Chopin: Die Nocturnes

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    • RE: Chopin: Die Nocturnes

      Original von Rachmaninov
      Original von Zelenka
      Gedacht sind die Nachtstücke wohl eher für einen intimeren Rahmen, sie sind in gewissem Sinne "Salonmusik", die aber eben nicht nur oberflächlich brilliant und sentimental-klischeehaft ist.


      @Zelenka,

      danke für diesen Thread. Heute höre ich erneut die mir bisher einzige vorliegende Aufnahme. Pollini (DG)

      Ich muss sagen, bei den ersten Höreindrücken wußte ich nicht sorecht was ich von den Nocturnes halten soll.
      Aber wie von die geschrieben geht es hier nicht um oberflächliche brillianz!
      Für mein empfinden muss man hier in einer sehr ruhigen und entspannten Situation zuhören und die Musik auf sich wirken lassen.


      Amoyels ungemein poetische und innige Version


      Glaube diese Spielweise könnte mir hier gefallen. Wobei mir Pollini durchaus gefällt, aber irgendwann steht ja immer eine weitere Aufnahme "an". :hello


      Pollini macht seine Sache schon sehr gut, bei Amoyel scheiden sich die Geister im Forum. :I Falls Du einen eher beschaulichen Abend verbringen möchtest, kann ich Dich jedenfalls nur vor Weissenberg warnen. Eine ernste Empfehlung ist tatsächlich noch Arrau, den ich sonst nicht immer sehr schätze.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • RE: Chopin: Die Nocturnes

      Original von Rachmaninov
      Original von Zelenka
      Gedacht sind die Nachtstücke wohl eher für einen intimeren Rahmen, sie sind in gewissem Sinne "Salonmusik", die aber eben nicht nur oberflächlich brilliant und sentimental-klischeehaft ist.


      @Zelenka,

      danke für diesen Thread. Heute höre ich erneut die mir bisher einzige vorliegende Aufnahme. Pollini (DG)

      Ich muss sagen, bei den ersten Höreindrücken wußte ich nicht sorecht was ich von den Nocturnes halten soll.
      Aber wie von die geschrieben geht es hier nicht um oberflächliche brillianz!
      Für mein empfinden muss man hier in einer sehr ruhigen und entspannten Situation zuhören und die Musik auf sich wirken lassen.


      Amoyels ungemein poetische und innige Version


      Glaube diese Spielweise könnte mir hier gefallen. Wobei mir Pollini durchaus gefällt, aber irgendwann steht ja immer eine weitere Aufnahme "an". :hello


      Pollini macht seine Sache schon sehr gut, bei Amoyel scheiden sich die Geister im Forum. :I Falls Du einen eher beschaulichen Abend verbringen möchtest, kann ich Dich jedenfalls nur vor Weissenberg warnen. Eine ernste Empfehlung ist tatsächlich noch Arrau, den ich sonst nicht immer sehr schätze.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Original von Rachmaninov
      @Zelenka,

      Weissenberg kann ich mir hier wirklich kaum vorstellen!


      Er hat die Nocturnes aber tatsächlich "gemacht"! Uninteressant sind seine Versionen wirklich nicht, technisch sind sie brilliant, aber bei mir verursachen sie Schlaflosigkeit.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Original von Rachmaninov
      @Zelenka,

      Weissenberg kann ich mir hier wirklich kaum vorstellen!


      Er hat die Nocturnes aber tatsächlich "gemacht"! Uninteressant sind seine Versionen wirklich nicht, technisch sind sie brilliant, aber bei mir verursachen sie Schlaflosigkeit.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Was die Nocturnes angeht, so muss ich sagen, dass es für mich DIE Aufnahme schlechthin nicht gibt! Ich liebe ebenfalls die Einspielung von Pollini, der allerdings sehr forsch an die einzelnen Stücke herangeht. Dagegen gibt es dann ebenfalls bei der DG mit Maria Joao Pires eine sehr feinfühlige Interpretin, die quasi einen Ruhepol zu Pollini darstellt. Es dürfte wohl auch daran liegen, dass sie extrem kleine Hände hat und einige Passagen gar nicht so schnell spielen kann wie Pollini. Ebenfalls sehr empfehlenswert finde ich die Einspielungen mit Moravec und Leonskaja bei Teldec. Leonskaja geht die ganze Sache eher kräftiger an, Moravec dagegen ist der überlegene, kluge Interpret. Dann gibt es die immer wieder gerne gehörte Einspielung von Rubinstein bei RCA, der zu den großen Altmeistern gehört und unbestritten ist. Ihn kann man eigentlich sehr gut mit Arrau im Vergleich anhören, der ja auch bereits in einem hohen Alter bei seiner Einspielung war. Arrau klingt aber deutlich kühler als Rubinstein, letzteren bevorzuge ich klar, da er auch etwas "riskanter" spielt.

