Strawinsky: Ballette und Orchesterwerke

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    • Strawinsky: Ballette und Orchesterwerke

      Hallo Strawinsky-Freunde,

      ich habe Strawinsky (1882 - 1972) im Forum gesucht - nichts vorhanden !?!
      :D Mögt ihr Strawinsky nicht ? :beer Kann nicht sein.

      Wer Strawinsky noch nicht hat, der macht mit Strawinsky´s eigene´n CBS-Aufnahmen zum Kennenlernen nichts falsch, da es sein (fast)Gesamtwerk in einer 22CD-SONY-Box preisgünstig gibt.
      Einschränkend muß aber gesagt werden, dass Strawinsky kein geschickter und guter Dirigent war, sodaß seine Haupt-Werke von anderen Dirigenten wesentlich ausdrucksstärkeren Aufnahmen vorliegen.

      Für mich ist diese SONY-Box weniger von interesse, da ich bereits zwei der früher erschienenen SONY-3CD-Boxen mit Strawinsky und seinen Hauptwerken daraus habe, sowie fastzinierende Aufnahmen seiner hauptwerke von anderen Dirigentengrößen.
      22Cd´s Strawinsky --- !?! --- da ist vieles dabei das man nur einmal hört oder gar nicht.

      knapp 40,-Euro bei jpc
      Igor Strawinsky Edition auf 22 CDs

      Feuervogel;Scherzo a la Russe;Scherzo fantastique; Feu d'Artifice;Petruschka;Sacre du Printemps;Les Noces;Renard;Geschichte vom Soldaten-Suite;Apollon Musagete;Agon;Jeu de Cartes;Scenes de Ballet;Bluebird-Pas de Deux; Le Baiser de la Fee;Pulcinella;Orpheus;Suiten zu Petruschka, Pulcinella, Feuervogel;Symphonien in Es & C;Symphonie in drei Sätzen;Psalmensymphonie;Konzert f. Klavier & Bläser;Movements f. Klavier & Orchester;Capriccio f. Klavier & Orch.;Violinkonzert;Greeting Prelude;Suiten Nr. 1 & 2;Dumbarton Oaks;4 Norw. Impressionen;Circus Polka;Konzert in D;8 Instrumental Miniatures;4 Etudes;Preludium for Jazz Ens.; Concertino f. 12 Instruments;Oktett;Ragtime;Tango;Septett;Pastorale;Ebony Concerto;Symphonie f. Bläser;Duo Concertant;Serenade in A; Piano Rag Music;Sonate f. 2 Klaviere;Klaviersonate;Le Rossignol;Mavra;56 Lieder;Scherzlieder;Cat's Cradle Songs;In memoriam Dylan Thomas;Elegy;Owl & Pussycat;Tilim-Bom;TheRake's Progress;Oedipus Rex;Le Deluge;Persephone;Ode;3 Madrigale;Vom Himmel hoch;Le Roi des Etoiles;AveMaria;Credo;Paternoster;Cantata;Mass;Babel;Canticum sacrum;Introitus "T. S.Eliot in memoriam";A Sermon;Anthem;Threni;Chant du Rossignol;Epitaphium;Danses concertantes;Double Canon;Abraham and Isaac;Aldous Huxley in memoriam;Requiem Canticles
      Dirigenten: Igor Strawinsky & Robert Craft (assistent)
      Label: Sony , ADD, m/s

      Dies ist ganz interessant um mal die Werke gelistet zu sehen.


      :hello In weiteren Beiträgen möchte mich einigen seiner Hauptwerke aus nachstehender Liste (Ballette und Orchesterwerke) zuwenden und natürlich den entsprechenden CD-Aufnahmen.

      Ballette
      L'Oiseau de feu (Der Feuervogel) (1910)
      Petruschka (1911/revidiert 1946)
      Le sacre du printemps (1913/revidiert 1922/1943)
      Pulcinella (1920)
      Les Noces (1923)
      Apollon Musagète (1928/revidiert 1947)
      Le Baiser de la fée (Der Kuss der Fee) (1928/revidiert 1950)
      Jeu de cartes (Das Kartenspiel) (1936)
      Orpheus (1957)
      Agon (1953/1964)

      Orchesterwerke
      Sinfonie Es-Dur op. 1 (1905-07)
      Le chant du rossignol - Sinf. Dichtung (1917)
      Violinkonzert (1931)
      Konzert in Es für Kammerorchester "Dumbarton Oaks" (1937/38)
      Sinfonie in C (1939/40)
      Sinfonie in 3 Sätzen (1942-45)
      Symphonies d'instruments à vent für 23 Blasinstrumente (1920/1945–1947)
      Oktett (1922–1923)
      Concerto - für Klavier und Blasorchester (1923–1924)
      Circus Polka (1942)
      Scherzo à la Russe (1944)
      Ebony Concerto (1946)

      Vokalwerke
      Psalmensinfonie für Chor und Orchester (1930/1949)
      Mass für Chor und Orchester (UA 1948)
      Pater noster Motette für gem. Chor
      Ave Maria für gem. Chor
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Strawinsky: Ballette und Orchesterwerke

      Hallo Strawinsky-Freunde,

      ich habe Strawinsky (1882 - 1972) im Forum gesucht - nichts vorhanden !?!
      :D Mögt ihr Strawinsky nicht ? :beer Kann nicht sein.

      Wer Strawinsky noch nicht hat, der macht mit Strawinsky´s eigene´n CBS-Aufnahmen zum Kennenlernen nichts falsch, da es sein (fast)Gesamtwerk in einer 22CD-SONY-Box preisgünstig gibt.
      Einschränkend muß aber gesagt werden, dass Strawinsky kein geschickter und guter Dirigent war, sodaß seine Haupt-Werke von anderen Dirigenten wesentlich ausdrucksstärkeren Aufnahmen vorliegen.

