Beethoven: 4. Sinfonie

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    • Beethoven: 4. Sinfonie

      Es ist schon erstaunlich: das Forum existiert schon so lange, und das ohne einen thread zu den einzelnen Sinfonien!

      Also starte ich (der ich Mangels musikgeschichtlicher Hintergründe eigentlich nicht dafür geeignet bin!) einfach mal mit der 4.Sinfonie:



      Vollendet hat Beethoven seine 4. Sinfonie B-Dur, op. 60, im Jahre 1806, uraufgeführt wurde sie im 1807 in Wien, zunächst im März im Palais des Fürsten Lobkowitz, dann im November öffentlich im Burgtheater.

      Seinerzeit erfreute sich die 4. Sinfonie grosser Beliebtheit, heute steht sie hinter den "ungeraden" Sinfonien etwas zurück.
      Eigentlich zu Unrecht, wie ich finde.
      Vielleicht liegt es daran, daß sie in ihrem fröhlichen, tänzerischen und unbeschwerten Grundton zwischen der gewichtigeren 3. und 5. Sinfonie etwas harmlos wirkt, oder wie Robert Schumann es ausdrückte: wie eine griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen.

      Dabei ist der Beginn alles andere als harmlos: Aus düsterem Urgrund steigt die in dunkles b-moll getauchte Einleitung: seufzerdurchzogen, schicksalschwer und keiner weiteren Melodie fähig. (Adagio)
      Einige F-Dur-Schläge leiten dann das tänzerische Hauptthema ein. Am Schluss des ersten Satzes ist dann nach einem Pianissimo eine schnelle Coda in B-Dur der Höhepunkt. (Allegro vivace)
      Der zweite Satz (Adagio) besticht durch eine romantisch-poetische Melodieführung, die trotzdem durchaus dramatisch ist.
      Die Bezeichnungen des dritten Satzes - Menuetto/Trio. Allegro vivace/Un poco meno allegro - machen ihm alle Ehre.
      Eine nochmalige Steigerung dann im vierten Satz - Allegro ma non troppo. Wie ein Perpetuum mobile treiben die Streicher voran, unterbrochen von zahlreichen virtuosen Akzenten. Nach kurzer Ruhephase dann das effektvolle Ende.


      Nun liesse sich ja endlos darüber diskutieren, was Beethoven im Sinn hatte, als er diese Sinfonie komponierte. Aber vielleicht wusste er das damals selber nicht, darum lautet mein Motto: einfach diese wundervolle, lebendige Musik geniessen!

      Geniessen kann ich sie vor allem in dieser live-Aufnahme unter Carlos Kleiber vom 3. Mai 1982 aus München:



      Eine leidenschaftliche, packende Interpretation mit sattem Klang. Kleiber selbst sagt zu dieser Aufnahme: Wir haben an diesem Schnappschuss einer Aufnahme keine noch so winzige Korrektur und keine Kosmetik anwenden können oder wollen. ... Aber für jene, die auf Lebendigkeit hören können, haben wir hier Sachen drin, die spielt Ihnen kein Orchester so lustvoll und frech oder so beseelt und erfreuend wie dieses Orchester an jenem Tag.

      Eine schlankere, kühlere, aber mindestens genauso spannende Einspielung mit mitreissenden Akzenten ist diese neue von Paavo Järvi:



      Er ist schneller als Kleiber, dabei aber unglaublich präzise. Ein tolles, flexibles Orchester.

      Erstaunlich ähnlich zu diesen beiden Aufnahmen finde ich die unter Nikolaus Harnoncourt mit dem Chamber Orchestra of Europe; typischer weise etwas kantiger, aber auch fesselnd u. daher empfehlenswert.

      Das letzte Wort soll Berlioz haben: Der Charakter der Partitur ist im allgemeinen lebhaft, frisch, heiter und von himmlischer Zartheit.
      Schön, nicht!?

      Nikolaus.