      Es kommt bei mir immer etwas auf die Stimmung an, wen ich gerne höre. Absolut nicht zu unterschätzen ist m.E. auch Stefan Askenase bei der DG. Er ist leider heutzutage gänzlich unbekannt, hat aber wunderbare Aufnahmen in den 50-er Jahren gemacht!
    • Was die Nocturnes angeht, so muss ich sagen, dass es für mich DIE Aufnahme schlechthin nicht gibt! Ich liebe ebenfalls die Einspielung von Pollini, der allerdings sehr forsch an die einzelnen Stücke herangeht. Dagegen gibt es dann ebenfalls bei der DG mit Maria Joao Pires eine sehr feinfühlige Interpretin, die quasi einen Ruhepol zu Pollini darstellt. Es dürfte wohl auch daran liegen, dass sie extrem kleine Hände hat und einige Passagen gar nicht so schnell spielen kann wie Pollini. Ebenfalls sehr empfehlenswert finde ich die Einspielungen mit Moravec und Leonskaja bei Teldec. Leonskaja geht die ganze Sache eher kräftiger an, Moravec dagegen ist der überlegene, kluge Interpret. Dann gibt es die immer wieder gerne gehörte Einspielung von Rubinstein bei RCA, der zu den großen Altmeistern gehört und unbestritten ist. Ihn kann man eigentlich sehr gut mit Arrau im Vergleich anhören, der ja auch bereits in einem hohen Alter bei seiner Einspielung war. Arrau klingt aber deutlich kühler als Rubinstein, letzteren bevorzuge ich klar, da er auch etwas "riskanter" spielt.

      Es kommt bei mir immer etwas auf die Stimmung an, wen ich gerne höre. Absolut nicht zu unterschätzen ist m.E. auch Stefan Askenase bei der DG. Er ist leider heutzutage gänzlich unbekannt, hat aber wunderbare Aufnahmen in den 50-er Jahren gemacht!
    • Claudio Arrau (1978, Philips)

      Inzwischen habe ich auch die Arrau-Aufnahme gehört. Sie gehört ohne Zweifel zu meinen Lieblingsaufnahmen! Da ist einerseits Arraus dunkler und voller Ton, andererseits die klare, pure Interpretation. Obgleich Arraus Spiel auf den ersten Eindruck eher sachlich und leicht kühl anmutet, besitzt seine Interpretation doch sehr viel Tiefe und Nuanciertheit.

      Somit kann ich sagen, dass Pollini zwar weiterhin eine besondere Rolle für mich spielt, ich aber Moravec, Francois und Arrau mit ihren jeweils unterschiedlichen Sichtweisen keinesfalls missen möchte.
      Und über allem thront für mich immer noch Pollins op. 27 Nr. 2! :engel

      Gruß, Cosima
    • Claudio Arrau (1978, Philips)

      Inzwischen habe ich auch die Arrau-Aufnahme gehört. Sie gehört ohne Zweifel zu meinen Lieblingsaufnahmen! Da ist einerseits Arraus dunkler und voller Ton, andererseits die klare, pure Interpretation. Obgleich Arraus Spiel auf den ersten Eindruck eher sachlich und leicht kühl anmutet, besitzt seine Interpretation doch sehr viel Tiefe und Nuanciertheit.

      Somit kann ich sagen, dass Pollini zwar weiterhin eine besondere Rolle für mich spielt, ich aber Moravec, Francois und Arrau mit ihren jeweils unterschiedlichen Sichtweisen keinesfalls missen möchte.
      Und über allem thront für mich immer noch Pollins op. 27 Nr. 2! :engel

      Gruß, Cosima
    • Original von Cosima
      Und über allem thront für mich immer noch Pollins op. 27 Nr. 2!



      Liebe Cosima,

      da hättest Du gestern abend in der Hamburger Musikhalle sein mögen, wo er dieses Nocturne als letzte von vier Zugaben gespielt hat.

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gamaheh ()

    • Original von Cosima
      Und über allem thront für mich immer noch Pollins op. 27 Nr. 2!



      Liebe Cosima,

      da hättest Du gestern abend in der Hamburger Musikhalle sein mögen, wo er dieses Nocturne als letzte von vier Zugaben gespielt hat.

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.

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    • Original von Gamaheh
      Original von Cosima
      Und über allem thront für mich immer noch Pollins op. 27 Nr. 2!



      Liebe Cosima,

      da hättest Du gestern abend in der Hamburger Musikhalle sein mögen, wo er dieses Nocturne als letzte von vier Zugaben gespielt hat.

      Grüße,
      Gamaheh


      Liebe Gamaheh,

      morgens lasse ich mich immer mit dem Radiosender NDR-Kultur wecken. Und heute war ich hocherfreut, als sie eben über dieses Konzert berichteten und auch ein paar Auszüge spielten. Die Resonanz schien sehr positiv gewesen zu sein. Wie hast Du es erlebt? Und ja: Ich hätte ihn nur allzu gern live gehört und gesehen!

