tim Robbins in "Die Verurteilten", mein Lieblingsfilm, voller Tiefe :ignore) sagt, als er genau diese Platte (Figaros Hochzeit) mit der oben genannten Arie der beiden Italienerinnen in der trostlosen Umgebung der Gefängnismauern auflegt, sagt er, ich weiß nicht den genauen Wortlaut, aber er sagt, dass es so schön gewesen sei und er möchte garnicht wissen, über was die beiden dort gesungen haben - er meint, es gibt Sachen, die muss man nicht wissen!

      Diese Szene, wo Dufresne, die Figaro Platte auflegt, ist die schönste Stelle eines Filmes, welche ich je gesehen habe, so tief . . . . . . . . . !
      Übrigens war diese Szene mein Anstoss zum Figaro :ignore.

      Ich habe mir bis jetzt keine Gedanken darüber gemacht, wie es wohl sein wird diese Oper einmal auf Deutsch zu Hören, aber jetzt, wo ich es angefangen habe, merke ich, wie etwas wertvolles verschwindet, die Gedanken, welche einmal frei waren, welche ich mir aussuchen konnte, werden jetzt eingeängt und direkt auf den Punkt gebracht, da ich weiß, dass und das sagt Sie gerade zu Ihm usw.

      Mich würd interessieren, wie Ihr anderen Opernfreunde über diese Sache denkt?! Ich habe zum Glück die CD nach Track 3 ausgemacht und werd Sie mir auch nie wieder anhören, nie wieder auf Deutsch, da mir diese Wertvolle Gedankenfreiheit genommen wird! Ich genieße unwissend die Musik und die Handlung :J

      Außerdem interessiert mich brennend, welche Aufnahme es wohl war, die in diesem Film verwendet wurde?!
      Ich hab schon vor Jahren versucht es rauszufinden, welche Aufnahme dort verwendet wurde, - ohne Erfolg!

      Gruß
      Daniel :)
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von daniel5993 ()

    • Oper auf deutsch

      Hallo Daniel!

      Generell bin ich ein Mensch, der sehr am Wort hängt, und daher ist für mich der Inhalt des Textes ebenso wichtig wie der Inhalt der Musik. Wenn die beiden nicht zusammenpassen, d.h. der vertonte Text für meinen Begriff nicht adäquat in Musik umgesetzt wird (Puccini, z.B.) ist das Stück für mich erledigt. Das Verständnis der Worte hat mir geholfen, den den Duktus der Musik zu verstehen (ich bin halt ziemlich auf der rationalen Seite der Welt geboren). Daher stört es mich jetzt primär einmal überhaupt nicht, wenn Opern auf deutsch gesungen werden, bei Sprachen, die ich nicht spreche (russisch, tschechisch, polnisch,....) versuche ich sogar, neben der Originalaufnahme deutsch gesungene Aufnahmen zu erhalten. So habe ich aus dem slawischen Repertoire Boris Godunov, Jolantha, Eugen Onegin, Pique Dame, Verkaufte Braut, Rusalka, Katja Kabanova, Jenufa, Halka,...auch in deutschsprachigen Aufnahmen. Die gängigen italienischen und französischen Aufnahmen ebenso, teils als Kuriosum, teils weil manche Sänger die Werke eben nur in deutsch eingespielt haben, und das zum Teil mit sensationellen Leistungen. So gibt es zum Beispiel die meiner Ansicht nach beste Manon eben nicht auf französisch sondern auf deutsch mit Sena Jurinac und Anton Dermota. Andererseits habe ich aber auch Salome auf französisch, Zauberflöte, Freischütz, Pique Dame oder Alfonso und Estrella auf italienisch.