      Für mich ist diese SONY-Box weniger von interesse, da ich bereits zwei der früher erschienenen SONY-3CD-Boxen mit Strawinsky und seinen Hauptwerken daraus habe, sowie fastzinierende Aufnahmen seiner hauptwerke von anderen Dirigentengrößen.
      22Cd´s Strawinsky --- !?! --- da ist vieles dabei das man nur einmal hört oder gar nicht.

      knapp 40,-Euro bei jpc
      Igor Strawinsky Edition auf 22 CDs

      Feuervogel;Scherzo a la Russe;Scherzo fantastique; Feu d'Artifice;Petruschka;Sacre du Printemps;Les Noces;Renard;Geschichte vom Soldaten-Suite;Apollon Musagete;Agon;Jeu de Cartes;Scenes de Ballet;Bluebird-Pas de Deux; Le Baiser de la Fee;Pulcinella;Orpheus;Suiten zu Petruschka, Pulcinella, Feuervogel;Symphonien in Es & C;Symphonie in drei Sätzen;Psalmensymphonie;Konzert f. Klavier & Bläser;Movements f. Klavier & Orchester;Capriccio f. Klavier & Orch.;Violinkonzert;Greeting Prelude;Suiten Nr. 1 & 2;Dumbarton Oaks;4 Norw. Impressionen;Circus Polka;Konzert in D;8 Instrumental Miniatures;4 Etudes;Preludium for Jazz Ens.; Concertino f. 12 Instruments;Oktett;Ragtime;Tango;Septett;Pastorale;Ebony Concerto;Symphonie f. Bläser;Duo Concertant;Serenade in A; Piano Rag Music;Sonate f. 2 Klaviere;Klaviersonate;Le Rossignol;Mavra;56 Lieder;Scherzlieder;Cat's Cradle Songs;In memoriam Dylan Thomas;Elegy;Owl & Pussycat;Tilim-Bom;TheRake's Progress;Oedipus Rex;Le Deluge;Persephone;Ode;3 Madrigale;Vom Himmel hoch;Le Roi des Etoiles;AveMaria;Credo;Paternoster;Cantata;Mass;Babel;Canticum sacrum;Introitus "T. S.Eliot in memoriam";A Sermon;Anthem;Threni;Chant du Rossignol;Epitaphium;Danses concertantes;Double Canon;Abraham and Isaac;Aldous Huxley in memoriam;Requiem Canticles
      Dirigenten: Igor Strawinsky & Robert Craft (assistent)
      Label: Sony , ADD, m/s

      Dies ist ganz interessant um mal die Werke gelistet zu sehen.


      :hello In weiteren Beiträgen möchte mich einigen seiner Hauptwerke aus nachstehender Liste (Ballette und Orchesterwerke) zuwenden und natürlich den entsprechenden CD-Aufnahmen.

      Ballette
      L'Oiseau de feu (Der Feuervogel) (1910)
      Petruschka (1911/revidiert 1946)
      Le sacre du printemps (1913/revidiert 1922/1943)
      Pulcinella (1920)
      Les Noces (1923)
      Apollon Musagète (1928/revidiert 1947)
      Le Baiser de la fée (Der Kuss der Fee) (1928/revidiert 1950)
      Jeu de cartes (Das Kartenspiel) (1936)
      Orpheus (1957)
      Agon (1953/1964)

      Orchesterwerke
      Sinfonie Es-Dur op. 1 (1905-07)
      Le chant du rossignol - Sinf. Dichtung (1917)
      Violinkonzert (1931)
      Konzert in Es für Kammerorchester "Dumbarton Oaks" (1937/38)
      Sinfonie in C (1939/40)
      Sinfonie in 3 Sätzen (1942-45)
      Symphonies d'instruments à vent für 23 Blasinstrumente (1920/1945–1947)
      Oktett (1922–1923)
      Concerto - für Klavier und Blasorchester (1923–1924)
      Circus Polka (1942)
      Scherzo à la Russe (1944)
      Ebony Concerto (1946)

      Vokalwerke
      Psalmensinfonie für Chor und Orchester (1930/1949)
      Mass für Chor und Orchester (UA 1948)
      Pater noster Motette für gem. Chor
      Ave Maria für gem. Chor
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • RE: Strawinsky: Ballette und Orchesterwerke

      Lieber teleton,
      sehr schön, endlich ein Strawinsky-Thread. Ich hatte selbst schon überlegt, vielleicht einen solchen zu starten, aber angesichts dieses gewaltigen Oeuvres ist es nicht einfach, einen Anfang zu finden.
      Die Sony-Box habe ich auch, sie war ja wirklich ein Schnäppchen, und die Aufnahmen sind sehr gut (einmal abgesehen vom Raumklang, der mich schon immer gestört hat bei den Einspielungen mit den Columbia-Leuten). Zwar sagt man Strawinsky nach, erhabe nicht sonderlich gut dirigieren können, doch haben die Aufnahmen unter seiner Leitung einen eigenen Charme. Die Tempi hat Strawinsky nicht so genau genommen, aber das haben die wenigsten Komponisten, die ihre eigenen Werke eingespielt haben.

      Natürlich sind viele von Strawinskys Werken Klassiker geworden, allen voran wahrscheinlich das "Sacre du printemps" mit seiner sagenumwobenen Skandal-Premiere. Dann werden die meisten wohl auch den Feuervogel kennen, der stark von seinem Lehrer Rimskij-Korssakow beeinflusst ist (Strawinsky selbst meinte sogar, der Feuervogel zeige starke Einflüsse Tschaikowskys). Ein Meisterwerk, welches ich immer wieder gerne höre ist sein "Histoire du soldat", ebenso die Movements für Klavier und Orchester, die bereits zwölftönig sind.

      Strawinsky ist für mich unter anderem deshalb bedeutend, weil er einer der letzten großen Komponisten war, die noch in einem konventionellen Verständnis alle Gattungen bedient haben. Und Strawinsky hat eine Wandlungsfähigkeit bewiesen, die sein Freund Arthur Rubinstein mit dem Farbwechsel des Chamäleons verglich. In der Tat wechselte Strawinsky seinen Stil formal und klanglich recht oft, allerdings niemals, ohne die eigene Handschrift zu bewahren. So schrieb er zuerst in der spätromantischen Tradition (Feuervogel, Scherzo a la russe), dann deutlich modernistisch (Sacre, Petruschka, Les Noces etc.), dann Neoklassizistisch (Concerto in D, Symphonie in C u.v.a.), und in seinem Spätwerk zwölftönig.
      Die letzte Phase ist insofern interessant, weil zwischen Schönberg und Strawinsky ein übler Streit herrschte, nicht zuletzt auch deshalb, weil Adorno Schönberg über alles verehrte, Strawinsky hingegen beinahe als behindert und krank hinstellte. Dennoch versuchte Strawinsky sich im Spätwerk an der von Schönberg entwickelten Technik, allerdings in einer typisch strawinkyesken Weise. Er folgte zwar der Technik, aber immer auf klangliche Gesichtspunkte konzentriert (in der Regel notierte Strawinsky zuerst die Klänge, dachte also vertikal, Schönberg eher anders herum). So haben Strawinskys dodekaphonischen Werke eine ganz andere Sinnlichkeit als jene von Schönberg, die den Klang nur als sekundär einstufen (eine Haltung, die durch den ganzen Serialismus hindurch die europäische Musik geprägt hat: Boulez etwa war der Ansicht, es sei egal wie es klinge, wichtig sei nur, wie es gemacht ist).
      Ohne Zweifel ist Strawinsky einer der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts gewesen, der glücklicherweise heute, nachdem der Serialismus zumindest von den meisten zu Grabe getragen wurde, auch die Anerkennung in den elitären Kreisen erfährt, die ihm gebührt.