      Quellen:
      Titelblatt der Partiturausgabe: hier
      Booklet der GA der 9 Sinfonien unter Nikolaus Harnoncourt, Chamber Orchestra of Europe (Teldec); Autor des Textes: Prof. Mag. Harmut Krones
      Booklet der Aufnahme der 4. und 7. Sinfonie unter Paavo Järvi, Kammerphilharmonie Bremen (RCA), Autor Peter Schleuning
    • Beethoven: 4. Sinfonie

      Es ist schon erstaunlich: das Forum existiert schon so lange, und das ohne einen thread zu den einzelnen Sinfonien!

      Also starte ich (der ich Mangels musikgeschichtlicher Hintergründe eigentlich nicht dafür geeignet bin!) einfach mal mit der 4.Sinfonie:



      Vollendet hat Beethoven seine 4. Sinfonie B-Dur, op. 60, im Jahre 1806, uraufgeführt wurde sie im 1807 in Wien, zunächst im März im Palais des Fürsten Lobkowitz, dann im November öffentlich im Burgtheater.

      Seinerzeit erfreute sich die 4. Sinfonie grosser Beliebtheit, heute steht sie hinter den "ungeraden" Sinfonien etwas zurück.
      Eigentlich zu Unrecht, wie ich finde.
      Vielleicht liegt es daran, daß sie in ihrem fröhlichen, tänzerischen und unbeschwerten Grundton zwischen der gewichtigeren 3. und 5. Sinfonie etwas harmlos wirkt, oder wie Robert Schumann es ausdrückte: wie eine griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen.

      Dabei ist der Beginn alles andere als harmlos: Aus düsterem Urgrund steigt die in dunkles b-moll getauchte Einleitung: seufzerdurchzogen, schicksalschwer und keiner weiteren Melodie fähig. (Adagio)
      Einige F-Dur-Schläge leiten dann das tänzerische Hauptthema ein. Am Schluss des ersten Satzes ist dann nach einem Pianissimo eine schnelle Coda in B-Dur der Höhepunkt. (Allegro vivace)
      Der zweite Satz (Adagio) besticht durch eine romantisch-poetische Melodieführung, die trotzdem durchaus dramatisch ist.
      Die Bezeichnungen des dritten Satzes - Menuetto/Trio. Allegro vivace/Un poco meno allegro - machen ihm alle Ehre.
      Eine nochmalige Steigerung dann im vierten Satz - Allegro ma non troppo. Wie ein Perpetuum mobile treiben die Streicher voran, unterbrochen von zahlreichen virtuosen Akzenten. Nach kurzer Ruhephase dann das effektvolle Ende.


      Nun liesse sich ja endlos darüber diskutieren, was Beethoven im Sinn hatte, als er diese Sinfonie komponierte. Aber vielleicht wusste er das damals selber nicht, darum lautet mein Motto: einfach diese wundervolle, lebendige Musik geniessen!

      Geniessen kann ich sie vor allem in dieser live-Aufnahme unter Carlos Kleiber vom 3. Mai 1982 aus München:



      Eine leidenschaftliche, packende Interpretation mit sattem Klang. Kleiber selbst sagt zu dieser Aufnahme: Wir haben an diesem Schnappschuss einer Aufnahme keine noch so winzige Korrektur und keine Kosmetik anwenden können oder wollen. ... Aber für jene, die auf Lebendigkeit hören können, haben wir hier Sachen drin, die spielt Ihnen kein Orchester so lustvoll und frech oder so beseelt und erfreuend wie dieses Orchester an jenem Tag.

      Eine schlankere, kühlere, aber mindestens genauso spannende Einspielung mit mitreissenden Akzenten ist diese neue von Paavo Järvi:



      Er ist schneller als Kleiber, dabei aber unglaublich präzise. Ein tolles, flexibles Orchester.

      Erstaunlich ähnlich zu diesen beiden Aufnahmen finde ich die unter Nikolaus Harnoncourt mit dem Chamber Orchestra of Europe; typischer weise etwas kantiger, aber auch fesselnd u. daher empfehlenswert.