      Für mich ist weniger die Frage, ob in Originalsprache gesungen wird oder nicht, sondern vielmehr, wie das umgesetzt wird. Im Hoffmann - thread habe ich über zwei verschiedene deutsch gesungene Einspielungen geschrieben: Die unter Rother ist so gemacht, wie's mir nicht gefällt - Hoffmann wird zu einer deutschen Oper verwandelt. Moralt geht ungleich sensibler mit Musik und Übersetzung um, und da passt sich die deutsche Sprache dem französischen Duktus an und nicht umgekehrt. Zwischen den beiden Aufnahmen liegen Welten. Den von dir beschriebenen Figaro kenn ich nicht, ich kenne aber beispielsweise den Figaro unter Fricsay. Auch hier sind Text und Musik schön miteinander verschmolzen. Besonders gut kommt das zum Ausdruck, wenn Kunz als Figaro im "Conoscete, Signor figaro" antwortet "Nein, ich weiss nicht"(Non conosco)". Die Phrase setzt er einfach genial um, er spielt mit den Worten und der Musik. In der gleichzeitg entstandenen Aufnahme unter Karajan singt er ebenfalls den Figaro, diesmal auf italienisch. Hier hat diese Phrase aber nicht dieselbe Genialität wie unter Fricsay. Auch Böhms Figaro-Aufnahme auf deutsch hört sich teilweise sehr antiquiert) an. Mathieu Ahlersmeyer, der in dieser Aufnahme den Grafen singt, ist im deutschsprachigen Macbeth unter Böhm viel authentischer als bei diesem Figaro. Besonders schlecht sind auch die Luisa Miller mit Hopf und Cebotari oder Nabucco unter Klobucar. Alles klingt holprig und schwerfällig.
      Andererseits haben Ausnahmekünstler wie Josef Metternich, Fritz Wunderlich oder der rabenschwarze Otto von Rohr (neben Christoff einer der wenigen, der bei Ramfis' "Vieni al tempio" nicht jämmerlich versagt oder transponiert) vorgeführt, wie man Oper auf deutsch singen kann, ohne dass es provinziell wirkt.

      Ich denke, im "wie" - da liegt der ganze Unterschied.

      Liebe Grüße


      Werner
    • Guten Morgen Werner,

      Irgentwie lege ich großen Wert darauf, das Opern in Ihrer Originalsprachen gesungen, gespielt werden! Die Zauberflöte und "die Entführung" höre ich dann natürlich auf Deutsch!

      Ich bin ja erst ziemlich am Anfang meiner Opernliebe.
      Wenn ich auf die letzten 2 jahre zurrückblicke, merke ich, wie sehr ich mich mich von Anfang an verändert habe! Daher denke ich, dass mit der Zeit, sich vielleicht auch so manche Einstellung ändern wird!

      Ich stehe immernoch auf der Seite der "Gewöhnten". EInspielungen, welche mir in der und der Sprache bekannt sind und wenn ich dann eine andere Sprache, derselben Oper höre.... Das Vertraute ist weg, die "Musiksprache" verändert sich! Übrigens kenne ich die Böhm - Deutsch - Einspielung nicht!
      Aber ich denke ich hab noch einiges vor mir, es gibt noch viel zu entdecken!
      Veränderungen sind da inbegriffen.

      Gruß
      Daniel
      :hello
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von daniel5993 ()

    • Bei mir kommt beides zusammen.
      Einerseits will ich wissen worum es geht in der Oper,
      andererseits will ich die typische Sprachmelodie erhalten wissen.

      So mancher Komponist hat mit seinem Librettisten um Silben und Wörter gekämpft. Da empfinde ich es als derben Einschnitt, wenn man in einer anderen Sprache singen läßt.

      Wenn man sich ebenso sorgfältig auf eine Oper vorbereitet, wie man hier darüber diskutiert, dann ist es ein leichtes, sich ein übersetztes Libretto zu besorgen und vor dem Hören/Opernbesuch durchzulesen. Oft liegt so ein Libretto der Aufnahme bei.

      Bei meinen Lieblingsopern kann ich mir das mittlerweile sparen. Die kenne ich fast auswendig. Daher lege ich gerade bei Wagner weniger Wert auf Textverständlichkeit und verzeihe vielleicht mehr als Andere ausländischen Akzent (Domingo) oder Nuscheln (Hotter). Ich weiss ja sowieso, was die singen.

      Grüße
      Jürgen
    • Bei mir kommt beides zusammen.
      Einerseits will ich wissen worum es geht in der Oper,
      andererseits will ich die typische Sprachmelodie erhalten wissen.

      So mancher Komponist hat mit seinem Librettisten um Silben und Wörter gekämpft. Da empfinde ich es als derben Einschnitt, wenn man in einer anderen Sprache singen läßt.