      Herzlich,
      S A T I E
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Satie ()

    • RE: Strawinsky: Ballette und Orchesterwerke

      Lieber teleton,
      sehr schön, endlich ein Strawinsky-Thread. Ich hatte selbst schon überlegt, vielleicht einen solchen zu starten, aber angesichts dieses gewaltigen Oeuvres ist es nicht einfach, einen Anfang zu finden.
      Die Sony-Box habe ich auch, sie war ja wirklich ein Schnäppchen, und die Aufnahmen sind sehr gut (einmal abgesehen vom Raumklang, der mich schon immer gestört hat bei den Einspielungen mit den Columbia-Leuten). Zwar sagt man Strawinsky nach, erhabe nicht sonderlich gut dirigieren können, doch haben die Aufnahmen unter seiner Leitung einen eigenen Charme. Die Tempi hat Strawinsky nicht so genau genommen, aber das haben die wenigsten Komponisten, die ihre eigenen Werke eingespielt haben.

      Natürlich sind viele von Strawinskys Werken Klassiker geworden, allen voran wahrscheinlich das "Sacre du printemps" mit seiner sagenumwobenen Skandal-Premiere. Dann werden die meisten wohl auch den Feuervogel kennen, der stark von seinem Lehrer Rimskij-Korssakow beeinflusst ist (Strawinsky selbst meinte sogar, der Feuervogel zeige starke Einflüsse Tschaikowskys). Ein Meisterwerk, welches ich immer wieder gerne höre ist sein "Histoire du soldat", ebenso die Movements für Klavier und Orchester, die bereits zwölftönig sind.

      Strawinsky ist für mich unter anderem deshalb bedeutend, weil er einer der letzten großen Komponisten war, die noch in einem konventionellen Verständnis alle Gattungen bedient haben. Und Strawinsky hat eine Wandlungsfähigkeit bewiesen, die sein Freund Arthur Rubinstein mit dem Farbwechsel des Chamäleons verglich. In der Tat wechselte Strawinsky seinen Stil formal und klanglich recht oft, allerdings niemals, ohne die eigene Handschrift zu bewahren. So schrieb er zuerst in der spätromantischen Tradition (Feuervogel, Scherzo a la russe), dann deutlich modernistisch (Sacre, Petruschka, Les Noces etc.), dann Neoklassizistisch (Concerto in D, Symphonie in C u.v.a.), und in seinem Spätwerk zwölftönig.
      Die letzte Phase ist insofern interessant, weil zwischen Schönberg und Strawinsky ein übler Streit herrschte, nicht zuletzt auch deshalb, weil Adorno Schönberg über alles verehrte, Strawinsky hingegen beinahe als behindert und krank hinstellte. Dennoch versuchte Strawinsky sich im Spätwerk an der von Schönberg entwickelten Technik, allerdings in einer typisch strawinkyesken Weise. Er folgte zwar der Technik, aber immer auf klangliche Gesichtspunkte konzentriert (in der Regel notierte Strawinsky zuerst die Klänge, dachte also vertikal, Schönberg eher anders herum). So haben Strawinskys dodekaphonischen Werke eine ganz andere Sinnlichkeit als jene von Schönberg, die den Klang nur als sekundär einstufen (eine Haltung, die durch den ganzen Serialismus hindurch die europäische Musik geprägt hat: Boulez etwa war der Ansicht, es sei egal wie es klinge, wichtig sei nur, wie es gemacht ist).
      Ohne Zweifel ist Strawinsky einer der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts gewesen, der glücklicherweise heute, nachdem der Serialismus zumindest von den meisten zu Grabe getragen wurde, auch die Anerkennung in den elitären Kreisen erfährt, die ihm gebührt.

      Herzlich,
      S A T I E
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch

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    • Strawinsky: Le Sacre du Printemps

      Le Sacre du Printemps - Ballett (1913)
      Dieses Werk hat bei der Uraufführung einen Skandal ausgelöst - heute ist es eines der meistgespielten Orchesterwerke Strawinsky´s.
      1913 - ja , da war er seiner Zeit schon ganz schön weit voraus. Sicher einer der Gründe warum er damals nicht verstanden wurde.

      :) Meine erste Aufnahmen mit Swetlanow war wiedermal ein Glückfall.
      Diese Aufnahme ist von 1964 und es handelt sich um die russische Erstaufnahme auf Schallplatte (Eurodisc).
      Im Vergleich zu Ansermet, den ich in einer Strawinsky-Ballette-LP-Box habe, werden bei Swetlanow werden die Barbarissmen unglaublich effektvoll ausgespielt.


      :) Auf CD folgte dann eine weitere Superaufnahme mit
      Fedossejew / Moskauer PH (JVC).
      Eine Melodiya-Aufnahme die damals von Japan JVC auf CD herausgekommen ist und damals mit eine der besten CD-Objekte waren die überhaupt im Handel zur verfügung standen. Wie da die tiefen Trommeln rüber kommen ist unsagbar.


      :) Durch Kritiken und Besprechnungen hörte ich in Boulez alte CBS-Aufnahme herein, die mir zu unspectaculär und zu sehr auf Details bedacht, statt auf Emotion.
      Die neuere DG-Aufnahme finde ich etwas besser. Seine Auffassung der Werke hat sich in den Jahren zwischen SONY und DG nicht großartig geändert. Kein Detail bleibt unterbelichtet, alles äußerst Präzise - phantastisch gespielt. Dies erreicht er durch ein langsameres Tempo als seine Kollegen.
      Wer die russ.Aufnahmen mit Swetlanow und Fedossejew oder auch gerne Solti im Ohr hat, dem werden die Boulez-Aufnahmen zu spannungsarm vorkommen und man wünscht sich in den eruptiven Passagen und nicht nur beim Opfertanz am Schluß einfach mehr Energie.
      Dies ist für mich um so verwunderlicher, da auf der gleichen DG-CD mit Boulez die meiner Meinung beste Aufnahme des Feuervogel-Balletts (Gesamtaufnahme, keine Suite) mit drauf ist. Hier spielt das Chicago SO : Boulez läßt auch hier nichts unterbelichtet, bietet zudem aber einen Höllentanz des Königs Katschei, der an Härte und Bombastik alles bisher dagewesene übertrifft. So hätte ich mir den Boulez-Sacre gewünscht. Strawinsky nimmt hier quasi den Sacre vorweg.

      Diese CD ist ein ganz heißer Tipp für 10,-€, da sie die Aufnahmen enthält, die auch auf den beiden DG-Hochpreis-CD´s für 19,95€ zu haben ist - aber wegen dem Feuervogel !!!