      Das letzte Wort soll Berlioz haben: Der Charakter der Partitur ist im allgemeinen lebhaft, frisch, heiter und von himmlischer Zartheit.
      Schön, nicht!?

      Nikolaus.

      Quellen:
      Titelblatt der Partiturausgabe: hier
      Booklet der GA der 9 Sinfonien unter Nikolaus Harnoncourt, Chamber Orchestra of Europe (Teldec); Autor des Textes: Prof. Mag. Harmut Krones
      Booklet der Aufnahme der 4. und 7. Sinfonie unter Paavo Järvi, Kammerphilharmonie Bremen (RCA), Autor Peter Schleuning
    • RE: Beethoven: 4. Sinfonie

      @Nikolaus,
      danke das Du Dich entschlossen hast diesen Thread zur 4. Sonfonie zu starten, nachdem Du Dich in letzter Zeit intensiver mit ihr beschäftigt hast!

      Original von nikolaus
      Seinerzeit erfreute sich die 4. Sinfonie grosser Beliebtheit, heute steht sie hinter den "ungeraden" Sinfonien etwas zurück.
      Eigentlich zu Unrecht, wie ich finde.


      Mir geht es ähnlich, 3.,5. und 7. stehen bei mir eher im Fokus. Um so passender, daß Du mit #4 startest.


      Nun liesse sich ja endlos darüber diskutieren, was Beethoven im Sinn hatte, als er diese Sinfonie komponierte. Aber vielleicht wusste er das damals selber nicht, darum lautet mein Motto: einfach diese wundervolle, lebendige Musik geniessen!


      Eine schlankere, kühlere, aber mindestens genauso spannende Einspielung mit mitreissenden Akzenten ist diese neue von Paavo Järvi:



      Er ist schneller als Kleiber, dabei aber unglaublich präzise. Ein tolles, flexibles Orchester.


      Von dieser Aufnahme mit dem "schlanken" Orchesterklang hatte ich einige Hörproben gehört auf Bayern 4.
      Die zur Sendung gehörende Besprechung findet sich hier
      Mich haben die Hörproben, auch die der 7. Sinfonie durchaus angesprochen.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Beethoven: 4. Sinfonie

      @Nikolaus,
      danke das Du Dich entschlossen hast diesen Thread zur 4. Sonfonie zu starten, nachdem Du Dich in letzter Zeit intensiver mit ihr beschäftigt hast!

      Original von nikolaus
      Seinerzeit erfreute sich die 4. Sinfonie grosser Beliebtheit, heute steht sie hinter den "ungeraden" Sinfonien etwas zurück.
      Eigentlich zu Unrecht, wie ich finde.


      Mir geht es ähnlich, 3.,5. und 7. stehen bei mir eher im Fokus. Um so passender, daß Du mit #4 startest.


      Nun liesse sich ja endlos darüber diskutieren, was Beethoven im Sinn hatte, als er diese Sinfonie komponierte. Aber vielleicht wusste er das damals selber nicht, darum lautet mein Motto: einfach diese wundervolle, lebendige Musik geniessen!


      Eine schlankere, kühlere, aber mindestens genauso spannende Einspielung mit mitreissenden Akzenten ist diese neue von Paavo Järvi:



      Er ist schneller als Kleiber, dabei aber unglaublich präzise. Ein tolles, flexibles Orchester.


      Von dieser Aufnahme mit dem "schlanken" Orchesterklang hatte ich einige Hörproben gehört auf Bayern 4.
      Die zur Sendung gehörende Besprechung findet sich hier
      Mich haben die Hörproben, auch die der 7. Sinfonie durchaus angesprochen.
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • @Nikolaus,

      in Summe besitze ich von dieser Sinfonie lediglich 2 Aufnahmen, die sich aber in ihrer Interpretation deutlich unterscheiden.