      Gruß, Cosima
    • Original von Gamaheh
      Original von Cosima
      Und über allem thront für mich immer noch Pollins op. 27 Nr. 2!



      Liebe Cosima,

      da hättest Du gestern abend in der Hamburger Musikhalle sein mögen, wo er dieses Nocturne als letzte von vier Zugaben gespielt hat.

      Grüße,
      Gamaheh


      Liebe Gamaheh,

      morgens lasse ich mich immer mit dem Radiosender NDR-Kultur wecken. Und heute war ich hocherfreut, als sie eben über dieses Konzert berichteten und auch ein paar Auszüge spielten. Die Resonanz schien sehr positiv gewesen zu sein. Wie hast Du es erlebt? Und ja: Ich hätte ihn nur allzu gern live gehört und gesehen!

      Gruß, Cosima
    • Original von Cosima
      morgens lasse ich mich immer mit dem Radiosender NDR-Kultur wecken. Und heute war ich hocherfreut, als sie eben über dieses Konzert berichteten und auch ein paar Auszüge spielten. Die Resonanz schien sehr positiv gewesen zu sein. Wie hast Du es erlebt? Und ja: Ich hätte ihn nur allzu gern live gehört und gesehen!


      Liebe Cosima,

      zur Zeit höre ich auch mal wieder NDR 3 zum Aufstehen, aber was die da über die Konzerte berichten, darf man nicht immer ganz ernst nehmen. So hieß es, Pollini habe "vor ausverkauften Rängen" gespielt. Das traf auf den 2. Rang auch annähernd zu, dafür war aber das Parkett wirklich fast zur Hälfte (rechte Hälfte) leer (jedenfalls in der ersten Hälfte des Konzerts). Das ist mir als Hamburgerin immer etwas peinlich, weil ich mich dann frage, ob wir eine Stadt von Banausen sind; und ob diese Künstler, die es ja nicht gewohnt sind, vor so spärlichem Publikum zu spielen, noch einmal wiederkommen werden. Und wie man die Elbphilharmonie füllen wird ...

      Aber die Resonanz von denen, die da waren, war tatsächlich sehr positiv, durchaus begeistert.

      Ich werde im Faden "Gestern im Konzert" darüber berichten, wenn ich in den nächsten Tagen dazu komme.

      Von den "vier Chopin-Zugaben" war übrigens die erste von Liszt.

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • Original von Cosima
      morgens lasse ich mich immer mit dem Radiosender NDR-Kultur wecken. Und heute war ich hocherfreut, als sie eben über dieses Konzert berichteten und auch ein paar Auszüge spielten. Die Resonanz schien sehr positiv gewesen zu sein. Wie hast Du es erlebt? Und ja: Ich hätte ihn nur allzu gern live gehört und gesehen!


      Liebe Cosima,

      zur Zeit höre ich auch mal wieder NDR 3 zum Aufstehen, aber was die da über die Konzerte berichten, darf man nicht immer ganz ernst nehmen. So hieß es, Pollini habe "vor ausverkauften Rängen" gespielt. Das traf auf den 2. Rang auch annähernd zu, dafür war aber das Parkett wirklich fast zur Hälfte (rechte Hälfte) leer (jedenfalls in der ersten Hälfte des Konzerts). Das ist mir als Hamburgerin immer etwas peinlich, weil ich mich dann frage, ob wir eine Stadt von Banausen sind; und ob diese Künstler, die es ja nicht gewohnt sind, vor so spärlichem Publikum zu spielen, noch einmal wiederkommen werden. Und wie man die Elbphilharmonie füllen wird ...

      Aber die Resonanz von denen, die da waren, war tatsächlich sehr positiv, durchaus begeistert.

      Ich werde im Faden "Gestern im Konzert" darüber berichten, wenn ich in den nächsten Tagen dazu komme.

      Von den "vier Chopin-Zugaben" war übrigens die erste von Liszt.

      Grüße,
      Gamaheh
      In girum imus nocte et consumimur igni.
    • hallo,

      unabhängig von den gesamteinspielungen habe ich zwar nur einzelne nocturnes von wilhelm backhaus und michail pletnev gehört, aber dafür sind diese interpretationen der gipfel der klavierkunst.

      nun meine erfahrungen mit gesamtaufnahmen der nocturnes.

      top of the top: stefan askenase, arthur rubinstein

      top: ivan moravec

      katastrophe: daniel barenboim


      gruß, siamak :engel
    • hallo,

      unabhängig von den gesamteinspielungen habe ich zwar nur einzelne nocturnes von wilhelm backhaus und michail pletnev gehört, aber dafür sind diese interpretationen der gipfel der klavierkunst.

      nun meine erfahrungen mit gesamtaufnahmen der nocturnes.

      top of the top: stefan askenase, arthur rubinstein

      top: ivan moravec

      katastrophe: daniel barenboim


      gruß, siamak :engel