      Cleveland Orchstra / Boulez
      DG, DDD,


      :)Lange vor Boulez war Solti mein Favorit, auch wegen der hervorragenden Pepruschka-Aufnahme auf gleicher CD.
      Da die Fedossejew-Aufnahme aber nicht mehr greifbar ist, kann ich diese DECCA-Eloquence-CD, die ich mir eigndlich wegen Petruschka gekauft hatte, ebenfalls als ganz großen Wurf für beide Werke empfehlen - und das für 5,99€:


      Le Sacre du Printemps
      Petruschka

      Chicago SO, Solti
      Label: Decca , ADD, 73/94
      Für machen ist diese Aufnahme des Sacre aber zu sehr auf Hochspannung getrimmt, wodurch die Kontraste leiden. Die wirklichen fff-Passagen wirken dann nicht mehr in dem Maße wie es sein sollte.


      :) In der RONDO-Kritik habe ich gelesen, das Bernstein in New York bei seiner ersten (von Drei) Einspielungen auf CBS von 1958 eine hörschockartige Interpretation abgeliefert hat:
      Mehr als allen anderen Dirigenten gelingt es Bernstein, den Schock begreiflich zu machen, den das Werk bei seiner Uraufführung auslöste. In ihrer Wildheit und Brutalität kommt diese Aufnahme einem orchestralen Exorzismus gleich. Das Orchester ist bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gefordert – und darüber hinaus: Gelegentlich sind durchaus Erschöpfungserscheinungen spürbar.

      Diese Worte machten mich neugierig und ich kaufte die SONY-CD bei EBAY. Es wurde eine meiner besten und wichtigsten EBAY-Käufe.
      Bei amazon ist die SONY-CD nicht mehr zu haben: "Führen wir nicht oder nicht mehr - jetzt gebraucht vorbestellen."


      Strawinsky: Le Sacre; Petruschka
      New Yorker PH / Leonard Bernstein
      SONY, Aufnahme CBS 1958, ADD
      Ich muß dazu folgendes sagen:
      :down Bernsteins Interpretation (CBS 1958) ist absolut überwältigend; kein Detail wird verschluckt, die Schlaginstrumente kommen sauber und trocken über den Lautsprecher. Spannung vom ersten Teil bis zum Schluß, wie Fedossejew(JVC) und Solti(Decca). In wilden Passagen entsteht kein Klanggewusel (=die Instrumente verschwimmen ineinander) der Schlaginstrumente (wie bei Boulez), sondern jeder Schlag ist präzise einzeln durchzuhören. Die CBS-Techniker waren schon 1958 auf einem zukunftsweisenden Stand der Technik.
      Die Petruschka-Version (1947) auf der Bernstein-CD ist ebenfalls spitzenmäßig gelungen.


      :) Eine hab ich noch, wegen der guten Kritiken und es ist die Klangbeste von allen - natürlich Decca !

      In der RONDO - Kritik werden von Thomas Schulz 12 Aufnahmen des Sacre gegeneinandergestellt.
      Als Beste bezeichnet er die Chailly-Aufnahme:
      Zitat:
      Die beste Aufnahme ist gestrichen
      12. Gibt es ihn überhaupt, den perfekten "Sacre"? So wie die Dinge liegen, können wir momentan wählen zwischen Rattles Wärme, Markewitschs Aggressivität, Strawinskys Sachlichkeit und Boulez’ transparenter Gelassenheit. Doch halt, eine Aufnahme existiert, die all diese Elemente in sich vereint, und dies bei einem an Durchhörbarkeit und Dynamik alles andere übertreffenden Klangbild: die mit Riccardo Chailly und dem Cleveland-Orchester. Aber die ist gestrichen.

      Gestrichen ist sie nicht - man kann sie überall bestellen ( :D nur bei Neckermann nicht).
      Ich hatte sie mir vor ein paar Monaten bei einem amazon-Anbieter gekauft.

      :W Die Natürlichkeit der Wiedergabe und der Frequanzumfang ist gigantisch - vergleichbar mit besten SACD-Aufnahmen - hier auf CD !!!
      Was T.S. schreibt von der Vereinigung der positiven Elemente verschiedener Aufnahmen schreibt kann man gut nachvollziehen.
      Sie gehört mit Sicherheit zu den Besten.

      :wink Dennoch vermag sie meine absoluten Favoriten Bernstein und Swetlanow nicht zu verdrängen, die in meinen Ohren einfach noch unmittelbarer, spannender und hingebungsvoller klingen.


      Cleveland Orchestra / Chailly
      Decca, DDD, 1985

      Interessant sind auch die anderen Strawinsky-Ballette mit Chailly auf der Doppel-CD (leider nur die Feuervogel-Suite); Petruschka in der Fassung von 1945 ganz fantastisch (habe aber noch keinen Unterschied zur Fasssung 1919 feststellen können) .
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von teleton ()

    • Strawinsky: Le Sacre du Printemps

      Le Sacre du Printemps - Ballett (1913)
      Dieses Werk hat bei der Uraufführung einen Skandal ausgelöst - heute ist es eines der meistgespielten Orchesterwerke Strawinsky´s.
      1913 - ja , da war er seiner Zeit schon ganz schön weit voraus. Sicher einer der Gründe warum er damals nicht verstanden wurde.

      :) Meine erste Aufnahmen mit Swetlanow war wiedermal ein Glückfall.
      Diese Aufnahme ist von 1964 und es handelt sich um die russische Erstaufnahme auf Schallplatte (Eurodisc).
      Im Vergleich zu Ansermet, den ich in einer Strawinsky-Ballette-LP-Box habe, werden bei Swetlanow werden die Barbarissmen unglaublich effektvoll ausgespielt.


      :) Auf CD folgte dann eine weitere Superaufnahme mit
      Fedossejew / Moskauer PH (JVC).
      Eine Melodiya-Aufnahme die damals von Japan JVC auf CD herausgekommen ist und damals mit eine der besten CD-Objekte waren die überhaupt im Handel zur verfügung standen. Wie da die tiefen Trommeln rüber kommen ist unsagbar.


      :) Durch Kritiken und Besprechnungen hörte ich in Boulez alte CBS-Aufnahme herein, die mir zu unspectaculär und zu sehr auf Details bedacht, statt auf Emotion.
      Die neuere DG-Aufnahme finde ich etwas besser. Seine Auffassung der Werke hat sich in den Jahren zwischen SONY und DG nicht großartig geändert. Kein Detail bleibt unterbelichtet, alles äußerst Präzise - phantastisch gespielt. Dies erreicht er durch ein langsameres Tempo als seine Kollegen.
      Wer die russ.Aufnahmen mit Swetlanow und Fedossejew oder auch gerne Solti im Ohr hat, dem werden die Boulez-Aufnahmen zu spannungsarm vorkommen und man wünscht sich in den eruptiven Passagen und nicht nur beim Opfertanz am Schluß einfach mehr Energie.
      Dies ist für mich um so verwunderlicher, da auf der gleichen DG-CD mit Boulez die meiner Meinung beste Aufnahme des Feuervogel-Balletts (Gesamtaufnahme, keine Suite) mit drauf ist. Hier spielt das Chicago SO : Boulez läßt auch hier nichts unterbelichtet, bietet zudem aber einen Höllentanz des Königs Katschei, der an Härte und Bombastik alles bisher dagewesene übertrifft. So hätte ich mir den Boulez-Sacre gewünscht. Strawinsky nimmt hier quasi den Sacre vorweg.