      1) H.v. Karajan mit den Berliner Philharmonikern - 1963
      und
      2) O. Vänskä

      zu 1)

      Typisch Karajan, sher dynamisch, packend, klingt immer sehr nach attacke und voller Drive. Die Philharminiker werden ordentlich getrieben und spielen kraftvoll auf. Ich mag diese Art wie Karajan Beethoven dirigiert. Insgesamt eh eine top Gesamtaufnahme und die 4. Sinfonie macht hier keine Ausnahme!

      [/IMG]

      Dennoch bleibe ich vor allem was die "schlanke" Järvi Aufnahme angeht neugierig...

      Bin gespannt auf weitere Anregungen :hello
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • @Nikolaus,

      in Summe besitze ich von dieser Sinfonie lediglich 2 Aufnahmen, die sich aber in ihrer Interpretation deutlich unterscheiden.

      1) H.v. Karajan mit den Berliner Philharmonikern - 1963
      und
      2) O. Vänskä

      zu 1)

      Typisch Karajan, sher dynamisch, packend, klingt immer sehr nach attacke und voller Drive. Die Philharminiker werden ordentlich getrieben und spielen kraftvoll auf. Ich mag diese Art wie Karajan Beethoven dirigiert. Insgesamt eh eine top Gesamtaufnahme und die 4. Sinfonie macht hier keine Ausnahme!

      [/IMG]

      Dennoch bleibe ich vor allem was die "schlanke" Järvi Aufnahme angeht neugierig...

      Bin gespannt auf weitere Anregungen :hello
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Lieber Nikolaus,

      schöne Threaderöffnung zu einer schönen Sinfonie - danke! :beer

      Ich kenne diese Aufnahmen, wobei ich aus der Erinnerung sagen würde, dass sie IMO alle gut bis sehr gut sind. (Auf die Unterschiede kommen wir vielleicht noch im Verlaufe einer Diskussion zu sprechen.)

      Wiener Philharmoniker / Bernstein, Leonard (DG)
      Berliner Philharmoniker / Furtwängler, Wilhelm (DG)
      Bayerisches Staatsorchester / Kleiber, Carlos (Orfeo)
      Royal Philharmonic Orchestra / Leibowitz, René (Chesky Records)
      Cleveland Orchestra / Szell, George (Sony)

      Einsamer Favorit ist für mich die Kleiber-Aufnahme auf Orfeo. Das Coverbild ist bezeichnend für die Spielfreude und die "lustvolle Beseeltheit" dieser Interpretation. :down

      Gruß, Cosima
    • Lieber Nikolaus,

      schöne Threaderöffnung zu einer schönen Sinfonie - danke! :beer

      Ich kenne diese Aufnahmen, wobei ich aus der Erinnerung sagen würde, dass sie IMO alle gut bis sehr gut sind. (Auf die Unterschiede kommen wir vielleicht noch im Verlaufe einer Diskussion zu sprechen.)

      Wiener Philharmoniker / Bernstein, Leonard (DG)
      Berliner Philharmoniker / Furtwängler, Wilhelm (DG)
      Bayerisches Staatsorchester / Kleiber, Carlos (Orfeo)
      Royal Philharmonic Orchestra / Leibowitz, René (Chesky Records)
      Cleveland Orchestra / Szell, George (Sony)

      Einsamer Favorit ist für mich die Kleiber-Aufnahme auf Orfeo. Das Coverbild ist bezeichnend für die Spielfreude und die "lustvolle Beseeltheit" dieser Interpretation. :down

      Gruß, Cosima
    • Original von Cosima

      Einsamer Favorit ist für mich die Kleiber-Aufnahme auf Orfeo. Das Coverbild ist bezeichnend für die Spielfreude und die "lustvolle Beseeltheit" dieser Interpretation. :down

      Gruß, Cosima


      Ja, da hast du vollkommen Recht.
      Liegnitz hatte mich auf diese Aufnahme gebracht. Als ich das Cover sah, dachte ich: wenn die Musik das gleiche ausdrückt, ist das DIE Aufnahme - es hat sich bestätigt.

