Mit meinen heißen Tränen - Schuberts Winterreise D 911

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    • Die webseite sagt:
      "Dieser Zyklus von Wilhelm Müller und Franz Schubert hat Peter Härtling sein Leben lang nicht losgelassen. Ein Ergebnis seiner fortwährenden Beschäftigung ist auch eine besondere Aufnahme mit der Bratschistin Tabea Zimmermann, dem Pianisten Hartmut Höll und der Sopranistin Mitsuko Shirai. Sie bildet gleichsam den roten Faden dieser "Interpretationen", in denen aber auch Dietrich Fischer-Dieskau, Thomas Quasthoff, Christine Schäfer und andere musikalisch zu Wort kommen.

      Die "Winterreise" ist für Peter Härtling aber mehr als ein musikalisches Ereignis, sie ist für ihn höchst aktuell als Sinnbild für die Heimatlosigkeit in einer unbehausten Welt. "
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Ich habe die Sendung gestern aufgenommen und habe eben festgestellt dass es die dort vorgestelle Version der Winterresie für Viola, Sprecherstimme und Klavier nciht mehr im Handel gibt. Peter Härtling, den die Winterresie shcon sein gazens Leben lang in besodnerer weise begleitet hat zusammen mit Hartmut Höll, Mitsuko Shirai und Tabea Zimmermann eine hochinteressante Annâherung an das Werk versucht. Leider nicht mehr zu haben...... :S In der Sendung ist auch ein stück aus der allerersten Aufnahme mit FIDI zu hören- man erkennt ihn kaum wieder, ganz unverbraucht, ohne jeglcihe Manierismen, rein und wunderschön. :down
      Ich bin Heike serh dankbar fûr dne tipp mit Deutschlandradio Kultur! :engel
      Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein (Voltaire)
    • Weiss zufällig jemand etwas zu Elfriede Jelineks Theaterstück "Winterreise", das in München in den Kammerspielen(mit Musik, wenn ich es richtig verstehe) aufgeführt wird? Ich bin zu der Zeit gerade da und würde mir das evtl ansehen. Wenn es allerdings total unerträglich ist..... bei Jelinek muss man ja mit allem rechnen ?(

      F.Q.
      Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein (Voltaire)
    • Ich erinnere mich, eine Kritik gelesen zu haben, in der das Stück als depressiver Monolog über Jelineks Innenleben bezeichnet wurde. Es ist also sehr biographisch angelegt, aber kombiniert mit aktuellen Ereignissen (Hyposkandal, Kampuschentführung u.a.). Alles gespickt mit traurigen Winterreise-Zitaten. Das bezog sich aber auf das Buch, zu der Bühnenumsetzung weiß ich nichts.
      Sicherlich interessant, aber wahrscheinlich solltest du dir hinterher eine kleine Party zur Aufmunterung organisieren ;)
      Heike
      "Es gibt keine falsche Note, solange du nicht die nächste gehört hast." Miles Davis
    • Liebe Fairy,

      habe gestern auch nur die Einführung der Kammerspiele dazu gelesen und es klang so, wie es Heike beschrieben hat. Von Bekannten hörte ich noch nichts. War wohl noch niemand drin.

      Falls Du aber zur Festspielzeit mal in München sein solltest, ist ja der Liederabend von Gerhaher und vielleicht auch Jonas Kaufmann ein MUSS. Ob man Karten bekommt, steht auf einem anderen Stern. Diese Woche beginnt, wenn mich nicht alles täuscht, die tagelange Ansteherei für die Festspiele und wie ich hörte, wären die Liederabende ein besonderes Nadelöhr, da ja jeweils nur einmal.

      Herzliche Grüße aus dem Münchner Umland
      Ingrid

      PS. Werde heute Nachmittag allerdings in München sein und mein goldiges erstes Enkelkind besuchen.
    • Wenn ich alleine wâre, würde ich es mir totz alledem ansehen. Mich kann so leicht ncihts schockieren und ich fand auch "Die Klavierlehrerin" zwar erschütternd aber doch serh gut. Leider weigert sich nun meine Tochter bei dem Namen Jelinek strikt.... man kann es ihr wohl nciht verdenken! Parallel gibt es dostojewski Schuld und Sühne als Theaterstück. Das klingt auch serh spannend!
      Danke und lieben Gruss
      F.Q.
      P.S. Liebe Ingrid, ich würde Gerhaher und Kaufmann ja zu gerne sehen, aber ich bin leider nur alle Jubeljahre mal da..... :I
      Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein (Voltaire)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fairy Queen ()