      Diese CD ist ein ganz heißer Tipp für 10,-€, da sie die Aufnahmen enthält, die auch auf den beiden DG-Hochpreis-CD´s für 19,95€ zu haben ist - aber wegen dem Feuervogel !!!


      Cleveland Orchstra / Boulez
      DG, DDD,


      :)Lange vor Boulez war Solti mein Favorit, auch wegen der hervorragenden Pepruschka-Aufnahme auf gleicher CD.
      Da die Fedossejew-Aufnahme aber nicht mehr greifbar ist, kann ich diese DECCA-Eloquence-CD, die ich mir eigndlich wegen Petruschka gekauft hatte, ebenfalls als ganz großen Wurf für beide Werke empfehlen - und das für 5,99€:


      Le Sacre du Printemps
      Petruschka

      Chicago SO, Solti
      Label: Decca , ADD, 73/94
      Für machen ist diese Aufnahme des Sacre aber zu sehr auf Hochspannung getrimmt, wodurch die Kontraste leiden. Die wirklichen fff-Passagen wirken dann nicht mehr in dem Maße wie es sein sollte.


      :) In der RONDO-Kritik habe ich gelesen, das Bernstein in New York bei seiner ersten (von Drei) Einspielungen auf CBS von 1958 eine hörschockartige Interpretation abgeliefert hat:
      Mehr als allen anderen Dirigenten gelingt es Bernstein, den Schock begreiflich zu machen, den das Werk bei seiner Uraufführung auslöste. In ihrer Wildheit und Brutalität kommt diese Aufnahme einem orchestralen Exorzismus gleich. Das Orchester ist bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gefordert – und darüber hinaus: Gelegentlich sind durchaus Erschöpfungserscheinungen spürbar.

      Diese Worte machten mich neugierig und ich kaufte die SONY-CD bei EBAY. Es wurde eine meiner besten und wichtigsten EBAY-Käufe.
      Bei amazon ist die SONY-CD nicht mehr zu haben: "Führen wir nicht oder nicht mehr - jetzt gebraucht vorbestellen."


      Strawinsky: Le Sacre; Petruschka
      New Yorker PH / Leonard Bernstein
      SONY, Aufnahme CBS 1958, ADD
      Ich muß dazu folgendes sagen:
      :down Bernsteins Interpretation (CBS 1958) ist absolut überwältigend; kein Detail wird verschluckt, die Schlaginstrumente kommen sauber und trocken über den Lautsprecher. Spannung vom ersten Teil bis zum Schluß, wie Fedossejew(JVC) und Solti(Decca). In wilden Passagen entsteht kein Klanggewusel (=die Instrumente verschwimmen ineinander) der Schlaginstrumente (wie bei Boulez), sondern jeder Schlag ist präzise einzeln durchzuhören. Die CBS-Techniker waren schon 1958 auf einem zukunftsweisenden Stand der Technik.
      Die Petruschka-Version (1947) auf der Bernstein-CD ist ebenfalls spitzenmäßig gelungen.


      :) Eine hab ich noch, wegen der guten Kritiken und es ist die Klangbeste von allen - natürlich Decca !

      In der RONDO - Kritik werden von Thomas Schulz 12 Aufnahmen des Sacre gegeneinandergestellt.
      Als Beste bezeichnet er die Chailly-Aufnahme:
      Zitat:
      Die beste Aufnahme ist gestrichen
      12. Gibt es ihn überhaupt, den perfekten "Sacre"? So wie die Dinge liegen, können wir momentan wählen zwischen Rattles Wärme, Markewitschs Aggressivität, Strawinskys Sachlichkeit und Boulez’ transparenter Gelassenheit. Doch halt, eine Aufnahme existiert, die all diese Elemente in sich vereint, und dies bei einem an Durchhörbarkeit und Dynamik alles andere übertreffenden Klangbild: die mit Riccardo Chailly und dem Cleveland-Orchester. Aber die ist gestrichen.

      Gestrichen ist sie nicht - man kann sie überall bestellen ( :D nur bei Neckermann nicht).
      Ich hatte sie mir vor ein paar Monaten bei einem amazon-Anbieter gekauft.

      :W Die Natürlichkeit der Wiedergabe und der Frequanzumfang ist gigantisch - vergleichbar mit besten SACD-Aufnahmen - hier auf CD !!!
      Was T.S. schreibt von der Vereinigung der positiven Elemente verschiedener Aufnahmen schreibt kann man gut nachvollziehen.
      Sie gehört mit Sicherheit zu den Besten.

      :wink Dennoch vermag sie meine absoluten Favoriten Bernstein und Swetlanow nicht zu verdrängen, die in meinen Ohren einfach noch unmittelbarer, spannender und hingebungsvoller klingen.


      Cleveland Orchestra / Chailly
      Decca, DDD, 1985

      Interessant sind auch die anderen Strawinsky-Ballette mit Chailly auf der Doppel-CD (leider nur die Feuervogel-Suite); Petruschka in der Fassung von 1945 ganz fantastisch (habe aber noch keinen Unterschied zur Fasssung 1919 feststellen können) .
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von teleton ()

    • @Satie, @teleton,

      ich muss gestehen, daß ich Strawinsky bisher eher unbewußt nicht gehört habe.

      Etwas "unangenehm" empfand ich ihn durchaus durch seine negativen Äußerungen üver Vivaldi.

      Letztendlich besitze ich derzeit nahezu keine Aufnahmen bzw. nur diese:



      Immerhin bisher davon ungehört:
      Der Feuervogel;Petruschka;Pulcinella-Suite;
      Le Sacre du Printemps;Les Noces;Mass;Symphonie in C;
      Symphonie in 3 Sätzen;Scenes du Ballet

      Nun dann ....... werde ich mich ihm wohl spätestens 2008 nähern...
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • @Satie, @teleton,

      ich muss gestehen, daß ich Strawinsky bisher eher unbewußt nicht gehört habe.

      Etwas "unangenehm" empfand ich ihn durchaus durch seine negativen Äußerungen üver Vivaldi.

      Letztendlich besitze ich derzeit nahezu keine Aufnahmen bzw. nur diese:



      Immerhin bisher davon ungehört:
      Der Feuervogel;Petruschka;Pulcinella-Suite;
      Le Sacre du Printemps;Les Noces;Mass;Symphonie in C;
      Symphonie in 3 Sätzen;Scenes du Ballet

      Nun dann ....... werde ich mich ihm wohl spätestens 2008 nähern...
      _____

      Administrator: Das Klassikforum
    • RE: Strawinsky: Ballette und Orchesterwerke

      Original von teleton
      :D Mögt ihr Strawinsky nicht ? :beer Kann nicht sein.