      Nikolaus.
    • Original von Cosima

      Einsamer Favorit ist für mich die Kleiber-Aufnahme auf Orfeo. Das Coverbild ist bezeichnend für die Spielfreude und die "lustvolle Beseeltheit" dieser Interpretation. :down

      Gruß, Cosima


      Ja, da hast du vollkommen Recht.
      Liegnitz hatte mich auf diese Aufnahme gebracht. Als ich das Cover sah, dachte ich: wenn die Musik das gleiche ausdrückt, ist das DIE Aufnahme - es hat sich bestätigt.

      Nikolaus.
    • Original von Cosima

      Einsamer Favorit ist für mich die Kleiber-Aufnahme auf Orfeo. Das Coverbild ist bezeichnend für die Spielfreude und die "lustvolle Beseeltheit" dieser Interpretation. :down

      Gruß, Cosima


      Auch wenn der Schlingel im Finale einfach zu schnell wird: Carlos Kleibers Vierte ist auch mein Liebling. (Ich übersehe einfach, daß die Laufzeit der CD skandalös kurz ist ...) Ich mag allerdings auch Karajans nicht ganz so extreme Version von 1962 sehr ...

      Und natürlich meinen herzlichen Dank an Nikolaus für die schöne Fadeneröffnung!

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Original von Cosima

      Einsamer Favorit ist für mich die Kleiber-Aufnahme auf Orfeo. Das Coverbild ist bezeichnend für die Spielfreude und die "lustvolle Beseeltheit" dieser Interpretation. :down

      Gruß, Cosima


      Auch wenn der Schlingel im Finale einfach zu schnell wird: Carlos Kleibers Vierte ist auch mein Liebling. (Ich übersehe einfach, daß die Laufzeit der CD skandalös kurz ist ...) Ich mag allerdings auch Karajans nicht ganz so extreme Version von 1962 sehr ...

      Und natürlich meinen herzlichen Dank an Nikolaus für die schöne Fadeneröffnung!

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • RE: Beethoven: 4. Sinfonie

      Original von nikolaus
      Geniessen kann ich sie vor allem in dieser live-Aufnahme unter Carlos Kleiber vom 3. Mai 1982 aus München:




      Seit einigen Tagen besitze ich glücklicherweise auch die KLeiber Aufnahme. Mir gefällt sein Beethoven einfach! :times10


      Eine leidenschaftliche, packende Interpretation mit sattem Klang. Kleiber selbst sagt zu dieser Aufnahme: Wir haben an diesem Schnappschuss einer Aufnahme keine noch so winzige Korrektur und keine Kosmetik anwenden können oder wollen. ... Aber für jene, die auf Lebendigkeit hören können, haben wir hier Sachen drin, die spielt Ihnen kein Orchester so lustvoll und frech oder so beseelt und erfreuend wie dieses Orchester an jenem Tag.


      Wahrscheinlich hat er recht. Hier scheint einfach alles zu passen an diesem Tag, diesem Orchester.


      Das letzte Wort soll Berlioz haben: Der Charakter der Partitur ist im allgemeinen lebhaft, frisch, heiter und von himmlischer Zartheit.


      Ich liebe dieses immer wieder aufkeinende pulsierende im zweiten Satz.

      Die 4. ist eine wirklichsehr schöne Sinfonie, wird aber wohl zwischen der 3. und 5. eher "zu" wenig wahrgenommen.....
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Ja, Beethovens Vierte ist wirklich ein schönes und mit seinen romantischen Zügen durchaus tiefgründiges Werk, das weit mehr Beachtung verdient, als ihm im allgemeinen zuteil wird! Aber die "geraden" Beethovensymphonien - mit Ausnahme der Pastorale - stehen an Beliebtheit und Wertschätzung ja leider sowieso, und m.E. zu Unrecht (wie oben schon Nikolaus in bezug auf die Vierte festgestellt hat), hinter den "ungeraden" zurück.
      Ich besitze bis jetzt nur die Aufnahmen mit Karajan von 1962 (sehr lange nicht mehr gehört) und die neue mit Immerseel (diese dafür umso öfter und mit großem Genuß). Die hier von verschiedener Seite sehr gelobte Einspielung mit Kleiber kenne ich leider nicht, aber das kann sich ja noch ändern.

