Schumann: Cellokonzert a-moll op.129

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    • Schumann: Cellokonzert a-moll op.129

      Hallo Schumann-Freunde,

      seit ein paar Wochen ist hier Schumann-Fieber ausgebrochen :D --- der Thread des Schumann-Klavierkonzertes steht immer ganz oben !

      Was ist mit Schumann: Cellokonzert op.129 ???
      Ich besitze auf CD nur die abgebildete Aufnahme:


      Schumann: Cellokonzert a-moll op.129
      Bloch: Schelomo für Cello und Orchester

      Orchestre national de France, Leonard bernstein
      EMI, 70er, ADD

      Das Schumann Cellokonzert hat mich bisher nie so begeistert. Ich hatte zuvor mal eine LP mit Fournier von dem Cellokonzert.

      :engel Die CD habe ich aber wegen der Superaufnahme Bloch: Schelomo gekauft und Schumann nur als füllende Beigabe gerne entgegengenommen. Ich finde die Aufnahme des Schumann-Cellokonzertes aber auch "ganz gut". Nur bei Bloch ist diese aus ganz anderem Holz geschnitzt, was auch an der Komposition liegt.

      Ich habe an anderer Stelle gelesen, dass sich die beiden (Rostropowitsch und Bernstein) richtigen gefunden haben und daß das Tempo beim Schumann:Cellokonzert sehr ausgewalzt ist ! Vielleicht reißt es mich gerade deshalb nicht so vom Hocker.


      Am Wochenende habe ich die DG-CD mit Schostakowitsch/Schumann-Violinfassung des Cellokonzertes op.129 in einem Gebraucht-CD-Laden gefunden und superbillig abgestaubt. Auch diese DG-CD hätte ich ohne das Schostakowitsch: VC Nr.2 nicht gekauft, denn mit dem Duo Ozawa/Rostropowitsch habe ich auch die hervorragende Aufnahme des Schost.:Cellokonzertes Nr.2 (DG).


      Schumann: Konz. f. Violoncello u. Orch. a-moll op. 129: Fassung f. Violine u. Orch. von D.Schostakowitsch
      Gidon Kremer, Boston SO, Seiji Ozawa
      DG, Aufnahme 1992, DDD

      Die gewählten Tempi sind auch eindeutig wesentlich schneller als beim Schumann Cellokonzert-Original mit Rostropowitsch.
      Die Violinstimme wurde damals von Schumann auf Wunsch vom Geiger Joseph Joachim erstellt und verblieb so. Die Violinstimme ist praktisch eine Oktave höher als der Cellopart gesetzt und dem Instrument entsprechend angepaßt worden. Rostropowitsch hat dann später Schostakowitsch gebeten das Werk fertig zu stellen und zu orchestrieren.
      In dieser Fassung steht diese Kremer/Ozawa Aufnahme, die sich nicht uninteressant anhört und durch Gidon Kremer (wiedermal TOP in Form) sehr gut umgesetzt wird. Auch Ozawa läßt sehr angemessen flott begleiten und läßt keine Langeweile aufkommen.
      :beer Das ich nun total begeistert bin, kann ich nicht behaupten - das Konzert hat einfach nicht die Qualität, die ich bei Schumann´s Klavierkonzert finde.

      :wink Die CD ist ohnehin hauptsächlich wegen des VC Nr.2 von Schostakowitsch für mich interessant.
      Was haltet ihr von Schumann´s Cellokonzert und welche Aufnahme würdet ihr empfehlen ?
      Kennt einer die o.g.Fassung für Violine und Orchester ?
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Hallo Wolfgang,

      Schade, das hier keiner so richtig anbeisst!

      Ich besitze diese Aufnahme:


      Du Pre, New PO, Barenboim;
      Barenboim, London PO, Fischer-Dieskau

      Ich mag das Konzert sehr! Werde hier aber wohl nicht immer auf der Suche nach besseren Aufnahmen sein! Dafür sind andere Bereiche wichtiger, z.B seine Symphonien. Zu einer Zweitaufnahme würd ich mich aber gern überreden lassen, gern begistern lassen!

      Ansonsten schließe ich mich Wolfgangs Fragen an!

      Wie denkt Ihr anderen über das Cellokonzert Schumanns?
      Wer kennt "meine" Aufnahme des Konzertes, Barenboim - du Pre?
      Ist die Bernstein - Rostropowitsch - Aufnahme nun zu empfehlen?

      Gruß
      Daniel
      Jesus spricht: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Johannes 14, Vers 6)
    • Lieber Wolfgang:

      Nachdem ich sehe, daß auch Tage nach der Eröffnung Deines Fadens nur eine Antwort gekommen ist, muß ich mich wenigstens kurz melden. Immerhin gehört das Werk zum Kernrépertoire der Cellokonzert-Literatur, aber es hat wohl auch beim größeren Publikum außerhalb des Forums einigermaßen schlechte Karten. Du hast leider nicht geschrieben, was genau Dich hier stört. Es habe Deiner Meinung nach einfach nicht die Qualität des Klavierkonzerts aufzuweisen. Grundsätzlich, das sei betont, ist es allerdings in vielen Dingen ganz ähnlich dem Klavierpendant (auch Clara hat natürlich ihren Auftritt!), es ist ganz ähnlich sorgfältig gearbeitet und bietet durchaus eingängiges thematisches Material. Der Komponist mochte das Cello und konnte es, wie gut weiß ich nicht, auch spielen.