    • ich bin mal so frei

      Original von Cetay

      Schubert; Winterreise; Abramowitsch, Barth

      Die Winterreise geht bei mir nur mit einer ganz tiefen Männerstimme (Martti Talvela kann mir das näher bringen, Textverständlichkeit hin oder her) oder einer unaffektierten Frauenstimme (also nicht Faßbender oder Schäfer), wie die gerade gehörte. Tenöre vom Schlage eines Fischer-Dieskau machen mir das unerträglich, das ist Künstlich-Lied statt Kunstlied. :A :ignore
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Ähmmm..... die Winterreise ist ursprünglich für die "unerträglichen Tenöre" komponiert worden und obschon Fischer-Dieskau(Bariton!) nciht zu dieser Gattung gehört, hat er massgebliche Weichen für die Interpretation des Zyklus gestelllt. Und hervorragende Nachfolger ausgebildet.(z.B. den von mir hochverehrten Christian Gerhaher)
      Ganz tiefe Männerstimmen wie hier gefordert wird, kônnen die Winterreise nichtmal im Original singen- waren von Schubert also erstmal gewiss nicht vorgesehen . Das stört mich allerdings nciht wirklch , wenn jemand das so herzzereissend rüberbringt wie Hans Hotter.
      Was mich stört sind interpratationslose Interpretationen, ob hoch oder tief oder mittel. Natürliches Singen ist vielleicht in der Badewanne möglich aber niemals im Konzertsaal.Ein kunstliedzyklus ist einstudiert und kann nur von künstl(er)isch ausgebildeten Stimmen bewältigt werden. Mit "Naturstimme " kann man evtl noch den Lindenbaum im Mânnerchorstil hinbekommen, aber den Rest???????????

      Etwas ratlose Grûsse von F.Q.
      Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein (Voltaire)
    • Liebe Fairy,

      ich sehe das etwas anders und würde wenig interpretierende Interpreten nicht gleich in die Badewanne stecken, sondern sie eher an einen der extremen Ränder des Interpretationsspektrums verorten. Dass es eine so immense Bandbreite an möglichen Auslegungen eines Werkes (egal welcher Gattung oder Epoche) geben kann, macht für mich einen Gutteil der Faszination Klassischer Musik aus. Ob das alles immer meinen Hörpräferenzen entgegenkommt, ist dabei zweitranging.

      Im konkreten Fall hat mir Frau Abramowitsch durch ihre eigenwillige (Un-)Deutung den Zugang zum Werk ermöglicht, der mir sonst in der Regel durch den Interpreten (egal ob Tenor oder hoher Bariton :wink) verstellt wird. Und mit der Kenntnis des Werks, kommt vielleicht auch der Wunsch, "richtigere" Interpretationen zu hören, von ganz allein.

      Es gibt viele Fälle, in denen Randinterpretationen Werke für neue Zielgrupoen erschließen können. Ich denke an den Sacre, der nicht zuletzt durch Karajan, der die Ecken und Kanten brutal weggeschliffen hat, zum allgemeinen Volksgut wurde. Mir gefällt die Interpretation überhaupt nicht, aber ich finde sie gut. Ich denke an Streichquartettformationen, die wegen ihres orchestralen Klangs kritisiert werden, aber so vielleicht exklusive Orchestermusikliebhaber für das eine oder andere Werk ihrer Gattung begeistern können. Dank den -anfangs extremen- HIPstern hören heute auch einst notorische Alte-Musik-Freaks Kompositionen, die im 19. Jhd. geschrieben wurden, dank Benny Goodman hör(t)en Jazz-Fans Mozart, ...

      Man kann das alles kritisieren, weil es nicht richtig ist, aber ich freue mich lieber an der Vielfalt und suche mir daraus das aus, was mir gefällt.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)
    • Also , mir ist es gleich wer die Lieder interpretiert, ob Bariton , Bass, Mezzo oder Tenor,
      die Hauptsache bleibt was ich da höre !
      Bisher gefielen mir die Lieder nicht mit Tenor, aber als ich die 2te Aufnahme mit
      Christoph Pregardien gehört habe (die 1te gefiel mir nicht so gut) war ich unglaublich
      überzeugt von seiner heutigen Interpretation. Das ist alles so gereift , viel natürlicher
      und Ausgewogen, mag auch am Pianisten liegen , Michael Gees macht das Zusammen-
      Spiel zu einem Ereignis .
      Früher habe ich nicht so auf das Klavierspiel geachtet , aber heute um so mehr.
      Dadurch ergeben sich auch völlig andere Sichtweisen auf die Winterreise .
      Pregardiens Gesang ist auch merklich dunkler geworden und dadurch auch kerniger
      was ich für meinen Teil bei der WR überzeugender finde !



      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong
    • Habe gerade die Winterreise mit Christine Schäfer gehört (CD). Gewiss die ungewöhnlichste Winterreise, die ich je gehört habe (ich kenne so manche). Sie wurde auch hier wiederholt, oft mit Begeisterung, erwähnt. Die Aufnahme wurde hier und anderswo als kühl, eiskalt, emotionslos beschrieben ....aber geht wie nur wenige unter die Haut. Sie wird lange bei mir nachklingen. Es ist mir fast ein bisschen bange davor, sie noch einmal anzuhören.
      freundliche Grüsse
      abendroth
    • Seit gestern viel gehört , die neue Winterreise mit J. Kaufmann......



      Nun ist es fast ein Jahr her, das ich die obige Aufnahme mit Ch.Prégardien erstanden und lieben gelernt habe und dann kommt diese neue Winterreise dazu und hat mich völlig umgehauen .
      Was für ein Interpretation, der Ausdruck, die vielen Farben, man leidet förmlich mit !
      Es mangelt ja nicht an Aufnahmen, aber genauso wie seine "Schöne Müllerin" fasziniert mich
      seine Deutung der Winterreise .Es ist auch nicht so manieristisch , sondern hat was von Natürlichkeit.
      Auch die Begleitung von H.Deutsch ist hervorragend, die beiden ergänzen sich auf das beste !

      Es mag bestimmt nicht jedermanns Geschmack sein, aber meiner ist es ! :down

      LG palestrina
      „ Die einzige Instanz, die ich für mich gelten lasse, ist das Urteil meiner Ohren. "
      Oolong