      Schöne Grüße,
      Sarastro
      "Ich hätte das nicht so gemacht!" (Kozeluch zu Mozart über ein Haydn-Quartett). "Ich auch nicht! Und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären."
    • Liebe Beethoven-Freunde,

      Nikolaus-Thread zur Sinfonie Nr.4 ist sehr zu begrüßen. Ich hoffe die anderen Beethoven-Sinfonien erfahren auch diese Einzelsicht. GGf. werde ich mich dabei beteiligen.

      Bevor ist zzu meinen favorisiereten Aufnahmen komme möchte ich etwas wichtiges erwähnen:
      Beethoven und Bruckner
      Beethovens Sinfonie Nr.4 war einer der ersten Sinfonien Beethovens (ich glaube sogar die Erste), die Anton Bruckner hörte: Bruckner war nach der Konzertaufführung spachlos und konnte nicht fassen, wie ein Mensch in der Lage war solch eine famose Musik zu schreiben. Ganz sicher hat die langsame Einleitung in Beethovens Vierter zu seinen eingenen aus dem Urnebel kommenden Einleitungen geführt, die nachhaltigen Einfluß auf Bruckner hatte - das große Vorbild war für Bruckner nun fortan vorhanden.

      :thanks Hier werden 2 große Einspielungen genannt, die ich nicht kenne, aber durch zahlreiche Kritiken (auch an derer Stelle) gelesen habe, das mir da noch etwas fehlt: das sind die Einspielungen mit Paavo Järvi (RCA) und Karlos Kleiber (ORFEO).

      :beer Doch bin ich mit Beethoven so gut und teils fabelhaft bestückt, sodaß dieser Mangel nicht so stark ind Gewicht fällt. Ich möchte durch die Sterne meine Favoriten kennzeichnen:
      Meine Aufnahmen der Sinfonie Nr.4
      **** Karajan / BPO (DG1962)
      ***** Karajan / BPO (DG1977) - klanglich besser und Rauschfrei, wobei die Einzel-CD von DG 1984 ganz abfällt und nicht mehr in meinem Besitz ist.
      ***** Bernstein / NY PH (SONY, CBS 1962) - einfach Klasse - mein Favorit !
      ***** Bernstein / Wiener PH (DG 1981) - TOP, fast wie 1962, aber nicht ganz diese Kraft.
      **** Szell / Cleveland Orchestra (SONY 1960) - straff und präzise, das ist Beethoven wie ich ihn mag, leider hoher Rauschfaktor.
      ** Zinman / Tonhalle Orchestra Zürich (ARTE 1999) - diese beethovenfremden Mätzchen nerven mich manchmal etwas.
      **** Solti / Chicago SO (Decca 1975) - leider etwas zu langsam für meinen Geschmack, wobei ich das gerade bei ihm nicht erwartet hätte, trotzdem mustergültig und partiturgerecht.
      * Blomstedt (Brillant, früher EMI)) - diese Interpretationen sind mir schlichweg zu langsam und damit ohne Pepp - (große Ausnahme die Sinfonie Nr.8 mit Blomstedt, die den Pauken ungehindert gehör schenkt und in die erste Liga gehört) - ich habe nur diese eine CD als CD-R zurückbehalten.

      Ganz nebenbei fällt mir gerade augf, das alle genannten Einspielungen aus GA stammen, ich habe gar keine Einzelaufnahmen von der Sinfonie Nr.4 .
      :times10 Die Bernstein-GA (SONY) hat mich bekanntlich total begeistert und ich stellte fest, das sogar Karajan´s referenzwürdige Einspielungen der Beethoven-Sinfonien übertroffen wurden.
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang

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