Mit meinen heißen Tränen - Schuberts Winterreise D 911

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • ja, die meine ich. Das gefällt mir tatsächlich, weil ich das Gefühl habe, dass er einfach singt. Ich mag Sologesang i. d. R. überhaupt nicht, weil mir das viel zu gekünstelt ist, das empfinde ich hier nicht. Das Tempo hat mich bisher nicht gestört, auch wenn ich Dein Argument gut nachvollziehen kann.
      Die Fischer-Dieskau Version gefällt mir auch recht gut soweit, von Brendel bzw. ich glaube eher dem Flügel bin ich nicht so begeistert, das scheint mir etwas zu hell. Aber ich denke, ich bestell mir die einfach mal, mal schauen, kostet ja nicht viel :)
      "Wir können genauso gut unsere Geigen nehmen und sie mit unseren Knien zerbrechen." (Fritz Kreisler über Jascha Heifetz)
    • Hinsichtlich der Forderung, dass einfach nur ohne große Künstelei gesungen wird, will ich hier Josef Greindl, kongenial begleitet von Hertha Klust, in den Ring werfen. Von einem mit Wagner berühmt gewordenen Bass erwartet man das am wenigsten, aber er versteht es, sich zurück zu nehmen, ohne dass Aussage und Intensität darunter leiden. Meine bisherigen Empfehlungen nehme ich hiermit zurück, weil ich trotz der ursprünglichen Begeisterung nie mehr das Bedürfnis hatte, sie nochmals zu hören. Anders hier: Greindl/Klust laufen - falsches Klavier und falsche Tonart zum Trotz- bei jeder Gelegenheit und ich habe das Gefühl endlich Die Winterreise ohne interpretatiorische Eitelkeiten präsentiert zu bekommen. Für Liedgesangs-Phobiker könnte das ein Heilmittel sein.
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cetay ()

    • Beim Liedgesang schätze ich die Sänger, die etwas weniger "Operndramatik" hineinbringen, mit mehr Mittelregister singen.
      Hier wäre u.a. auch Dobmeier zu nennen:




      Wen es interessiert, hier die (auch) von ihm genutzte "inhalare la voce"-Technik kurz beschrieben:

      --
      "Die grösseste Schwierigkeit eines andern Arbeit auszuführen, bestehet wohl darin, daß eine scharffe Urtheils-Krafft dazu erfordert werde, fremder Gedancken Sinn und Meinung recht zu treffen. Denn, wer nie erfahren hat, wie es der Verfasser selber gerne haben mögte, wird es schwerlich gut heräus bringen, sondern dem Dinge die wahre Krafft und Anmuth offt dergestalt benehmen, daß der Autor, wenn ers selber mit anhören sollte, sein eigenes Werck kaum kennen dürffte."
      (Mattheson)
    • Benutzer online 3

      3 Besucher