      Wer Strawinsky noch nicht hat, der macht mit Strawinsky´s eigene´n CBS-Aufnahmen zum Kennenlernen nichts falsch, da es sein (fast)Gesamtwerk in einer 22CD-SONY-Box preisgünstig gibt.

      knapp 40,-Euro bei jpc
      Igor Strawinsky Edition auf 22 CDs



      seit Weihnachten habe ich diese Box!

      Stravinsky war bisher nicht in meinem Focus - daher bot sich die Box an und ich bin positiv überrascht.

      Die Aufnahmequalität ist durchweg hoch. Die Musik Stravinskys überrascht mich - bisher war ich unbedarft - mit einer begeisternden Rhythmik und erstaunlicher Lebensfreude. Gerade von einem Russischen Künstler hatte ich das nicht so erwartet.

      Also die 22 CDs machen mir so richtig Spass und sind sicher eine super Empfehlung zum Kennenlernen.

      Gruß,
      Walter
    • RE: Strawinsky: Ballette und Orchesterwerke

      Original von teleton
      :D Mögt ihr Strawinsky nicht ? :beer Kann nicht sein.

      Wer Strawinsky noch nicht hat, der macht mit Strawinsky´s eigene´n CBS-Aufnahmen zum Kennenlernen nichts falsch, da es sein (fast)Gesamtwerk in einer 22CD-SONY-Box preisgünstig gibt.

      knapp 40,-Euro bei jpc
      Igor Strawinsky Edition auf 22 CDs



      seit Weihnachten habe ich diese Box!

      Stravinsky war bisher nicht in meinem Focus - daher bot sich die Box an und ich bin positiv überrascht.

      Die Aufnahmequalität ist durchweg hoch. Die Musik Stravinskys überrascht mich - bisher war ich unbedarft - mit einer begeisternden Rhythmik und erstaunlicher Lebensfreude. Gerade von einem Russischen Künstler hatte ich das nicht so erwartet.

      Also die 22 CDs machen mir so richtig Spass und sind sicher eine super Empfehlung zum Kennenlernen.

      Gruß,
      Walter
    • Lieber Walter,
      die Box ist wirklich gut! Manche der Aufnahmen sind etwas trocken im Klang, aber durchaus noch "im Rahmen". Strawinsky ist sicher einer, zu dem man nicht unbedingt gleich einen Draht findet. Die preiswerte Box hatte ich dann auch ohne zu zögern gekauft.

      @teleton:
      Das Sacre hat wahrscheinlich sogar den berühmtesten Skandal aller Zeiten ausgelöst! Es gibt darüber eine lange Diskussion, denn viele Experten gehen davon aus, dass der Skandal kalkulierte Sache war (angeblich hatte Dhiagilew, der Impresario der Ballets Russes, sogar einen Sandal erhofft). Cocteau beschrieb die Atmosphäre bei der Uraufführung als von anfang an extrem aufgeladen. Rein musikalische Gründe scheint der Skandal weniger gehabt zu haben: künstlerischen Anstoß nahm man wohl eher an Nijinskys Choreographie (er war sehr unerfahren und baute einige recht unausgegorene Elemente ein).
      Erstaunlich ist, dass Monteux damals das Stück stoisch bis zum Ende dirigiert hat, ungeachtet der Schlägereien, auf die Bühne geworfenen Gegenstände etc. Mit dem Schlusston traf dann die Polizei ein...
      Das Werk wurde kurze Zeit später mit großem Erfolg aufgeführt.
      Ein Skandal ist oftmals aus marketingmäßiger Sicht ein Segen, denn nichts macht ein Werk so bekannt und folglich interessant. Die Pariser neigten scheinbar ohnehin sehr zu Skandalen, es gab extrem verfeindete Fronten im Publikum, man wartete nur darauf, sich an die Gurgel zu gehen. Da waren die Stücke eher nur eine willkommene Begründung für die Ausschweifungen.
      Bei den Aufnahmen wollte ich noch auf eine mit Brundo Maderna hinweisen, die noch nicht genannt wurde:
      Leider habe ich kein Bild, aber die Aufnahme kam 1988 nochmal bei Stradivarius heraus als "Maderna-Portrait". Das Sacre folgt nach Mozarts Symphonie Nr. 18, danach kommen Schönbergs 5 Stücke für Orchester und "Ein Überlebender aus Warschau". Eine schöne Aufnahme.

      Herzlich,
      S A T I E
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Lieber Walter,
      die Box ist wirklich gut! Manche der Aufnahmen sind etwas trocken im Klang, aber durchaus noch "im Rahmen". Strawinsky ist sicher einer, zu dem man nicht unbedingt gleich einen Draht findet. Die preiswerte Box hatte ich dann auch ohne zu zögern gekauft.

      @teleton:
      Das Sacre hat wahrscheinlich sogar den berühmtesten Skandal aller Zeiten ausgelöst! Es gibt darüber eine lange Diskussion, denn viele Experten gehen davon aus, dass der Skandal kalkulierte Sache war (angeblich hatte Dhiagilew, der Impresario der Ballets Russes, sogar einen Sandal erhofft). Cocteau beschrieb die Atmosphäre bei der Uraufführung als von anfang an extrem aufgeladen. Rein musikalische Gründe scheint der Skandal weniger gehabt zu haben: künstlerischen Anstoß nahm man wohl eher an Nijinskys Choreographie (er war sehr unerfahren und baute einige recht unausgegorene Elemente ein).
      Erstaunlich ist, dass Monteux damals das Stück stoisch bis zum Ende dirigiert hat, ungeachtet der Schlägereien, auf die Bühne geworfenen Gegenstände etc. Mit dem Schlusston traf dann die Polizei ein...
      Das Werk wurde kurze Zeit später mit großem Erfolg aufgeführt.
      Ein Skandal ist oftmals aus marketingmäßiger Sicht ein Segen, denn nichts macht ein Werk so bekannt und folglich interessant. Die Pariser neigten scheinbar ohnehin sehr zu Skandalen, es gab extrem verfeindete Fronten im Publikum, man wartete nur darauf, sich an die Gurgel zu gehen. Da waren die Stücke eher nur eine willkommene Begründung für die Ausschweifungen.
      Bei den Aufnahmen wollte ich noch auf eine mit Brundo Maderna hinweisen, die noch nicht genannt wurde:
      Leider habe ich kein Bild, aber die Aufnahme kam 1988 nochmal bei Stradivarius heraus als "Maderna-Portrait". Das Sacre folgt nach Mozarts Symphonie Nr. 18, danach kommen Schönbergs 5 Stücke für Orchester und "Ein Überlebender aus Warschau". Eine schöne Aufnahme.