      Wenn man sich ebenso sorgfältig auf eine Oper vorbereitet, wie man hier darüber diskutiert, dann ist es ein leichtes, sich ein übersetztes Libretto zu besorgen und vor dem Hören/Opernbesuch durchzulesen. Oft liegt so ein Libretto der Aufnahme bei.

      Bei meinen Lieblingsopern kann ich mir das mittlerweile sparen. Die kenne ich fast auswendig. Daher lege ich gerade bei Wagner weniger Wert auf Textverständlichkeit und verzeihe vielleicht mehr als Andere ausländischen Akzent (Domingo) oder Nuscheln (Hotter). Ich weiss ja sowieso, was die singen.

      Grüße
      Jürgen
    • Bei meinen Lieblingsopern kann ich mir das mittlerweile sparen. Die kenne ich fast auswendig. Daher lege ich gerade bei Wagner weniger Wert auf Textverständlichkeit und verzeihe vielleicht mehr als Andere ausländischen Akzent (Domingo) oder Nuscheln (Hotter). Ich weiss ja sowieso, was die singen.


      Lieber Jürgen,
      das sehe ich anders. Auch bei vertrauten Texten möchte ich diese hören und verstehen, deshalb bin ich auch bei Hotter mit seinen großen Wagner-Partien stellenweise nicht glücklich.
      Eine andere Sache sind exponierte Höhen bei Sopranen und Tenören, da können die Sänger nur die hellen Vokale singen, alles andere müssen wir uns dazu denken.

      Gruß Bernd

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Amadé ()

    • Nachdem mir gestern Nacht unten gezeigtes Buch wieder in die Hände fiel, musste ich natürlich wieder Figaro
      hören , und zwar die Mono Aufn. ohne Rezitative mit Karajan.



      Am Anfang mochte ich diese Aufn.überhaupt nicht , das hat sich dann mit den Jahren doch erheblich geändert. Alle Sänger dieses Wiener Nachkriegs Ensembles ordnen sich ganz der Musik unter , und es passt alles wie der Deckel auf den Topf .
      London ist herrlicher herrischer Graf und Kunz ein quirliger Figaro ,sehr sehr gut finde ich die Schwarzkopf als Gräfin ihre beiden Arien singt sie ausgesprochen schön und tief empfunden, besser als in der Giulini GA :D. Die Seefried singt eine gute Susanna , leider manchmal etwas spitz im Ton und der Knaller ist aber die Jurinac als Cherubino , witzig spritzig .
      Ich will nicht sagen DIE beste Aufn. , nein, mit eine der besten, denn es gibt soviel gute .

      Wer etwas gutes über den Figaro lesen möchte als hier meine Empfehlung !



      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von palestrina ()

    • Nachdem ich mir gerade wieder einmal meine Lieblingsversion der Arie "Deh vieni non tardar" mit B. Bonney angehört habe, dachte ich mir, ich versuche jetzt die Handlung des Stückes nochmal zu verstehen, und habe mir den Text auf Wikipedia dazu durchgelesen.

      Über eine Sache bin ich im Unklaren: Marcellina will Figaro heiraten, und am Ende kommt heraus, dass Figaro eigentlich ihr Sohn ist. Stimmt das so?

      Falls ja, dann bin ich mehr als überrascht über diese Wendung! Hat das den damaligem Publikum oder den Regierenden nicht eher sauer aufgestoßen? Die waren ja, was die Moral anbelangt, sicher ein bisschen strenger ...


      Davon abgesehen, das Intro des Rezitativs, das "Deh vieni non tardar" vorausgeht, habe ich versucht auf der Gitarre zu spielen.


      [Quelle: classicalsingerdownloads.com]

      An sich nicht so schwer, ABER: diese Triller!! Freilich, eine Geige, die mit dem Bogen gespielt wird und anders gestimmt ist ist etwas anderes als eine Gitarre, aber dennoch, wie man diese Triller in diesem Tempo so hinbekommen, um dann noch die zwei 32tel nachzuschieben - das ist echt heftig.

      Man hört oft solche Aufnahmen und denkt sich nicht viel dabei - dabei ist das ganz schön schwierig, es so hinzubekommen!