      Die Paarung Rostropovich/Bernstein ist sicher nicht uninteressant. (Rostropovich hat übrigens wenigstens einmal unter Oistrakh zu Schostakowitschs Umorchestrierung gespielt.)

      Meine Aufnahmen sind diese:

      Fournier, Philharmonia O, Sargent EMI Les Introuvables CZS5697082
      Rostropovich, Leningrad Philharmonic O, Rozhdestvensky DG Centenary Collection 4590222
      Rostropovich, USSR State Symphony O, Rozhdestvensky EMI Rostropovich: The Russian Years CZS5722942
      du Pré, New Philharmonia O, Barenboim EMI CMS7632832
      Coin, O des Champs Elysées, Herreweghe Harmonia Mundi musique d'abord HMA1951731
      Maisky, Orpheus Chamber O DG 4695242
      Gastinel, O philharmonique de Liège, Langrée Naive V4897

      Wie sorgfältig gearbeitet das Konzert ist, wird in der technisch besonders gut gelungenen, sehr gut durchhörbaren Aufnahme Anne Gastinels deutlich, deren Spiel vielleicht ein ganz klein wenig mehr Elan vertragen könnte. Mehr Emotion, manchmal zuviel davon, ist bei Rostropovich, du Pré und Maisky zu bekommen, ich selbst habe mich in letzter Zeit allerdings eher zur französischen Celloschule umorientiert.

      Schumanns Umarbeitung des Konzerts für die Geige kenne ich leider nicht, ich weiß allerdings auch nicht so recht, ob ich sie kennenlernen möchte.

      Gruß, Zelenka
      "Mit Kempff habe ich nur ein einziges Mal gespielt, und er meinte hinterher, er werde nie wieder mit mir spielen, weil ich beim Dirigieren singe. Und dabei war er eines meiner Idole gewesen." Sir Colin Davis
    • Habe heute mal aufgrund eurer Zeilen wieder das Cellokonzert Schumanns gehört.
      Und irgendwie bleibt mein Bild zwiespältig...

      Einerseits gefällt es mir schon (sehr), andererseits weiß ich auch nicht so recht etwas damit anzufangen. Ja, schöne Stellen und Themenbögen sind definitiv dabei - aber insgesamt stufe ich es für mich nicht mehr als 'gefällig' ein...

      Besitzen tue ich zwei Aufnahmen:

      Jacqueline du Pré, New Philharmonia Orchestra, Daniel Barenboim

      Mischa Maisky, Wiener Philharmoniker, Leonard Bernstein


      Bitte fragt nicht, welche der beiden ich bevorzuge. Ich weiß es selbst nicht. Noch nie verglichen - rein vom Gefühl tendiere ich aber zu Maisky.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sabine ()

    • Die expressivest Interpretation, die ich kenne, stammt von Pablo Casals, und wurde live vom Prades Festival mitgeschnitten. Dirigent war damals Ormandy, der bei der Erstveröffentlichung gar nicht namentlich genannt werden durfte, weil er bei einem anderen Label unter Vertrag stand. Diese Aufnahme sollte man kennen - ich finde, sie gehört nicht nur zu den besten der Schumann-Cellokonzert-Literatur, sondern auch des Meisters Casals. Legendär kann man wohl seinen Stöhner bezeichene, mit dem er den Cellopart beginnt. Die Auffassung ist fast frühromatisch zu nennen.



      Dem entgegen ist die berühmte Aufnahme mit Jacqueline du Pré und ihrer einzigartigek Dramatik eher als spätromatische Aufassung zu bezeichnen.
      Auch in dieser Ausgabe erhätltlich.



      Leider ist der (muffig klingende) Radiomitschnitt der Salzburger Festspiele von 1995 mit dem Europäischen Kammerorchester, verstärkt um das Hagen Quartett als Stimmführer unter Nikolaus Harnoncourt und Clemens Hagen als Solisten nie veröffetnlicht worden: besser habe ich den Orchesterpart nie wieder gehört und die ersten beiden Sätze von Clemens sind fast so grandios expressiv wie von Casals!)
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)
    • Schumann-Freunde,

      also ich muss gestehen, daß ich zwar ein großer Freund von Schumann's Klaviermusik bin, aber mich sein Cellokonzert einfach bisher nicht wirklich begeistert.
      Mittlerweile habe ich mir die Aufnahmen Coin/Herreweghe angehört sowie heute morgen die Aufnahme mit D. Shafran.
      Letztere spielt, auch hier, einen unglaublich intensiven Ton. Das gefällt mir, macht mich aber dennoch nicht zum großen Schumann Cellokonzert-Bewunderer.

      Ist das KOnzert vielleicht eins dieser Werke wo es eine "besondere" Aufnahme bedarf?
      Vielleicht die angesprochene Aufnahme von Gastine?
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • Original von Rachmaninov
      Ist das KOnzert vielleicht eins dieser Werke wo es eine "besondere" Aufnahme bedarf?
      Vielleicht die angesprochene Aufnahme von Gastinel?


      Wenn Du etwas anderes hören willst als üblich, bleibt wohl nichts als die Casals-Einspielung. Taste it!
      Gruß, ab

      Wissen ist Beschreiben können.
      (Rudolf Arnheim)