      Herzlich,
      S A T I E
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Lasst mich mal spaßeshalber die Cover meiner Aufnahmen im Plattenschrank hier zusammenkopieren - die zuletzt angeführte CD ist noch unterwegs zu mir:




      Hinzu kommt noch ein alter Rundfunkmitschnitt auf Kassette: Das Cleveland Orchestra steht unter Leitung von Zubin Mehta.

      Mittlerweile habe ich mindestens zwei Interpretationsvergleichs-Programme zu diesem Schlüsselwerk der Neuen Musik gehört. Die SACD mit Esa Pekka Salonen wurde von Michael Stegemann (in der Sendung von DKultur) besonders gelobt. Deshalb wollte ich sie mir noch bestellen. Stegemann hat vor allem Probleme mit Gergiev, aber auch tendenziell mit Bernstein. Er vermisst die rhythmische Präzision und Transparenz, die das Werk benötigt bzw. bei einer Aufführung vorauszusetzen wären. Agogische Freiheiten oder allzu viel Breitwandklang hält er für kontraproduktiv. In anderem Zusammenhang habe ich gehört oder gelesen, dass Karajan bereits am ständigen Wechsel der Metren mehr oder minder gescheitert sei.

      Die Mono-Einspielung von 1950 mit dem Uraufführungsdirigenten Pierre Monteux besticht durch ihre eisige Schärfe und rhythmische Unerbittlichkeit bei beachtlicher Durchhörbarkeit. (Teleton wäre (oder ist er sogar??) damit zufrieden. :P )

      Strawinskys eigene Aufführung aus den frühen 1960ern wurde von Stegemann als eher misslungen deklariert - allerdings nur in einem Halbsatz, wobei eine Aufnahme mit dem Komponisten aus den 40ern hoch einsortiert wurde. Es gibt bezüglich der 60er Einspielung allerdings auch andere Ansichten. Meinerseits müsste ich sie wohl überhaupt erst einmal hören ... :ignore

      Ormandy ist mir weder positiv noch negativ besonders aufgefallen. Das heißt aber nur: Weiterer Hördurchgang mit den Erfahrungen der letzten Wochen sei angesagt!

      Chaillys Einspielung gilt als sehr gut; mir gefällt vor allem die exzellente Aufnahmequalität!

      Und jetzt herrscht bei mir Vorfreude bezüglich Salonen!

      :beer Wolfgang
    • Le Sacre - Favoriten

      Hallo Wolfgang (andrejo),

      die Ormandy-Aufnahme habe ich auch in meiner 20Century-Box Ormandy. Es ist dieser der Box die einzige enthaltene Mono-Aufnahme, die ich ( warscheinlich deshalb) noch gar nicht gehört habe, da ich mit massig sehr guten Aufnahmen ausgestattet bin. Ich werde der Ormandy-Aufnahme aber in Kürze mal ein Ohr gönnen.

      Das ist aber auch nachvollziehbar, wenn ich an meine Favoriten denke:
      :times10 der absolute Hammer mit Bernstein /New Yorker PH (SONY; Januar 1958) und dann in russischer Extase Swetlanow / Staatliches SO der UDSSR (WARNER; Melodiya-Aufnahme 1966).
      :thanks Eine TOP-Aufnahme, die den gesamten Frequenzbereich bis in den "Subsonic-Bereich" durchmisst, hatte ich in diesem Thread im 3.Beitrag genannt - der klangtechnschische Wahnsinn mit Vadimir Fedossejew / Moskau RSO (JVC; Melodiya-Aufnahme 1981, DDD). Die Aufnahme wurde wiedereinmal von den Japanern bei JVC ausgegraben und als jvc-CD herausgeracht - Le sacre ohne weitere Kopplung darauf.

      - JVC-CD leider derzeit ohne Bild - nicht verfügbar -



      :wink Glaub es mir - Monteux in Mono halte ich dann kaum noch für notwenig. So gut die meinungne auch üpber die Int sind. Sowas löst bei mit einfach nicht den gewünschten Hörspass aus.

      MB berichtete vom Concertgebouw Orchester Amsterdam (mit Jansons). Ja, die scheinen es wirklich drauf zu haben. Die Aufnahmen mit Chailly (Decca) und Colin Davis (Philips) sind ebenfalls ganz herausragend (hier aber auch und bei mir wegen Petruschka in der Fassung 1947).

      Die beiden Boulez-Aufnahmen mit dem Cleveland Orchestra (DG) und deutlich vorzuziehen mit den New Yorker PH (SONY) habe ich auch. Hier fehlt es mir aber etwas an der Emotion, die meine Favoriten so begeisterungswürdig machen. Dagegen - Petruschka mit Boulez (SONY) ... eine der Allerbesten !

      Keine Frage, das Solti / Chicago SO (Decca) bei mir dazu gehört. Eine Aufnahme die mich für Jahre begeistert hatte, aber wie ich dann durch Vergleichserfahrung gemerkt habe, doch schon zu früh "auf dem Gaspedal steht" - dafür ist auch dort Petruschka eine ganz famose Int. Die Solti-Aufnahme gibt es auch XRCD, wegen der herausragenden Klangtechnik.



      Ansermet (Decca) und Strawinsky´s (CBS) eigene Int hatten bei mir einfach nicht zünden können. Beide hatte ich mal auf LP: Strawinsky viel zu zurückhaltend und Ansermet wirkt auf mich total fremd. Merkwürdig, denn gerade Ansermet schätze ich für das russische Repertoire ansonsten ausserordentlich.

      ------------------------
      :beer Die von Dir erwartete neue Salonen-Aufnahme (DG) muss ja laut Kriiken der HAMMER sein. Mich würde ja auch der Unterschied zu Salonen´s älterer SONY-Aufnahme mit dem Philharmonia Orchestra interessieren.
      Aber die DG-Aufnahme interessiert mich auch sehr !
      Gruß aus Bonn

      Wolfgang
    • Le Sacre - Favoriten

      Bisher noch nicht aufgeführt:



      Diese Doppel-CD, ursprünglich EMI, später Brilliant, beinhaltet das in meinen Ohren dramatischste Frühlingsopfer, das ich kenne.
      Muti und das Philadelphia Orchestra spielen an den gebotenen Stellen mit schneidender Schärfe und Brutalität
      und das ganze ist mit einer für EMI überraschend guten Tonqualität eingefangen.
      Spätanaloge Qualität (1978).

      Das Starterfeld:
      • Karajan 1964
      • Solti 1974
      • Abbado 1975
      • Karajan 1976
      • Muti 1978
      • Maazel 1980
      • Dorati 1982
      • Inbal 1989
      • Oue 1996


      Grüße
      Jürgen
    • Bevor ich ins stille Wochenende verschwinde, bekenne ich mich mal - mindestens was russische Orchestermusik betrifft - als Juri-Temirkanow-Fan. Bin ich schwer süchtig.