      LG,
      Hosenrolle1
    • Original von Hosenrolle1


      An sich nicht so schwer, ABER: diese Triller!! Freilich, eine Geige, die mit dem Bogen gespielt wird und anders gestimmt ist ist etwas anderes als eine Gitarre, aber dennoch, wie man diese Triller in diesem Tempo so hinbekommen, um dann noch die zwei 32tel nachzuschieben - das ist echt heftig.


      Auf dem Cello wäre das für mich (eine Oktave tiefer und, OK, vielleicht ein klein wenig langsamer) seinerzeit durchaus machbar gewesen, du wechselst ja nicht bei jedem Ton den Bogen (es ist ein Bindebogen drüber!) sondern musst nur mit der linken Hand schnell genug die Finger bewegen, den Bogen ziehst Du einfach durch. Erst nach dem beiden 32teln (Ende des Bindebogens) musst Du die Bogenrichtung wechseln
      Nun war ich damals Laie (hatte über 10 Jahre gespielt) - für Profis sollte das also erst recht (und in höherem Tempo) machbar sein :wink , zudem kann man auf der Violine meines Wissens generell noch virtuoser spielen als auf dem Cello.

      Ich vermute, da gibt es weit schwerere Stellen. Vielleicht kann sich aber Nicolas Aine auch einmal dazu äußern...

      Gruß,

      Normann
      zwischen weißem rauschen und nichtton

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von EinTon ()

    • Original von Hosenrolle1
      Über eine Sache bin ich im Unklaren: Marcellina will Figaro heiraten, und am Ende kommt heraus, dass Figaro eigentlich ihr Sohn ist. Stimmt das so?


      Ja, das stimmt so.

      Original von Hosenrolle1
      Falls ja, dann bin ich mehr als überrascht über diese Wendung!


      Das wirkt schon sehr konstruiert. Eigentlich noch überraschender finde ich, dass ausgerechnet Bartolo (immerhin Figaros Gegenspieler im inhaltlichen Vorgänger) der Vater ist.

      Original von Hosenrolle1
      Hat das den damaligem Publikum oder den Regierenden nicht eher sauer aufgestoßen? Die waren ja, was die Moral anbelangt, sicher ein bisschen strenger ...


      Das ganze Sujet war meines Wissens hochumstritten. Die literarische Vorlage, das Stück von Beaumarchais, war damals in Österreich verboten. Angesichts der Kritik am Adel, die man aus der Handlung herauslesen kann (und bei der UA auch zu Protesten der Adlingen führte), dürfte diese Nebenhandlung nicht besonders negativ aufgefallen sein.

      Gruß Amonasro :hello
      Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser. (Giuseppe Verdi)
    • Original von Amonasro
      Ja, das stimmt so.


      Na arg ... hat ein bisschen was von "Zurück in die Zukunft", oder? :D

      Ich hör´ den Oberhoff schon von ödipalen Konflikten reden ...

      Das wirkt schon sehr konstruiert. Eigentlich noch überraschender finde ich, dass ausgerechnet Bartolo (immerhin Figaros Gegenspieler im inhaltlichen Vorgänger) der Vater ist.


      Finde ich auch eigenartig ... wieso muss der Vater überhaupt genannt werden, und wieso ist es ausgerechnet einer der Figuren, die Teil des Bühnengeschehens sind?



      Das ganze Sujet war meines Wissens hochumstritten. Die literarische Vorlage, das Stück von Beaumarchais, war damals in Österreich verboten. Angesichts der Kritik am Adel, die man aus der Handlung herauslesen kann (und bei der UA auch zu Protesten der Adligen führte), dürfte diese Nebenhandlung nicht besonders negativ aufgefallen sein.


      Ich kenne den Text ja nicht, von daher kann ich nur mutmaßen, dass weder Figaro noch Marzelline großartig was dazu sagen werden, nachdem die Katze aus dem Sack ist.

      Die Adeligen werden sich wohl vor allem in der Figur des Grafen verspottet gefühlt haben, nehme ich mal an.

      Mich wundert einfach nur, dass man überhaupt aus dieser Nebenbuhlerin Figaros Mutter macht. Wäre das für die Handlung unbedingt notwendig gewesen, dass wir Figaros Eltern kennenlernen?




      LG,
      Hosenrolle1

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hosenrolle1 ()

    • Benutzer online 2

      2 Besucher