      Deshalb meine Empfehlung für alle, die es gern intensiv (und feurig) haben:



      :times10
      Wir alle suchen Menschen, die noch barfuß gehen im Herzen ...
    • Meine Fresse! Hier gibt es so dermaßen was voll auf die Zwölf... Nein, ich habe mich nicht im Zimmer geirrt. Es geht nicht um eine NY Hardcore Scheibe, sondern um ein Werk, das höchst-offiziell zum klassischen Kanon gehört und dass dasselbe eine vergleichbare Reaktion auslöst, liegt daran, dass es hier erstmalig so gespielt wird, wie es ursprünglich gedacht war. Also Original-Fassung (nicht die in der Regel zu hörende 1947er Revision) und Originalinstrumente. Historische Aufführungspraxis bei einem Werk des 20. Jahrhunderts, gibt es da überhaupt Unterschiede? Ja, und die fallen so eklatant aus, dass alle uninformierten Aufnahmen reif für die Schrottpresse sind. Die Transparenz und (Fein-)Dynamik gemahnen an den Spiegel ohne Staubkorn, ebenso wie die interpretatorisch unverstellte Sicht auf das Werk. Hier brauchen keine "Barbarismen effektvoll ausgespielt" zu werden, das brillante Werk im Originalgewand spricht für sich selbst. Und wie! Meine Fresse...


      Igor Stravinsky; Le Sacre du Printemps (1913 Version)
      Les Siècles, Francois-Xavier Roth
      Von der Waschschüssel der Hebamme bis zur Waschschüssel des Bestatters: alles Gewäsch (Ikkyu Sojun)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Cetay ()

    • Also es reicht jetzt. Bislang habe ich irgendwie immer einen ziemlichen Bogen um Stravinsky gemacht. Warum auch immer. Im Konzertsaal hat er mich nie so richtig gepackt und sein 'Rake's Progress' fand ich nur langweilig. Aber dann hat mich sein 'Sacre' mit Ansermet total gepackt (endlich!), sein 'Ödipus' mit Cocteau als Sprecher sowieso und nun muss es eben sein. Geliebäugelt habe ich mit der Box schon lange und nun habe ich sie bestellt.



      Wenn schon, denn schon. Da werde ich ja einige ( :) ) Entdeckungen für mich machen können. Und mal sehen, wie er mir als Dirigent gefällt. (Rolf Liebermann erzählte übrigens, dass bei der UA von 'Rake's Progress' die Musiker durch sein Dirigat völlig verwirrt waren, so dass die eigentliche UA Ferdinand Leitner aus einer Ecke des Orchestergrabens dirigierte.)

      Noch 'ne kleine Anekdote. Als Stravinsky 80 wurde, hatte Rolf Liebermann die Idee, dass er diesen Geburtstag gerne in Anwesenheit des Komponisten in Hamburg ausrichten würde. Also nahm er Kontakt zu ihm auf. Stravinsky sagte aber, dass die Russen sich bereits bei ihm gemeldet hätten. Sie würden gerne den Festtag bei sich zu Hause mit ihm als Ehrengast ausrichten und er, Stravinsky, wüsste nun nicht, wie er sich entscheiden sollte. Einerseits würde er gerne endlich einmal die alte Heimat wiedersehen, andererseits - 'Kalter Krieg' und so, schließlich lebte er ja in den USA.
      Daraufhin rief Liebermann Jacqueline Kennedy an und schlug ihr vor, Stravinsky's Geburtstag doch im Weißen Haus ganz groß auszurichten. Schließlich bedeutendster Komponist der Gegenwart, in den USA lebend, die Russen hätten auch schon Interesse gezeigt usw. Jacky sprang sofort an und lud Stravinsky ein. Der rief nun verzweifelt Liebermann an und klagte ihm sein Leid. Keine Seite wolle er vergrätzen, was solle er nur machen? Daraufhin erneuerte Liebermann sein Angebot und so feierte Stravinsky seinen 80. Geburtstag groß in Hamburg in der Staatsoper.

      :hello Falstaff
    • Lieber Falstaff,
      Du wirst es nicht bereuen! Strawinskys Werk ist so reichhaltig (er ist ja im Grunde der Letzte, der noch alle klassischen Gattungen bedient hat), da wirst Du sicher das eine oder andere finden, das Dich fesseln wird. Für mich ist seine Größe unbestritten, einen richtigen Wow-Moment hatte ich letztens bei "The Fludd", einem wirklich tollen, sehr selten gespielten Werk, bei der UA (Radio oder Fernsehen, ich weiß es nicht mehr genau) wurde das - so ich mich richtig erinnere - von einem Shampoo-Hersteller gesponsert, dessen Werbung man zwischendurch ertragen musste. Unvorstellbar, das können nur die Amis, genau wie Hanns Eislers Musik für Werbespots der amerikanischen Agrarinsdustrie: Zwölftonmusik zu Bildern von Kühe melkenden Farmern...
      Die Anekdote mit Liebermann ist ebenfalls köstlich!!

      Herzliche Grüße
      Satie
      "...the only logical starting point for a genuine creative art of music -- the ear, and the manifold delights and stimuli that the ear, in conjunction with the experienced mind, can find in the exercise of imagination."
      Harry Partch
    • Satie schrieb:

      genau wie Hanns Eislers Musik für Werbespots der amerikanischen Agrarinsdustrie: Zwölftonmusik zu Bildern von Kühe melkenden Farmern...
      Lieber Satie, vielleicht hat's ja bei der Milchproduktion geholfen. Natürlich nur, wenn sie die Ställe auch damit beschallt haben. :D
      Aber immerhin war das noch eine Zeit, in der der amerikanische Bauernverband überhaupt noch Hans Eisler kannte und in Erwägung zog.

      Ich bin sehr gespannt. Es ist ja nicht so, dass ich sonst keine Stravinsky-Werke kennen würde. 'Rake's Progress' habe ich gerade noch mal in der UA-Aufnahme gehört. Ich kann damit nichts anfangen. Aber 'L'Histoire' oder 'Les Noces' oder auch andere Werke haben mich schon interessiert oder auch angesprochen. Nur 'in toto' hatte ich bei ihm immer Vorbehalte, wohl wissend, dass das eigentlich nicht geht. Deshalb nun und auch nach diesem Thread der Sprung in's, na, sagen wir, lauwarme Wasser.

      Und es bringt ja immer wieder Spaß und Bereicherung neue Komponisten für sich selber zu entdecken. (Meine Güte, wie bescheuert klingt das denn bei einem Klassiker des XX. Jahrhunderts. :D )

      LG Falstaff